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Scherbenmeer

GeschichteDrama, Familie / P18
OC (Own Character) Tom Mayer
24.07.2020
20.01.2021
29
47.245
6
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14.01.2021 2.025
 
Nach dem Abendessen brachte Tom, Leila ins Bett.
Sam durfte noch eine Stunde mit Amelie zusammen fernsehen.
Tom las der Kleinen noch eine paar Seiten aus Tabaluga vor.
Sie hatten das Buch vor wenigen Tagen angefangen zu lesen und Leila war total begeistert von der Geschichte.
Tom lass fünf Seiten vor und schloss dann das Buch.
„Und morgen werden wir nachschauen, was die weise Schildkröte Nessaja zu Tabaluga und Happy sagt."
Er kletterte aus dem Bett und deckte Leila ordentlich zu.
Müde sah die Kleine ihn an und streckte ihm ihre kleinen Ärmchen entgegen.
Er umarmte sie und küsste sie dann auf die Stirn.
„Schlaf gut mein kleines Schneehäschen."
Flüsterte er ihr zu.
„Nacht Papa."
Flüsterte Leila verschlafen zurück.
Wie erstarrt blieb Tom stehen und sah das Mädchen an.
Es war das erst mal das sie ihn Papa genannt hatte. Bei den Worten hatte sein Herz einen kleinen Purzelbaum gemacht.
Das hatte er nicht erwartet.
Er lächelte und strich ihr vorsichtig durchs Haar, dann löschte er das Nachttischlicht und verließ das Zimmer.
Er ging zu Amelie und Sam ins Wohnzimmer und setzte sich zu den beiden auf die große Couch.
Wie so oft vor Weihnachten lief „Kevin - allein zu Haus".
Amelie und Tom hatten den Film natürlich schon öfters gesehen, doch Sam kannte ihn noch nicht.
Nach einer halben Stunde verabschiedete Tom sich von Sam da er zur Nachtschicht musste. Während er sich für die Arbeit fertig machte, kochte Amelie ihm noch eine Kanne Kaffee.
Sie wartete an der Tür auf ihn und reichte ihm die Kaffeekanne.
„Pass auf dich auf mein Schatz."  
Meine sie und gab ihm einen Kuss.
„Schlaft gut. Bis morgen früh."
Antwortete Tom und drückte seine Frau noch einmal an sich.
Dann nahm er die Kaffeekanne und verließ das Haus.
Auf der Wache grüßte er Gino der an der Eingangstheke stand und auf seine Ablöse wartete.
„Hoffentlich kommt Christian gleich, ich habe noch ein Date und will nicht zu spät kommen."
Meinte der Italiener und sah nervös auf die Uhr.
„Ein Date?"
Fragte Tom lachend.
"Bist du nicht viel zu alt für sowas?"
Empört sah Gino ihn an.
„Ich gebe dir gleich zu alt!"
Lachend ging Tom in den Keller zu den Umkleiden, um sich seine Dienstuniform anzuziehen.
Moritz und Murri waren bereits dabei sich umzuziehen.
Tom grüßte die beiden und zog sich um. Anschließend holte er seine Waffe und den Einsatzgürtel.
Zusammen mit den beiden Kollegen ging er zum Besprechungsraum zur Schichtübergabe. Christian erwartete sie schon. Gino war bereits davongeeilt, um pünktlich zu seiner Verabredung zu kommen.
„Also soweit war es heute ruhig.
Wie in den Tagen zuvor machen wir regelmäßig Streifen und suchen nach diesem Jakowaski.
Vergesst den Eigenschutz nicht, der Mann ist äußerst gefährlich.
Murri du fährst mit Tom, Moritz du mit Michael. Ilka und Paul ihr nehmt den dritten Streifenwagen.
Ich übernehme mit Martin die Wache. Kommt mir gesund wieder her."
Mit zustimmenden Murmeln erhoben die Kollegen sich und machten sich auf den Weg zum Streifenwagen.
„Ich bin mit fahren dran."
Meinte Murri und schnappte sich den Schlüssel des Streifenwagens.
Tom seufzte theatralisch auf.
„Bei deinen Fahrkünsten überleben wir die Nachtschicht doch niemals."
Murri lachte nur und zeigte ihm den Mittelfinger.
Die beiden fuhren los und begannen ihre Streife im Zentrum von Köln.
Es war Mittwochabend und das Wetter war, wie für den November typisch, sehr nass und kalt.
So war es nicht verwunderlich, das kaum noch jemand auf der Straße unterwegs war.
Bestimmt würde es eine ruhige Nacht werden.
Sie fuhren eine Stunde durch das Zentrum und hielten dann an einem Kiosk um sich einen Kaffee zu holen.
Tom funkte die Leitstelle an und meldete das sie eine kurze Pause machen würden.
Murri holte ihnen derweil Kaffee.
„Und wie hat Sam sich bei euch eingelebt?"
Fragte er Tom, nachdem er ihm den heißen Becher gereicht hatte.
„Es wird langsam. Bei uns Zuhause fühlt sie sich richtig wohl und ist entspannt.
