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Mirana Potter - Die wahre Auserwählte?

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Charlie Weasley James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Severus Snape
23.07.2020
15.08.2020
31
57.029
9
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 1.496
 
Am nächsten Tag bekam ich mein Tagebuch zum Glück wieder. Nach dem Frühstück beriet ich mich mit Amelie und Swenja. Ich brauchte dringend ihren Rat und deshalb trafen wir uns in meinem Gemeinschaftsraum. Charlie war zum Glück unterwegs, denn ich war immer noch sauer wegen seiner Aktion gestern. Ich begann also meinen Freunden über das Tagebuch meiner Mutter zu erzählen. „Das heißt, deine Mutter war erst 14 als du geboren wurdest?!" Amelie wirkte geschockt. „Ja, offensichtlich. " sagte ich leicht genervt. „Das Problem ist nur, dass meine Eltern damals noch nicht zusammen waren." „Vielleicht hatte sie einfach schon mal eine Affäre oder so." Überlegte Swenja. „Das denke ich eher nicht. Meine Mutter hat damals meinen Vater gehasst." Wir kamen nicht wirklich weiter. „Wo bist du dann bitte aufgewachsen? Ich meine, wenn ein Baby in Hogwarts herum krabbelt, dann hätte man doch davon gehört, oder nicht?" Amelie lachte auf. „Keine Ahnung. Erinnern kann ich mich jedenfalls nicht mehr."

Das Gespräch mit meinen Freunden hatte mich also nicht weiter gebracht. Es war alles sehr mysteriös, und es ließ mir auch keine Ruhe. Nachts lag ich stundenlang wach und überlegte. Ach! Wenn ich sie doch einfach fragen könnte! Oder wenigstens Dumbledore, aber der war zur Zeit nicht in Hogwarts. Ich verzweifelte. Mein ganzes Leben war eine Katastrophe! Es bestand aus Verheimlichung, Unwissenheit und Lüge! Ich hätte einfach alles dafür gegeben eine normale Kindheit zu haben. Doch es war nun mal wie es war, und es lag an mir damit klar zu kommen.

Nur der Unterricht und meine Aufgaben als Schülersprecher lenkten mich von dem Tagebuch ab. Wir hatten dieses Jahr einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Professor Delarry. Er war klein, trug abgefetzte Klamotten und hatte einen kleinen weißen Ziegenbart. Früher hatte er im Auftrag des Ministeriums als Fluchbrecher gearbeitet. Seine Spezialität? Doxys und Wichtel und genauso sah er auch aus. Wie jemand den alles Größere überfordern würde.

Es war nun schon die dritte Stunde bei Professor Delarry und dieses Mal schob er eine alte Kommode ins Klassenzimmer, die unendlich viele Schubladen hatte. „Guten Tag Siebtklässler." Sagte er und lächelte in die Runde. „Heute habe ich den gesamten Jahrgang eingeladen, als Vorbereitungen für eure UTZ Prüfungen dieses Jahr. Fangen wir also an." Er räusperte sich und drehte sich zur Kommode um. „Dies ist eine Kommode, aber keinesfalls eine Gewöhnliche! Dieses alte Schränkchen hier stammt aus einer Reinblüterfamilie und ist zu 95% verflucht. Also nehmt euch in acht! Gleich werden einige von euch eine Schublade öffnen und ihr Können aus sechs Jahren vorführen. Nun gut! Fangen wir an. Mrs. McDiller. Sie zuerst bitte." Swenja schritt auf die Kommode zu und öffnete die erste Schublade. Einen Moment geschah nichts, dann, wie aus dem Nichts, flogen ein Dutzend Wichtel aus der Kommode und steuerten auf Swenja zu. Sie handelte schnell und zückte ihren Zauberstab: „Imobilus!" rief sie und die nervigen Wichtel blieben in der Luft stehen. „Bravo Mrs. McDiller!" rief Professor Delarry und klatschte anerkennend. Der Rest tat es ihm nach und der nächste war an der Reihe. So ging es etwa eine halbe Stunde, dann rief er mich auf: „Mrs. Evans kommen sie nah vorne, bitte!" Langsam schritt ich auf die Kommode zu, die Blicke meiner Mitschüler im Rücken. Langsam bückte ich mich und zog vorsichtig an einem unteren Knauf. Eine staubige Rauchwolke stürmte aus der Schublade und baute sich vor mir auf. Die Wolke drehte sich, bis sie immer schneller und schneller wurde. Vor Schreck viel ich auf den Boden und krabbelte panisch ein paar Meter nach hinten. Der Wirbel nahm eine Gestalt an. „Mirana!" stöhnte sie verzweifelt. Die Gestalt teilte sich und plötzlich standen meine Eltern vor mir. Auf dem Arm meiner Mutter Harry. Mein Vater lächelte erst, dann wurde er grün erleuchtet und viel schreiend in sich zusammen. Meine Mum setzte Harry ab, nahm ihn ein letzte Mal in den Arm und wurde wie mein Vater zuvor grün erleuchtet. Harry weinte und seine Augen füllten sich mit Angst. Ich schrie und kauerte auf dem Boden während ich Harry ansah. Bevor jemand Harry und seine Narbe erkennen konnte schrie jemand hinter mir: „Ridikulus!" und ich vernahm die Stimme von Charlie. Meine Familie verschwand. Charlie kam auf mich zu und flüsterte mir beruhigende Worte ins Ohr die ich jedoch nicht verstehen konnte. Er nahm mich am Arm und stellte mich auf meine Füße. Schluchzend warf ich mich ihm um den Hals, völlig gleichgültig was wohl die anderen davon hielten. Charlie löste sich von mir und reichte mir ein Taschentuch. "Danke." flüsterte ich, konnte ihm jedoch nicht in die Augen sehen. Über Charlies Schulter sah ich meine Mitschüler stehen, die immer noch mit offenen Mündern dastanden. Einige verließen nun leise den Saal und auch Professor Delarry schob seine blöde Kommod zurück in sein Büro und ließ sich nicht mehr blicken. „Ey Evans!" rief ein Slytherin aus meinem Jahrgang. „Was war das denn für eine Show? Hast du keine Eltern mehr? Awwww!" rief David Heather komplett sarkastisch. Immerhin hatten sie Harry nicht erkannt. Charlie lief jedoch puterrot an und lief mit großen Schritten auf ihn zu. Er nahm ihn am Kragen und zischte etwas, das ich nicht verstehen konnte. Davis bekam es mit der Angst zu tun und rannte panisch aus dem Klassenzimmer, hinter ihm sein dämliches Gefolge. Charlie blieb noch ein paar Sekunden mit geballten Fäusten stehen, bis er sich zu mir umdrehte und auf mich zu kam. „Mirana?" Charlie sah mich an, doch antworten konnte ich nicht, denn ich war mit der kompletten Situation überfordert. Ja, ich hatte meine Eltern erneut sterben sehen und das hatte mich echt fertig gemacht.

