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Benzaiten

von Rar22
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P18
Loke / Leo Lucy Heartfilia Sting Eucliffe
25.07.2020
13.09.2020
16
33.813
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25.07.2020 2.159
 
Mit geschlossenen Augen saß sie auf der Veranda, streckte ihr Gesicht der Sonne entgegen und hörte Aquarius dabei zu wie sie mal wieder Taurus ankeifte das er nicht immer durch ihre Gemüsegärten Stiefeln sollte.
Leicht schmunzelte sie und hob ihre Arme über den Kopf um sich zu strecken.
Sie könnte ewig nur so hier sitzen, so friedlich und im Hintergrund Aquarius Gekeife.
Leise kicherte sie und öffnete die Augen als sich jemand neben sie setzte.
Sofort sah sie das es Leo war, der sich neben sie gesetzt hatte, er trug wie immer sein offizielles Gewand des Tempels.
Egal wie oft sie ihm sagte das er es nicht mehr zu tragen brauchte.
„Benzaiten-sama…“, fing er an und sie seufzte leise.
„Leo, lass das -sama doch endlich gut sein.“, murmelte sie und sah ihn ernst an.
Sie sah wie er den Kopf schüttelte und sie nun seinerseits ernst ansah.
„Benzaiten-sama, sie müssen bald einige von uns verbannen.“, flüsterte er und sofort sah sie ihn traurig an.
Nur langsam schüttelte sie den Kopf.
„Das kann ich nicht.“, flüsterte sie ernst.
„Aber ihre Kräfte werden immer schwächer…“, flüsterte er und sie sah zur Seite.
Aquarius schimpfte noch immer vor sich her, während sie sich um das Gemüsebeet kümmerte.
„Bald glauben die Menschen wieder an uns.“, murmelte sie und hörte ihn leise seufzen.
„Das glaubt ihr seit Jahrhunderten, doch die Menschen werden nicht mehr an die Götter glauben… es wurde ihnen sogar verboten die Tempel zu betreten und alle Tempeldiener wurden verhaftet.“, sagte er ernst.
Langsam nickte sie und sah auf den Boden.
Die Menschen hatten den Glauben an die Götter verloren, sie warfen ihnen vor ihnen nicht geholfen zu haben als die große Seuche ausgebrochen war.
Doch sie hatten alles versucht was in ihrer Macht stand.
„Benzaiten-sama, ich bitte Sie mich zu verbannen, ich verbrauche am meisten ihrer Kraft, wenn sie mich gehen lassen dann haben sie sicher noch ein paar Jahrhunderte.“, sagte er und sie sah ihn entsetzt an.
Schnell schüttelte sie den Kopf.
„Nein Leo, ich kann niemanden von euch diese Schmerzen durchleben lassen. Ich kann niemanden von euch verbannen! Ihr gehört nicht zu den verbannten, ihr gehört doch nicht in die Unterwelt.“, sagte sie ernst und er sah sie beinahe flehend an.
„Hör auf mich so anzusehen! Wenn ich untergehe, dann nur mit euch zusammen.“, sagte sie ernst und stand auf um den Gespräch zu entkommen.
Sie lief in den Tempel hinein und in den Gebetsraum.
Früher konnte sie hier die Gebete der Menschen hören, nun betete niemand mehr zu ihr.
Sie sah auf das Bild das am Ende des Raumes hing, es sollte sie darstellen.
Die alten Tempeldiener hatten es aufgehängt.
Benzaiten unter den sieben Glücksgöttern die einzige weibliche.
In ihrer ursprünglichen Form in der indischen Mythologie war sie eine Flussgottheit des gleichnamigen Flusses Saravatī, was sich auch in ihrem Namen widerspiegelte, der aus dem Sanskrit übersetzt „fließendes Wasser“ bedeutete.
Als Benzaiten wurde sie auch als Göttin der Musik und der Eloquenz verehrt, was vom Geräusch des fließenden Wassers herrührte.
