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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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10.08.2020 2.382
 
-Legolas Sicht-
Seit der Ankunft der Meeres-Elben und der plötzlichen Gastfreundschaft waren schon einige Wochen vergangen. Wie der König des Düsterwaldes befohlen hatte, hatte ich einige Gästezimmer für die Truppe bereit gestellt. Den Gefangenen, den die Meeres-Elben bei ihrem ersten Angriff zurückgelassen hatten, sollte ich auch befreien und dieser war nun mit seiner Familie wieder vereint. Zu meiner Überraschung integrierten sie sich sehr gut und baten ihre Hilfe in jedem Bereich an. Alleine ließ ich sie jedoch nicht, sondern bat meine Wachen ein Auge auf sie behalten.
Die Frage die mich aber am meisten Quälte, war die, nach dem Grund des Handels meines Vaters. Ich verstand ihn und seine Taten nicht. Zuerst war mein Vater eisig und wollte sie hinauswerfen, aber eine einzige Kette und ein paar Worte hatten alles geändert. Ich erinnerte mich daran, dass die Elbe, namens Nessa, die Königin, mir erzählt hatte, dass sie meinen Vater schon lange kannte, aber ihren Namen hatte ich nie aus seinem Mund gehört. Woher kannten sie sich? Was war das für eine Kette? Diese Fragen kreisten seit diesem Tag in meinem Kopf und ich konnte mich nur schwer auf meine alltäglichen Aufgaben kümmern. Zunächst war ich nur heim gekehrt für einen kurzen Besuch, aber die neue Situation hatte alles geändert.
Ich streifte durch die Gänge und sah eine der Meeres-Elben. Ivriniel, wenn ich mich nicht irrte.
„Ivriniel. Kann ich euch einen Moment sprechen?“
Die angesprochene Elbe zuckte zusammen, als sie mich sah und verbeugte sich.
„Mein Prinz. Natürlich.“
Ich ging vor raus und sie folgte mir. Wie sollte ich das Gespräch beginnen?
„Gefällt es euch hier?“
Sie blinzelte mich verwirrt an.
„Ja sehr gut sogar. Aber eure Hoheit. Ich glaube kaum, dass es das ist, worüber ihr mit mir reden wollt.“
Sie war sehr scharfsinnig. Sicher wäre sie eine gute Wache, aber ich wusste, dass sie sie Kammerzoffe von Königin Nessa war.
„Ihr habt euer gesamtes Leben mit Königin Nessa verbracht. Wusstet ihr, dass mein Vater und sie sich kennen? Und wisst ihr was es mit der Kette auf sich hat?“
Vielleicht war ich zu schroff, aber ich wollte antworten! Ivriniel blieb stehen und schien ihre Worte sehr behutsam zu wählen.
„Ich weiß nicht woher euer Vater meine Königin genau kennt. Immerhin ist sie schon länger Königin der Meeres-Elben, als ich auf der Welt bin. Was die Kette betrifft, so weiß ich nur, dass sie diese immer getragen hat. Niemals abgenommen, an keinem Zeitpunkt. Es gibt jedoch Gerüchte…“
Ihre Stimme brach ab und ich musterte sie neugierig.
„Was für Gerüchte?“
„Wir sollten nicht darüber reden…“
„Bitte. Wir sind hier im Königreich meines Vaters. Euch wird nichts geschehen.“
„Die Königin hat diese Kette schon getragen, als sie ins Meeres-Königreich ankam. Es wird gemunkelt, dass sie sie von einer früheren Liebe hat. Viele Elben glauben, dass diese Liebe gestorben ist und aus Einsamkeit hat sie den König geheiratet. Jedoch konnte jeder sehen, dass diese Ehe nie auf Liebe basierte. Doch mehr kann ich euch nicht sagen.“
„Danke euch für euer vertrauen…“, damit verabschiedete ich sie und grübelte nach.
Sie war also keine Meeres-Elbe. Woher war sie dann? Und stimmte es mit der ersten Liebe? Wer konnte es denn sein? Und was hatte Vater damit zu tun?

Ich wurde jäh unterbrochen, als eine Wache zu mir trat.
„Mein Prinz. Gerade sind zwei unbekannte Elben bei den Toren aufgetaucht und bitten um Asyl. Was sollen wir machen?“
In so einer Situation hätte man normalerweise meinen Vater um Rat gebeten, aber dieser hatte sich sehr zurückgezogen.
„Ich werde sie mir anschauen“, gab ich der Wache  zurück und eilte mit ihr zu dem Tor.
