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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
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09.08.2020 2.870
 
Es war nun einige Wochen her, seit ihr hier angekommen war und fühlte mich relativ wohl in der Menschen-Stadt. Elleth verstand meine Wut und versuchte mich zu beschwichtigen, was nur minder klappte. Die Tage verbrachte ich damit zu trainieren, da ich mich mittlerweile wieder problemlos bewegen konnte und bemerkt hatte, das ich eingerostet war. Meine Gefühle hielt ich weiter im Zaun und versuchte meine kalte Fassade aufrecht zu erhalten. Niemals wieder wollte ich, da jemand sieht, dass ich leide und dies ausnutzen um jemanden weh zu tun. Mein Enkel, ich konnte es immer noch nicht fassen, dass ich noch Familie besaß, hatte mich am Anfang kühl aber seiner Mutter zu Liebe, respektvoll behandelt. Dank ihm trainierte ich nun wieder täglich mit den Soldaten Rohans. Und dort befand ich mich gerade. Mitten auf einem Trainingsgelände. Meine Kampfausrüstung, die gleiche wie bei meiner Gefangennahme im Düsterwald, angezogen, mit einem Langschwert bewaffnet. Mit dem Langschwert war ich am wenigsten bewandert und so hatte ich um Training mit dieser Waffe gebeten. Mir gegenüber drei Menschen, denn einer alleine schaffte es nicht mich zu bezwingen.
„Nessa ist euer Name? Dann zeigt mal was eine Elben-Frau drauf hat.“
Der Mann, der gesprochen hatte war neu und hatte mich noch nicht kämpfen sehen. Die zwei Männer neben ihn schienen seinen Enthusiasmus nicht zu teilen. Sofort griff er mich an und ich parierte seinen Schlag ohne große Mühen. Dann preschte der zweite von der Seite zu mir und in einer geschmeidigen Bewegung stoß ich den Ersten zurück, drehte mich und blockte nun Nummer Zwei. Dies ging einige Minuten so weiter, bis ich alle besiegt hatte. Der junge Kerl, der mich zuvor herausgefordert hatte, war wütend abgehauen.
„Nicht schlecht. Wollt ihr mit mir kämpfen?“, hörte ich eine Stimme und dann sah ich Milant.
„Meint ihr, eine alte Frau wie ich, kommt gegen so einen jungen Elb an?“, äußerte ich kühl, hätte aber am liebsten ein breites Grinsen auf den Lippen getragen.
So sauer ich auf Elleth war, so sehr wollte ich meinen Enkel kennen lernen und dass er von sich aus auf mich zukam, erfreute mich. Milants Lippen umzog ein Schmunzeln und es verblüffte mich abermals, wie ähnlich er seinem Vater aussah.
„Ich werde nicht den Fehler wie die andere Männer tun, und euch unterschätzen. Ihr seid zwar alt, habt dadurch auch viel Erfahrung.“
Um uns herum hatte sich nun ein Kreis gebildet, mit neugierigen Soldaten. Milant galt als ungeschlagen, wie ich erfahren hatte, was mich auch etwas mit Stolz erfüllte. Er hob sein Schwert und deutete mir an anzugreifen. Ich kam seiner Bitte nach und preschte zu ihm hervor. Sofort merkte ich, wieso er ungeschlagen war. Er griff nie unbedacht an und schien sehr konzentriert zu sein, als ob er nach meinen Schwachstellen suchte. Diese waren mir allerdings selbst bekannt. Ich war klein und hatte damit auch einen kleineren Kampfradius als alle anderen. Zudem war ich schwächer und Milant war für einen Elben recht muskulös, was man durch seine Kleidung erkennen konnte. Jeden meiner Angriffe parierte er und so langsam fing es mir an Spaß zu machen. Nach etlichen Minuten, die ich ihn angriff sah er wohl seine Chance mich anzugreifen. Mit einer schnellen Bewegung schwang er sein Schwert, doch auch ich hatte ihn die letzten Minuten studiert und wusste was er vor hatte, weswegen ich ausweichen konnte. Die Menschenmenge um uns wurde immer dichter und mittlerweile feuerten einige meinen Enkel, andere mich an. Wieder sauste das Schwert auf mich zu und ich konnte wieder ausweichen. Dann war mein Gegenschlag dran und das Klirren von Metall auf Metall zu hören. Wir beide drückten unsere Schwerter aneinander, niemand wollte nachgeben.
