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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
3
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Dieses Kapitel
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25.07.2020 1.203
 
Am nächsten Tag fuhr Electra zu Pearl nach Hause, er hatte vor mit ihr zu reden. Die E-Lok wollte den Bremswagen gerne zu einem Date einladen, wusste aber einfach nicht, wie er fragen sollte und besonders, was sie machen sollten. Pearl hatte ihm jedoch bisher immer verdammt gute Ratschläge gegeben, weshalb er auch diesmal wieder auf ihre Hilfe hoffte. Als er an ihrem Depot klingelte, öffnete der Erste-Klasse-Waggon ziemlich schnell die Tür. „Oh hey Electra.“ begrüßte Pearl die Lok. „Hey, Perlchen.“ Für diesen Spitznamen lag Electra die halbe Nacht wach. Er gab den meisten seiner Freunde Spitznamen. Caboose war RedHead, Volta war Cookie und Wrench war Doc. Pearl verdrehte belustigt die Augen. „Komm doch rein.“ bot sie ihm an, bevor ihr wieder einfiel, dass ihr Frühstückstisch noch gedeckt war. „Ach halt, ich wollte unbedingt ins Café, willst du mit?“ sagte sie schnell. „Ja, gerne.“ meinte Electra und bot ihr sogleich seine Kupplungsringe an. Dies bemerkte auch Caboose, der seine Chance witterte. „Hey, wohin wollt ihr?“ rief er den beiden zu. Electra und Pearl drehten sich um. „Ins Café.“ antwortete Pearl. „Ich wollte auch dahin, ich brauche dringend ein Glas Pflanzenbenzin, würdet ihr mich mitnehmen?“ fragte Caboose ganz unschuldig. „Ja klar, häng dich hinten ran.“ meinte Electra, auch wenn das eigentlich gar nicht passte, aber er konnte dem Bremswagen eben nicht nein sagen. Mit einem diabolischen Grinsen, was aber niemand bemerkte, kuppelte er hinten an Pearl. Die drei fuhren los, Caboose wartete, bis die E-Lok ihre volle Geschwindigkeit erreicht hatte und sorgte dann für eine überraschende Vollbremsung. Der Zug entgleiste und Pearl ließ vor Schreck los. Dies sah Rusty, welcher grade mit den Hoppern von einer Arbeitsstrecke wiederkam. Die Dampflok beschleunigte so schnell sie konnte, um den Erste-Klasse-Waggon vor dem sicheren Tod zu bewahren. Er fing sie auf, schützte sie vor dem Aufprall. Beschützend legte er seine Arme um Pearl, welche vor Schreck zitterte. „Ich hab dich, ich hab dich.“ flüsterte Rusty immer wieder beruhigend, bis der junge Waggon langsam nicht mehr zitterte.

Besorgt sah Electra zu Pearl, widmete sich jedoch Caboose, nachdem er sah, dass Rusty sich liebevoll um sie kümmerte. Er wusste, dort war sie in besten Händen, selbst ein Blinder konnte erkennen, dass die beiden dabei waren sich ineinander zu verlieben. „Was sollte das du Vollhonk?“ brüllte Electra ihn an. Er war enttäuscht von dem Bremswagen. Es war zwar kein Geheimnis, dass Caboose seinen Spaß daran hatte, ab und an mal Züge entgleisen zu lassen, doch bisher hatte er ihn verschont und vor allem darauf geachtet, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam. Bei Pearl sah das aber ganz anders aus. „Sie hat es nicht anders verdient. Und du auch nicht. Mich fragen, ob ich mit dir fahre und mir so Hoffnungen machen, dass du das selbe für mich empfindest wie ich für dich und dich dann mit der Ersten Klasse vergnügen.“ schrie Caboose ihn an. Tränen bahnten sich einen Weg die Wangen hinunter. „Falsche Hoffnungen? Vergnügen mit Pearl? Also erstens, ich habe mich nicht mit Pearl vergnügt, alles was wir tun ist reden, sie hat einfach das falsche Geschlecht! Und zweitens, ich habe dich gefragt, weil ich dich liebe du Idiot!“ rief Electra aufgebracht und bewegte sich wieder auf die Gleise, um in einem Affentempo von dem Bremswagen wegzukommen. Jetzt war es raus, aber er fühlte sich nicht im Stande mit jemandem zu reden. Zu enttäuscht war er von seiner großen Liebe.

