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Feel the Love you can't live without

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Son Goku Vegeta
24.07.2020
01.12.2021
72
301.879
17
Alle Kapitel
166 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
31.03.2021 4.857
 
Die nächsten Sekunden spielten sich in Zeitlupe vor Gokus Augen ab.

Vegeta schoss stumm auf die beiden Könige von Allem und den obersten Engel zu.
Seinen rechten Arm hatte er angewinkelt neben seinem Körper und während er auf sie zuflog, formte er einen Ball seiner alles vernichtenden Energie darin. In seinen Augen konnte man deutlich erkennen, wie egal es ihm war, was er da gerade tat. Dass es ohnehin keine Rolle mehr spielte und er genau wusste, wie das hier ausgehen würde…

Dann ließ er seinen Arm vorschnellen und noch bevor er bei den obersten Geschöpfen aller Universen angelangt war, feuerte er die schwarze Kugel der Zerstörung auf sie ab.

Zeitgleich warfen sich die beiden Zenos einen Blick zu. Völlig emotionslos hoben sie ihre Hände. Bevor die schwarze Energie bei ihnen angelangt war, erleuchtete ein weißer Blitz die Umgebung, sodass Goku geblendet davon seine Augen zusammenkneifen musste. Als er sie wieder öffnen konnte, sah er sofort nach oben. Die obersten Geschöpfe waren immer noch da. Und Vegeta?

Sein Körper fiel leblos zu Boden und schlug dort mit einem lauten Krach auf.

Goku realisierte nicht im Geringsten, was da gerade vor seinen Augen geschehen war, bis der oberste Engel vor ihm landete und ihn völlig regungslos anblickte. „Es war deine Aufgabe den Gott der Zerstörung zu bewachen. Was war los?“

Doch Goku antwortete nicht. Sein Blick haftete immer noch auf Vegetas regungslosem Körper, der auf seinem Rücken mit geschlossenen Augen in dem Meer von gelben Blüten lag.

„Son Goku.“
Ganz langsam sah Goku zu dem Engel vor sich.
„Son Goku, er ist tot.“

Sofort blickte er wieder zu Vegeta, der immer noch genauso dort lag wie eben. „W…Was?“
„Er ist tot.“, wiederholte der Engel emotionslos. „Bis wir einen neuen Gott der Zerstörung ernannt haben und über deine Bestrafung entschie-“
Goku schob den obersten Engel mitten in seinem Satz einfach beiseite und ging wie in Trance auf Vegeta zu.

In seinem Kopf herrschte vollkommene Leere, während er den Satz des Hohepriesters immer wieder hörte. ,Er ist tot.ʼ

Als er bei dem Prinzen angekommen war, sank er einfach nur vor ihm auf die Knie und starrte ihn an. „Ve…Vegeta?“

Stille.

„H…Hey…Vegeta…wach…wach auf…“  

Und da war es wieder. Dieses Gefühl vollkommener Machtlosigkeit, das Goku so oft in den letzten Jahren erlebt hatte. Unzählige Male hatte er diese Worte ,Wach auf` nun schon an Vegeta gerichtet, ohne dass sie jemals etwas bewirkt hätten. Das erste Mal als er so verzweifelt nach seinem Geliebten gerufen hatte, war, als ihn die Nachricht von Muten Roshis Tod erreicht hatte. Als der Mann, der ihm so viel beigebracht, ihm so viel bedeutete hatte, der nach all den Jahren einfach zu seiner Familie gezählt hatte, gestorben war. Doch egal wie viele Tränen Goku damals in den schlafenden Armen Vegetas vergossen hatte, egal wie oft er ihn angefleht hatte, dass er aufwachen sollte, Vegeta war nicht zu ihm zurückgekehrt und Goku hatte sich zum ersten Mal völlig wehrlos gefühlt. Genauso war es einige Jahre danach gewesen. Nicht nur, dass Goku hatte zusehen müssen wie seine Freunde immer älter geworden waren, er hatte sie auch durch so manch schwere Krankheit hindurch begleitet. Er war immer für sie da gewesen. Und hatte sich dabei so allein gefühlt, auch wenn er es nie gewesen war. Und von Mal zu Mal war es schlimmer geworden.  Nach Muten Roshi war Tenshinhan von ihnen gegangen, dann Chaozu, Yamchu und schließlich kurz darauf auch Pool, Oolong, Meister Quitte, Mister Popo, C17 und C18. Ja, auch mit Chichis Tod hatte Goku lange zu kämpfen gehabt, doch am meisten getroffen hatte es ihn, als Kuririn im Sterben gelegen hatte…

