Paradise Lost

GeschichteDrama, Mystery / P16
George Weasley OC (Own Character) Pansy Parkinson Ronald "Ron" Weasley
23.07.2020
22.09.2020
19
23.616
4
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16.09.2020 1.403
 
ADA: Ich muss doch sagen... dieses Kapitel hier ist nicht ganz so heftiger Cringe wie ich dachte. Bisschen schlimm und stabil trashy ist es natürlich trotzdem irgendwie... aber es wird immerhin durch die Songfic-Tendenzen nochmal ordentlich aufgewertet!

Die Lyrics gehören zu Paradise Circus von Massive Attacks. Und ja, pun intended und so.

* * *


17 – Zukunftsmelodien


„Lauf schnell, kleine Miezekatze … lauf und hol deine Herrscherin. Es ist mir egal! Hetz sie mir auf den Hals … sie und alle ihre Spielkarten mit den festgemalten Herzen.“ Wimmerte sie. Sie hockte auf einem Baumstamm, sie war umgeknickt und jeder wollte ihr Böses. Und dann kam diese grässliche Katze und tat nichts weiter als sie anzugrinsen. Als hätte sie es doch wirklich besser gewusst.

„Arme, kleine Angelina … die Herrscherin wird nicht kommen. Du kannst zu ihr gehen. Und sie ist nicht rot wie die Liebe und der Hass, sondern weiß wie die Unschuld und das unbeschriebene Blatt.“

„Du bist verrückt! Weißt du das!“ Klagte sie die Katze an, doch bekam nur ein Grinsen zurück. Ein strahlendes, glücklich und zugleich doch todunglücklich schimmerndes Grinsen. Vielleicht konnte die Katze ja gar nicht anders …

„Oh, das kann ich wohl kaum nicht wissen. Und du kannst es nicht verhindern.“ Sagte die Katze: „Wir sind hier nämlich alle verrückt. Ich bin verrückt. Du bist verrückt.”

„Woher willst du wissen, dass ich verrückt bin?” Erkundigte sich Angelina unter Tränen. War das denn zu glauben? Was meinte diese Katze denn noch alles zu wissen.

„Wenn du es nicht wärst …” Stellte die Grinsekatze fest: „… dann wärst du nicht hier.”


Als Angel an diesem Morgen aufwachte, puckerte ihr Kopf ganz schrecklich. Ihr tat alles weh und sie fühlte sich mehr als malträtiert. Dieser ganze Ärger tat ihr nicht gut – und so etwas wagte es, sich Ferien zu nennen! Eigentlich eine Unverschämtheit.

Sie warf einen schnellen Blick auf die Betten der anderen. Hermines war bereits ordentlich gemacht und obendrein verlassen. Angel schüttelte lächelnd den Kopf, sie war zu 100 Prozent bei Viktor, aber so früh, dass sie vorher noch essen konnte, ohne sich vor Ron oder Harry rechtfertigen zu müssen, wo sie hinging. Gerissenes Mädchen.

Lavender und Parvati schliefen noch, doch das war natürlich kein Grund, sich noch einmal umzudrehen. Angel wusste, sie hatte einiges zu richten … mit Fred. Langsam zog sie sich an und wechselte bestimmt noch dreimal die Ohrringe.

* * *


„Können wir kurz reden?“ Angel stand vor ihm und er spürte Georges Fuß, der unterm Tisch fest gegen sein Schienbein trat. Sie alle hatten von Angel und Zabini gehört und George war der Meinung, dass Fred die ganze Sache begraben sollte. Mit Freifahrtschein zur Hölle ohne Weg zurück. Fred sah das ein bisschen anders, aber irgendwie auch nicht … trotzdem wollte er ihr eine Chance geben. Es musste ja schließlich nicht mal stimmen.

„Klar.“ Sagte er also, stand auf und folgte ihr aus der großen Halle. Unwissend, dass alle Augen auf sie gerichtet waren. Angel war wirklich das geborene Opfer für Hogwarts Gerüchteküche. Sie liefen eine Weile einfach nur nebeneinander her, bis sie auf dem Astronomieturm standen und es nicht mehr weiterging. Emotionale Sackgasse, hallo.

„Ich nehme an, du hast diese Geschichte mit Zabini auch gehört?“ Begann sie schonungslos und er nickte bloß. Was gab es da auch zu sagen … „Es ist eine Lüge, eine ziemlich dreiste Lüge sogar und es ist nicht mal ansatzweise wahr. Ich habe in meinem ganzen Leben vielleicht fünf Sätze mit Blaise Zabini gewechselt!“ Empörte sie sich und er würde jetzt nicht sagen, dass es zu einem Blowjob keine ausgewachsene Konversation brauchte.

„Ah… ja… hab ich mir schon gedacht.“ Log er und sie lächelte erleichtert. Es war absolut unangebracht bei so einem treuherzigen Blick misstrauisch zu sein, aber er konnte sich nicht helfen. Georges Vorwürfe hallten in ihm nach.

It's unfortunate that when we feel a storm
We can roll ourselves over cause we're uncomfortable
Oh well, the devil makes us sin
But we like it when we're spinning in his grip.


