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2020 07 23: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue [by Rosalie18]

Kurzbeschreibung
OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
23.07.2020
23.07.2020
1
1.546
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Dieses Kapitel
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23.07.2020 1.546
 
Tag der Veröffentlichung: 23.07.
Zitat: „Ich will nicht sagen weinet nicht, denn nicht alle Tränen sind von Übel.“ – Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs
Titel der Geschichte: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue
Autor:  Rosalie18
Hauptcharaktere: Hermione Granger, Draco Malfoy
Pairing: Hermione x Draco
Kommentar des Autors: Ein weiterer OS über Hermione x Draco. Ich schreibe gerade sehr gerne über sie.



Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue

Hermione freute sich nach einem stressigen Arbeitstag auf einen entspannten Abend mit ihrem Freund. Sie stutzte als sie bei Rons Wohnung ankam, diese aufschloß und eine Spur Rosenblätter entdeckte, die in Richtung Schlafzimmer führte. Ihr Herzschlag erhöhte sich und schlug ihr fast bis zum Hals. Sollte es jetzt wirklich so weit sein? Sollte Ron ihr endlich den lang ersehnten Heiratsantrag machen? Hermione wünschte es sich. Es war einfach an der Zeit den nächsten Schritt zu machen. Schließlich waren sie schon über vier Jahre ein Paar.

Ihre Hand zitterte, als sie die Klinke hinunterdrückte, die Tür öffnete und das Zimmer betrat. Kerzen tauchten das Schlafzimmer in ein romantisches Licht. Leise Musik untermalte die Stimmung und Hermione traten Tränen der Rührung in die Augen. Ron wollte ihr wirklich einen Antrag machen. Endlich.

Doch als ihr Freund sie erblickte, entgleisten seine Gesichtszüge. „Du? Was machst du hier?“ In seiner Stimme vernahm sie keine Freude über ihr Auftauchen. Ein ungutes Gefühl, die nicht erwartete Person zu sein, machte sich in ihr breit. Ron wollte ihr gar keinen Antrag machen. Diese Erkenntnis traf sie mit voller Wucht. Er hatte eine Andere. Wie hatte sie nur so dumm sein und das nicht merken können? Weil sie es vielleicht nicht hatte merken wollen? Die Beziehung mit Ron war so herrlich gemütlich und bequem gewesen. Vielleicht hätte sie nicht so viel arbeiten sollen? Vielleicht. Doch das spielte jetzt keine Rolle mehr. Ihre Beziehung war nun Geschichte. Sie spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen, doch sie würde sich nicht die Blöße geben und anfangen zu weinen. Nein, sie würde nicht hier und jetzt weinen.

„Ich wollte dich überraschen, aber anscheinend erwartest du wohl jemand anderen. Mach’s gut“, sagte Hermione mit gefasster Stimme, was ihr nicht gerade leicht fiel und apparierte. Sie wollte einfach nur weg.

Als sie endlich mit einem Plopp an der Appariergrenze von Hogwarts ankam, schlug sie den direkten Weg zu ihrer Wohnung ein, als sie diese erreicht hatte, brachen bei der jungen Hexe alle Dämme und die Tränen rollten nur so über ihre Wangen. Jetzt ließ Hermione sie zu. Sie rollte sich auf ihrer Couch zusammen. Wie hatte sie nur so dumm sein können? Die Erkenntnis, dass Ron sie nie wirklich geliebt hatte, schmerzte sie. Wie konnte er ihr das nur antun? Erneut rannten Tränen ihre Wangen hinab. Alkohol. Sie brauchte jetzt dringend ganz viel Alkohol. Hermione wollte sich betrinken und für einen Moment vergessen was passiert war. Dabei nahm sie den Kater am nächsten Tag in Kauf.

Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes ließ sie ihre Tränenspuren verschwinden und verließ ihre Wohnung. Sie hatte das Schloss beinahe ungesehen verlassen, als sie auf Draco Malfoy traf. Ausgerechnet. Damit dass der Slytherinprinz einmal wie sie Lehrer auf Hogwarts werden würde, hatte Hermione niemals gerechnet. Sie hatte vor vier Jahren nicht schlecht gestaunt, als sie gemeinsam angefangen hatte, sie als Professorin für Verwandlung und der Malfoy-Spross als Professor für Zaubertränke. Natürlich sparte der Blonde seitdem nicht mit bissigen Kommentaren. Sie ignorierte ihn und seine Kommentare meistens soweit es ihr möglich war, da sie ja beide Hauslehrer waren, sie bei Gryffindor und er bei Slytherin. Gefühlt jeden Tag gab es Diskussionen über ungerechtfertigt abgezogene Hauspunkte. Doch mit den Jahren hatten sowohl Hermione, als auch Draco, Gefallen an diesen Diskussionen und kleinen Streitereien gefunden und sie schätzten sich, auch wenn sie das niemals zu geben würden.

„Hallo Granger. Du sahst auch schon mal frischer aus“, war seine Begrüßung. Hermione schnaubte. Darauf konnte sie heute getrost verzichten.

„Malfoy, so charmant wie immer. Du weißt wirklich was Frauen hören wollen“, konterte die Löwin.

„Natürlich weiß ich das. Zu dir doch immer“, sagte er mit einem Zwinkern.

„So gerne ich unsere Geplänkel sonst auch immer genieße, heute steht mir einfach nicht der Sinn danach. Ich will mich jetzt einfach betrinken.“ Sie wollte sich an ihm vorbeischieben, doch Draco hielt sie auf.