Es hatte Goku seine vollkommene Machtlosigkeit gegenüber der Zeit vor Augen geführt und sein Unvermögen als Wächter über den Schlaf des Gottes der Zerstörung zu bestimmen. Jedes Mal hatte er sich in Vegetas Umarmung geflüchtet. Hatte dort Trost gesucht. Hatte Vegeta angefleht, angeschrien aufzuwachen, aber auch oft genug hatte er einfach nur an seiner Brust Tränen vergossen, die er vor den anderen zurückgehalten hatte.
Als Bulma im Sterben gelegen hatte, hatte er Vegeta das erste und einzige Mal eine verpasst und wäre dabei fast von dessen Zerstörungsenergie ausgelöscht worden. Nichts hatte den schlafenden Prinzen geweckt. Nichts. Und…jetzt? Jetzt sollte sich Vegeta einfach zu seinen Freunden, seiner Familie, gesellt haben? Und nach über fünfzig Jahren, in denen Goku nun an seiner Seite darauf gewartet hatte, irgendwann doch noch mit ihm zu…zu leben…sollte Vegeta jetzt einfach und…und endgültig nie wieder…aufwachen? Gokus Körper begann unkontrolliert zu zittern.

Vorsichtig rüttelte er den Körper vor sich. „…bi…bitte…Ve…Vegeta. Tu…tu mir das nicht an. Du kannst mich doch nicht…hier einfach zurück lassen……nicht…nicht nachdem ich…so…so lange auf dich gewartet habe…wir…wir wollten doch…für…für immer…“

Gokus Stimme brach ab. Er sank auf Vegetas Oberkörper nieder und klammerte sich an seiner Brust fest. „Bi…Bitte…komm zu mir zurück…wach auf…dieses EINE Mal…bi…bitte…“, flüsterte er gebrochen.

Erneut trat der oberste Engel vor ihn. Er streckte seine Hand über Vegetas leblosen Körper hinweg, Goku entgegen und hielt sie auf. „Er wird nicht aufwachen. Er ist tot. Er hat sich als unwürdig erwiesen UND er hat die Hand gegen die Könige von Allem erhoben. Das höchste Verbrechen, dessen man sich schuldig machen kann. Also gib mir deinen Stab, Son Goku. Er gehört dem nächsten Gott der Zerstörung.“
„Dem…nächsten…?“, wisperte Goku an Vegetas Brust, während sich Tränen ihren Weg in seine Augenwinkel bahnten als die unerbittliche Wahrheit zu ihm durchzusickern begann.
„Ja. Gib mir den Stab, damit wir zurückkehren können.“
Goku starrte hoch zu Vegetas Gesicht. Er sah aus als würde er schlafen…als würde er schlafen, wie er auch die letzten fünfzig Jahre geschlafen hatte. Wie er immer dort in ihrem Bett gelegen hatte und mit offenen Armen auf ihn gewartet hatte. Goku krallte sich immer fester an Vegetas Brust.

„Los jetzt, Son Goku. Du bist aus deinen Aufgaben als Wächter entbunden. Über eine Bestrafung werden wir in Zeno-samas Palast beraten. Also, es wird Zeit. Zeit, dass wir zurückkehren.“

Er blickte zu dem Engel auf. „Zei…Zeit?“
Der oberste Engel sah ihn fragend an. „Ja, wie ich sagte, es wird Zeit zu Zeno-samas Palast zurückzukehren.“

Zeit…diese verfluchte, alles vernichtende Zeit! Goku hasste sie so sehr. Er konnte dieses Wort nicht mehr hören. Die Zeit hatte ihm nach und nach alle seine Freunde genommen. Die Zeit hatte vergehen müssen, damit Vegeta endlich wieder zu sich hatte kommen dürfen. Die Zeit, die…die doch angeblich alle Wunden würde heilen lassen. Die Zeit, die…da war doch noch irgendetwas mit dieser verdammten Zeit! In Gokus Kopf begann es wie wild zu rattern.

Ganz langsam weiteten sich seine Augen als er sich an etwas längst Vergangenes erinnerte. Etwas, das mit diesem Fluch von Zeit zu tun hatte. Dann sprang er so plötzlich und unvermittelt auf, dass der oberste Engel überrascht zurückzuckte. Goku ließ nur noch völlig hektisch und nervös den Wächter-Stab in seiner Hand erscheinen. Natürlich! Die Zeit! Er musste sich jetzt verdammt beeilen!

Whis hatte doch damals, in ihrem ersten Kampf gegen Freezer in seiner goldenen Form, die Zeit zurückgedreht, als sich dieser mit der Erde und Vegeta in die Luft gesprengt hatte! Doch dieses Zeit-zurückdrehen war nur sehr begrenzt möglich, soweit sich Goku noch erinnerte! Nur wenige Minuten standen dem Wächter des Gottes der Zerstörung zur Verfügung, mit denen er das Schlimmste verhindern konnte, oder nicht?!
Goku sah den Stab in seiner Hand angestrengt an. Er wusste nicht, ob es funktionieren würde, denn er hatte diese Wächter-Fähigkeit bis zu diesem Zeitpunkt noch nie benötigt. Seine Augen wurden immer schmaler als er den Stab in seinen Händen fixierte bis dieser plötzlich zu leuchten anfing.

