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Vergangenheit und Gegenwart

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Legolas OC (Own Character) Thranduil
26.07.2020
20.09.2020
33
59.392
1
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28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
26.07.2020 1.105
 
Zuerst einmal Hallo :)

Diese Fanfiktion beruht auf der Welt von Tolkien. Ich habe einige Elemente übernommen aber bin nicht so tief in der Materie drin, dass alles richtig ist. Daher gewisse nicht logische, passende Lücken ignorieren. Auch kann ich kein elbisch, daher habe ich einfach das Wörterbuch benutzt von Pons.
Zeitangaben, Orte etc. können auch von der Original-Geschichte abweichen.
Ich bitte um Verzeihung.
Dennoch viel Spaß beim lesen.

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Ich saß an der Fensterfront meines Schlafgemachs, ein Buch in meinem Schoß gelegt, noch geschlossen und schaute hinaus aus das ruhige Meer. Die Sonne ging gerade auf und das wärmende Licht fiel über einige Männer meines Volkes, die auf kleinen Botten ins offene Meer hinausfuhren. Heute würde es sicherlich einen guten Fang geben, das hatte ich im Gefühl.
Während ich weiter zuschaute, wie immer mehr Boote ins Wasser geschoben wurde, klopfte es an meiner Türe.
„Brennil (Herrin) Nessa, darf ich herein treten?“
Mit einer Handbewegung öffnete sich meine Türe und meine treue Dienerin Ivriniel trat herein. Sie wirkte, genau wie ich jung, doch wusste ich, dass dieser Schein trügt. Immerhin war sie seit über 3000 Jahren meine Kammerzofe.
„Verzeihen Sie mein Eindringen, aber… es ist wieder passiert.“
Noch einen letzten Blick auf das Meer werfend, stand ich auf, legte das Buch zur Seite und ging auf meine Dienerin zu.
„Wer ist es dieses Mal?“, fragte ich nur kühl.
„Ihr Name ist Eleth Herrin. Sie ist neu eingeteilt worden um für König Círdan Gewänder anzufertigen.“
Ich nickte, ging an ihr vorbei und durch einen langen Korridor. Nach einigen Stufen und weiteren Gängen, kamen wir an einer großen Doppeltür an. Sie war aus dunklem, ausgewaschenem Holz, wie bei Treibholz, wirkte aber dennoch durch viele Verzierungen aus Perlen, Muscheln und Perlmutt edel und majestätisch. Und vor der Türe, lag auf dem Boden zusammengekauert ein Mädchen. Sie war sicher gerade erst volljährig und ich könnte den König dafür ohrfeigen. Als sie mich sah, weiteren sich ihre Augen und sie zog das Laken noch enger um ihren Körper und schmiss sich in einen Kniefall.
„Meine Königin. Verzeiht mir“, dabei zitterte ihre Stimme und ich sah, wie Tränen über ihr Gesicht fielen.
„Steht auf“, kam von mir.
Sie gehorchte, ließ ihren Blick aber weiter gesenkt. Das sollte mir nur recht sein.
„Folgt mir“, gab ich nur von mir und drehte mich um.
Meine Dienerin und das Mädchen folgten mir. Während ich erhaben vor ihren her ging, versuchte Ivriniel das Mädchen mit leisen Worten zu beruhigen.
Gemeinsam schritten wir weg von den Gemächern des Königs, hinab zu den Zimmern der Heiler. Dort wuselten einige Elben schon herum, stockten aber, als ich hereintrat und senkten ihre Blicke. Ein Elb, welchen ich als den Leiter der Heiler kannte, trat sofort zu mir, verbeugte sich und sprach:
„Bereth Nessa, wie können wir ihnen helfen?“
Da sah er das Mädchen.
„Wir werden sofort einen Raum frei machen“, und sofort scheuchte er einige auf.
Ich hingegen deutete meiner Dienerin an, zu warten, während ich einige Kräuter und Gefäße zusammensuchte. In diesen Räumen kannte ich mich wie in meinem eigenen Zimmer aus. Und die Zutaten, die ich jetzt brauchte, hatte ich in den letzten Jahren schon zu oft benutzt, sodass sich das Rezept in meinen Kopf gebrannt hatte. Nach einigen Minuten war ich fertig und auch das versprochene Zimmer stand bereit. Ich trat herein und Ivriniel trat von dem Mädchen.
„Ihr nehmt dies nun zu euch und werdet dann ein Bad nehmen“, sprach ich in einem ruhigen Ton. „Ihr werdet Schmerzen haben, aber dafür wird euch eine Schwangerschaft erübrigt bleiben. Vertraut mir.“
Ohne zu zögern schluckte sie die bräunliche Flüssigkeit, die, wie ich selbst wusste, ziemlich schrecklich schmeckte. Doch sie verzog keine Miene.
„Ivriniel, ihr werdet bei ihr bleiben. Heute werde ich meine Gemächer eh nicht verlassen“, beide verbeugten sich noch kurz und dann ging ich zurück in mein Zimmer.
Wir ich meiner Dienerin sagte, verbrachte ich dort den restlichen Tag.
So wie viele Tage davor und auch sicherlich danach.

