on some new beginnin'

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P18 Slash
Anthony J. Crowley Erziraphael
26.07.2020
10.08.2020
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01.08.2020 2.871
 
Als Aziraphale die Augen öffnete, sah er nichts außer einer metallenen Fahrstuhltür. Das Licht flackerte stark, manchmal ging es für einige Sekunden lang komplett aus, gefolgt von einem nervtötenden elektrischen Brummen.
Seine Hände waren vor ihm zusammengebunden und er konnte eine Beule pulsieren fühlen; die Stelle, auf der sie ihn zu Boden geschlagen hatten.

Er drehte seinen Kopf leicht, um die beiden Figuren hinter ihm ausmachen zu können, dessen scharfer, stinkender Atem er in seinem Nacken spüren könnte. Zwei Dämonen, die als Wächter und Handlanger dienten, nahm er an.
Er räusperte sich etwas. Er war Crowley.
„Wohin geht’s?“
Die von ihm aus rechte Gestalt antwortete hinter ihm mit tiefer Stimme: „Zu deiner letzten Gerichtsverhandlung.“
Er nickte etwas, hoffte sehr, es war glaubwürdig.
Die Türen des Fahrstuhls gingen auf, ein kalter Flur mit den gleichen flimmernden Leuchtstoffröhren befand sich vor ihm. Sowohl der Betonboden, wie auch die Fliesenwände, waren voller Flecken dubioser Substanzen, vielleicht Blut, vielleicht Innereien, vielleicht etwas ganz anderes.

Er lief geradeaus den Gang entlang.
Es roch nach Verbranntem, nach Benzin, Schwefel und Zigarettenrauch.
Seine Kehle brannte und seine Augen tränten. Es war heiß, trocken, staubig, von der Decke bröckelte Verputz runter, es hatte Ähnlichkeiten mit einer Baustelle, nur war diese tief unten in der Erde und es gab weder frische Luft noch Fenster oder natürliches Sonnenlicht.

Er spürte eine schmutzige Hand auf seiner Schulter, die ihn aufforderte, anzuhalten.
Aus einem anderen Raum konnte er eine weitere dämonische Stimme hören:
„Der Prozess des Dämons Crowley beginnend mit Beweisvorführung und endend in vollständiger Ausmerzung ist jetzt im Gange.“
Das hörte sich wirklich nicht gut an.
Jetzt vernahm er Beelzebubs Stimme: „Bringt den Verräter.“
Er wurde harsch nach vorne gestoßen und somit zum Weitergehen genötigt, er lief um eine Ecke in den Prozessraum.

Auf der rechten Seite befand sich eine Badewanne, hinter ihr ein dreckiges Fenster (er wollte nicht ahnen, was an der Scheibe klebte), das eine ganze Horde an Dämonen den Prozess mit ansehen ließ. Er drehte sich um und Beelzebub saß vor ihm auf xies Thron, neben xier standen Dagon und Hastur.

Nun, Crowley ziemte es sich nicht, komplett regungslos und ohne dumme Sprichwörter einfach nur auf sein Ende zu warten. Aziraphale hatte Crowley vor seinem inneren Auge, er stellte sich vor, er stünde hier. Mutig und clever und entschlossen. Dadurch wurde es etwas einfacher.

„Hey, Leute. Nettes Plätzchen habt ihr hier“, sagte Aziraphale, mit Crowleys klassischer Unberührtheit.
„Nicht für dich.“

Er ignorierte Hasturs Äußerung.
„Könnte 'nen paar Zimmerpflanzen vertragen, vielleicht ein Kaffeetischchen?“
„Ruhe“, mahnte Beelzebub. „Der Gefangene soll vortreten.“

„Liebend gern.“ Er kam zwei Schritte näher, die Wachen folgten dicht hinter ihm. Wahrscheinlich hatten sie Befehle erteilt bekommen, Crowley aufzuhalten, sollte er davonrennen und flüchten wollen. Die Hölle kannte Crowley sehr schlecht, was Aziraphale die ganze Sache aber deutlich erleichterte.

„Heh, vier von uns, eine Partie Bridge oder ein Barbershop Quartett?“
„Oder der Prozess eines Verräters?“, verkürzte der Lord der Hölle seinen Scherz.
„Lord Beelzebub, ihr seid?“
„Ich bin der Richter.“

Xier antwortete mit einer genervten Selbstverständlichkeit, wahrscheinlich dachte xier Crowley sei bescheuert so etwas einfaches nicht erkannt zu haben. Xier hatte keine hohe Meinung von Crowley, aber Aziraphale glaubte kaum, dass es irgendeinen Dämon gab, den Beelzebub besonders leiden konnte.

