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Mirana Potter - Die wahre Auserwählte?

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12
Charlie Weasley James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Severus Snape
23.07.2020
15.08.2020
31
57.029
9
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10.08.2020 2.196
 
Es war Vollmond. Der Friedhof in Godric's Hollow lag still und verlassen da. Die rötlich braunen Blätter raschelten im kalten Nachtwind. Es war der 31. Oktober. Ein Mittwoch. Ein Tag, der meine Abwesenheit auf jeden Fall bemerkbar machen würde. Bereits früh am Morgen war ich aufgebrochen, um das Grab meiner Elter zu besuchen. Seit meiner Ankunft am Morgen, hatte ich einen Heulkrampf nach dem anderen bekommen. Seit dem Vorfall vor einer Woche hatte sich mein Zustand wieder verschlimmert. Ich habe meine Eltern erneut sterben sehen. Die alten Wunden kamen wieder zum Vorschein und meine jahrelangen Versuche, die Trauer zu überwinden, wurden komplett zunichte gemacht. Ich stand wieder bei Null da. Ich kam kaum noch zum Unterricht, denn die sorgenlosen Gesichter meiner Mitschüler machte mich wütend vor Neid. Selbst meine Freunde hatte ich von mir gestoßen. Ich ertrug ihre vom Mitleid überschwemmten Blicke nicht. Nur bei Charlie zwang ich mich stark zu sein. Oder wenigstens so auszusehen als würde ich stärker sein, als ich es in Wirklichkeit war. Doch Charlie kannte mich bereits zu gut und brachte das Thema immer wieder unbewusst auf, sodass ich die Tränen nicht mehr zurück halten konnte.

Und nun saß ich hier vor dem Grabstein, wie ich es jedes Jahr tat. Ich hatte mich nicht ein einziges Mal bewegt oder etwas gesagt.

Spät am Abend, als die Kälte die Überhand gewann und meine Lippen so trocken waren, dass ich mich nach einem großen Glas Wasser sehnte, stand ich auf, völlig unterkühlt und mit, vom Weinen geschwollenen Augen. Taub von der Kälte lief ich den dunklen Weg zwischen den Gräbern entlang. Vor drei Jahren hatte man mir einen Portschlüssel installiert, der mich zum Friedhof und wieder zurück brachte.

Am Rande der Ländereien von Hogwarts kam ich wieder an und lief halb blind zum Schloss hoch.

Im Gemeinschaftsraum traf ich auf Charlie, der wohl auf der Couch eingeschlafen war. Er wachte auf, als ich eintrat und sprang auf. „Wo zum Teufel warst du?!" Ich war viel zu schlecht gelaunt, um ihm auch nur annähernd freundlich zu antworten. „Das geht dich nichts an!" grummelte ich also nur, verbarg mein Gesicht und lief an ihm vorbei. Charlie griff mich jedoch am Arm und drehte mein Gesicht zu ihm um. „Du hast geweint." Stelle er fest. Dankbar nahm ich das Taschentuch an, das er mir reichte. Nach etwa einer halben Stunde, hatte ich mich einigermaßen beruhigt und mein Gesicht sah auch wieder einigermaßen normal aus. Ich hatte gierig die Sandwiches gegessen und ein riesiges Wasserglas getrunken, das Charlie mir aus der Küche geholt hatte. „Du warst bei deinen Eltern, nicht war?" sagte er und ich verschluckte mich prompt an einem Schluck Wasser. „Du musst wissen, dass ich etwas nachgeforscht habe. Du heißt gar nicht Evans." Charlie hatte weiter gesprochen, nachdem ich mich von meinem Hustanfall erholt hatte. Ich hatte Angst, worauf Charlie hinaus wollte. Hatte er wirklich herausgefunden wer ich war? „Du bist Harry Potters Schwester, oder?" Er flüsterte die Worte nur, doch trotzdem trafen sie mich, als hätte er sie durch ganz Hogwarts geschrien. Ich saß da, unfähig mich zu bewegen, geschweige denn, etwas zu sagen. „Ich kann verstehen, dass du nicht darüber reden willst. Ich würde es an deiner Stelle auch nicht tun." Er stand von der Couch auf, auf der wir bis eben noch gemeinsam saßen. Er lief zu seinem Schreibtisch, reichte mir einen Umschlag und sagte: „Hier. Der ist von Dumbledore." Charlie zog sich in sein Schlafzimmer zurück und schloss leise die Tür. Er war mir mit einem Mal völlig egal. Hier war ein Brief von Dumbledore! War er etwa zurück? Ich öffnete neugierig den Brief und zog mehrere schwere Blätter heraus.

