Mirana Potter - Die wahre Auserwählte?

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Charlie Weasley James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin Severus Snape
23.07.2020
15.08.2020
31
57.029
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01.08.2020 2.120
 
Nach dem Frühstück schlenderten wir über die Ländereien von Hogwarts.
Es war Sonntag und draußen war es schon recht kühl, denn es ging schon wieder Richtung Winter. Mirana, Amelie und ich sprachen kaum miteinander.
Wir hatten irgendwie alle noch eine Menge zu verarbeiten. Ich jedenfalls.
Ich kenne Mirana jetzt schon so lange und ich wusste, dass sie etwas verbarg was ihr unangenehm war. Ich hätte mit fast allem gerechnet, doch damit nicht.
Harry Potter war mir natürlich nicht unbekannt. Ich hatte schon viel über ihn gelesen, doch Mirana war tatsächlich sauber aus dem Ganzen herausgeschnitten worden.
Ihre Geschichte klang schon echt sonderbar, doch ich glaubte ihr.
Sie war immerhin meine beste Freundin und außerdem hatte sie gestern Abend so aufgelöst gewirkt. Nein. Sie hatte nicht gelogen.
Trotzdem hatte ich noch Zweifel. Harry Potters Schwester? Ein abgeprallter Todesfluch? Eine noch größere Narbe und dazu noch blaues Blut? Schon echt krass.
Vor allem mit dem blauen Blut kam ich noch nicht so ganz klar.
Wir passierten gerade Hagrids Hütte als ich Mirana darauf ansprach:
„Mirana? Eine Sache habe ich gestern total außer Acht gelassen... Warum, bei Merlins Unterhose, hast du bitte blaues Blut?!"
Sie schmunzelte leicht und sah mich dann an.
„Keine Ahnung." Sagte meine Freundin bloß und lief weiter.
Damit gab ich mich nicht zufrieden.
„Warte! Du musst doch irgendeine Ahnung haben. Welcher Mensch blutet schon blau?"
Mirana blieb erneut stehen und drehte sich zu mir um.
„Ich blute blau! Und ich weiß nicht warum ich das tue. Es war eben schon immer so. Ich kenn das gar nicht anders."
Amelie meldete sich nun auch. „Ist aber schon irgendwie seltsam, oder?" sagte sie mit einer piepsigen Stimme.
„Natürlich ist das seltsam." erwiderte Mirana.
„Wenn es einer weiß, dann ja wohl Dumbledore." Alle stimmten mir zu.
„Er wird es mir aber kaum sagen." Gab Mirana zweifelnd zu bedenken.
„Warum nicht? Du bist die Einzige die davon erfahren sollte." Amelie hatte Recht.
Doch Mirana war sich noch immer unsicher. „Er wird es mir wohl kaum sagen, wenn er noch nicht einmal weiß, dass ich überhaupt blaues Blut habe." Oh. Ja, das war ein Problem.
„Hört zu Leute" Mirana wurde wieder ruhiger. „Es gibt eine Sache, die auch ich gestern vergessen habe." Sie räusperte sich. „Ihr habt gestern echt viel über mich erfahren. Mehr, als ich je jemanden erzählt habe. Und ich... will einfach nicht, dass... dass alle..."
Amelie legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulte.
„Mirana. Denkst du wirklich, wir erzählen irgendjemanden weiter was wir gestern erfahren haben?"
Mirana schüttelte langsam den Kopf. „Natürlich nicht! Wir haben dir ja gestern schon gesagt, dass es niemand erfahren wird. " Ich nahm Mirana in den Arm.
„Ich schwöre dir, es wird keine Menschenseele erfahren." Versprach ich ihr.
„Eine Tierseele wird es natürlich auch nicht erfahren...und... einer Pflanzenseele sagen wir es auch nicht." Ach Amelie. Ich zog auch sie in eine Umarmung. Ich hatte wirklich die besten Freunde auf der ganzen Welt.
Unsere Gruppenumarmung wurde unterbrochen, als Charlie und die restlichen Spieler der Gryffindor Hausmannschaft aus dem Schlosstor gelaufen kamen.
„Hey Mirana" riefen sie. „Charlie wird dich sowas von fertig machen!" Sie lachten und eilten den Weg zum Quidditchfeld entlang.
„Lass dich von diesen Spinnern bloß nicht unterkriegen, Mirana." Sagte ich zu ihr.
„Keine Sorge." Entgegnete sie mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht.
„Charlie Weasley wird seine Revanche bekommen!"