Nach der Einführung des Buddhismus in Japan wurde sie unter anderem als Göttin vorzüglicher Musik und Töne, Göttin der schönen Stimme und Klänge oder als große Göttin der Redegewandtheit und der Wohltaten bekannt.
In Japan wurde sie zu aller erst als Benzaiten Göttin der Kunstfertigkeit verehrt.
Leise seufzte sie, auf allen Bildern die die Menschen von ihr gemalt hatten wurde sie mit einem beinahe weißen Teint und langen schwarzen Haaren dargestellt.
Dabei war sie blond, goldblond.
Aber eines Stimmte ganz genau, sie liebte Musik, sie liebte schöne Töne und Gesang.
Und richtig bekannt wurde sie erst als sie vor Jahrtausenden anfing blinde Musiker zu heilen.
Zu einer Zeit in der Musik verboten wurde und man ihnen das Augenlicht nahm damit sie nicht mehr spielten.
Sie wollte jedoch ihre Musik hören, deswegen heilte sie sie wieder.
Langsam stand sie wieder auf.
Das einzige was auf dem Bild stimmte war die Laute die sie hatte, auf dieser spielte sie gerne und der edle Kimono den sie früher immer trug.
Inzwischen hatte sie diesen schon lange in den Schrank verbannt.
Sie hörte Schritte und sah zur Tür.
Leo kam herein und verbeugte sich vor ihr.
„Es tut mir leid Benzaiten-sama!“, sagte er und sie ging auf ihn zu.
Sie brachte ihn dazu sich wieder gerade hinzustellen und lächelte leicht.
„Entschuldige dich nicht. Ich verstehe dich und danke dir das du dich um mich sorgst.“, flüsterte sie.
Leo sah sie traurig an und dann auf den Boden.
„Ich habe Angst euch so zu sehen, wie wir Ebisu gesehen haben, bevor er starb.“, flüstere er.
Benzaiten nickte langsam.
Ebisu, auch einer der sieben Glücksgötter, seine Kräfte waren verbraucht und er verschwand.
Als es zu ende mit ihm ging quälte er sich unter Schmerzen, er schrie und weinte und zerfiel einfach zu Staub.
Sie verstand Leo, aber sie wollte niemanden von ihnen in die Unterwelt verbannen.
Denn das passierte mit Götterdienern die von ihren Göttern verbannt wurden.
Wenn sie Leo verbannen wollte, dann hätte sie das vor Jahrtausenden tun sollen, als er gerade ihr Götterdiener wurde.
Immerhin war er damals unmöglich ihr gegenüber gewesen.
Aber sie hatte ihm immer bei sich behalten, egal wie schlimm er zu Anfang war.
Sie hatte immer gewusst das er eine gute Seele hatte.
„Ich verspreche dir das du mich nicht so sehen wirst, Leo. Und du weißt ich halte meine Versprechen.“, flüsterte sie.
Trotzdem sah er sie noch immer traurig an, allerdings nickte er auch langsam.
Sie lächelte leicht und nahm seine Hände in ihre.
„Lass uns raus gehen und Musik hören!“, sagte sie lächelnd und sofort sah er sie entsetzt an.
„Benzaiten-sama! Sie können den Tempel nicht verlassen! Es würde sie zu viel Kraft kosten sich zu weit von ihm zu entfernen!“, sagte er streng und sie sah ihn kurz perplex an.
Das hatte sie kurzzeitig verdrängt, früher konnte sie den Tempel verlassen und der Musik lauschen die die Menschen spielten, heute nicht mehr.
Leise seufzte sie.
„Das habe ich verdrängt.“, murmelte sie und er nickte verstehend.
„Wenn sie wollen spielt Lyra ihnen sicher etwas auf der Harfe vor.“, sagte er lächelnd und sie nickte.
Sie mochte Lyras Musik, aber sie wollte auch mal neue und andere Musik hören.
Es war über 20 Jahre her das sie die Musik der Menschen gehört hatte.