„Und ich bin der Ankläger.“ Hastur grinste leicht. Er schien es zu genießen.
„Und Dagon hier verteidigt mich?“ Er sah rüber zu ihr, die kalten weißen Augen wirkten nicht gerade vertrauenswürdig, genau so wenig wie die Haizähne. Die ganze Gestalt erinnerte Aziraphale eher an einen ausgestorben-geglaubten Tiefseefisch, den Angler zufälligerweise in ihrem Netz gefunden hatten.
„Oh nein, ich bin nur hier für den Fall, die anderen vergessen einer deiner Taten.“ Natürlich, was hatte Aziraphale auch anderes erwartet? Eine faire Verhandlung?


„Wir haben das hier speziell für dich gebaut. Es sollte der Ort deines Prozesses sein. Und der Ort deiner Zerstörung.“
Xier war deutlich zur Dramatik veranlagt, ähnlich, wenn nicht genau so wie Gabriel. Den Umgang mit solchen Personen war für ihn Routine, er hatte über 6000 Jahre lang Übung darin gehabt, schließlich musste er auch immer genau abschätzen, was Gabriel denn hören wollte.
Aziraphale war durchaus geschickt darin, Selbstverliebtheit und unnötiger Dramatik entgegen zu wirken.
„Ach, ihr hättet euch doch nicht die Mühe machen müssen. Wo liegt denn das Problem?“


Er bereute die Frage nach wenigen Augenblicken.
Es folgte ein äußert langweiliger Monolog von Hastur, den Aziraphale, wäre er hier nicht die Hauptfigur eines Prozesses, zum Einschlafen gebracht hätte (und das musste etwas heißen).
Von Hastur Befehle erteilt zu bekommen und ihm auf Mitarbeiter-des-Jahres-Feiern zu begegnen waren Höllenqualen an sich, auch ohne die eigentliche Hölle um sie herum zu haben. Hastur hatte eine besondere Art von Dummheit, die gefährliche Art. Crowley hatte schon einige Male davon berichtet; was passierte, wenn jemand versuchte mit Hastur zu scherzen. Üblicherweise wäre sein Gegenüber ganz schnell nicht mehr existent.
Aziraphale fragte sich, wie er wohl überhaupt an den Titel 'Herzog der Hölle' gelangt war, wahrscheinlich hatte er die eigentlich rechtmäßige Kreatur umgebracht und ein paar andere bestochen. Das schien adäquat hier Unten. Der Dunkle Rat musste solche Taten doch belohnen.

Aziraphale hatte schon seit ihrer ersten Begegnung Zweifel gehabt, dass Crowley wirklich hier her gehören sollte. Je öfter sie sich über den Weg gelaufen waren, je mehr Zeit sie miteinander verbracht hatten, desto sicherer war sich Aziraphale, dass Crowley noch nie Teil dieser Horde gewesen war. Er war froh, dass Crowley so ein guter Schauspieler und ein kreatives Genie war, ansonsten hätten seine Kollegen ihn schon sehr früh nach seinem Fall zerfleischt.

Das Gerede ging weiter, Aziraphale musste ein Gähnen unterdrücken und wünschte sich, Crowley hätte Hastur getötet anstatt Ligur, vielleicht hätte der die letzten 10 Minuten interessanter gestaltet. Gott sei Dank kam er nun endlich an sein Ende.

„Und der Mörder eines gefährten Dämons. Ein Verbrechen, das ich mit meinen eigenen Augen angesehen habe.“
Beelzebub schien selbst aus einem Sekundenschlaf aufzuwachen, als xier sich an die Wesen hinter dem Fenster wandte.
„Kreaturen der Hölle, ihr habt die Beweise gegen den Dämon bekannt als Crowley gehört, was ist euer Urteil?“
Die Horde der Dämonen hinter der Glaswand schrien einstimmig, ohne zu zögern: „Schuldig!“
Beelzebub blickte zurück zu Crowley.
„Hast du noch irgendetwas zu sagen, bevor wir Rache an dir nehmen?“ Komischerweise sah xier gar nicht so interessiert aus, aber das konnte schließlich auch an Hasturs Rede gelegen haben. Oder xier war immer so.