Liebe Mirana,

ich habe erfahren, dass Du auf der Suche nach den fehlenden Seiten aus dem Tagebuch Deiner Mutter bist.

Ich habe mich ein wenig in Eurer alten Wohnung umgesehen, und tatsächlich etwas Interessantes gefunden.

Ich erwarte Dich nachher, um 23:30 Uhr in meinem Büro.

Mit freundlichen Grüßen

Albus Dumbledore

Aufgeregt legte ich den Brief beiseite und nahm das Bündel aus leicht vergilbten Blättern zur Hand. Es waren tatsächlich die fehlenden Seiten, denn ich erkannte die Schrift meiner Mutter. Schnell holte ich das Tagebuch aus meinem Zimmer. Die Blätter waren sauber herausgerissen worden, doch es bestand kein Zweifel. Das Tagebuch war nun vollständig. Ich nahm den ersten Eintrag zur Hand.

*1. November 1972

Gestern war das Winterfest. Ich hatte eigentlich nicht vor gehabt hin zu gehen... doch Alice wollte unbedingt, dass ich mitkomme. Ich kann mich kaum noch an den Abend erinnern. Das Einzige, das ich noch weiß ist, dass mein Kürbissaft etwas seltsam geschmeckt hat. Ich habe Alice gefragt was passiert ist, und sie sagte mir, dass ich gegangen bin, weil es mir nicht gut ging. Also doch der Kürbissaft! Ich kann mich an den Abend nicht erinnern... doch bin ich gewiss nicht zum Gryffindor Gemeinschaftsraum gelaufen... Ich bin aufgewacht, heute morgen, so um 7 Uhr. Doch nicht etwa in meinem Bett. Nein! Ich bin in einem Bett im Raum der Wünsche aufgewacht. Nackt! Neben IHM!!! Ich weiß nicht was passiert ist, oder OB etwas passiert ist. Ich bin gegangen bevor ER aufwachen konnte. Mir ist das mehr als peinlich, doch Alice hat mir versichert, dass ER ganz schön betrunken war. Ich hoffe, dass er sich nicht daran erinnert... ich habe Alice nichts davon erzählt. Ich möchte nicht, dass irgendjemand davon erfährt. Ich wette, dass etwas mit dem Saft nicht in Ordnung war...

*11.November 1972

Die Winterfeier hatte wohl doch mehr Auswirkungen, als zunächst gedacht... Dem Merlin sei Dank hatte niemand davon erfahren. Selbst ER weiß nicht, dass etwas passiert ist. Ich gehe IHM, soweit es eben geht, aus dem Weg. Mir ist das alles immer noch mehr als peinlich! Zu allem Übel habe ich aber heute noch etwas erfahren... Ich bin schwanger! Mit 14! Wie konnte so etwas nur passieren?! Ich habe es Dumbledore erzählen müssen und er will mir helfen. Doch damit löst sich das Problem auch nicht! Ich will das Kind zur Welt bringen, denn es kann ja nichts dafür. Es ist nur ein unschuldiges Lebewesen, das es verdient hat leben zu dürfen. Ich weiß nur nicht, wie ich das vor meinen Mitschülern geheim halten soll! Besonders vor IHM. Und wo soll das Kind aufwachsen? Ich muss doch zur Schule... Ich will es nur ungern bei meiner Familie lassen, denn ich will nicht, dass meine Schwester davon erfährt. Petunia hält so schon nicht all zu viel von mir und der Zauberwelt. Das Kind wird ein Zauberer oder eine Hexe werden. Da bin ich mir sicher.