„Was machst du da, Son Goku?“, wollte der oberste Engel sofort wissen.

Doch es hatte sich bereits ein Lächeln auf Gokus Lippen geschlichen und während er dem Engel vor sich voller Zuversicht entgegenblickte, ließ er das untere Ende seines Stabs drei Mal auf den Boden aufschlagen.

Kaum eine Sekunde später verschwamm die Umgebung um Goku und in einem schnellen Zeitraffer spulte sich das Geschehene um ihn zurück. Gleichzeitig betete er zu allen Göttern, Kaioshins und Kaios, die ihm einfielen, dass ihm diese Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, nicht zu spät eingefallen war. Als der Zeitraffer langsamer wurde, erkannte er, dass Vegeta gerade vor Freezer stand und seine Hand bereits mit der Zerstörungsenergie ausgestreckt vor sich hielt.

Und dann lief die Zeit plötzlich normal weiter. Freezer begann gerade zu lachen. „Hohoho! Ja genau, Vegeta! ICH habe dich erschaffen! Du gehörst MIR!!“

Blind vor Wut schoss Vegeta die Kugel der Zerstörung ab, doch diesmal war Goku bereits hier. Er stürmte ohne zu zögern los und konnte Freezer gerade noch im letzten Moment schnappen und sich mit ihm gemeinsam aus der Schussbahn befördern.

Zusammen krachten sie einige Meter weiter auf den Boden.

„Was zum…?“, Freezer rappelte sich schnell wieder hoch. „Son…Son Goku?! Was soll das? Hast du mich da etwa gerade…?“

Doch Goku ignorierte den Tyrannen und stand stumm auf. Er schloss seine Augen, atmete einmal tief ein und dann langsam wieder aus. Er hatte es geschafft…er hatte es tatsächlich geschafft…nur ein paar Sekunden später…nur ein paar und es wäre zu spät gewesen…
Eine derartige Erleichterung durchströmte seinen Körper, dass er beinahe auf seine Knie gesunken wäre und am liebsten einfach nur losgeheult hätte. Er hatte Vegeta gerettet…er hatte sein…sein Leben gerettet…
Er öffnete seine Augen wieder und blickte zu Vegeta, der ihn jedoch finster und wütend anfunkelte.

„Aus dem Weg, Kakarott.“, knurrte er in seine Richtung und hob erneut seine Hand in Freezers Richtung.
Sofort schalteten sich alle Alarmglocken bei Goku ein. Die Gefahr war noch nicht gebannt. Schnell breitete er schützend seine Arme vor dem Tyrannen aus und entgegnete Vegeta in harschem Tonfall: „Nein! Du wirst Freezer jetzt verdammt nochmal in Ruhe lassen!“

Die beiden sahen sich mit finsterer Miene an, während Vegeta einfach erneut eine Kugel der Zerstörung erzeugte.

„Also wenn ich auch mal was dazu sagen dürfte, Son Goku. Es ist schon okay. Vegeta kann mich ruhig auslösch-“ „HALT DEN MUND, FREEZER!!“, unterbrach Goku ihn, drehte sich blitzschnell zu ihm um und verpasste ihm einen derart harten Schlag ins Gesicht, dass Freezer einige Meter nach hinten geschleudert wurde. Etwas überrascht über sich selbst starrte Goku auf seine eigene Hand.
Was war das nur für ein plötzlich auftretendes, befriedigendes Gefühl? Etwa weil er…endlich Freezer eine verpassen konnte, nachdem er erst von der wahren Folter, die er Vegeta angetan hatte, erfahren hatte, nachdem Freezer bereits tot war…? Weil Freezer Vegeta über so viele Jahre Alpträume beschert hatte? Weil Vegeta deswegen sogar ein zweites Mal in die Hölle gestürmt war, nur weil dieses abscheuliche Monster ihn nicht und nicht losließ? Oder einfach deswegen, weil er selbst es gewesen war, der…der Freezer damals überhaupt erst aus der Hölle befreit hatte…
Goku schüttelte das aufkeimende Gefühl, Freezer noch eine verpassen zu wollen, schnell ab und drehte sich wieder dem Prinzen zu, der ihn ziemlich überrascht anstarrte, jedoch immer noch die Kugel der Zerstörung vor seiner Handfläche hielt.