Doch was mich gerade viel mehr beschäftigte war Charlie. Er hatte gerade etwas gemacht, was ich nie im Leben für möglich gehalten hätte: 1. hatte er mich rechtzeitig gerettet, bevor der ganze Jahrgang womöglich meine Identität erfahren hätte. 2. hatte ich ihn umarmt, und er hatte keinen noch so kleinen fiesen Kommentar dazu geäußert, so wie er es sonst immer tat. Und 3. hat er mich vor David beschütz und verteidigt. Obwohl das alles so banal klingt, war ich doch baff. Seit ich mit ihm zum Schulsprecher ernannt worden war, benahm er sich so... anders. Er zeigte sich nun von einer völlig anderen Seite. Eine Seite, an der ich gerade sehr gut verstehen konnte, warum er der Frauenheld der Schule war. Meine Güte konnte dieser Typ hilfsbereit sein wenn er wollte. Ich antwortete nicht. Amelie und Swenja kamen langsam auf mich zu und zogen mich von Cahrlie weg. Sie brachten mich in meinen Schlafsaal, wo ich mich richtig ausheulte und schließlich irgendwann erschöpft einschlief.

Ein paar Stunden später erwachte ich wieder. Es war bereits dunkel, nur der Mond blickte durchs Fenster. Ich sah müde auf meine Uhr: 3:21 Uhr. Ich stöhnte. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Ich schlug die Bettdecke beiseite und krabbelte aus dem Bett. Als ich in den Gemeinschaftsraum kam brannte noch das Feuer im Kamin, auch die Stehlampe in der Ecke leuchtete. Charlie stand lässig am Schreibtisch und kam auf mich zu als er mich sah. „Hier." Sagte er und reichte mir eine Tasse mit heißer Schokolade. Ich nahm sie dankbar entgegen und wärmte mein Hände an der dampfenden Tasse. Ich sah ihm verwundert an. Er lächelte nur und sagte: „Ich hatte mir gedacht, dass du sowieso wieder nicht schlafen kannst. Besonders heute, also..." Er lächelte erneut. Als ich immer noch nichts sagte meinte er: „Da bist du baff nicht wahr?" er wackelte mit den Augenbrauen. „Ähh... ja schon..." Sein Grinsen verwandelt sich in ein ernstes Gesicht. „Ich sehe, dass dir etwas zu schaffen macht. Ich weiß, das mit dem Irrwicht heute, das tut mir Leid, aber die letzten Tage beschäftigt dich schon was. Es muss schon echt schlimm sein, denn ich kenn dich Mirana, normalerweise du bist hart im Nehmen." Er setzte sich auf die Couch und stellte seine Tasse auf dem Wohnzimmertisch ab. Zögernd setzte ich mich neben ihn und nahm mir ein Sandwich, das er mir anbot. Ich hatte schon seit mindestens zwölf Stunden nichts gegessen und nun knurre mir der Magen. Die Stille war fast unerträglich. „Willst du darüber reden?" fragte er, als ich mit dem Essen fertig war. Ich schüttelte nur mit dem Kopf. Jedes Wort hätte meine Tränen zurück gebracht. Doch allein der Gedanke reichte aus, um das Fass voll Tränen zum Überlaufen zu bringen. Stumm tropfte ich die Kissen voll. Charlie berührte sachte meine Schulter und zog mich behutsam zu sich rüber, sodass mein Kopf schließlich auf seiner Schulter lag. „Danke." Schniefte ich und wischte mir eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wofür?" fragte er. „Für einfach alles." Sagte ich und vergrub mein Gesicht in seine Schulter. Wenn jetzt jemand herein käme, würde er sonst etwas denken. Doch im Moment war mir das so dermaßen egal. Schon nach kurzer Zeit fielen mir die Augen zu.
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