Dort angekommen erblickte ich die zwei Elben. Ein Elb, der nur etwas kleiner war als ich, muskulös, mit braunen, schulterlangen Haare, stark bewaffnet und eine Elbe, zierlich mit roten Haaren, die eher wie eine Gelehrte aussah und keinerlei Waffen an sich trug, soviel ich erkennen konnte.
„Was wollt ihr?“, fragte ich direkt.
Der Elb schaute die Elbe an, welche nun hervortrat und zu sprechen begann.
„Wir bitten den König des Düsterwaldes um Asyl. Wir werden von Söldnern gejagt, wegen etwas was uns zusteht. Wir wollen wirklich keine Unruhe stiften, nur einen Ort zum verweilen.“
Ich betrachtete sie und als ich mich ihr näherte, stellte sich der Elb zwischen uns. Ein Liebespaar? Auf jeden Fall schien er sie beschützen zu wollen.
„Wir erbitten noch mehr“, sprach nun der Elb.
„Nein nicht Milant. Mehr können wir nicht verlangen. Und sei höflicher“, fuhr die Elbe ihn an.
„Nein Naneth!“
Ah, sie waren Mutter und Sohn, das erklärte auch seinen Beschützerinstinkt.
„Wir müssen sie darum bitten. Wir können sie nicht da draußen lassen.“
Nun wurde ich hellhörig.
„Ihr wart nicht zu zweit?“
„Nein, wir hatten noch eine weitere Gefährtin. Sie wollte die Söldner ablenken und meinte sie zu dem Nest der Spinnen führen zu wollen. Ihr müsst ihr helfen!“, dabei baute er sich vor mir auf und starrte mich wütend an.
Ein ungewöhnlicher Elb. Doch er kam nicht weit, denn sofort hatten mehrere Wachen ihre Schwerter gezogen und auf ihn gerichtet.
„Ihr solltet an euren Manieren arbeiten. Aber ich werde einen Trupp zu den Spinnen schicken. Lebt eure Gefährtin, so werde ich sie finden.“
Mit diesen Worten deutete ich zwei Wachen an die Beiden hereinzubringen, jedoch in eine Zelle. Vater würde ausrasten, wenn er wüsste, dass noch mehr neue Elben frei herumlaufen.
Rasch organisierte ich einen kleinen Trupp und wir eilten zu den Nestern. Seit Wochen bauten die Spinnen an der gleichen Stelle immer wieder diese auf. Wieso genau dort wussten wir nicht, aber jedes Mal wenn wir alle beseitigt hatten, kamen wieder neue.
Wir brauchten nicht lange dorthin und hörten auch schon aus der Ferne das Klirren von Metall, die Schreie von Männern und der Spinnen. Als wir dann ankamen war es ein riesiger Kampf. Menschliche Männer kämpften gegen Spinnen und zahllose Leichen lagen umher, die noch nicht von den Spinnen verschleppt wurden. Aber meine Aufmerksamkeit galt einer Frau in der Mitte. Eine Elbe in einem dunkelblauen Umhang, die gleichzeitig mehrere Männer von sich fernhielt und zwei Spinnen. Sie kämpfte sehr graziös und zielsicher.Gerade rammte sie ein Messer in das Auge einer Spinne und mit der anderen Hand wehrte sie einen Schwerthieb ab.
„Los!“, gab ich meinen Leute zu Befehl und sie stürzten sich mitten ins Getümmel.
Ich wollte zu der Frau eilen, denn ich bemerkte, dass ihre Bewegungen langsamer wurden. Ich beeilte mich, doch es ließ sich nicht vermeiden, dass eine Spinne sie von hinten angriff und auf ihrem Rücken landete.
„Noro mi maw pale teliâdhys! (Geht in den Dreck, wo ihr hergekommen seid!)“, schrie sie und stach ihr in den Kopf, durch eine Handdrehung nach hinten.
Doch genau dies genügte einem Mann um mit einer erhobenen Klinge auf sie zu stoßen. Gerade noch rechtzeitig spannte ich meinen Pfeil und schoss dem Menschen in den Kopf. Perplex schaute sie sich um und unsere Blicke trafen sich. Nessa. Wieso hatten die anderen Elben nicht gesagt, dass es sich um ihre Gefährtin um sie handelte. Rasch eilte ich zu ihr, während sie sich wieder gefangen hatte und nun weiter kämpfte.
„Was macht ihr hier?“, fragte ich sie direkt, als ich neben ihr stand und einen Menschen abwehrte.