„Jetzt hör mir mal genau zu, Vegeta!!“, rief Goku ihm zu. „Ich werde nicht zulassen, dass du das tust! Wenn du Freezer auslöschst…wirst du sterben!“
Etwas regte sich auf dem Gesicht des Prinzen. „W…Wie bitte?“

Freezer rappelte sich wieder auf und hielt sich sein schmerzendes Gesicht.

„Noch einmal kann ich die Zeit nicht zurückdrehen!“
„Du hast…die Zeit…? Das…das heißt, ich sterbe, wenn ich Freezer auslösche…? Schon wieder…?“
„Ja…“

Freezer spitzte seine Ohren.

Vegeta senkte seinen Blick und starrte auf die gelben Blumen vor seinen Füßen. Er kämpfte sichtlich mit sich selbst. Dieser Zorn…dieses unendliche Verlangen Vergeltung zu üben…an irgendjemanden…zerrten schrecklich an ihm.

„Jetzt…nimm endlich deine Hand runter, Vegeta!“, rief Goku ihm über die Blumenwiese zu.

Der stolze Prinz begann zu zittern. Das konnte doch alles einfach nicht wahr sein…!
Gerade war er noch überglücklich in Gokus Armen in ihrem Schlafzimmer gewesen und hatte für einen kurzen Augenblick seine Augen geschlossen. Und als er das nächste Mal seine Augen aufgeschlagen hatte…erzählte Goku ihm, dass fast alle tot waren…dass er ein halbes Jahrhundert geschlafen hatte…dass er ALLES verpasst hatte…das ganze verdammte Leben mit ihnen…die bescheuerten Feiern zu jedwedem Anlass, die Streitereien mit ihnen, die immer irgendwie in einem Gelächter endeten und...und seine Kinder. Wie sie aufwuchsen, erwachsen wurden, die Möglichkeit ihnen mitzugeben, was ihm wichtig war...und letzten Endes die Möglichkeit Abschied zu nehmen und Goku, seinem Leben, beizustehen…einfach diese schweren Zeiten mit ihm gemeinsam durchzustehen…

Und dann erzählte Freezer ihm auch noch, dass Beerus die Saiyajins ohnehin auslöschen wollte und nur Freezer vorgeschickt hatte…doch nun war auch die Möglichkeit Beerus deswegen die Hölle heiß zu machen dahin…denn auch er war…tot.

Während Vegeta in seinen Gedanken versank, schlich Freezer auf Zehenspitzen von hinten auf Goku zu. Ein breiter Grinser hatte sich auf das Gesicht des Tyrannen gelegt.

„VEGETA!! NIMM SOFORT DIE HAND RUNTER!!! Du…du kannst mir das nicht ANTUN!!!“, schrie Goku vollkommen verzweifelt, während ihm Tränen die Wangen hinabliefen. „Du kannst mich nicht auch noch allein lassen, du verdammter Idiot!!“

Vegetas Augen weiteten sich als Gokus Worte zu ihm durchzusickern begannen. Während er eine zertretene Blume vor seinen Füßen fixierte, ließ er langsam die Zerstörungsenergie in sich zurückfließen.

„…Vegeta…hör…hör mal…Freezer hat dich nicht erschaffen. Du…du hast dich immer wieder selbst erschaffen. Hast dich immer wieder weiterentwickelt. Hast dich selbst dazu entschieden der zu sein, der du heute bist. Und DU hast dich dazu entschieden zum Gott der Zerstörung zu werden. Niemand hat dich dazu gezwungen! Wenn du…wenn du unbedingt jemand anderem die Schuld daran geben willst, dann…dann gib sie MIR! Oder hast du schon vergessen, warum du die Unsterblichkeit wirklich gewählt hast…?!“

Vegetas Herz machte einen heftigen Sprung in seiner Brust. Warum er die Ewigkeit wirklich gewählt hatte? Nein…natürlich hatte er das nicht vergessen. Er hatte sie gewählt, weil…weil er nicht in dieser elenden Hölle verrotten wollte, sondern…sondern für immer an Kakarotts Seite sein wollte. Er hatte dieses Leben für sie beide gewählt. Für diese Liebe, ohne der er nicht mehr sein wollte. Einfach nicht sein konnte. Alles was er sich immer eingeredet hatte, über sein Schicksal zu dem er bestimmt war, bis hin zu jenen, denen er es angeblich zu verdanken hatte hier und jetzt als Gott der Zerstörung zu stehen, waren doch letzten Endes unwichtig. Schwachsinnig. Es war Kakarott. Er und Kakarott. Sie beide und einzig und allein ihr gemeinsamer Weg. Ihre Liebe, die einfach über alles erhaben war…

„Nein…nein, das habe ich nicht vergessen.“, flüsterte Vegeta leise, während er nun auch seinen Arm sinken ließ.
„Dann steh gefälligst dazu! Steh dazu und bleib bei mir…! Du und ich…für…für immer…oder nicht?!“

Tränen bildeten sich in Vegetas Augenwinkeln. Diese Verzweiflung in Gokus Stimme fühlten sich unendlich schmerzhaft an. Was…was hatte er nur getan…? Endlich sah Vegeta wieder zu Goku auf.

