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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
3
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14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.07.2020 990
 
Als die Waggons und Loks von der Beziehung von Electra und Caboose erfuhren, gab es tagelang kein anderes Thema. Electra verbrachte weniger Zeit mit Pearl, aber das konnte sie voll und ganz verstehen. Sie verbrachte dafür die meiste Zeit mit Rusty. Mal gingen sie ins Café, Delilah hatte sich sogar an den Geschmack von Öl gewöhnt, mal fuhren sie durch die Gegend, übten für die Weltmeisterschaft und manchmal chillten sie auch einfach gemeinsam in ihren Depots oder an schönen Orten. Delilah verliebte sich dabei jede Sekunde mehr in die junge Dampflok und auch Rusty erging es nicht anders, das wusste der Erste-Klasse-Waggon.

Grade war sie alleine in ihrem Depot und überlegte fieberhaft nach einem Plan, wie sie länger bei ihm bleiben konnte. Sie brauchte ihn in ihrer Nähe, beinahe wie die Luft zum atmen, konnte sich ein Leben ganz ohne ihn nicht mehr vorstellen. Daher kam es ihr grade recht, als die Diesellok Greaseball bei ihrem Depot anklopfte. „Hey, Zuckerpuppe, ich brauche noch einen Waggon, der mit mir die Weltmeisterschaft in drei Tagen fährt, du willst doch bestimmt auch mit der schnellsten Lok der Welt fahren, oder?“ kam Greaseball direkt auf den Punkt. Pearl dachte nach, das wäre ihre Chance, noch länger hier zu bleiben, weiter in Rustys Nähe, jedoch würde dieser dann mit Sicherheit sehr enttäuscht von ihr sein. War es das wirklich wert? Delilah entschied, dass sie diese Zeit noch bräuchte, sie genoß es in dieser Welt wirklich. Deshalb stimmte sie ihm zu. „Perfekt, ich wusste, du kannst mir nicht widerstehen.“ sagte Greaseball in einem überheblichen Tonfall. Delilah wusste, dass diese Entscheidung falsch war, sie wusste, dass die Rusty verletzen würde und das sie absolut egoistisch handelte, doch sie schob die Gewissensbisse beiseite. Es erschien ihr in dem Moment wie die beste Lösung. „Dann komm mit, damit du dich an meinen rasanten Fahrstil gewöhnst.“ sagte Greaseball und zog seine Rennpartnerin aus dem Depot. Das sah auch Rusty, der grade sein eigenes Depot verlassen hatte. „Greaseball, lass Pearl in Ruhe, geh jemand anderen nerven.“ rief die Dampflok dem Diesel zu. „Erstens Mal, du Schrotthaufen lasse ich mir von dir nichts sagen und zweitens, wir gehen jetzt für die Weltmeisterschaft trainieren, von einem Erste-Klasse-Waggon als Rennpartner kannst du ja nur träumen. Apropos, hast du schon jemanden? Hat sich jemand dazu niedergelassen, mit dir zu fahren?“ fragte Greaseball gehässig. Verwundert sah Rusty zu Pearl. „Ich dachte, wir fahren zusammen?“ fragte Rusty mit dem traurigsten Gesichtsausdruck, den Pearl je gesehen hatte. Kurze Zweifel kamen ihr, doch auch diese schob sie beiseite, einmal wollte sie egoistisch sein, ihrem Leben in ihrer Welt nur noch für ein paar Tage mehr entkommen.

„Nein, ich fahre mit Greaseball, es tut mir leid, aber ich glaube einfach, ich passe besser mit ihm zusammen.“ erklärte Pearl der Dampflok und brach damit sein Herz in Millionen kleinster Splitter. „Alles klar, viel Spaß.“ Rustys Stimme zeigte keinerlei Emotionen, in ihm drinnen spürte er jedoch, wie sich die Trauer ausbreitete. Er hatte wirklich gedacht, sie wäre anders. Nicht so oberflächlich.

Greaseball zog Pearl weiter, er wollte nicht weiter mit der alten Rostlaube reden. Pearl drehte sich jedoch nochmal um und sah Rusty an und bemerkte, wie er den Panzer, den er sich für kurze Zeit anlegte, auszog und in sich zusammensackte. Es ist besser so für uns beide, glaubte Delilah, zumindest wollte sie es glauben.

Die nächsten Tage waren die schlimmsten in Delilahs Leben. Rusty redete kein Wort mehr mit ihr und auch Electra schien enttäuscht von dem Erste-Klasse-Waggon zu sein. Generell schien jeder enttäuscht zu sein, besonders Papa. Dieser kam am Abend vor der Weltmeisterschaft zu Delilah und wollte seine Wut rauslassen. „Sag mal, hast du zu viel Lack gesoffen? Du weißt, dass Rusty derjenige ist den du suchst, du liebst ihn, er liebt dich. Es wird sowieso schon schwer, wenn ihr euch wieder trennen müsst, aber du musst ihm doch nicht zweimal das Herz brechen.“ sagte Papa wütend. „Ich will hier noch nicht weg Papa, ich brauche noch ein paar Tage.“ versuchte Delilah zu erklären. „So läuft das aber nicht. Ich habe wirklich Verständnis dafür, dass du gerne hier bleiben würdest, aber es geht nicht und das weißt du. Wofür ich aber absolut kein Verständnis habe ist, wenn du Rusty so sehr verletzt. Er liebt dich mehr als alles andere, hat endlich wieder jemanden an sich rangelassen und jetzt ist er ein emotionales Wrack, will mit niemandem reden und weint die ganze Zeit. Morgen nach dem Rennen klärst du das bitte, er muss wissen, was du für ihn empfindest.“ erklärte Papa und verließ ohne ein weiteres Wort das Depot.

Delilah sank nach Papas Erklärung in sich zusammen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Einzelne Tränen verließen die Augen des Erste-Klasse-Waggons.

Alle waren sauer und sie konnte es ihnen nichtmal übel nehmen. Pearl entschied sich, rüber zu Rusty zu gehen. Sie musste sich entschuldigen, es ihm irgendwie erklären. Sie rollte aus ihrem eigenen Depot und klopfte an die Türe der Dampflok. „Wer ist da?“ rief Rusty von innen und Pearl hörte ihm sofort an, dass er geweint hatte. Pearls Herz brach in tausend Stücke, das war alles ihre Schuld! „Rusty ich bins, Pearl, lass mich bitte rein, ich muss mit dir reden.“ bat Pearl, doch Rusty wies sie ab. „Rusty, bitte.“ flehte Pearl nun beinahe, worauf Rusty tatsächlich die Türe öffnete.

„Was willst du?“ fragte die Dampflok leise. „Ich... ich will mich entschuldigen und es dir erklären.“ begann Delilah und sah Rusty in sein Gesicht. Er war blass geworden, seine Augen waren rot und seine Haare standen wild ab. „Okay, ich will aber weder deine Entschuldigung noch deine Erklärung hören, ich kann es mir eh schon denken.“ sagte Rusty und schloß die Türe. „Rusty, bitte...“ flüsterte Delilah, bevor ein Schluchzer ihre Lippen verließ und die Dämme brachen. Sie begann haltlos zu weinen, sie hatte alles zerstört.
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Ein bisschen Drama muss sein:(
Die FF neigt sich übrigens so langsam dem Ende entgegen
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