*2. Januar 1973

Die Ferien sind nun vorbei und der Schulalltag hat wieder begonnen. Ich musste in Hogwarts bleiben, denn mit einem Spruch kann man das meiste zwar vertuschen, aber nicht außerhalb von Hogwarts. Deshalb musste ich meiner Familie eine Grippewelle vorgaukeln. IHM gehe ich immer noch aus dem Weg. Ich versuche so gut es geht weiter zu machen wie bisher, doch es fällt mir zunehmend schwerer mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Ich weiß immer noch nicht wo das Kind aufwachsen soll!

*11. April 1973

Es wird ein Mädchen! Heute habe ich es erfahren. Ich weiß noch keinen Namen, aber ich habe ja noch etwas Zeit...

*3. Juni 1973

Ich habe immer noch niemanden gefunden, bei dem meine kleine Hexe aufwachsen kann. Und ich habe nur noch einen Monat! JAMES wollte mich heute zur Rede stellen. ER ist es leid, dass ich IHM aus dem weg gehe. ER wollte die Wahrheit erfahren. Dann wurde mir alles zu viel. Die Tatsachen, dass ich kaum noch schlafe, dass ich immer noch nicht weiß wohin mit dem Kind und, dass ich mit niemandem darüber reden kann, haben mich schließlich zum Weinen gebracht. Diese verdammten Hormone! Also habe ich James alles erzählt. Ich weiß im Nahhinein gar nicht mehr wieso... aber es hat mir echt gut getan. Dann wurde ich richtig sauer auf JAMES, denn er war es, der mir Vergiss-jetzt-Drops in meinen Saft getan hat! Naja... ER und SIRIUS hatten es getan. Eigene Erfindung, meinten sie. Ganz toll! JAMES hat dann angefangen zu weinen und ER hat mir erzählt wie leid es ihm doch täte. ER wollte es wieder gut machen und hat vorgeschlagen, dass sich seine Eltern um das Kind sorgen können. ER weiß zwar auch nicht wie ER es ihnen sagen soll, aber ich find die Idee toll. JAMES will, dass ich bei IHM wohne in den Ferien. Dann lerne ich SEINE Familie kennen und meiner Familie muss ich erstmal nicht unter die Augen treten. Auch Dumbledore findet die Idee toll, meint aber, dass sich JAMES als Vater ausgeben soll. ER will es tun, denn ER fühlt sich schuldig. Zu Recht! Ich weiß noch nicht wie ich das finden soll, aber besser JAMES POTTER als ER...

*14.01.1973

Heute war es dann soweit! Die kleine Mirana wurde geboren! (Der Name kommt von James) Seine Eltern sind wahnsinnig freundlich und unterstützen mich wo sie nur können. Ich bin James sehr dankbar und ich werde ewig in seiner Schuld stehen. Ich habe ihm vergeben. Klar, es war total bescheuert von ihm, dass er diese blöden Drops in mein Getränk getan hat, aber ich habe so das schönste Geschenk auf Erden bekommen: Meine kleine Mirana! Wenn die Schule wieder los geht, werden James und ich an den Wochenenden vorbeischauen. Ich gebe ihm dann „Nachhilfe". James ist ganz verschossen in die Kleine! Er sitzt gerade auf der Couch mit der noch wenige Stunden alten Mirana im Arm. Ein so süßer Anblick! Er wird ein besserer Vater sein, als es ER je sein könnte. Ich werde es Mirana eines Tages erzählen. Wenn sie alt genug ist um es zu verstehen. Ich will ihr klar machen, dass James das Beste für sie ist. Sie hat nur das Beste verdient. SEVERUS SNAPE, Miranas wahrer Vater, könnte sie bestimmt nie so in den Schlaf wiegen, wie es James gerade tut.