„Was wird’s denn? Eine Ewigkeit im tiefsten Loch?“ Aziraphale hoffte auf eine andere Antwort.
„Oh nein, wir werden noch etwas viel schlimmeres machen. Eine Bestrafung passend zum Verbrechen.“
Plötzlich ertönte das 'Ding' des Fahrstuhls und es näherte sich das ferne Klackern von Schuhen, Aziraphale kam es durchaus bekannt vor, doch bevor er es einordnen konnte, betrat die Figur schon den Raum.
„Der Erzengel Michael? Das scheint..unwahrscheinlich.“
„Kooperation mit unseren alten Feinden.“
„Nun, Wichsflügel, hast du das Zeug?“


Interessanterweise schien Michael nicht sonderlich bedrückt, obwohl sie praktisch umzingelt von Dämonen inmitten der Hölle war. Sie hielt ihren Kopf immer noch hoch und bewahrte völlige Ruhe.

„Habe ich. Ich werde es mir wiederholen.“ Sie streckte ihm den Glaskrug voller Wasser entgegen und lächelte dabei, als biete sie ein Teller voller (vergifteter) Kekse an.

Hastur schien schlagartig nervös, was sich auch in seiner Stimme wiederspiegelte.
„Oh, vielleicht überlasse ich dir die Ehre, ich habe gesehen, was das Zeug anstellen kann.“
Es war wohl durchaus belastend für ihn, den Tod seines Kollegen live miterlebt zu haben.

Michael nahm den Krug wieder in ihre linke Hand und ließ das Wasser in die Badewanne fließen.
Einige Minuten vergingen, bis sie voll genug war. In diesen Minuten schaute Aziraphale unsicher zwischen den anderen hin und her, denn er musste seine Erleichterung unterdrücken und Panik vortäuschen. Er hatte es richtig gedeutet und jetzt war es fast garantiert, dass er es hier lebend wieder rausschaffen würde. Er hoffte nur, Crowley ging es ähnlich.
Aus seinem Augenwinkel heraus konnte er wahrnehmen, wie es allen Dämonen im Raum sichtlich unangenehm war, so eine gefährliche, toxische und tötliche Flüssigkeit in ihrer unmittelbaren Nähe zu haben. Selbst die Horde hinter der Scheibe wich einige Schritte zurück, obwohl sie doch eigentlich nichts zu befürchten hatten.
Der stetige Fluss aus dem Krug erschöpfte, die letzten Tropfen fanden ihren Weg in die Badewanne.

„Das ist Weihwasser.“ Offensichtlich, aber nur um sicherzugehen.
„Das heiligste, ja.“ Das gleiche hatte er damals gesagt, als er Crowley die Thermoskanne mit Weihwasser gegeben hatte. Für einen Augenblick war seine Unruhe nicht gespielt.


„Äh tut mir leid, dass wir dir nicht vertrauen, Michael, aber wir vertrauen dir offensichtlich nicht, Hastur, probier's aus.“

Mit einer Mimik, die sagen wollte 'mit Vergnügen' (die Angst vor dem Weihwasser war anscheinend nichts im angesicht seiner Mordlust), lief Hastur zu dem kleinen Krötenmonster, was auch immer dessen Rolle gewesen war, packte es grob an den Beinen und warf es in die Badewanne, in der es sich schreiend und kreischend und unter Rauchbildung auflöste. Es war der gleiche Geruch wie in Crowleys Apartment.

„Dämon Crowley, ich verurteile dich hiermit zur Auslöschung durch Weihwasser. Hast du irgendetwas zu sagen?“
„Äh, ja. Das ist eine neue Jacke und ich würde sie ungern ruinieren, macht's euch was aus, wenn ich sie ausziehe?“
Hastur begab sich wieder auf seinen Platz, Aziraphale konnte dessen Augenrollen spüren, er meinte sogar den Ausdruck 'arrogantes Arschloch' aus seinem Mund gehört zu haben.
Beelzebub und Dagon nahmen kurz Blickkontakt auf, Verwunderung und Verwirrung in deren Augen, dann zuckte xier mit den Schultern.
„Solang's schnell geht.“
Er nickte lächelnd, drehte sich zur Badewanne und zog die genannte Jacke aus, warf sie, zusammen mit seiner Hose und seinen Schuhen auf den nebenstehenden Stuhl.
Seine Brille nahm er sanft von seiner Nase, klappte sie ein und legte sie darauf.
Ein kurzes Schauen nach hinten und er begab sich in das Wasser.

Weihwasser war nie wirklich kalt und nie wirklich warm. Es hatte eine eigene Temperatur, jedoch fühlte es sich (für einen Engel) immer sehr erfrischend an. Es heilte alle seelischen und physischen Wunden und war daher äußerst wertvoll und wurde von allen Engeln gleichermaßen geliebt.
Für einen Dämon sollte es jedoch unsagbare Schmerzen auslösen, die sich wie Verbrennungen und Aufschlitzen und Aufspießen und Verbrühen gleichzeitig anfühlten.