Doch es war zu spät.

Er sah nur noch Freezers hinterhältiges Grinsen hinter Goku. Vegetas Augen weiteten sich, doch noch bevor er auch nur einen Ton von sich geben konnte, hob Freezer seine Hand und durchbohrte Gokus Oberkörper…mitten durch dessen Herz.

„Nein…NEIN! KAKAROOOTT!!!“, hallte dieser vollkommen verzweifelte Schrei Vegetas über die Blumenwiese als er mitansehen musste, wie…sein Leben einfach zerstört wurde. Einfach so. Weil er sich so unvernünftig hatte hinreißen lassen. Dass…dass konnte doch nicht wahr sein…so konnte es doch nicht enden…! Nicht jetzt! Nicht nachdem er endlich verstanden hatte, dass…dass letzten Endes nur Goku für ihn zählte…

Freezers Augen verengten sich indes. Etwas war seltsam. Es fühlte sich an, als hätte er mit seiner Hand lediglich in die Luft gestoßen. Da war absolut kein Widerstand gewesen. Und auf einmal verblasste Gokus Antlitz vor ihnen. Verwirrt starrte der Tyrann nun direkt auf Vegetas entsetztes Gesicht.

„Was zum…?“, fragte der Tyrann verwirrt.

Plötzlich hörte er Gokus Stimme hinter sich, der ihm direkt ins Ohr flüsterte: „Vergiss es Freezer. Meinen Ultra Instinkt kannst du nicht überlisten…“
Freezers Körper zitterte. „W…wie…ist das möglich…?“
„Mein Körper trifft eigenständige Entscheidungen…“, erklärte Goku, während er sich wieder aufrichtete.
„Das ist doch…“, murmelte Freezer, sichtlich fassungslos, dass so etwas möglich war. Goku hatte ihn einfach nicht hören können…!

Plötzlich lief Vegeta auf die beiden zu. Mit einem kurzen, kräftigen Schlag in Freezers Nacken beförderte er den Tyrannen zur Seite und fiel Goku um den Hals.
„Es…es tut so mir leid…“, flüsterte in den Nacken seines Geliebten.

Gokus Augen weiteten sich für einen kurzen Augenblick. Denn dieser Satz…ihm war sofort klar, dass Vegeta damit nicht nur diese Situation hier meinte. Ein erleichtertes und gleichzeitig trauriges Lächeln legte sich auf seine Lippen und er schloss Vegeta fest in seine Arme. Es dauerte nicht lange, da begann der Körper des Prinzen zu zittern. Goku konnte ein leises Schluchzen hören. Er schloss seine Augen und drückte Vegeta enger an sich. Endlich schien die Realität bei ihm angekommen zu sein…endlich schien die Trauer auch bei ihm Einzug zu finden.
Jetzt würde er mit ihm gemeinsam trauern können…jetzt würde er endlich mit ihm…leben können. Wie lange es auch immer andauern würde. Er war endlich bei ihm…und wach.
Doch hier war nicht der richtige Ort…nicht der richtige Zeitpunkt. Nicht zum Trauern, nicht zum glücklich sein.
Er drückte Vegeta wieder sanft von sich und hob sein Kinn an. Er schenkte dem Prinzen ein liebevolles Lächeln und wischte eine Träne von seiner Wange.
„Alles wird gut…okay…?“
Für einen kurzen Augenblick huschte ein zaghaftes Lächeln über Vegetas Gesicht.

„Ist ja herzallerliebst. Richtig zum Kotzen.“, fluchte Freezer plötzlich dazwischen.
„HALT DEN MUND, FREEZER!“, schrien ihn die beiden Saiyajins gleichzeitig an.
„Was ist das jetzt hier? Ein neues, ausgereifteres Szenario meiner persönlichen Folter, oder was? Oh man…kann dann einfach mal jemand von euch so freundlich sein und mich einfach töten?“, murmelte Freezer sarkastisch.
„Du weißt doch genau wie du das hier beenden kannst. Du müsstest nur ENDLICH einsehen, welche Fehler du begangen hast und anfangen sie zu bereuen, Freezer.“, entgegnete Goku wütend und mit einer derartigen Verachtung in seiner Stimme, die nicht nur Freezer überrascht blinzeln ließ.
„…ver…vergiss es, Kakarott. Er wird sich niemals ändern.“
„Da hat unser lieber Vegeta vollkommen recht.“, bestätigte Freezer mit einem Grinsen im Gesicht. „Außerdem…wenn ihr unsterblich seid…braucht ihr doch jemanden, der euch Ärger macht, oder nicht?“
„Blöd nur, dass DU keine Herausforderung mehr für uns darstellst, Freezer.“, erwiderte Vegeta trocken.
„Tz…abwarten…“
„Ja, ja…viel Spaß weiterhin beim VERROTTEN! Komm Kakarott…lass uns von hier verschwinden…“
„Gern.“