Bis zum Abend hatte ich nichts Produktives getan. Mein Buch, welches ich morgens anfangen wollte, lag noch immer ungelesen auf dem Tisch und ich starrte weiter hinaus aufs Meer. Wie ich gefühlt hatte, war der Fang heute sehr reichlich gewesen. Es klopfte und ich wusste, dass es meine Dienerin mit meinem Essen war.
„Meine Herrin. Ihr müsst etwas essen“, kam es prompt von der Tür.
„Ich habe kein Appetit.“
Der besorge Gesichtsausdruck entging mir nicht, aber weder sie noch ich wollten etwas sagen. Auch interessierte es mich nicht, dass man mir ansah, dass ich nur wenig aß. Doch wen sollte es kümmern? Niemand interessierte sich wirklich für mich. Ich war nur eine Zierpuppe des Königs, an welche er den Spaß verloren hatte. Und das schon vor sehr langer Zeit. Meine Aufgabe bestand mittlerweile nur noch darin, Schwangerschaften zu verhindern, die er zu verantworten hätte. Nicht einmal mehr Banketts oder Gesellschaften fanden hier statt, an denen ich als seine Königin hätte teilnehmen können.
Nein, König Círdan hatte sich von allen verschottet und ließ niemanden mehr in sein Königreich. So waren in den letzten Jahrhunderten alle Handelsverträge mit anderen Reichen erloschen und daher war es sehr wichtig, dass wir einen guten Fang heute hatten. Das Klima, direkt am Meer war stürmisch und wechselhaft. Nur die hartnäckigsten Gemüse und Früchte schafften es hier und so war eine gute Ernte im Herbst für den Winter ausschlaggebend für das Überleben des Volkes. Dieses Volk, das Volk der Meer-Elben war meine Heimat, meine Familie. Seit so vielen Jahren war ich hier und auch wenn ich kühl und forsch wirkte, so hatte ich nur das Beste für sie im Sinne.
Meine Dienerin hatte das Tablett neben meine Tür auf einen kleinen Tisch gestellt und war leise verschwunden. Sie wusste, dass ich meine Ruhe brauchte. Ich atmete tief ein und lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Die Ernte war dieses Jahr gut gewesen und auch das Meer schien uns mit frischem Fisch zu überfluten, so musste ich mir wenigstens darum keine Sorge machen. Leider war es etwas ganz anderes, was mich die Tage beunruhigte. Der Tag, der Jahrestag nährte sich.
Ich griff nach der silbernen Kette, die um meinen Hals lag und zog an ihr hervor einen Anhänger. Er war rund und symbolisierte den Mond, mit einem einzelnen Diamanten in ihm. Umschlungen war dieser mit kleinen geformten Ästen, wie von einem Baum. Ich umgriff den Anhänger feste, schloss die Augen und atmete tief ein. Der Schmerz, der so lange zurück lag, brannte in meinem Herzen.
Doch jetzt, heute war nicht der Tag der Trauer.
Nur einmal im Jahr gestattete ich mir mich von den Schmerzen übermannen zu lassen.
Aber dieser Tag war nicht gekommen.
 
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