„Warte. Ich leiste dir dabei sehr gerne Gesellschaft.“ Hermione zog eine Augenbraue nach oben und blickte den Slytherin verwundert an. Er lud sie ein sich gemeinsam zu betrinken? Sie suchte in seinem Gesicht nach einer Spur Gemeinheit. Doch sie fand nichts. In seinen grauen Augen konnte sie nur Freundlichkeit erkennen. Davon war die Hexe total verwundert und auch sichtlich überrascht. Aber sie gab sich einen Ruck, denn eigentlich mochte sie Dracos Gesellschaft, auch wenn sie ihm das natürlich nicht auf die Nase band, damit er sich sonst noch was drauf einbildete. Dass er ein sehr großes Ego hatte, war ihr schon seit dem ersten Tag, an dem sie sich kennenlernten, bekannt.

„Von mir aus gerne“, erwiderte sie mit einem Lächeln und wollte Richtung Tür gehen, doch erneut hielt Draco sie auf.

„Wo willst du hin?“, fragte er sie.

„Wir wollen doch etwas trinken gehen?“ Jetzt war Hermione leicht verwirrt.

„Wollen wir, aber ich habe nicht vor Hogwarts zu verlassen“, beantwortete er ihre Frage. Es dauerte einen Moment bis der Sickel bei ihr fiel.

„Du lädst mich in deine privaten Räume ein!“, entfuhr es Hermione entgeistert. In den vier Jahren, wo sie jetzt bereits Kollegen waren, hatte sie seine privaten Räumlichkeiten nicht von innen gesehen. Aber neugierig war sie immer schon gewesen und jetzt bekam sie die Chance. Natürlich würde sie sie ergreifen.

„Ja, genau das tu ich. Wollen wir dann Professor Granger?“

„Ja, Professor Malfoy“, grinste sie und folgte Draco. Mit staunenden Augen sah sie sich in seiner Wohnung um. Jetzt war sie also in der Höhle der Schlangen und so schlimm wie Hermione es sich vorgestellt hatte, war es dennoch nicht. Obwohl die vorherrschenden Farben Grün und Silber waren, war die Atmosphäre nicht kalt.

„Hast du nicht erwartet“, kam es von dem blonden Zauberer und anhand ihrer Reaktion wusste er, dass er sie ertappt hatte, aber das nahm Draco seiner Kollegin nicht übel. Sie gingen zu der Sitzecke und Hermione nahm auf der grünen Couch Platz, während Draco sich auf einen der beiden Sessel setzte.

„Was darf’s zu trinken sein?“

„Rotwein, wenn du hast?“, stellte sie ihm eine Gegenfrage, da sie nicht wusste, ob er über Muggelgetränke verfügte.

„Ich kann dir einen Château Grand Puy Lacoste 5ème Cru Classé 2011 anbieten.“

Schon der Name ließ verlauten, dass es sich um einen sehr teuren Rotwein handelte, aber sie hatte es nun einmal mit einem Malfoy zu tun und bei dieser Familie spielte Gold nun einmal keine Rolle. Sie nickte und im nächsten Moment stand eine Flasche des teuren Rotweins auf dem Tisch samt Glas und für Draco ein Glas Feuerwhisky. Hermione und Draco stießen an und tranken einen Schluck.

„Was ist passiert?“, fragte er plötzlich und unerwartet. Eigentlich hätte sie sich ja denken können, dass er sie auf ihre Verfassung ansprechen würde. Was sollte sie antworten? Eigentlich wollte sie ihr Liebesleben und das Beziehungsaus mit Ron nicht vor Draco ausbreiten, aber andererseits würde es ihr mit Sicherheit gut tun, wenn sie mit jemanden reden würde. Eigentlich wäre Ginny normalerweise die erste Anlaufstelle, aber sie und Harry befanden sich gerade im Liebesurlaub auf Madeira, da wollte sie ihre beste Freundin nicht stören.

„Ich dachte Ron würde mir endlich einen Antrag machen und habe mich schon gefreut, als ich heute seine Wohnung betreten habe, doch weit gefehlt, er wollte zwar einen Antrag machen, aber nicht mir. Ron hatte anscheinend nebenbei noch eine andere Beziehung. Ich weiß nicht, wieso er noch mit mir zusammen war, wenn er mich anscheinend nicht mehr geliebt hat …“. Hermione brach ab und Tränen rannen ihre Wangen hinab. Unbemerkt hatte sie angefangen zu weinen.

Draco stand auf, setzte sich neben sie und zog sie in seine Arme. Sachte streichelte er ihr über den Rücken. „Scht, ist ja gut. Lass die Tränen zu. Auch wenn er deine Tränen eigentlich nicht wert ist. Aber sie helfen dir mit dem Schmerz fertig zu werden und über ihn hinweg zu kommen.“

Mit solchen Worten aus Malfoys Mund hatte sie niemals gerechnet. Er hatte sich in den letzten Jahren wirklich verändert.



+++




Draco betrat Hermiones Wohnung und hörte ein leises Schluchzen aus dem Wohnzimmer. Schnell beeilte er sich zu seiner Freundin zu kommen und fand sie auf der Couch sitzend und einen Film schauend. Erleichterung erfasste ihn, dass sie nur wegen eines Filmes weinte.

Er setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm. Ihm ging es nicht in den Kopf, wieso man wegen eines Filmes weinte. Das war wohl nur ein Frauenthema.

„Hallo mein Schatz“, begrüßte er sie und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.

„Hallo Darling“, schniefte sie. Er wischte ihr die Tränen weg. Hermione kuschelte sich in seine Arme, er gab ihr einen Kuss auf die Haare und gemeinsam schauten sie den Film zu Ende.


~*~






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Diese Geschichte passt wirklich super zum Zitat. Eine tolle Umsetzung.

Eure lula-chan
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