Wunschdenken

von Feyana
OneshotAllgemein / P12
25.07.2020
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Ein ganz kleines Wörtchen vorab...

Diesen OS habe ich im Jahr 2015 geschrieben, lange bevor ich mit meiner FF angefangen habe. Er galt jahrelang als verschollen, aber jetzt, wo ich gerade mein Haus ausräumen muss, ist er tatsächlich wieder aufgetaucht *lach*
Da ich mich wie Bolle darüber gefreut habe, möchte ich ihn gern mit euch teilen.
Ich hatte ihn damals in der Mittagspause mal eben so runter geschrieben, da meine liebe Ghivashel so mies drauf war und ihn ihr geschenkt... nur kurz ausgedruckt und nirgendwo gespeichert. Deswegen war er weg...
Ich habe ganz oft an ihn gedacht und mich darüber geärgert, dass er weg war.  Aber nun hab ich ihn wieder *freu* und ihr dürft daran teilhaben.
Ich habe ihn (bis auf ein paar Kommafehler) auch kein bisschen verändert. Ich glaube heute würde ich ihn anders schreiben... aber ja, so habe ich ihn damals halt verfasst und deswegen bekommt ihr ihn auch so.

Wünsche euch viel Spaß!

LG
Feyana

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Wunschdenken


Ungläubig starrte sie geradeaus. Was war das?
Konnte es wirklich das sein, wofür sie es hielt?
Sie war gerade eben erst aufgewacht und es war anscheinend noch mitten in der Nacht, denn das Zimmer war stockdunkel. Sie wagte es nicht den Kopf zu wenden und einen Blick auf den Wecker zu werfen, aus Angst, dass es einfach verschwinden könnte.
Sie spürte ganz deutlich ihren stark beschleunigten Herzschlag, der ihr schon fast in den Ohren dröhnte. Aber ansonsten war nichts zu hören. Nicht ein einziges Geräusch.
Sie kniff ihre Augen zusammen, doch nichts änderte sich. Vor ihr, genau am Fußende ihres Bettes, schwebte dieses leicht flirrende Licht. Es war ein ungefähr 1,5 Meter großer Kreis. Hätte sie ihn genauer beschreiben müssen, so hätte sie gesagt, dass eine bläuliche, leuchtende Wasserfläche war, die hochkant im Raum schwebte.
‚Es ist ein Portal!‘, schoss es ihr in den Sinn.
Es muss ein Portal sein. Nur… woher kam es und wohin führte es?
Sollte ihr innigster Wunsch wirklich in Erfüllung gegangen sein und sich tatsächlich ein Portal nach Mittelerde direkt vor ihr aufgetan haben?
Aber wenn sie weiter im Bett liegen bleiben würde, würde sie es nie herausfinden. Und außerdem, was hatte sie schon zu verlieren? Ihr Leben hier? Was sie nicht glücklich machte?
Es gab nichts, was sie hier hielt. Keinen einzigen Menschen.
Ihre Arbeit? Mit Sicherheit auch nicht. Und außerdem hieß es ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Schnell entschlossen sprang sie aus ihrem Bett. Sie machte sich nicht einmal die Mühe, sich etwas anderes anzuziehen, sondern trat ganz langsam und bedächtig auf das schimmernde Etwas zu. Vorsichtig streckte sie ihre rechte Hand aus und berührte diese leuchtende Fläche. Ein warmes Kribbeln breitete sich auf ihren Fingerspitzen aus und kroch langsam ihren ganzen Arm hinauf. Als sie ihn jedoch zurückzog, hörte das Gefühl auf, das Kribbeln verschwand. Sie versuchte ihren beschleunigten Atem etwas zu beruhigen, holte noch einmal tief Luft und streckte den Arm wieder nach vorne.
Sofort spürte sie wieder dieses Kribbeln, als ihre Hand in das blaue Etwas eintauchte. Immer weiter schob sie ihren Arm hinein und das Kribbeln verstärkte sich. Es kam mir so vor, als ob ihr Arm im Nichts verschwinden würde, denn sie konnte ihn einfach nicht mehr sehen. Und dann traf sie eine Entscheidung. Sie schloss ihre Augen und sprang einfach vorwärts. Vorwärts in dieses blaue Ding hinein, dass sie mit viel Glück vielleicht wirklich nach Mittelerde bringen würde.
Ein starker Strudel erfasste sie und sie spürte, wie sie sich immer schneller um sich selbst drehte. Übelkeit stieg in ihr empor. Es kam ihr so vor, als ob Tausende und Abertausende Ameisen über ihre Haut laufen würden. Und dann ganz plötzlich und unvermittelt wurde es still.
Nichts konnte sie mehr wahrnehmen. Alles war schwarz. Schwarz und still.
Oder war sie tot?
Sie versuchte tief Luft zu holen, doch sie konnte nicht. Es war ihr so, als ob etwas Schweres ihren Brustkorb zusammen drücken würde. Panik ergriff sie.
Sie schrak zusammen, riss ihre Augen auf und versuchte sich aufzusetzen. Das, was ihren Brustkorb zusammengedrückt hatte, rutschte herunter und die ersehnte Luft füllte wieder ihre Lungenflügel. Ein unwilliges Brummen ertönte neben ihr.
Erstaunt sah sie sich um. Mit einem Mal fühlte sie sich wieder lebendig. Sie lag in einem großen Bett und sie war unbekleidet. Das, was auf ihr gelegen hatte, war ein sehr muskulöser Arm eines Mannes gewesen und als sie einen Blick neben sich warf, wusste sie sofort, wer es war. Es hatte tatsächlich funktioniert. Sie war in Mittelerde.
Ihr Traum war wahr geworden!
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