„Ich bin stärker. Ihr könnt nicht ewig so ausharren“, grinste mich Milant breit an.
Dieses Grinsen gefiel mir. Es wirkte so viel freundlicher als seine mürrische Maske, die ich am Anfang von ihm bekommen hatte.
„Das stimmt. Ihr seid stärker, aber auch größer und schwerer“, bevor er meine Worte realisieren konnte, zog ich mein Schwert weg, wich unter ihm hindurch und trat zur Seite.
Durch mein plötzliches Ablassen, fehlte ihm das Gegengewicht an seinem Schwert und er verlor sein Gleichgewicht. Sein schwerer Körper knallte ungebremst auf den Boden. Sofort fixierte ich seinen Körper mit einem meiner Füße und hielt das Schwert an seinem Hals.
„Ich glaube, der Ungeschlagene wurde gerade geschlagen.“
Die eine Hälfte der Menge jubelte, die andere stöhnte nur. Ich legte mein Schwert zur Seite und hielt ihm eine Hand hin, die er dankend annahm.
„Also ihr seid wirklich gut. Das muss man euch lassen. Ihr nutzt euren Vorteil, wenn ihr ihn seht.“
Ich zuckte nur mit den Schultern.
„Ich wäre nicht so alt geworden, wenn ich nicht meine Vorteile aus einer Situation ziehen würde.“
Er kratzte sich verlegen am Hals und es schien so, als ob er eine Frage hätte.
„Ihr könnt mich alles fragen.“
Er deutete auf eine Bank und wir setzten uns.
„Also. Wo ihr es ansprecht. Wie alt seid ihr denn?“
Ich blinzelte ihn ein paar Mal an und dachte ich hätte mich verhört. Aber dann wurde mir bewusst, dass er kaum Kontakt zu anderen Elben gehabt hatte.
„Ich hätte mit vielen Fragen gerechnet, aber nicht mit so einer. Wieso wollt ihr das wissen?“
Er schaute auf den Boden.
„Naja. Ich habe außer Naneth keine andere Elben kennen gelernt und weiß nicht was alt ist. Unter Menschen bin ich mit meinen 700 Jahren sehr alt. Ich habe viele kommen und gehen sehen.“
Ich legte eine Hand auf seinen Arm und er schaute mich mit liebevollen braunen Augen an. Der Kampf hatte ihn wohl redsam und zugänglicher gemacht.
„Ich bin umgerechnet, wenn man das erste Zeitalter als Ganzes und nicht unterteilt betrachtet, im Jahre 501 E.Z. geboren.“
Er runzelte seine Stirn und es schien, als ob er damit nicht viel anfangen könnte.
„Wir leben jetzt im Dritten Zeitalter, im Jahr 2960. In Jahren ausgedrückt bin ich 10806 Jahre alt.“ *
Die Kinnlade meines Enkels klappte herunter.
„So…alt?!“
„Ich hoffe doch, dass du das nur zu mir sagst, weil ich deine Großmutter bin und sonst zu keiner anderen Frau!“
Seine Ohren färbten sich leicht rot und er fing an zu stottern.
„E…Entschuldige. I..Ich…Also ich wollte nicht… also andeuten. Ihr seht für euer Alter gut aus.“
Ich schüttelte meinen Kopf und konnte mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen.
„Es ist in Ordnung. Es gibt nicht viele Elben mehr, die so alt sind. Sogar euer Großvater ist jünger.“
Ich hätte mir selbst auf die Zunge beißen können. Wieso hatte ich das gesagt? Ich wollte nicht über ihn reden.
„Ihr meint den König der Meeres-Elben, den Tyrann, der meinen Vater in den Tod geschickt hat und euch verbannt?“
„Jop. Genau den. Wenigstens sind wir uns einig, dass wir ihn nicht mögen.“
Obwohl eine große Last noch auf mir drückte, so hatte ich in diesen wenigen Wochen so viel gelacht, wie lange nicht mehr. Das Wissen, dass ich noch Familie hatte, schien mich zu beflügeln und meine Trauer, die mich zum größten Teil füllte, zu verdrängen. Auch wenn ich wusste, dass diese Tage rar gesät und auch bald wieder verschwinden würden.