Oh, Aziraphale hätte alles gegeben, um ein Foto schießen zu dürfen. Die Blicke des absoluten Horrors und der schon fast verzweifelten Verständnislosigkeit waren göttlich. Er wusste, Crowley hätte es genau so gut gefallen, mit höchster Wahrscheinlichkeit sogar noch besser, denn er kannte die Kreaturen schon seit tausenden Jahren und ihm waren sie auch schon seit genannten tausenden Jahre vehement auf die Nerven gegangen.
Er plantschte fröhlich im Wasser, spritzte es gegen die Scheibe, war entzückt, als die Dämonen dahinter panisch zurück stolperten.
Er grinste unschuldig.
„Ich schätze in den ganzen neun Zirkeln der Hölle gibt es nichts wie ein Gummientchen?“

„Er ist einheimisch geworden. Er ist keiner mehr von uns.“
Beelzebub sprach mit aufgeregter und verstörter Stimme. Kann man xiem nicht verübeln, es war schließlich auch das einzige Mal, dass xier so etwas gesehen hatte.
Dagon blickte zu Beelzebub, suchte nach weiteren Antworten, die sie aber nicht finden konnte.

„Nun ihr denkt sicherlich, wenn er das hier kann, frage ich mich, was er sonst noch kann?
Und sehr sehr bald schon werdet ihr alle die Chance bekommen, es herauszufinden.“


„Er blöfft nur, wir können es mit ihm aufnehmen, ein Dämon gegen den Rest der Hölle? Was kann er schon anrichten?“
Hastur hatte anscheinend noch nicht alle Hoffnung verloren, Crowley sterben zu sehen. Beelzebub war von seinem hochnäsigen Gerede jedoch nicht überzeugt.
„Fresse halten! Schafft ihn weg von hier, er wird einen Aufstand anzetteln.“
Xier stand auf und eilte nach vorne, versuchte irgendwie die Dämonen wegzuscheuchen, die aber sicherlich genug mitbekommen hatten, um ihr eigenes Urteil bilden zu können.
„Was glotzt ihr alle so blöd? Hier gibt’s nichts zu sehen!“

Das Klicken von Schuhen war wieder zu hören. Michael kam erneut in den Raum, und-
„Ich bin zurückgekommen um das- Oh, Gott.“
Das Gesicht würde Aziraphale nie wieder vergessen, egal, wie lange er noch lebte. Er könnte darauf wetten, dass sie diejenige gewesen war, die seine Freundschaft mit Crowley aufgedeckt hatte.
Sie oder Uriel, Sandalphon war außer Frage.
Dieser Moment war vielleicht einer der schönsten seines Lebens, zumindest auf einer Liste, die Crowley nicht beinhaltete. Auf der war dieser vielleicht auf Platz 329.

Es war zutiefst traurig, dass er nicht die Reaktionen von Uriel, Sandalphon und Gabriel zu sehen bekam, Crowley musste ihm unbedingt davon berichten.

Aziraphale tat sich wirklich schwer, nicht zu sehr zu grinsen oder er würde zu lachen anfangen.
„Michael, Kollege! Bewirk 'nen schnelles Wunder, ich brauch' ein Handtuch.“
Als Michael mit dem besagten Handtuch herantrat und ihm überreichte, wollte ihm eine innere Stimme flüstern, dass dies einer der sündhafteste Taten sein musste, die er sich je zu Schulden hat kommen lassen.

Leider interessierte ihn die Stimme nicht. Etwas Rache konnte er doch genießen, nach all dem, was sie Crowley und ihm angetan hatten?
„Ich glaube, es wäre das beste für alle Beteiligten, wenn ich in Zukunft allein gelassen werde, findet ihr nicht?“
Er sah in die Runde, Beelzebub, Dagon, Hastur und zuletzt auch Michael nickten langsam.

„Schön.“

Er stand auf, stieg gemächlich aus der Badewanne als wäre es das entspannteste Bad seines Lebens gewesen und trocknete sich etwas ab – nur für Show – warf dann das Handtuch vor Hasturs Füße, der mit einem lauten Schrei zurücktaumelte und fast über den Stuhl hinter ihm fiel.
Aziraphale schenkte ihm keine weitere Beachtung.
Ein kurzes Schnipsen und er war wieder trocken und angekleidet. Die Sonnenbrille, die in seiner Hand auftauchte, setzte er wieder auf.
Ein letztes Strecken, ein langer Seufzer.
„Danke für das Bad, Leute, hat wirklich gut getan.“
Damit lief er lässig in den Flur, aus dem er gekommen war und zurück zum Aufzug, wobei
die flackernden Lichter und kahlen Wände jetzt nicht mehr so einschüchternd wirkten, vielleicht lag es auch einfach daran, dass er nun mit erhobenem Haupt und einer Menge Erleichterung durch die Räumlichkeiten lief.