Aber draußen hat sie noch ziemlich Panik. Nächste Woche soll sie das erst mal zur Schule gehen. Ich hoffe das klappt alles reibungslos."
Murri nickte verstehend.
„Erster Schultag, das ist immer aufregend. Mein Großer war letzte Jahr soweit. Ich glaub am Ende war ich viel aufgeregter als er."
Tom fiel in Murris Lachen mit ein.
Sie unterhielten sich noch ein wenig über die Kinder.
Murri war schon lange einer der besten Freunden von Tom.
Ein wenig war Tom immer neidisch auf Murri gewesen, weil der mit seiner Frau schon drei Kinder hatten während Tom und Amelie keine Kinder bekommen konnten, egal wie sehr sie es auch versuchten.
Doch das hatte er seinem Kumpel natürlich nie spüren lassen.
Mit den beiden Mädchen die nun in ihrem Haushalt lebten, hatte nun auch Tom endlich etwas über seine Kinder zu erzählen.
Nachdem sie die Pause beendet hatten, fuhren sie weiter Streife.
Gegen Mitternacht meinte Murri, dass sie doch mal zur Wache zurückfahren sollten.
Tom nickte und Murri bog in Richtung Wache ab.
In dem Moment meldete sich das Funkgerät.
„Leitstelle an alle Einsatzkräfte, Einbruch mit Täter vor Ort. In der Winkelstraße 34, Verdächtiger ist der bewaffnete Gregor Jakowaski. Eigenschutz beachten."
Wie erstarrte schaute Tom auf das Funkgerät. Murri reagierte sofort und schaltete das Blaulicht ein.
„34/2 an Leitstelle. Bleiben sie in Bereitschaft. Keine Alleingänge!"
Funkte sie Christian aus der Leitstelle an.
Tom schüttelte mit dem Kopf und griff nach dem Funkgerät.
„34/2 an Leitstelle haben Eintreffen in minus zwei. Wir beachten Eigenschutz."
Murri nickte bestätigend und bremste weniger als zwei Minuten später vor Toms Haus.
Die beiden stiegen aus und näherten sich vorsichtig dem Haus.
Die Haustür war geschlossen, aber es war Licht im hinteren Bereich des Hauses zu sehen.
Murri und Tom verständigten sich kurz, dass jeder um eine Seite des Hauses herum gehen würde.
Tom ging links entlang. Vorsichtig schaute er in die Fenster, konnte aber keine Personen entdecken. Mit dem Rücken zur Hauswand schaute er um die nächste Ecke.
Sofort fiel ihm auf, dass die Terassentür offenstand.
Auf der anderen Seite des Hauses lugte Murri vorsichtig hervor.
Tom nickte ihm zu und die beiden schlichen in Richtung Terassentür.
Kein Geräusch war aus dem Haus zu vernehmen. Tom vernahm nur sein eigenen Herz, das in seinen Ohren, viel zu laut pochte. Krampfhaft versuchte er jeden Gedanken an Amelie und die Mädchen zu verdrängen, jetzt musste er professionell sein um Murri und sich nicht in Gefahr zu bringen.
Murri verständigte sich kurz wortlos mit ihm und betrat dann das Haus.
Tom folgte ihm und sicherte die andere Seite des Wohnzimmers.
Die Terassentür war aufgebrochen worden, im Wohnzimmer herrschte ein absoluten Chaos. Sachen lagen herum und zu Toms Entsetzen fanden sie eine Menge Blut neben einem zerbrochenen Glastisch.
Während Murri schon an der Tür zum Flur wartete, schaute Tom noch in der Ecke hinter der Couch nach.
Plötzlich hörten sie ein Geräusch vor der Terassentür und gleichzeitig richteten die beiden Polizisten ihre Waffe zur Tür.
Doch sogleich ließen sie diese wieder sinken, als sie Moritz und Michael erkannten.
Die Kollegen nickten ihnen zu und betraten das Haus.
Leise verständigten sie sich, Moritz und Michael würde das Erdgeschoss und den Keller sichern.
Derweil würden Murri und Tom ins Obergeschoss gehen.
Tom ging voran, auch im Flur lagen Dinge herum und ein kleiner Schrank war umgefallen.
Er atmete noch einmal tief durch, schob die Bilder von seiner toten Familie, die ihm im Kopf herumgeisterten beiseite und strafte die Schultern.
Er musste sich nun konzentrieren und einen klaren Kopf behalten.
Langsam erklomm er die Treppe, dabei zielte er nach oben zum Ende der Treppe.
Die Holztreppe machte einen Bogen und endete in einem kleinen Flur von dem ihr Schlafzimmer, das Bad und die beiden Kinderzimmer abgingen.
Mit Murri in seinem Rücken schritt Tom in den ersten Raum.
Das Schlafzimmer war durchwühlt worden, so als ob jemand etwas gesucht hätte.
Kurz schaute Tom in allen Ecken nach, dann wandte er sich zur Tür wo Murri ihm Rückendeckung gab.