Am späten Abend, als alle schon schliefen stand Benzaiten wieder auf.
Sie hörte eine Melodie, eine die sie noch nie gehört hatte.
Langsam stand sie auf und verließ ihr Schlafzimmer.
So leise wie möglich verlies sie den Tempel und sah die Treppe zum Gehweg hinab.
Die Grenze des Tempels war bei der letzten Stufe, wenn sie auf dieser stehen bleiben würde, würde es sie keine Kraft kosten.
Denn direkt vor dieser letzte Stufe stand jemand und spielte auf einem Instrument.
Ein junger Mann.
Langsam ging sie die Stufen hinab und blieb auf der letzten Stufe hinter ihm stehen.
Menschen konnten sie nicht sehen, außer sie trugen einen göttlichen Schatz in sich, doch in ihm spürte sie keinen.
Er spielte zu ihrem Unglück nicht mehr lange.
Sie hörte ihn leise seufzen und zu dem Gebäude auf der anderen Straßenseite sehen.
„War doch klar das es keiner mitbekommt. Bin mal wieder verarscht worden.“, murmelte er und packte sein Instrument wieder ein.
„Nein…“, hauchte sie und sah wie er zusammen zuckte und sich erschrocken zu ihr umdrehte.
Perplex sah sie ihn an, er sah sie direkt an, etwas das nicht möglich sein sollte.
„Götter hast du mich erschrocken! Seit wann stehst du da?!“, fragte er sofort aufgebracht und noch immer blinzelte sie ihn an.
Benzaiten verstand nicht wieso er sie sah, er trug keinen göttlichen Schatz, nicht mal einen kleinen göttlichen Segen.
„Ich bin gerade erst gekommen, ich hab deine Musik gehört.“, murmelte sie und er sah sie einfach nur verwunder an.
Langsam nickte er und sah sie dann musternd an.
„Bist du eine Tempeldienerin? Ich dachte alle wären verhaftet worden.“, murmelte er und sie sah ihn kurz erschrocken an.
Sie konnte ihm ja schlecht sagen das sie die Göttin des Tempels war und außerdem trug sie die Kleidung einer Tempeldienerin.
„Ja genau. Es gibt noch einige, doch wir dürfen die Tempel nicht mehr verlassen.“, flüsterte sie und sah auf die Stufe auf der sie stand.
Er tat es ihr gleich und schmunzelte leicht.
„Deine Musik, war wirklich wunderschön.“, sagte sie und er sah wieder zu ihr auf.
Leise seufzte er.
„Da bist du wohl die einzige die das so sieht.“, murmelte er und sie sah ihn sofort verwundert an.
Leise sagte er ihr das er bei verschiedenen Labels vorgespielt hätte, diese ihn aber alle abgelehnt hätten.
„Das tut mir leid.“, murmelte sie und er seufzte wieder nur.
„Ist ja nicht deine Schuld.“, meinte er und grinste leicht.
Er wusste nicht wieso er ihr das überhaupt erzählte, aber irgendwie strahlte sie etwas aus das ihn dazu brachte ihr sofort zu vertrauen.
Auch Benzaiten lächelte leicht und legte dann ihren Kopf schief.
„Wenn ihr noch an die Götter glauben würdet, würde Benzaiten-sama dir sicher helfen.“, murmelte sie und hörte ihn schnaufen.
„Was haben die Götter denn je für uns getan? Als die Seuche ausbrach haben alle die Götter angefleht ihnen zu helfen, aber sie haben nichts getan!“, knurrte er und ballte die Hände zu Fäusten.
Sie sah ihn traurig an und schüttelte leicht den Kopf.
„Das stimmt so nicht. Götter sind entgegen der Vorstellung nicht Allmächtig. Jeder Gott schöpft aus etwas seine Kraft und kann diese für dieses benutzen. Bei Benzaiten ist es die Musik, glaub mir, wenn sie die Kraft gehabt hätte die Menschen von der Seuche zu befreien, dann hätte sie es getan. Aber so konnte sie nur versuchen ihnen einen Weg zu weisen, ob die Menschen diesen Weg gehen oder sich anders entscheiden liegt dann an ihnen.“, versuchte sie ihm zu erklären.