Mirana PoV

Charlie bekam seine Revanche. Viele Male!
Es gab immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen uns. Ganz Hogwarts fieberte mit, wenn Ravenclaw gegen Gryffindor spielte. In vier Jahren gewann Charlie genau ein Mal, und das nur, weil ich krank war und man mich ersetzen musste. Noch ein Grund, warum er mich hasste. Beim Quidditch war ich ihm weit überlegen.

Ich war mittlerweile 17 Jahr alt und bald würde es zurück nach Hogwarts gehen, wo ich mein letztes Jahr antreten würde.

Pünktlich an meinem Geburtstag flatterte eine Eule mit meinen Schulbrief herein, nur schien er dieses Mal etwas dicker zu sein als üblich. Die Eule hatte schwer zu tragen. Ich öffnete ihn und ein blaues Abzeichen viel heraus...

„Schulsprecher?!"

Ich betrachtete das Abzeichen kritisch. Remus hingegen freute sich sehr darüber. War ja wieder klar. Er war ja selbst einmal Schulsprecher gewesen. Remus war stolz, dass ich nun in seine Fußstapfen trat. Ich dachte mir einfach nur: „Warum ich?!" Ich war ganz gut in der Schule, das lag wahrscheinlich an Swenjas Einfluss (Obwohl ich in Zaubertränke tatsächlich Klassenbeste war). Aber trotzdem, ich wollte mich auf meine Abschlussprüfungen konzentrieren. Und auf Quidditch, ganz besonders auf Quidditch. Es war das letzte Mal, dass ich die Chance hatte Charlie fertig zu machen. Außerdem gab es so viele bessere Kandidaten als ich, Swenja war nur ein Beispiel.
Doch Dumbledore hatte sich für mich entschieden, und wenn er meinte, dass es richtig war, dann musste ich eben damit leben.

Noch am selben Tag berichtete ich Amelie und Swenja davon. Meine Freunde meinten, dass es eine tolle Zeit werden würde.

Ein paar Wochen später fuhren wir dann zurück nach Hogwarts.

Die neuen Erstklässler wurden, wie jedes Jahr in ihre Häuser eingeteilt. Darunter waren auch Fred und George Weasley. Nochmal zwei von denen. Na toll!
Dumbledore hielt seine alljährige Willkommensrede und erklärte, worauf wir alles zu achten hatten.

„Ich verkünde nun die diesjährigen Schulsprecher." Er räusperte sich. „Da hätten wir einmal Charlie Weasley, Gryffindor..." Charlie stand auf. Nein! Nein! Nein, nein, nein!!! Ich hätte heulen können. „...und Mirana Evans, Ravenclaw." Auch ich stand nun auf. Ich konnte sehen, dass Charlie genauso „begeistert" wirkte wie ich. Ganz Hogwarts machte Geräusche wie: „ohh!" und „uhh!", während Charlie und ich uns nur feindselig anstarrten. Die Erstklässler verstanden die Situation nicht, die Zweitklässler nur zum Teil, doch alle älteren Schüler hatten sämtliche Auseinandersetzungen zwischen mir und Charlie mitbekommen. Alle wunderten sich wie Dumbledore so etwas nur tun konnte. Ganz Hogwarts hatte jahrelang mitgefiebert. Gryffindor gegen Ravenclaw. Weasley gegen Evans. Sucher gegen Sucher.