Er betätigte den (von außen kaputt wirkenden) Aufzugsknopf und wartete.
Normalerweise war Aziraphale nicht sehr eingebildet, aber er konnte sich einfach nicht genug loben, wie gut er es doch hinbekommen hatte. Keiner hatte nur einen Funken Verdacht verspürt.

Der Aufzug kam angerattert, öffnete sich und die zwei Gestalten, die sich darin befanden, drängten sich mit weiten Augen an den äußersten Rand, als er einstieg.
Geschehnisse machten schnell die Runde, was vermutlich auf die allgemeine Langeweile hier Unten zurückzuführen war.

Als er oben angelangt war, stieg er aus, jedoch nicht ohne kurz hinter sich zu sehen und zu zwinkern (er hatte vergessen, dass er eine Sonnenbrille trug und das Zwinkern dadurch wie ein durchaus angsterregender Blick nach hinten gedeutet wurde), worauf die beiden Dämonen (fast parallel) schwer schluckten.
Verdammt, er genoß das hier eigentlich viel zu sehr.

Er trat (zum hoffentlich letzten Mal) aus dem großen, gläsernen Gebäude und machte sich umgehend auf zum St. James Park, das war ihr vereinbarter Treffpunkt – wie immer – sofern sie es beide heil überstanden hatten.

Normalerweise war er immer erfreut, Crowley zu sehen, in diesem Moment aber war er nicht nur äußert euphorisch, ihn auf einem der Parkbänke in seiner gewöhnlichen, ausgestreckten Position zu sehen, es fiel ihm nämlich auch gleichzeitig ein großer Stein vom Herzen.
Außerdem war er froh, dass sein Körper anscheinend auch unversehrt war, schließlich war es nun nicht mehr so einfach einen neuen aufzutreiben.
Er gesellte sich unauffällig zu ihm.
„Hat lang gedauert, Engel.“
„Man könnte sagen ich war ein sehr überzeugender Crowley.“
„Das glaub' ich dir sofort.“


Einige Sekunden der Stille vergingen.

„Glaubst du sie lassen uns nun alleine?“
„Ich denke, sie werden so tun als wäre es nicht geschehen. Also, schaut irgendwer?“
Crowley konzentrierte sich kurz, Aziraphale fand es erstaunlich, dass er so etwas spüren konnte, genau so wie er die Ankunft Satans auf der Airbase hatte spüren können. Das direkte Gegenstück zu Aziraphales Liebessinn.
„Niemand. Gut, zurücktauschen.“

Ein letztes Mal gaben sie sich die Hand und Aziraphale war froh, nach mehreren Stunden wieder seine eigene Form um sich herum zu haben.
„Tartan Kragen, wirklich?“
„Tartan ist stylisch!“ Crowley war eindeutig unbeeindruckt, wobei er Aziraphales Kleidungsstil doch mittlerweile kennen sollte.


„Agnes' Prophezeiung hat den Nagel auf den Kopf getroffen“, sagte er zufrieden. Dann, mit einem Schmunzeln auf seinen Lippen:
„Ich habe nach einer Gummiente gefragt und den Erzengel Michael mir ein Handtuch zaubern lassen.“
Sie lachten kurz, Aziraphale hatte geahnt, es würde Crowley gefallen.
„Sie werden uns in Ruhe lassen- für ein bisschen. Wenn du mich fragst, beide Seiten werden es als Atempause nutzen, vor dem Großen Spektakel.“
„Ich dachte das wäre das Große gewesen?“ Crowleys Worte beunruhigten ihn.
„Nein, meiner Meinung nach ist das ganz Große wir alle gegen sie alle.“
„Was? Himmel und Hölle gegen..die Menschheit?“

Darüber wollte er eigentlich jetzt noch nicht nachdenken, schließlich hatten sie sich gerade erst aus der jetzigen großen Sache herausgeschlängelt. Nein, er hatte eindeutig etwas Auszeit verdient, er sehnte sich nach einigen Wochen Ruhe.

„Nun, Zeit den Garten zu verlassen. Lass mich dich zu einem Mittagessen verführen?“
„Verführung gelungen.“
Mit Leichtigkeit standen sie auf und liefen über das Gras.
„Was hältst du vom Ritz? Ich glaube auf wundersame Weise ist gerade ein Tisch für zwei freigeworden.“
„Oh?“
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