„Jetzt…jetzt wartet doch mal!!“, rief Freezer ihnen hinterher.
Goku wollte weitergehen, doch Vegeta blieb stehen und drehte sich um. „Was willst du noch?“
„Wollt…wollt ihr nicht noch eine Weile hierbleiben?“
„Tz…! Du bist ganz schön armselig, Freezer, weißt du das? Du tust mir ja fast leid. Aber eben nur fast.“
„Grrr…!!“ Voller Zorn feuerte Freezer einen Energiestrahl auf Vegeta ab, den dieser mit einer lässigen Bewegung einfach abwehrte.
Vegeta begann zu grinsen. „War’s das jetzt?“
Freezer ballte seine Hände zu Fäusten. „Das…werdet ihr noch bereuen!!“
Plötzlich musste Vegeta lachen. „Ach ja? Ich bin gespannt…“

Dann drehte er kopfschüttelnd Freezer den Rücken zu und ging mit Goku an seiner Seite davon, während sie dem wütenden Geschrei des ehemaligen Tyrannen lauschten…
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Kurz bevor die beiden beim Tor zur Hölle ankamen, blieb Vegeta stehen und sah auf den Boden. Überrascht hielt auch Goku inne und wandte sich ihm zu. „Vegeta? Alles okay?“
„Nein. Nein, es ist gar nichts okay. Ich…hätte dich da beinahe…verloren. Und wenn du nicht gewesen wärst…dann…was wäre da eigentlich genau passiert?“
„Die Zenos sind aufgetaucht und haben dir verkündet, dass du dich als unwürdig erwiesen hast.“
„Als UNwürdig?!“
„Ja…weil du deinen niedersten Instinkten gefolgt bist als du Freezer ausgelöscht hast.“
„Das…das ist doch…verdammt. Und…dann?“
„Du hast sie blindlings angegriffen und sie haben dich einfach getötet. Keine Ahnung wie. Da war nur ein heller Blitz und danach war es vorbei. Du warst tot.“
„Oh…“
Goku drehte sich um, ging weiter und meinte mit halb zu Vegeta gedrehtem Kopf: „War kein schöner Anblick dich sterben zu sehen. Schon wieder.“
„Ich…! Ich hab doch schon gesagt, dass es mir leid tut!“, rief ihm der Prinz hinterher.
Goku blieb stehen und drehte sich wieder um. „…mach einfach nie wieder so einen Scheiß, okay?! Wenn ich…! Wenn ich dich wirklich verloren hätte…“ Er ballte seine Hände zu Fäusten.

Nach allem, was sie gemeinsam erlebt hatten, angefangen von ihrer ersten Begegnung, bei der sie sich bis aufs Blut bekämpft hatten, über ihren langen, steinigen Weg bis sie endlich zu Freunden wurden, über die Jahre, die sie im Raum von Geist und Zeit verbracht hatten, als sie sich immer näher gekommen waren und aus ihrer Freundschaft, ihrer Partnerschaft, ihrer tiefen Verbundenheit so viel mehr wurde. Bis hin zu ihrem jahrelangen Kampf, bis sie endlich zu einander gefunden hatten, mit diesen unglaublichen Höhen und Tiefen, diesem unsäglichen Leid, das immer wieder über sie herein gebrochen war…all das hatte sie letzten Endes in diese unbeschreibliche Abhängigkeit voneinander getrieben. In diese unendliche, bedingungslose Liebe…die jede einzelne Faser ihrer Körper ausfüllte.

