༄Wandel ♬ Bleibt niemals wie ihr seid, weil der Wandel euch befreit ♬

von Nimue1979
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Justus Jonas Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
24.07.2020
29.10.2020
79
130.141
8
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18.10.2020 1.366
 
Peters Sicht

Ich schreckte plötzlich aus einem Alptraum hoch.

„Hey, Peter. Du hast geträumt. Es ist-“ Wenigstens war ich nicht alleine, sondern Justus war bei mir geblieben. „Leonie hat versucht dich zu erreichen.“

Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht und fluchte: „Oh Mist, das hatte ich total vergessen.“

„Das passiert schon mal, nachdem Leonie wohl mehr weiß als ich, was deine Beziehungsprobleme angeht, habe ich ihr gesagt was vorgefallen ist“, berichtete mir Justus.

Gut dann war sie mir vielleicht nicht sauer, daß er sie versetzt hatte.

„Das war vor einer halben Stunde, sie meinte, sie wäre noch eine Stunde zuhause und dann kannst du noch bis 3 bei ihr auf dem Handy  anrufen“, fuhr Justus fort.

„Noch eine halbe Stunde?“, vergewisserte ich mich noch einmal.

„Ja, soll ich solange rausgehen? Ich habe den Eindruck, sie will etwas persönliches mit dir bereden“, fragte Justus rücksichtsvoll nach. So diskret kannte ich Justus gar nicht, aber da ich jetzt diesbezüglich nicht wegen Charlotte etwas zurückhalten musste, war das wohl jetzt der richtige Zeitpunkt, für die Wahrheit. Für Heimlichkeiten hatte ich jetzt eh keine Kraft.

„Justus? Ich muss dir was sagen... Eigentlich wollte ich es noch niemand sagen, wollte erst mit Charlotte das hinbekommen.... Du weißt ja das zwischen mir und Leonie etwas lief in Kanada...“ fing ich das Geständnis an.

„Die eine Nacht, über die wir nicht mehr reden wollten“, nickte Justus bestätigend.

„Nun was mich betrifft, ist das jetzt anders, ich werde wohl öfters darüber reden müssen- Leonie ist schwanger“, sagte ich ohne Umschweife.

Justus fiel sprichwörtlich die Kinnlade runter. „Wie geht es dir damit? Seit wann weißt du es? Wie geht es jetzt weiter?“

Typisch Justus, direkt startete das Verhör, aber gut, das wird mir wohl jetzt öfters passieren- Daran werde ich mich gewöhnen müssen. Ich würde umgekehrt genauso fragen.

„Seit einer Woche. Am Anfang war die Nachricht  echt heftig. Inzwischen aber ganz okay. Sie wird das Kind bekommen und der Rest wird sich zeigen“, antwortete ich ihm.

„Okay - wow!“, sagte er nur.

Scheinbar musste Justus seine Gedanken sortieren. Jetzt sollte ich wohl Leonie nicht länger warten lassen. „Ich würde dann gerne mit ihr reden, sie war gestern beim Arzt, es ist ein wenig schwierig Zeit zu finden, wegen der Zeitverschiebung und unseren ganzen Terminen“, erklärte ich. Währenddessen startete ich bereits den Videochat.

Leonie beantwortet den Anruf direkt und ich forderte Justus mit einer Geste auf, sich zu mir zu setzen und trank etwas Tee.


„Sorry das ich so spät-“, entschuldigte ich mich sofort, doch Leonie winkte ab, „schon gut, Justus hat es mir erklärt, warum es dir nicht gut geht. Es ist ja nicht zu übersehen.“

Na toll und sofort schossen mir wieder die Tränen in die Augen und wechselte daher offen das Thema: „Ich würde gerne nicht darüber reden, ich kann das gerade noch nicht. Ich habe Justus gerade geupdatet, du kannst also offen reden.“

„Das ist gut. Dann update ich dich mal. Also ich hatte gestern das Gespräch, bei der Ärztin, wir kamen das letzte Mal zu vielem nicht, bei dir war ja alles in Ordnung, weswegen meine Ärztin sehr beruhigt war. Bei mir dagegen war das Risiko deutlich höher und daher wurden eingehendere Untersuchungen am Montag gemacht und die Ergebnisse lagen gestern vor“, berichtete Leonie.

„Okay und was ist rausgekommen?“, hakte ich interessiert nach.

„Nun-“, Leonie grinste breit. „Die Kleine ist kerngesund.“

„Die Kleine???“, fragte Justus verblüfft nach.

„Ja!“, bestätigt Leonie heiter und jetzt erst kam es bei mir an, was Leonie da eigentlich gesagt hatte.

„Das heißt man weiß jetzt schon, daß es ein Mädchen wird?“, vergewisserte ich mich trotzdem noch einmal rück.

„Ja bei dieser speziellen Untersuchung, wird ein Gentest gemacht, dabei erfährt man auch das Geschlecht, des Kindes, wenn du magst ich gebe dir was du brauchst, um das Labor zu kontaktieren. Du kannst mit diesen Proben auch einen Vaterschaftstest vorzeitig machen lassen.“

Das musste ich erstmal alles verarbeiten, aber Vaterschaftstest war doch das, was Väter verlangen, die ihren Frauen unterstellen wollten, daß sie fremdgegangen waren und  sich um ihre Pflichten drücken wollten. „Ich glaube nicht, daß das nötig ist“, sagte ich deswegen, aus dem ersten Impuls heraus.