„Ihr solltet mehr Lächeln. Ihr schaut immer so  traurig drein.“
Ich nahm meine Hand von ihm und fuhr über die Klinge meines Schwertes.
„Wenn man so lange lebt, dann hat man auch viel Leid und viele Verluste gesehen. Zudem habe ich auf die harte Tour gelernt, dass eine kühle Maske im Leben hilfreicher ist und die beschützt, die einem was bedeuten und die sich auf einen verlassen."
Wir schwiegen wieder, bis er das Wort erneut ergriff.
„Wie soll ich euch eigentlich ansprechen?“, kam nun eine Frage, die mich überraschte.
„Was meint ihr?“
„Naja. Naneth nennt euch ihre Herrin, weil ihr Königin nicht hören wollt. Aber ich kann mich damit nicht anfreunden. Ich war nie unter Elben und ihr wart auch nie meine Herrin. Daher…“, er zuckte mit den Schulter.
„Natürlich ist es auch gestattet mich Großmutter zu nennen. Aber ich verstehe, dass dies noch unangenehmer wäre. Was haltet ihr von Lady Nessa? Oder elbisch Hiril Nessa? Das wäre ein Kompromiss.“
„Das wäre mir sehr angenehm. Ich danke euch.“
Dann packten wir alles zusammen und das Training war beendet.

Durch all die Freude, die mir die zwei Elben brachten, hatte ich fast vergessen, weswegen ich gekommen war. Doch mein Ehemann, schien nicht vergessen zu haben.
Es war eine kalte, stürmische Nacht und es fegte ein schwerer Schneesturm über Aldburg hinweg. Früh waren Elleth, Milant und ich in unsere Hütte gegangen und ebenso früh ins Bett. Der Wind heulte unerbittlich durch die Gemäuer und ich fand keinen Schlaf. Die Schwärze der Nacht und die Kälte, die sich langsam im Raum ausbreiteten, machten die Situation nicht besser. Vor lauter Frust nicht schlafen zu können, entschied ich mich für den Weg zum gemeinsamen Wohnraum, wo ich ein Regal mit Büchern erblickt hatte. Seit meiner Verbannung aus meinem alten Königreich hatte ich kein Buch mehr zur Hand genommen. Es war seltsam, denn die Jahrhunderte davor hatte ich jeden Tag eines gelesen um dem trostlosen Alltag zu entfliehen und mir so viel Wissen wir möglich anzueignen. Ich wollte nicht gänzlich nutzlos sein. So huschte ich rasch über den kalten Boden und die Dielen knarrten unter mir. Schuhe zog ich keine an und auch einen Umhang empfand ich als unnötig. Im Wohnbereich angekommen, bemerkte ich erfreut, dass die Glut im Kamin noch vorhanden war und ich ein Holzscheit nachlegen konnte. Ich überflog die Titel im Regal und setzte mich mit einer Liedersammlung auf einen Sessel. Die Beine zog ich eng an mich und deckte mich mit einem herumliegenden Stoffteil zu. Ich hatte erst die ersten Sätze gelesen, als ich ein Knarren hörte. Es waren die Dielen im Haus und ich fragte mich, ob einer der anderen Elben ebenfalls erwacht war. Aufmerksam lauschte ich und vernahm außer dem Heulen des Windes nichts mehr. Dennoch stellten sich meine Nackenhaare auf. Irgendetwas fühlte sich nicht richtig an. Ganz vorsichtig legte ich das Buch zur Seite und lauschte weiter. Wieder kein Geräusch. Hatte ich mir es nur eingebildet? War es einfach nur das alte Haus, dass mich zum Narren halten wollte? Ich zog das Buch wieder zu mir und versuchte mich auf die Worte darin zu konzentrieren. Doch es gelang mir nicht mehr. Ich stöhnte innerlich auf und legte das Buch nun endgültig zur Seite. Vielleicht sollte ich nochmals versuchen zu schlafen. Ich kuschelte mich in den Sessel und schloss meine Augen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schien es mir auch zu gelingen in die Welt des Schlafes abzutauchen, als ich Glas zersplittern hörte. Sofort wieder hellwach, sprang ich auf und spitzte meine Ohren. Was war passiert? Wo kam das Geräusch her? Lange musste ich auf eine Antwort nicht warten, denn dann war ein schriller Schrei zu hören. Ein weiblicher Schrei. Elleth! Ich rannte zu ihrer Zimmertür und in dem Moment tauchte auch Milant auf. Er hatte die Geräusche auch gehört, war, anders als ich, jedoch aus seinem Tiefschlaf gerissen worden. Ich betrachtete den Elben kurz und musste feststellen, dass er wirklich eine Augenweide war, soweit ich das als Großmutter beurteilen konnte. Er trug nichts, außer einer Hose. Sein Oberkörper war, wie ich schon vermutete, für einen Elben sehr durchtrainiert und seine Haare, die er nur schulterlang trug und meistens zu einem Zopf gebunden, standen nun in alle Richtungen ab.