Das zu verlieren…Vegeta zu verlieren…

„Mach das einfach NIE wieder.“
„…werd ich nicht…“
„Gut.“ Goku drehte dem Prinzen wieder den Rücken zu und setzte seinen Weg fort. „Verschwinden wir ENDLICH von hier.“
Vegeta setzte sich mit hängendem Kopf nun auch wieder in Bewegung.
Als er zu Goku aufgeschlossen hatte, fragte er mit leiser Stimme: „…wohin…wohin werden wir jetzt gehen…?“
„Wir gehen nach Hause.“
„…und wo ist das?“
Gokus Augen weiteten sich und er blieb abrupt stehen. „Oh…ich…ich dachte wir gehen erst mal zurück zu unserem Planeten.“
Vegeta sah zu seinem Geliebten auf. „…ist die Erde nicht unser eigentliches Zuhause…?“
„Oh…ähm…ja, sicher.“
Der stolze Prinz wurde misstrauisch. „…ist die Erde etwa nicht mehr unser Zuhause? Ist da etwa NOCH was, dass ich nicht weiß?“
„Was? Ähm…n..nein. Die Erde ist noch unser Zuhause.“
„…Kakarott…“
„Ja?“
„Warum waren wir überhaupt auf Beerus‘ Planeten?“
„Es…ist unser Planet.“, erwiderte Goku leise.
„Kakarott.“
„Ja, schon gut.“ Er kratzte sich unsicher am Hinterkopf. „…also…vor…ich glaube, es war vor ungefähr zwei Jahren…da hatte ich so ein seltsames Gefühl, dass einfach nicht verschwinden wollte. Ich kann das irgendwie nicht beschreiben, wie sich das angefühlt hat. Aber irgendwas in mir wollte weg von der Erde. So als…naja…so als ob es einfach an der Zeit war zu verschwinden…“
Vegeta sah seinen Artgenossen eine Weile an. „…klingt so, als ob du gespürt hättest, dass…deine Zeit eigentlich abgelaufen wäre…“
Goku blinzelte in paar Mal. „Du meinst…ich hab irgendwie gefühlt, dass ich…eigentlich hätte sterben müssen…?“
„Könnte doch sein…“
„Mmh…möglich.“ Goku sah gedankenverloren zum Höllentor, von dem sie nur noch wenige Schritte trennten. „Jedenfalls ist das Gefühl verschwunden, als ich die Erde verlassen hab und mit dir auf unserem Planeten angekommen bin.“
„…mh…vielleicht sollte es ja auch genau so sein…vielleicht muss ich mich jetzt auch damit abfinden, dass dort…unser neues Zuhause ist…?“
Goku blickte besorgt zu dem Prinzen. „…würdest du denn damit klarkommen?“
„Keine Ahnung…du sagtest, dass…fast alle tot sind.“
„…Ja.“
„Wer…wer auf der Erde lebt denn überhaupt noch…?“
Goku musste erst einen tiefen Atemzug nehmen, bevor er antwortete: „…Piccolo. Piccolo lebt noch. Und Dende.“
„…und sonst?“
„Unsere Kinder.“
Vegetas Augen begannen zu funkeln. „…alle?“, fragte er schnell als sein Herz aufgeregt in seiner Brust zu hämmern begann.
Ein kleines Lächeln legte sich auf Gokus Lippen. „Ja, alle.“
Gedankenverloren senkte Vegeta seinen Blick. Das war gut…oder nicht? Sie waren noch da und…hatten ja nur fünfzig Jahre ohne ihren Vater gelebt. Hatten wahrscheinlich bereits selbst eine Familie. Ein Knoten bildete sich in seinem Hals und sein Herz schlug immer schneller, denn da wanderten plötzlich seltsame Fragen durch seinen Kopf, die er sich selbst eigentlich gar nicht stellen wollte.

Hatte er denn überhaupt noch das Recht zu ihnen zu gehen? Sich als Vater aufzuspielen? Hatte er…noch einen Platz in ihrem Leben…?

„Vegeta?“
Unsicherheit lag in den Zügen des Prinzen als er zu Goku aufblickte und von ihm gefragt wurde: „Willst du…zu ihnen?“
„…keine Ahnung. Ja. Wahrscheinlich, vielleicht. KEINE AHNUNG!“
„Okay, okay!“ Goku hob beschwichtigend seine Arme. „Wie…wie wär’s wenn wir zur Erde zurückkehren und dann…besuchen wir einfach mal Trunks?“
„Und was ist mit…dir? Hast du nicht grad gesagt, dass du es auf der Erde nicht mehr ausgehalten hast?“
„Ja schon…aber ich weiß auch nicht, ob das immer noch so ist. Ich bin, seit ich die Erde verlassen habe, nicht mehr dort gewesen. Vielleicht ist dieses seltsame Gefühl ja auch weg. Könnte doch auch sein, dass das etwas mit dir zu tun hatte. Keine Ahnung. Also…wenn du willst, können wir ruhig zur Erde zurück.“