„Könnten wir das hier zuerst lösen?“, dabei machte sie eine ausladende Handbewegung zu den Menschen und den Spinnen ohne eine Miene zu verziehen.
„Natürlich“, dabei spannte ich wieder meinen Pfeil und erwischte zwei Menschen auf einmal.
Dank meinen kampferprobten Wachen dauerte die Aktion nur wenige Minuten, Nessa stützte sich an einem Baum ab und ich bemerkte, wie weiß sie im Gesicht war.
„Mein Prinz?“, wandte sich nun eine Wache zu mir.
„Verbrennt die Leichen. Wir wollen nicht noch andere Kreaturen anlocken. Danach gehen wir zurück.“
Als sie mein Blick bemerkte, stellte sie sich aufrecht hin und kam auf mich zu. Sie verbeugte sich kurz und sofort war aus der Kriegerin eine Politikerin geworden.
„Eure Hoheit. Womit habe ich meine Rettung eurerseits zu verdanken?“
„Zwei Elben waren an unseren Toren und teilten mir mit, dass sie noch einen Gefährten hatten, welcher im Wald sei. Mit euch konnte ich dabei wirklich nicht rechnen.“
„Wurden die Zwei hineingelassen?“
„Ja.“
„Dafür danke ich euch. Ich werde nun auch wieder gehen. Denn wenn euer König wüsste, dass ich hier bin, würde er mich nicht so einfach gehen lassen.“
„Wer sagt, dass ich euch gehen lasse?“
„Meine Erfahrung. Und nun lebt wohl.“
Sie drehte sich um und wollte gehen. Ich griff nach ihrem Arm und dann brach sie zusammen. Gerade rechtzeitig konnte ich sie noch erfassen.
„Ich glaube ihr könnt nirgendwohin“, murmelte ich.
„Ich muss“, hauchte sie und löste sich direkt von mir.
„Ich schaffe das!“, gab sie nun mit gefestigter Stimme wieder.
Ich hob eine Augenbraue. Sie versteckte etwas und ich wollte wissen was. Ich konnte auch nicht sagen wieso, aber diese Elbe interessierte mich, wie noch keine vor ihr. Sie war ein Rätsel, das ich lösen wollte.
„Wachen. Nehmt sie gefangen. Der König wird mit ihr sprechen wollen.“
Ihre Augen weiteten sich vor Schrecken und sie wollte abhauen, doch meine Wachen waren schneller als sie. Und so gingen wir zum Palast.

-Nessa-
Gegen meinen Willen wurde ich einfach zum Palast getragen. Ja getragen! Denn ich weigerte mich einen Schritt zu gehen. Zu meiner Überraschung durchsuchten sie mich nicht nach Waffen und hatten so auch nicht meine Wunde gesehen. Durch den Kampf hatte ich nur noch mehr Blut verloren und auch einige neue Wunden dazu erlangt. So fand ich mich schneller als mir lieb war, wieder im Thronsaal. Elleth und Milant waren nirgendwo zu sehen und auch Thranduil nicht. Doch ich hatte kein Glück, denn ich hörte kurz darauf die Schritte des Königs.
„Wieso wurde ich so dringlich gerufen? Hat dies denn nicht Zeit für später?“, knurrte er seinen Sohn an und ich hörte in seiner Stimme, dass er heute einen äußerst schlechten Tag hatte.
Einfach super.
„Verzeiht Adar. Aber wir haben heute Mittag zwei Elben vor den Toren gehabt, die um Asyl beteten. Ich habe sie in eine Zelle sperren lassen. Zuvor hatten sie aber die Bitte geäußert, dass wir ihren Gefährten retten sollten. Ich bin mit einer kleinen Truppe gegangen und…“
„Wieso sollte mein Sohn sein Leben für einen Elb, der nicht aus unserem Reich stammt, riskieren?“
„Adar. Es handelte sich um eine bestimmte Elbe.“
Da ich mit dem Gesicht zum Thron stand und den Rücken somit zu Legolas und Thranduil, wusste ich nicht, welche Blicke die beiden sich austauschten, nur das Thranduil sofort auf mich zugerast kam, mich an der Schulter packte und zu ihm drehte. Seine Augen weiteren sich vor Überraschung und Zorn und ich hielt diesem Blick stand. Ich war ihm ohnehin hoffnungslos ausgesetzt. Nachdem er mich einmal gemustert hatte, ließ er von mir ab und fuhr mich wütend an.