Er sah sie skeptisch an und seufzte erneut.
„Ich kann nicht verstehen, wieso ihr den Göttern immer noch dient, was haben sie denn für euch getan?“, fragte er und sie lächelte leicht.
„Benzaiten-sama gab uns die Musik, ohne sie wären damals alle Musiker blind geblieben und niemand wüsste noch wie man Musik macht.“, flüsterte sie leise.
Wieder hörte sie ihn schnaufen, wahrscheinlich war es egal was sie ihm sagte, er würde ihr nicht glauben.
„Wie auch immer. Ich glaube nicht an Benzaiten oder irgendeinen anderen Gott. Bei meinem Pech werde ich noch verhaftet, wenn ich nur daran denke den Tempel zu betreten.“, murmelte er und schulterte sein Instrument.
Leise meinte er das er mal wieder nach Hause musste, morgen wollte er wieder bei einem Label vorspielen.
Sie sah ihn an und fragte ihn leise wie er überhaupt hieß.
Perplex sah er sie an und lachte leise.
„Entschuldigung, Sting Eucliffe und du?“, sagte er und streckte die Hand nach ihr aus.
Sie sah kurz seine Hand an und nahm sie.
Sie konnte ihm nicht ihren Götternamen sagen, aber ihren echten, den sie vor Jahrtausenden mal getragen hatte.
„Lucy.“, murmelte sie und grinste.
„Klingt genauso wenig japanisch wie meiner.“, lachte er und brachte sie damit auch zum Lachen.
„Werde ich deine Musik mal wieder hören können?“, fragte sie leise und er überlegte kurz bevor er nickte.
„Bestimmt. Machs gut Lucy.“, murmelte er und ging dann davon.
Benzaiten sah ihm eine ganze Zeit lang hinterher, bevor sie sich umdrehte und die Stufen zum Tempel wieder hinauf ging.
Oben sah sie schon Leo stehen der die Arme verschränkt hatte und sie ernst ansah.
Sie seufzte leise und nahm seine Hand, damit er seine Arme wieder locker ließ.
„Ich hab den Tempel nicht verlassen.“, sagte sie ernst.
Leise seufzte er und sah sie erschöpft an.
„Ich weiß, aber das war gefährlich.“, sagte er und sie nickte langsam.
„Aber seine Musik war so schön.“, flüsterte sie und lächelte glücklich.
Leo hatte dieses bestimmte Lächeln lange nicht mehr bei ihr gesehen und er war froh das er sie es ihm mal wieder zeigte.
Benzaiten gähnte dann leise und murmelte das sie nun wirklich mal schlafen gehen sollte, es war immerhin schon sehr spät.
Leo nickte nur und hielt ihr seinen Arm hin, den sie sofort annahm um dann mit ihm in den Tempel zu gehen.
Er brachte sie bis zu ihrem Schlafzimmer und wünschte ihr noch eine angenehmen Nacht.
Allerdings konnte sie nicht einschlafen, sie dachte immer wieder an den Musiker und an die wunderschöne Melodie die er gespielt hatte.
Sie bekam diese nicht mehr aus ihrem Kopf.
Sie fragte sich aber auch wieso er sie hatte sehen können, normalerweise konnten die Menschen das nicht.
,,Ist meine Kraft schon so schwach?", murmelte sie leise zu sich selbst.
Wahrscheinlich war es so, denn dieser Mensch trug keinen göttlichen Schatz in sich und auch keinen göttlichen Segen und zudem hatte sie auch nicht dafür gesorgt das er sie sah.
Leise seufzte sie und drehte sich auf die Seite.
Die Melodie spielte in ihrem Kopf und ganz leise fing sie an zu summen, als sie die Augen schloss.
Irgendwann schlief sie dann doch einfach ein.
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