Er folgte Murri zum nächsten Raum. Das Badezimmer sah nicht ganz so schlimm aus wie die anderen Räume, doch auch hier war keine Person zu entdecken.
Das nächste Zimmer war Leilas Kinderzimmer. Auch hier schien eine Bombe eingeschlagen zu sein.
Tom durchsuchte den Raum, dabei hob er einige der Kleidungsstücke vorsichtig an.
Sein Magen verkrampfte sich jedes Mal, denn er erwartete den Körper der Kleinen vorzufinden. Doch es gab keine Spur von ihr.
Auch das Zimmer von Sam war völlig verwüstet aber keine Spur von den Mädchen.
"Sie sind nicht hier."
Flüsterte Tom. In seiner Stimme schwang eine Mischung auf Erleichterung und Angst mit.
Murri nickte nur und ging dann voran nach unten.
Michael kam gerade aus dem Keller nach oben. Er schüttelte den Kopf und steckte dann seine Waffe zurück in den Holster.
"Keine Spur von Amelie oder den Kindern. Bei euch?"
Fragte Moritz der hinter Michael die Treppe heraufgekommen war.
"Nichts. Alles verwüstet, aber kein Mensch zu sehen."
Erläuterte Murri. Zusammen gingen sie zurück ins Wohnzimmer.
Michael griff nach seinem Funkgerät und meldete der Leitstelle das sie keinen Täter vor Ort gefunden hatten.
"Mach bitte eine Fahndung auf nach Amelie Mayer, Leila und Sam Rudolphs.
Wir brauchen hier die Kripo und die Spurensicherung.
Eindeutige Einbruchsspuren und es ist Blut zu sehen."
Christian bestätigte aus der Leitstelle.
"Geht bitte einmal zum Nachbarn. Hausnummer 32.
Von dort wurde der Einbruch gemeldet, vielleicht hat der Nachbar etwas gesehen."
Tom starrte die ganze Zeit auf den Blutfleck der sich neben den Resten des Glastisch befand.
Bilder seine Frau und der beiden Mädchen geisterten durch seinen Kopf und er malte sich aus, was ihnen alles schreckliches zugestoßen sein konnte.
"Wir machen das."
Meinte Murri und schon Tom in Richtung Terassentür.
Sie gingen hinüber zu Toms Nachbarn.
In dem kleinen Bungalow wohnte ein nettes älteres Ehepaar, die Westphals.
Tom und Amelie hatten ein sehr gutes Verhältnis zu den Nachbarn.
Tom klingelte und es dauerte nicht lange bis Bernd Westphal öffnete.
"Tom! Gut das du da bist.
Die Kinder standen ganz aufgelöst vor unserer Haustür, wir sollten die Polizei rufen weil jemand bei euch einbrechen würde.
Meine Frau schafft es gar nicht Samantha zu beruhigen.
Ich hoffe es ist alles in Ordnung bei euch, geht es Amelie gut?"
Etwas Erleichterung machte sich in Tom breit.
"Die Mädchen sind hier?"
Fragte er und man konnte ihm die Erleichterung anhören.
Bernd nickte und winkte sie hinein.
Im Wohnzimmer saßen Leila, Sam und Isabell Westphal.
Sam schluchzte in ihre Hände und zitterte am ganzen Körper.
Leila saß stumm daneben und schaute mit großen, ängstlichen Augen zu Tom.
Die Kinder hatten beide nur ihre Schlafanzüge an, Isabell hatte ihnen eine Decke umgelegt.
Leila sprang von der Couch hinunter und lief zu Tom.
Der nahm sie in den Arm und drückte das Mädchen an sich.
Einige Minuten kniete er so am Boden, dann drückte er Leila ein Stück von sich und sah sie prüfend an.
"Geht es euch gut? Ist euch etwas passiert?"
Leila nickte und schüttelte dann den Kopf.
"Amelie hat uns weggeschickt. Es war jemand an der Terassentür, der wollte ins Haus kommen."
Erklärte die Kleine. Tom drückte sie wieder an sich, hob sie dann hoch und trug die Kleine zur Couch.
Sam konnte sich noch immer nicht beruhigen, sie atmete viel zu schnell und zitterte wie Espenlaub.
"Ruf am besten mal einen RTW her."
Meinte Tom leise zu Murri und setze sich dann mit Leila auf dem Arm neben Sam.
Vorsichtig streichelte er beruhigend ihren Rücken und redete auf sie ein.
So saßen sie da, bis nach zehn Minuten Sirenen draußen zur hören waren.
Franco und Florian betraten in ihrer Einsatzmontur das Wohnzimmer.
Kurz schilderte Tom ihnen was soweit er wusste passiert war.
Die beiden kümmerten sich um Sam.
Da sie völlig aufgelöst und in Panik war mussten sie ihr ein Beruhigungsmittel geben und sie mir zur Klinik nehmen.
Tom wollte sie mit Leila zusammen begleiten, es war ihm lieber, wenn auch das jüngere Mädchen einmal durchgecheckt wurde.
Murri versprach ihm, sich um alles zu kümmern.
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