Ich werde die Seiten aus meinem Tagebuch entfernen und sicher verstecken. James hatte mir irgendetwas über eine Perina Smith erzählt. Irgend so eine Möchtegern-Wahrsagerin. Sie ist der lächerlichen Annahme, dass Mirana sterben wird. Wegen so einem dunklen Zauberer! Ich werde das auf keinen Fall zulassen! Um sie zu schützen, haben James und ich entschieden, dass Mirana fern von der Öffentlichkeit aufwachsen soll. Niemand soll erfahren wer sie ist. Ich will meine Schatz beschützen!

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Tränenüberströmt las ich die letzten Zeilen. Immer und immer wieder. Endlich hatte alles einen Sinn! Wieso ich nicht die sein konnte, die ich eigentlich war. Und wer soll dieser dunkle Zauberer sein? Voldemort etwa? Und das Schlimmste: SEVERUS SNAPE soll mein Vater sein? NEIN! Das kann nicht sein!! Das darf einfach nicht wahr sein! Ich schluchzte verzweifelt auf und vergrub mein Gesicht in meine Hände. All die Jahre! All die Erinnerungen an James! Das alles war eine Lüge! James war der beste Vater, den ich mir nur vorstellen konnte. Und jetzt erfuhr ich, dass ich die Gene dieses... dieses Typen hatte!? Leise öffnete sich Charlies Zimmertür, doch ich ignorierte es gekonnt. Hoffentlich verschwand er gleich wieder. Doch Irrtum. Er setzte sich leise neben mich auf die Couch und strich mir über den Rücken. Kraftlos lehnte ich mich an ihn. Es war mir egal, was er jetzt von mir hielt. Er drückte mich an sich und legte sein Kinn auf meinen Kopf. „Es ist alles gut!" Nein verdammt! Es ist nicht alles gut! „Willst du es mir erzählen?" fragte er sachte und ich krallte das Blatt und schmiss es neben ihn. Leise las er den zerknitterten Eintrag und drückte mich noch fester, als er die letzten Zeilen las. „Ich hatte also recht. Du bist Harry Potters... naja Halbschwester. Was willst du jetzt tun?" Ja gute Frage. „Wenn ich das wüsste!" schniefte ich. Ich genoss Charlies Wärme. Ich fühlte mich bei ihm wahnsinnig geborgen. Ich wünschte er würde mich nie wieder loslassen. „Kommst du mit mir?" fragte ich und schniefte erneut. „Wohin?" „Dumbledore will mit mir reden, um halb 12. Ich will nicht alleine gehen. Was wenn... wenn Snape auch dort ist?" Ich werde nie wieder in Zaubertränke gehen können. „Er ist nun mal dein Vater Mirana. Denkst du nicht, dass er es verdient hat zu erfahren, dass er eine Tochter hat? Und hey.. sei froh dass du seine Nase nicht geerbt hast" Ich lachte. Ja, das wäre doppelt schlimm. Mindestens. „Ich hasse es wenn du Recht hast." Er lachte erneut. „Ich komme mit, wenn du mir versprichst, dass du Snape eine Chance gibst." Lange grummelte ich, bis ich schließlich ein: „Okay..." von mir gab. „Wir haben noch 15 Minuten." Sagte er und ich ließ mich wieder an ihn lehnen. Wenn wir noch etwas Zeit haben, will ich das auch ausnutzen.

Eine viertel Stunde später, machten wir uns auf de Weg in Dumbledores Büro. Das Schloss war dunkel und verlassen. Würde Snape... würde MEIN VATER da sein? Ist er so ein schlechter Vater, wie meine Mutter gedacht hat er würde einer sein? All diese Fragen und noch tausende mehr schossen mir durch den Kopf, während wir durch die Schule liefen. An Dumbledores Tür hörte ich Stimmen, dann klopften wir.
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