„Naneth?“, murmelte er noch Schlaftrunken.
Das riss mich wieder in die Gegenwart zurück und ich öffnete die Türe von Elleth. Was wir vorfanden erschauderte mich. Elleth lag auf dem Boden, mit einem Messer in ihrem Bauch. Blut floss aus der Wunde und ihre Augen schienen keinen Halt zu finden. Zwei Gestalten standen am Fenster und schienen nicht mit Besuch gerechnet zu haben. Ohne zu zögern ergriff ich das nächstbeste, was ich finden konnte, einen Kleiderständer und griff die Unbekannten an. Milant, der mittlerweile wach war, fluchte und griff ohne Waffe den anderen Mann an. Leider hatten die Gegner bessere Waffen als wir und verteidigten sich ohne große Probleme. Doch meine Wut war größer als alles was sie uns entgegenbrachten. Ich schleuderte den, mittlerweile, zersplitterten Kleiderständer auf meinen Gegner und dann mich selbst nach. Diesen direkten Angriff hatte er nicht kommen sehen und so landete ich auf ihm und er hart auf dem Boden. Schnell schlug ich sein Schwert aus der Hand und presste meine Hände um seinen Hals. Er windete sich unter mich und dann spürte ich einen stechenden Schmerz im Oberschenkel. Er hatte es wirklich geschafft von irgendwoher ein Messer zu zücken und es in mich zu rammen. Zu seinem Pech reagierte ich aber nur mit einem zusammengepressten Schmerzenschrei, ließ aber nicht von ihm ab. Erst als sein Puls unter meinen Händen abebbte und schließlich verstummte lockerte ich den Griff. Mit einem kräftigen Ruck zog ich das Messer aus meinem Körper und schaute mir die Wunde schnell an. Er hatte keine wichtige Arterie getroffen. Nun musste ich nach meinem Enkel sehen. Dieser kämpfte immer noch und ohne Waffe hatte er einige Schnittwunden erlitten. Ich griff nach dem Schwert des Toten und stürzte nun auf den übrig gebliebenen Angreifer zu. Da Milant ihn ablenkte, hatte ich mit ihm noch leichteres Spiel, als mit dem Ersten. Rasch brachte ich ihn zu Fall und hielt ihm das Schwert an die Kehle.
„Wer seid ihr? Was wollt ihr?“, zischte ich wütend.
Der Mann schaute mich nur gehässig an.
„Was soll ich euch sagen? Ihr werdet mich eh töten. Lieber lasse ich euch im Unklaren, als meinen Auftraggeber zu verraten.“
Meine Hand zog seinen Kopf an seinen Haaren nach hinten und mit einem schnellen Schnitt erlöste ich ihn von seinem Dasein. Das Schwert ließ ich klirrend auf den Boden fallen.
„Naneth“, hauchte Milant und kniete sich neben seine Mutter.
Nun eilte ich zu ihr und begutachtete sie. Das Messer steckte noch immer in ihr und sie hatte viel Blut verloren. Vielleicht zu viel. Ihre Augen schauten zu ihrem Sohn und sie versuchte etwas zu sagen.