„Wirklich?“ Nein. Nein, aber spielte das eine Rolle?

„Nein, aber ich mag dich wirklich.“ Und das war es, was eigentlich eine Rolle spielte. Sie lächelte und wurde rot. Dabei sah sie süß aus … sie könnte doch nicht? Nein, nein. Auf keinen Fall. In diesem Moment war er sich so sicher.

„Ich … ich mag dich auch.“ Stammelte sie, wirkte dabei ein wenig überrumpelt und er konnte nicht anders als zu lächeln. Sie erinnerte ihn so ungemein an eine kleine Katze, die merkte, dass hinter der Katzenklappe noch eine große, weite Welt lag. Puh. Seine Gedanken waren definitiv dabei, denen einer Vierjährigen zu ähneln.

„Dann ist ja gut.“ Vielleicht war er extrem dämlich, aber dennoch beugte er sich langsam zu ihr und versuchte abzuschätzen, ob sie ihm die Augen auskratzen würde, wenn er sie jetzt küsste. Tat sie nicht, doch sie wirkte auch überrascht. Trotz allem würde er den Kuss nicht zurücknehmen und offenbar wollte sie das auch nicht. Vorsichtig erwiderte sie ihn und ließ zu, dass er sie ein wenig näher zu sich zog.

Love is like a sin my love
For the ones that feel it the most
Look at her, with her eyes like a flame
She will love you like a fly will never love you...
Again.
Aha.


Schließlich war sie es dann doch, die sich von ihm löste. Doch sie lächelte. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Gab sie zu und fing an, sich eine Haarsträhne um den Finger zu wickeln. Dabei fiel ihm auf, dass sie offenbar an den Fingernägeln kaute oder sie einfach aus Gewohnheit kurz schnitt.

„Schade und ich dachte immer, du hättest auf alles eine Antwort.“

„Die Behauptung muss dann wohl eingeschränkt werden.“ Sie trat von einem Fuß auf den anderen und wirkte so, als wäre ihr die ganze Situation unangenehm. Als behagte es ihr nicht… was ging ihr denn durch den Kopf? Oder war er nur arrogant genug gewesen anzunehmen, dass sie ihn genauso mochte wie er sie? Sie war es schließlich, die so wunderschön war, dass es fast wehtat … sie war es, die ihn verzaubert hatte. Und nicht umgekehrt.

„Soll ich gehen?“ Sie riss die Augen leicht auf, so als würde sie seine Frage erschrecken.

„Nein, nein … ich … bleib hier, bitte.“ Sie griff anscheinend reflexartig nach seiner Hand und er ließ sie. „Ich stell mich ganz schön blöd, an … oder?“

„Das war eine rhetorische Frage.“ Stellte er fest und sie lächelte.

„Kann man so sagen.“ Nuschelte sie und lief noch ein wenig röter an. Er beschloss sich zu erbarmen … immerhin war er es, der das hier zu verantworten hatte. Wahrscheinlich hatte sie nichts weiter gewollt als mit ihm wegen Zabini reden. Um ihr Image ein bisschen zu schonen … sie war doch niemand, der Hintergedanken hatte.

„Weißt du was? Diese peinlichen Pausen stehen dir.“ Und dann küsste er sie einfach wieder. Bloß, weil es das leichteste war. Und weil er, wenn er ehrlich sein sollte, auch nicht wusste, was zu sagen war.

It's unfortunate that when we feel a storm
We can roll ourselves over when we're uncomfortable
Oh well, the devil makes us sin
But we like it when we're spinning in his grip...
Aha.


* * *


„Wach auf, Angelina, wach auf.“ Jemand schüttelte und sie öffnete erschrocken die Augen. Ihr Vater war dicht über sie gebeugt und wirkte gehetzt. Sie richtete sich kerzengerade auf. „Wir müssen los, wir haben heute viel vor.“ Sie sah sich im Zimmer um und beinahe wäre sie ohnmächtig geworden. Alle ihre Sachen waren rausgeräumt, einzig und alleine ihr Bett stand noch da. Ihr Bett und ihre Puppe, die sie fest beim Einschlafen fest umklammert hielt und auf den Boden fallen ließ, wenn sie träumte.

„Hm? Was? Was ist hier los, Dad? Wo sind die Möbel hin?“ Er schaute bedauernd zu Boden und sie nahm wahr, dass er noch dieselbe Kleidung wie am letzten Abend trug. War er etwa die ganze Nacht wach gewesen? Und hatte ihr Haus ausgeräumt? Ihr wurde ganz schwindelig.

„Wir müssen umziehen, mein Schatz, noch heute. Also steh auf, ich hab dir ein bisschen Kleidung rausgelegt. Es ist alles geregelt, du bist schon von Hogwarts abgemeldet.“ Sprach er in einem fort und holte nicht einmal Luft. Abgemeldet? Sie sah ihn verständnislos an und er seufzte. „Es tut mir leid, Liebes.“ Sie stand langsam auf und spürte, wie es ihr fast den Boden unter den Füßen wegriss.

„Und wo gehen wir hin?“

„Bulgarien.“

Bulgarien. Und damit hatte es sich fürs Erste.
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