Wir setzen uns wieder und ich vergrub meinen Kopf in meine Hände. Nein. Es wird ganz bestimmt keine tolle Zeit geben. Dumbledore! Argh!! „Was hat sich Dumbledore nur dabei gedacht?! Ich meine Charlie Weasley und ich? Nein! Das geht nicht!" „Sieh es positiv." Lenkte nun Swenja ein. „Du hast nun deine eigenen 4 Wände mit dem attraktivsten Kerl der Schule." Sie lächelte, dann lachte sie, als sie meinen angewiderten Gesichtsausdruck sah. „War doch nur Spaß! Aber er sieht wirklich gut aus. Das kannst du nicht bestreiten." Ich rümpfte nur die Nase.

Nach dem Essen wurden wir dann zu McGonnagal gerufen. Sie zeigte uns den Weg zu unseren Schlafsälen. Diese lagen im zweiten Stock und wurden von einem Gemälde versperrt, auf dem ein Löwe und ein Rabe abgebildet waren. „Hier sind Ihre Räume." Sagte McGonnagal. „Das Passwort kann nach Belieben geändert werden, jedoch müssen beide Schulsprecher anwesend sein. Kirschkuchen!" Das Bild schwang zur Seite.

„Ich weiß auch nicht was sich Dumbledore bei dieser Auswahl gedacht hat. Viel Glück. Wenn sie beide noch etwas brauchen, sie wissen wo sie mich finden." Damit verabschiedete sie sich und verschwand. Ich seufzte und folgte Charlie in den Gemeinschaftsraum. Er war recht groß. An der einen Wand gab es einen Kamin, davor zwei Sessel und eine Couch. In einer Ecke standen zwei Schreibtische und ein Bücherregal. Geradeaus gab es drei Türen. Durch die Mittlere schimmerte leicht das Badezimmer durch, denn die Tür bestand aus Milchglas. Die beiden Türen außen waren weiß lackiert. Charlie folgte meinem Blick zu den Türen und fragte übertrieben freundlich: „Welches Zimmer willst du haben?" „Ach. Du gibst mir die Wahl. Das ist ja was ganz Neues!" ich verschränkte die Arme. Charlie stöhnte genervt auf. „Was willst du jetzt? Rechts oder links?" Wortlos deutete ich auf die rechte Tür. Er nickte nur knapp, nahm seinen Koffer und verschwand im linken Zimmer. Ich blickte noch einen Moment verdutzt auf seine Tür, dann nahm auch ich meinen Koffer und schob in ihn das rechte Zimmer.

Ein Doppelbett stand in der Mitte des Raumes, daneben ein kleiner Nachttisch. Eine Kommode füllte die linke Wand zusammen mit einem noch leeren Regal. An der rechten Wand gab es ein großes Fenster mit der Aussicht auf den schwarzen See. Ich schloss die Tür und hob mein Koffer auf das riesige Bett. Den Käfig mit meiner Eule Cindy stellte ich auf die Kommode. Das Zimmer war unglaublich! Mich beschlich das Gefühl, dass ich hier gut schlafen würde. Mal abgesehen davon, dass dieser Idiot zwei Türen weiter schlafen würde!

Nach kurzer Zeit war mein Koffer fertig ausgeräumt. Ich wollte ihn gerade unter dem Bett verstauen, als mir etwas ins Auge viel, das auf der Fensterbank lag. Es war ein braunverpacktes Etwas, darauf ein Briefumschlag. Komisch... Das war mir zuvor gar nicht aufgefallen. Ich öffnete zuerst den Brief und begann zu lesen:

Das Ministerium hat dies bei einer Durchsuchung eures alten Hauses gefunden. Ich habe mir erlaubt es zu konfiszieren, denn ich glaube, dass es bei dir am besten aufgehoben ist. Nun ist die Zeit gekommen es dir zu geben.
A.P.W.B. Dumbledore

Dumbledore! War ja klar. Er ist der einzige der sich so etwas vor dem Ministerium erlauben würde. Ich grinste und legte den Brief zur Seite. Ich hob das Päckchen aus dem Koffer und öffnete es mit klopfendem Herzen. Was mochte das wohl sein?