„Nicht“, begann ich. „Schone deine Kräfte.“
„Kriegt ihr das hin?“, fragte mein Enkel mich und ich blickte in die unschuldigen Augen eines Kindes.
Genau jetzt, in diesem Augenblick erkannte man sein junges Alter und die Angst in seinen Augen und die Bitte an eine ältere Person, ihn zu retten.
„Wir müssen das Messer entfernen und die Blutung stoppen.“
Er nickte mir brav zu als ich über das weitere Vorgehen sprach und besorgte mir ohne Wenn und Aber die Utensilien die ich verlangte.
„Das wird etwas ziehen“, meinte ich zu Elleth und zog das Messer heraus und drückte dann eilig einige saubere Tücher auf die Wunde.
Zu meinem Glück hatte Milant alle Kräuter gefunden und so hatte ich nach einer Stunde Elleth versorgt und sie schlief ruhig ohne Schmerzen. Wir hatten sie in Milants Zimmer gebracht, da in ihrem noch Glassplitter herumflogen und wir das Fenster nur provisorisch zumachen konnten. Ich kam mit einer Schüssel Wasser und einem Lumpen zu meinem Enkel und er schien verwirrt zu sein.
„Wozu das?“
„Auch wenn du es nicht gemerkt hast, du bist auch verletzt. Deine Wunden heilen zwar schnell aber lass sie mich wenigstens reinigen, dann geht es schneller.“
Ohne sich zu wehren, reichte er mir seinen Arm und ich fing an die Wunden, von den Schnitten zu begutachten.
„Dann müsst ihr euch aber auch um euch kümmern.“
Ich blinzelte ihn verwirrt an.
„Ihr habt blutige Füße durch die Glassplitter und ich habe genau gesehen, wie ihr von einem Messer getroffen wurdet.“
Ich nahm das blutige Tuch, drehte mich herum und rang es in der Schüssel aus.
„Es wird sicher eine Narbe bl…“, dann stockte er. „Euer Körper. Was ist damit passiert?“
Ich stockte in meiner Bewegung und schaute ihn verwirrt an.
„Was meint ihr?“
Dann wurde mir bewusst, wie ich vor ihm saß. Ich trug nur ein bodenlanges, weißes, etwas sehr durchsichtiges Nachtgewand, welches keine Ärmel hatte und einen großen Teil meines Rückens frei gab. So hatte er die viele Narben von den Peitschenschlägen an meinem Körper sehen können. Die Wunden an meinen Handgelenken waren zum Glück ganz verschwunden, aber die Narben am Rücken und die im Gesicht blieben. Natürlich konnte ich sie verschwinden lassen, damit man sie nicht mehr sah, durch meine Magie, aber wieso sollte ich das am Rücken machen? Wer würde sie sehen, dachte ich mir immer. Tja. Die Antwort hatte ich nun. Mein Enkel hatte sie gesehen. Verstecken war nun zwecklos.
„Es ist nur eine kleine Erinnerung an den König der Meeres-Elben. Mehr nicht. Ignoriert es. Ich habe schon vergessen, dass sie dort sind.“
Er schien noch etwas sagen zu wollen, unterließ es aber. So reinigte ich jede seiner Wunden und danach dann auch meine Füße und die Stichverletzung. Nach getaner Arbeit saßen wir im Wohnzimmer und gingen unseren eigenen Gedanken nacht.
„Könnt ihr euch vorstellen, wer das war?“, fragte mich der junge Elb irgendwann.
„Auch wenn die Attentäter nicht gesprochen haben, so habe ich eine genauer Vorstellung wer es war: Euer Großvater. Er weiß nichts von euch, aber von Elleth. Und er hat sie wohl auch gefunden. Zudem wundert es mich nicht, dass er menschliche Attentäter engagiert.“
Wieder Schweigen.
„Wir sind hier nicht mehr sicher oder?“
„Nein. Sie wissen wo wir sind. Und hier können wir uns nicht verteidigen. Wir müssen fort.“


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* E.Z. ging 4902 Jahre; Z.Z. 3441; D.Z. aktuell 2960 --> 4902-501+3441+2960=10806
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