Goku wusste im Moment selbst nicht wie mit der ganzen Situation umgehen sollte. Auch wenn er es sich immer wieder ausgemalt hatte, wie es sein würde, wenn Vegeta wieder aufwachte, so konnte er sich nie sicher sein, wie es wirklich sein würde. Einfach weil er sich nie richtig hatte vorstellen können, wie es sich anfühlen würde mit all dem, was man einfach verpasst hatte, konfrontiert zu werden. Er hatte auch nicht die geringste Ahnung, wie er einfühlsam genug sein konnte, um es Vegeta so leicht wie möglich zu machen. Und er hatte ja den ersten Part schon einmal gründlich vermasselt, sonst wäre Vegeta vielleicht nicht so ausgerastet und sie hätten sich diese schreckliche Zeit hier erspart…
Und egal wie oft Goku sich gefragt hatte, wie er selbst reagieren würde, wenn er an Vegetas Stelle wäre, wie er wollen würde, dass Vegeta mit ihm umginge, er kam immer zu demselben Schluss. Vegeta und er waren einfach verschieden…

Und jetzt stand dieser Mann, sein Leben, sein Geliebter, vor ihm, sah ihn völlig durcheinander an und Goku wusste immer noch nicht, wie er jetzt weitermachen sollte. Doch das Schlimmste war eigentlich, dass er einfach nur mit Vegeta alleine sein wollte. Seine Stimme hören. Ihm in die Augen sehen. Von ihm berührt werden. In den Armen gehalten werden. Er wollte ihm einfach alles erzählen, mit ihm lachen, von ihm getröstest werden und…und…Zeit mit ihm verbringen…

„Kakarott…ich weiß nicht, was ich grad will…oder wollen sollte…“, gab Vegeta zu und senkte seinen Blick. Er wusste es wirklich nicht. Er wusste gar nichts. Er wusste doch eigentlich nur, dass morgen Trunks 19. Geburtstag hätte sein sollen…und dass der wohl nun vor über fünfzig Jahren stattgefunden hatte…

Goku legte seine Hand auf Vegetas Schulter, sodass dieser wieder aufblickte. „Ich…ich kann mir nicht im Geringsten vorstellen, was du grade durchmachst, aber…“ - „…wir kriegen das hin?“, beendete Vegeta den Satz seines Geliebten, über dessen Gesicht sofort ein kurzes Lächeln huschte. „Ja. Mit ein wenig Zeit…bekommen wir es hin.“
„Also…kehren wir zurück zur Erde?“
Goku ergriff Vegetas Hand. „Ja. Wir kehren zurück nach…Hause.“



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Liebe Leser und Leserinnen,

ich denke, es ist an der Zeit mal ein paar Worte an euch zu richten, insbesondere da ich eine Überraschung für euch habe. =)

Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken. Ich sehe ja, wie eifrig die Geschichte unserer beiden Saiyajins verfolgt wird und bin jedes Mal völlig aus dem Häuschen, wie diese Zahl in die Höhe schießt. Das ist wirklich unglaublich motivierend. Einen ganz besonderen Dank möchte ich zusätzlich an all jene richten, die diese Geschichte zu ihren Favoriten zählen, von denen ich ein Sternchen bekommen habe und natürlich bei all jenen, die mir ein Review dalassen. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, was mir das alles bedeutet und wie sehr ich mich darüber freue, dass ihr mich nun schon über so viele Kapitel hinweg begleitet habt. =)

Da es bereits einige Spekulationen darüber gibt, ob die Geschichte wohl bald zu Ende sein wird, möchte ich jetzt einfach ganz offiziell verkünden: Ja. Die Geschichte neigt sich dem Ende.

In diesem Sinne würde ich mich unendlich freuen, wenn ihr mich auch noch durch die letzten Kapitelchen begleitet und wir sie gemeinsam zu einem Ende bringen. =)

Aber nun zu der Überraschung, die ich zu Beginn angekündigt habe. ;)

Ich arbeite an zwei weiteren Geschichten, allerdings habe ich beschlossen diese vorerst auf Eis zu legen, DENN ich habe vor ein paar Wochen mit einem Gemeinschaftsprojekt mit Hatchepsut begonnen. Überraschung! =D

Dieses Projekt wird am 1. April 2021 (also schon Morgen!) an den Start gehen und von Hatchepsut veröffentlicht. Wir würden uns wahnsinnig darüber freuen, euch dort als Leser begrüßen zu dürfen. =D

Soviel sei schon einmal verraten: Es wird eine Dragonball Z-Geschichte sein und das Projekt heißt:

„Angeama“


Mysteriös, ich weiß. ^^ Mehr dazu könnt ihr morgen erfahren, wenn Hatchepsut das erste Kapitel veröffentlicht. Wir sind schon sehr gespannt und aufgeregt, was ihr davon halten werdet. =D

Und nein, es ist kein Aprilscherz…oder doch? ^^° Mmh...am besten ihr lasst euch überraschen, würde ich mal sagen. ;)

In diesem Sinne...bis bald in Angeama, hier oder auch bei einer anderen Geschichte! ❤️

GlG, SaphiraAlice
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