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When the night is darkest 4 - Verloren

von Tilajasar
GeschichteDrama, Tragödie / P16 / MaleSlash
OC (Own Character) Pearl Rusty
24.07.2020
13.08.2020
17
14.880
2
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Dieses Kapitel
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26.07.2020 965
 
15.01.

Wo soll ich anfangen? Liz will mich nicht verstehen. Sie sagt, ich soll mal ohne Tabletten versuchen zu schlafen. Aber das geht nicht. Ich weiß doch noch genau, wie es damals in Victoria war. Da hatte ich ja selbst mit den Tabletten Albträume. Das passiert jetzt zum Glück nicht. Ich schlafe gut damit und bin morgens ausgeruht. Warum soll das schlecht sein? Ja, ja, sie hält mir immer vor, ich werde abhängig. Aber ist das so schlimm? Viel schlimmer wäre doch, wenn ich nachts stundenlang wach liege. Es ist schon jetzt manchmal schwer zu ertragen im Dunkeln zu liegen und auf die Wirkung zu warten. Da wandern meine Gedanken manchmal in eine Richtung die gar nicht gut ist… Manchmal glaube ich Liz denkt, ich will es mir einfach machen. Hm…vielleicht will ich das auch. Was wäre denn die Alternative? Nein. Darüber will ich nicht nachdenken. Da ich von Liz nichts mehr bekommen werde, muss ich wohl morgen zu Caboose fahren. Ich habe Greenard schon gebeten ein Treffen außerhalb von Victoria zu organisieren. Ich möchte Pearl nicht in die Arme laufen.


Pearl schluckte als sie den letzten Satz las. Sie hätte zu gern gewusst, was Rusty über sie dachte. Aber vielleicht würde sie darauf noch einen Hinweis finden. Immerhin war er vor zwei Wochen ja hier gewesen. Sie schüttelte die Gedanken an ihre seltsame Unterhaltung ab und las weiter.


16.01.

Heute Mittag habe ich mich mit Caboose getroffen, auf einem verlassenen Bahnhof nicht weit von Victoria. Das war schon sehr unangenehm. Es ist ja ein paar Wochen her, dass ich ihn das letzte Mal gesprochen habe. Ich wusste auch gar nicht wie ich ihm gegenüber treten sollte. Eigentlich wusste er ja, was ich wollte und doch hat er sich unwissend gestellt. Er fragte, wie es mir geht, als ob ihn das interessierte. Dann fing er auch noch an zu erzählen, dass niemand Tim seit dem gesehen habe. Das will ich doch gar nicht wissen! Ich glaube, das hat er auch gemerkt. Aber anstelle dass er dann damit aufhört, bot er mir auch noch seine Hilfe an, so scheinheilig. Dabei war er es doch der ursprünglich…

Ich glaube, ich habe ihn angeschrien. Oder wollte ich das nur? Ach, keine Ahnung. Irgendwie saß ich dann mit den Tabletten auf dem Boden und er war weg. Verflucht. Warum hat mir Liz nicht ihre gegeben? Dann hätte ich mir das ersparen können. Ich glaube ich muss noch mal ein paar Runden drehen, sonst werde ich hier verrückt.


17.01.

So, heute Morgen ging es mir wieder etwas besser. Liz hatte mich gestern Abend noch abgefangen. Sie hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt aber ich konnte es ihr ja nicht erzählen. Zum Glück war sie nicht böse darüber, nur enttäuscht. Ich werde nachher noch mal bei ihr vorbeischauen. Sie soll sich keine Sorgen machen. Was ist sonst noch berichtenswert? Ich habe morgen meinen freien Tag. Liz leider nicht und auch die anderen sind alle unterwegs. Da werde ich wohl eine große Runde allein fahren. Hoffentlich wird es nicht wirklich so stürmisch, wie es angesagt wurde.


18.01.

Das war ein Tag. Es war keine gute Idee gewesen, eine große Tour zu machen. Schon am frühen Vormittag wurde es sehr windig und dann fiel auch noch Schnee. Da hätte ich eigentlich zurückfahren sollen. Aber mir graute davor den ganzen restlichen Tag allein hier rumzusitzen, also bin ich weitergefahren, oder besser weitergeschlichen. Irgendwann hab ich die Kälte nicht mehr gespürt und zum Glück hörte dann auch der Schneefall auf, so dass ich schneller fahren konnte. Den nächsten Abzweig nach Hause habe ich dann auch ignoriert. Das war allerdings wirklich ein Fehler, denn so musste ich noch enorm weit fahren, ehe der nächste kam. Als ich wieder hier ankam war es fast Abend und ich wirklich am Ende. Eigentlich hatte ich noch Liz Bescheid sagen wollen, dass ich wieder da bin, aber das hab ich gar nicht mehr geschafft. Ich habe erst mal ein Stündchen geschlafen und bin eben noch mal bei ihr gewesen.


19.01.

Es ist erst morgen, aber noch zu früh um loszufahren, also kann ich auch hier was aufzeichnen. Ich weiß nicht, was los ist, aber ich fühle mich komisch. Die Nacht war eine Katastrophe. Vielleicht habe ich die Schlaftablette zu spät genommen. Ein Albtraum jagte den nächsten. Und es fühlte sich alles so real an. Genau wie damals. Ich glaube ich habe kaum geschlafen. Gegen Mitternacht habe ich dann noch eine Tablette genommen und trotzdem bin ich jetzt schon wach, aber alles andere als ausgeschlafen. Und nachher muss ich wieder mit den Mädels auf Tour. Wenn ich da nicht fröhlich erscheine, wird Becca das gleich Liz erzählen. Am besten ich rede gleich selbst mit Liz. Aber dann macht sie sich wieder Sorgen. Nein, dann versuche ich lieber gute Stimmung vorzutäuschen. Bis Mittag schaffe ich das schon. Und nachmittags steht nur eine kurze Tour an.

Jetzt ist früher Nachmittag. Eigentlich sollte ich auf Tour sein. Aber ich schaff das nicht. Liz hat mich freigestellt. Ich weiß nicht, was los ist. Ich hatte heute Vormittag große Probleme. Habe die Mädels kaum den Hügel hochbekommen. Wir kamen auch viel zu spät zurück. Ich bin fertig. Ich will nur noch schlafen.

Abend. Liz war eben hier. Sie meint ich soll mich ausruhen. Das habe ich aber schon den ganzen Nachmittag getan. Habe die ganze Zeit geschlafen, ganz ohne Tabletten und Albtraum. Jetzt geht’s mir besser. Ich kann jetzt nicht schon wieder schlafen. Vielleicht fahre ich doch noch mal umher. Aber es ist immer noch sehr windig draußen.


Pearl musste schmunzeln. Wie sie Rusty kannte, würde er noch einmal rausfahren. Am nächsten Tag gab es auch keinen Eintrag. Sie konnte nur vermuten, warum nicht.
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