Zum Vorschein kam ein kleines hellblaues Buch. „Lily Evans" war auf dem Buchdeckel eingraviert. „Das Tagebuch meiner Mutter." Sagte ich laut voller Begeisterung. Ich nahm es vorsichtig in die Hand und wischte mit meinem Daumen über die Schrift. Langsam mit zittrigen Händen schlug ich es auf.

Der erste Eintrag war vom 1. September 1971, der Tag, an dem sie nach Hogwarts kam. Ihr letzter Eintrag war am Morgen des 31. Oktobers 1981. Ich seufzte und drückte das Buch an mich. Ich fühlte mich augenblicklich meiner Mutter ein Stückchen näher. Ich lief mit dem Buch unter dem Arm in den Gemeinschaftsraum. Er war leer. Zum Glück! Charlie schlief bestimmt schon. Ich schmiss mich auf die Couch vor den noch flackernden Kamin und begann das Tagebuch meiner Mutter zu lesen.

Sie beschrieb darin ihre Zeit in Hogwarts und wie sie neue Freunde fand. Darunter auch Severus Snape (Gott sei Dank hatten die nichts miteinander!) Sie beschrieb wie mein Vater James schon seit dem ersten Tag an versuchte Lilys Aufmerksamkeit zu gewinnen. Auf einer Seite stockte ich. Es war nur ein Datum darauf.

Die nächsten Seiten waren herausgerissen worden. „Dezember 1973, 3. Schuljahr" Hä? War das möglich? Mein Geburtstag war am 14. Juli 1974, also sieben Monate danach. War meine Mutter tatsächlich so jung gewesen?! Ich hatte nie darauf geachtet. Aber Moment mal! Ich blätterte hektisch ein paar Seiten vor. „1978, 7. Schuljahr. James wird immer süßer zur mir. Er wird immer in meiner Schuld stehen, für das, was er damals für mich getan hatte. Ich glaube ich habe mich in ihn verliebt." Hä? Meine Eltern waren noch gar nicht zusammen als ich geboren wurde?! Wie ist das denn bitte möglich?

„Hast du ne' Ahnung wieviel Uhr wir haben?!" Ich schreckte zusammen. Charlie war aus seinem Zimmer gekommen und sah mich nun ziemlich verschlafen an. „Ja." Meinte ich nur und sah auf meine Armbanduhr. „Wir haben 2:46 Uhr." Ich starrte wieder auf mein Buch. „Warum bist du dann noch wach?" Ich antwortete ihm ohne aufzusehen. „Ich ähm... habe zu tun." Plötzlich kam er zu mir und nahm mir mein Buch blitzschnell einfach weg. „Ey!" beschwerte ich mich und wollte wieder danach greifen. „Du gehst jetzt ins Bett! Lesen kannst du morgen wieder." Sagte er bestimmt, nahm mich an meinem Handgelenk und zerrte mich in Richtung Schlafzimmer. „Lass mich los!" Brüllte ich, doch Charlie achtete nicht auf mich und öffnete meine Tür. Er schob die Bettdecke zur Seite, stopfte mich wortlos aufs Bett und deckte mich zu. „So." sagte er, mit seinem Werk sichtlich zu frieden. „Nachher bekommst du dein Buch wieder. Ich lege es jetzt auf dein Regal hier und verzaubere es so, dass du es auf keinen Fall schon früher holen kannst." Ich sah ihm grimmig dabei zu, wie er mein Buch verzauberte. „Du schläfst jetzt. Okay?" Ich blickte ihn nur weiter grimmig an. „Okay?!" fragte er nun energischer. „Sag mal spinnst du?! Ich..." Ich wollte schon wieder aufstehen, doch er drückte mich lediglich zurück ins Bett. „Argh! Na schön!" Er warf mir nochmal einen prüfenden Blick zu, dann schloss er die Tür hinter sich. Mein letzter Gedanke war noch: „Was für ein Idiot!", dann löschte ich das Licht.