„Ihr wagt es wieder in mein Reich zu kommen? Ihr wisst, dass es eurem Tode gleich kommt, hier aufzutauchen und das noch ohne euren letzten Gefallen! Was sucht ihr hier?“
Ich straffte meine Schultern und versuchte nicht zu wanken. Mittlerweile nahm ich alles nur noch durch einen Schleier wahr. Ich musste dieses Gespräch schnell beenden und dann ruhen.
„König Thranduil, Sohn des Oropher, Herrscher des Düsterwaldes. König unter Eiche und Buche. Wie ich heraushöre, habt ihr meinen Untertanen eine Unterkunft gewährt und dafür bin ich euch zu äußersten Dank verpflichtet. Auf meiner Reise durch Mittelerde hatte ich noch zwei meiner Untergebenen aufgegabelt und wollte diese nur in eure schützenden Hallen bringen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich nicht die gleiche Freundlichkeit erwarten kann wie jene, die mit meiner Kette angekommen sind und dies habe ich auch nicht vor. Durch nicht eingeplante Umstände musste ich es leider in Kauf nehmen selbst euer Reich zu betreten und ich versichere euch, dass ich nicht bleiben werde.“
Thranduil saß mittlerweile auf seinem Thron und schaute mich abschätzig von oben herab an.
„Als ob ich euch gehen lasse. Ihr werdet in einer Zelle eure Unsterblichkeit hier verbringen. WACHEN!“, schrie er.
Sofort ergriffen mich zwei Elben, ich sie kamen nicht weit.
„Das werdet ihr nicht!“
Ich sah wie jeweils eine Klinge an die Kehle der Wachen gedrückt wurden. Bruinen.
„Ihr lasst meine Königin gehen. Sie hat euch nichts getan!“, dann wandte er sich zu mir.
„Bereth nin, geht es euch gut?“, wobei mich seine dunkelblauen Augen mitfühlend ansahen.
„Was fällt euch ein!“, brüllte nun Thranduil. „Ich lasse euch hier wohnen, gebe euch Unterschlupf und dann bedroht ihr meine Untergebenen!“
Bruinen ignorierte den König und schaute weiter zu mir. Die Wachen schauten von ihrem König zu Bruinen hin und her. Sie konnten nichts tun, ohne verletzt zu werden. Bruinen lockerte seine Klingen und schubste die Wachen weg. Thranduil schäumte beinahe vor Wut und ich konnte ihn nachvollziehen.
„Bruinen. Tut das nicht. Es ist das nicht wert.“
„Doch. Ihr seid alles wert. Ich würde für euch mein Leben geben.“
Ich hatte nicht mitbekommen, wie Thranduil selbst nach einem Schwert gegriffen hatte und wurde deswegen überrascht, als Bruinen auch mich zur Seite stoß und dann einen Schlag des Königs abwehrte. Ich wusste, das Bruinen gut war, aber man erkannte sofort, dass der König der Waldelben auch kampferfahren war.
„NEIN“, brüllte ich.
„Vater!“, rief auch Legolas.
Doch alle waren wie versteinert. Keiner traute sich zwischen dem König und meinem obersten Heeresführer einzuschreiten.
„Ihr wisst nichts über unsere Königin! Ihr seid nur eiskalt und auf euer Wohlergehen bedacht“, stachelte Bruinen ihn noch an.
Thranduil antwortete nicht, sondern ließ seine Klinge immer weiter für ihn sprechen. Immer aggressiver und fordernder und ich bemerkte, dass Bruinen Schwierigkeiten hatte mitzuhalten. Lange würde er dies nicht durchhalten. Meine Knie zitterten, aber ich musste eingreifen.
„Nessa. Was ist das?“, hauchte Legolas durch das ganze Geschehen und ich schaute an mir herab.
An der Stelle an der ich stand, hatte sich mittlerweile eine Blutlache gebildet.
„Wir müssen sie aufhalten Legolas“, meinte ich zu ihm und ignorierte das Blut unter mir und seine Frage.
Mittlerweile hatte es Thranduil geschafft Bruinen in eine Ecke zu drängen.
„NIEMAND widersetzt sich mir!“, brüllte Thranduil und holte aus.
Ich habe keinerlei Ahnung woher ich die Kraft nahm, aber ich spurtete augenblicklich los und schmiss mich vor Bruinen, als die Klinge hinunter sauste und mich dann schlussendlich traf.

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Wie schon erwähnt, ist Nessa wieder Opfer von einer Waffe geworden. Langsma heb ich das Gefühl de Charakter zu selbstopfernd dargestellt zu haben... hmmhmmm...
Naja egal :D
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