Geschockt schaute Caboose der E-Lok hinterher. Hatte er ihm grade wirklich gestanden, dass er ihn liebte? „Electra, warte.“ rief Caboose, doch er ignorierte ihn. Caboose fühlte sich hundsmieserabel. Er hatte überreagiert, einen Waggon verletzt und die Liebe seines Lebens von sich gestoßen, wegen seiner dummen Eifersucht. Er musste sich entschuldigen, bei Pearl und bei Electra. Vielleicht konnte Pearl ihm ja sogar helfen, alles wieder gradezubiegen, vorausgesetzt, sie verzieh ihm. Der Bremswagen fuhr auf Pearl zu. Sie und Rusty saßen auf dem Boden, wo sie sich in seine Arme kuschelte. „Verschwinde, du elendiger Wicht!“ meckerte Rusty Caboose an. „Es tut mir leid, wirklich. Ich weiß, dass ich einen beschissenen Fehler gemacht habe, aber lasst es mich bitte erklären.“ bat Caboose, doch Pearl schüttelte den Kopf. „Geh bitte, Caboose.“ sagte Pearl. Sie musste diesen Schock erstmal verdauen. Sie hatte wirklich Todesangst, als sie mit einer hohen Geschwindigkeit ungebremst durch die Gegend raste. Caboose redete nicht weiter sondern entschied sich, random durch die Gegend zu fahren.

Während dessen drückte Pearl sich noch näher an Rusty, seine Nähe beruhigte sie. Sie fühlte sich so wohl, geborgen und … verstanden. Mit einem Mal machte es Klick bei ihr. Rusty war die Liebe ihres Lebens, die sich wünschte. Wie hätte es auch anders sein können, sie waren sich so ähnlich. Diese Erkenntnis machte Pearl aber gleichzeitig auch große Angst. Sie wollte natürlich gerne wieder nach Hause, aber sie wollte auch die Züge und Waggons nicht verlieren, die sie so lieb gewonnen hatte und besonders nicht Rusty, in den sie im Begriff war, sich zu verlieben.

Delilah musste sich entscheiden. Setzte sie der Reise jetzt ein Ende oder blieb sie noch ein wenig hier? Sie entschied sich für zweites. Sie wusste, dass würde alle, einschließlich ihr, nur noch mehr verletzen, doch sie konnte sich noch nicht trennen.

Pearl rutschte ein wenig von Rusty weg. „Danke, für alles.“ meinte sie zu Rusty und stand auf, bevor sie ihm hochhalf. „Ich bin immer für dich da Pearl.“ sagte er zu dem Erste-Klasse-Waggon.

Electra saß derweilen Abseits von den Gleisen und starrte in die Ferne. Er hoffte, dass es Pearl gut ging, doch etwas anderes konnte er sich nicht vorstellen, immerhin war Rusty bei ihr. Gleichzeitig sorgte er sich aber auch um den Bremswaggon, auch wenn er es absolut nicht verdient hatte. Electra wusste, dass Eifersucht einen Waggon zu den schlimmsten Taten bringen konnte, doch konnte Electra ihm das verzeihen, konnte er mit ihm zusammensein? Was, wenn Caboose wieder einen Eifersuchtsanfall bekam und jemanden ernsthaft verletzte?

„Starlight, bitte, gib mir ein Zeichen.“ flüsterte Electra zum Himmel, bevor sie seine Lieblingsstimme von weitem seinen Namen rufen hörte. Sein Blick ging zu dem Bremswagen, welcher auf ihn zugerollt kam. „Es tut mir so leid Electra, so so leid.“ entschuldigte Caboose sich bei der E-Lok. Diese stand auf und stellte sich vor Caboose, sodass der Bremswagen zu ihm hochschauen musste. „Ich weiß, aber, was, wenn so etwas nochmal passiert?“ fragte Electra. Er zweifelte immer noch. „Wird es nicht, ich verspreche es dir. Ich werde weder dich noch jemanden von deinen Freunden jemals wieder verletzen, ich schwöre, ich war nicht ich selbst. Es war dumm, extrem dumm und ist unentschuldbar, aber bitte, Electra, gib mir nur noch diese eine Chance, ich liebe dich.“ sagte Caboose, bevor er den letzten Abstand zu der Lok schloss und sie zärtlich küsste.

Dieser Kuss war anders, als erwartet. Caboose küsste unfassbar zärtlich, was einen starken Kontrast zu seinem sonst eher rabiaten und skrupellosen Charakter bildete. Der Kuss fühlte sich für beide wie eine Befreiung an, es war, als wären sie erst jetzt wieder im Stande, frei zu atmen. Nach einiger Zeit lösten sie sich wieder voneinander – sie brauchten dringend wieder Luft. „Ich liebe dich auch, du Idiot.“ flüsterte Electra, der sich entschloss, ihm eine Chance zu geben.
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