Aber da mischt sich Justus von der Seite ein: „Peter das solltest du auf jeden Fall machen lassen. Auch wenn du Leonie vertraust und ich euch glaube. Es wird immer wieder Zweifel geben, deine Eltern zum Beispiel, die haben Leonie nicht einmal gesehen, wie sollen sie ihr Vertrauen? Und es wird ja auch einiges Rechtliches auf euch zukommen, was geregelt werden muss, da ist es für euch beide von Vorteil, wenn die Fakten schriftlich vorliegen.“

„Ja meine Ärztin hat das gestern auch gesagt. Ich wollte dich nur nicht unter Druck setzen. Das Ergebnis ist für mich außer Frage, da es nur diese einzige Möglichkeit gab. Wenn das Ergebnis vorliegt, ist es amtlich und die Kleine hat dann ja auch Rechte, sobald sie geboren wird. Du aber auch. Die DNA Probe ist vorhanden, wann du den Test machen lässt obliegt dir“, meinte Leonie ebenfalls.

Also ruderte ich erstmal zurück: „Soweit habe ich noch nicht gedacht, gut dann schicke mir mal die Kontaktdaten."

„Ja klar, aber zuerst schicke ich dir noch etwas anderes“, sagte Leonie immernoch grinsend.

Leonie schickte ein Video zum downloaden und ich nahm es direkt an. Als ich es öffnete verschlug es mir den Atem. Es war ein Video von der Ultraschalluntersuchung, die Kleine bewegt sich munter und ich sah eindeutig wie das kleine Herzchen in einem rasenden Tempo schlug. Davor war der Gedanke an mein Kind immer noch etwas abstrakt geblieben, doch jetzt wurde es richtig greifbar. Das war meine Tochter. Das war total ergreifend.

„Ich sehe schon es gefällt dir“, sagte Leonie zufrieden. „Meine Eltern und auch Marie würden dich gerne mal kennenlernen und deine Eltern mich ja vielleicht auch. Es ist ja noch Zeit, aber vielleicht machst du dir mal Gedanken, ob man nach Weihnachten vielleicht was organisieren könnte.“


„Klar ich denke darüber nach, aber zunächst werde ich erstmal meinen Eltern erklären müssen, daß sie Großeltern werden. Ich bin mir noch nicht sicher, wie sie das Geständnis aufnehmen werden“, meinte ich unsicher. Da stand mir noch etwas großes bevor, aber momentan hätte ich nicht die Kraft dazu gehabt, selbst wenn sie das Wochenende zuhause gewesen wären.

„Okay mach das, das wird schon. Ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt, als es war.  Mach dich bloß nicht verrückt. Wie sieht es aus? Nächste Woche, gleiche Zeit? Ich muss los, Marie wartet auf mich“, verabschiedete sie sich von mir.

„Ja ist gut, das passt schon. Danke. Bis nächste Woche.“

Leonie winkte und beendete den Chat und ich legte mich wieder aufs Bett. Meine Gedanken überschlugen sich.

Justus setzte sich zu mir. „Welches Gefühl überwiegt gerade? Es tut mir Leid, ich bin nicht wie du, ich kann dich gerade nicht einschätzen“, fragte er mich unsicher.


„Ich weiß es auch nicht, vermutlich Leid. Es tut verdammt weh, die letzten Wochen waren schon schrecklich. Und die Nachricht gestern von Charlotte, hat mich richtig eiskalt erwischt. Es tut total weh. Dennoch, ja mich macht es glücklich, daß ich von Leonie das Video bekommen habe, das sie mir echt verziehen hatte und mir eine Chance gibt. Aber ich habe auch Angst, daß ich das nicht schaffen werde, oder daß es nicht funktioniert und ich meine Tochter am Ende nur von ein paar Fotos kennen werden“, erklärte ich ihm mein Gefühlschaos.

„Das glaube ich nicht, so wie Leonie sich  verhält, möchte sie das du der Dad wirst und nicht nur ein Name in der Geburtsurkunde und wenn ihr das beide wollt, dann gibt es auch einen Weg, auch wenn es zugegeben schwieriger wird aufgrund der Entfernung. Und was Charlotte angeht- Ich verstehe das du verletzt bist und das du Zeit brauchst, um das zu verarbeiten, aber ich glaube nicht, daß ihr eine Chance hattet, auf Dauer glücklich zu werden“, sprach Justus aufrichtig zu mir.

Ich wusste das Justus Recht hatte und trotzdem es tat einfach nur weh und ich konnte die erneuten Tränen nicht zurückhalten.

Justus legte sich wieder neben mich und zog mich in eine liebevolle, tröstende Umarmung. Ob er durch Skinny inzwischen Übung hatte? Es tat so gut. Justus streichelte mich tröstend, bis ich wieder einschlief.