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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
3
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.07.2020 1.136
 
Enttäuscht sah Delilah der Dampflok hinterher. Sie hatte sich eigentlich darauf gefreut, ihr Vorbild kennenzulernen, umso geschockter war sie daher, dass er sie einfach so stehen ließ. Er hatte sie nicht einmal richtig angesehen? „So hab ich ihn ja noch nie erlebt, vielleicht bist du einfach zu sauber für die alte Dampflok.“ witzelte Electra, ohne zu bemerken, dass Pearl diesen Witz überhaupt nicht witzig fand. Gemeinsam mit Electra fuhr sie weiter durch den Bahnhof. Die Hopper waren sofort ganz begeistert von dem neuen Erste-Klasse-Waggon im Bahnhof, ebenso Dinah, die ganz begeistert war, dass es einen weiteren weiblichen Waggon im Bahnhof gab. Die anderen schienen sich eher weniger für den neuen Waggon zu interessieren, einige hatte sie aber auch einfach noch nicht kennengelernt, da diese momentan arbeiteten.

„Okay, die wichtigsten Personen kennst du nun und auch die schönsten Plätze hier in der Gegend! Wie wäre es, wenn wir noch gemeinsam eine heiße Tasse Schmieröl trinken gehen und ich dich danach zu Papa bringe? Er wird dir dann dein Depot zeigen.“ schlug Electra dem Waggon vor. Angeekelt verzog Delilah das Gesicht. Schmieröl trinken? Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen! „Gibt es hier auch sowas wie Kakao oder Cola?“ fragte sie daher, bekam jedoch nur ein verdattertes Nein von Electra. „Was ist Kakao überhaupt, das habe ich ja noch nie gehört. Wenn du kein Schmieröl magst, gibt es glaube ich auch Weißöl.“ meinte Electra zu Delilah. Immer noch schüttelte sich beim Gedanken daran, Öl zu trinken alles in dem neuen Waggon, doch sie musste sich eingestehen, dass sie es wohl oder übel trinken musste. Sie war hier in der Welt der Züge, sie musste sich anpassen, das hatte Papa ihr oft genug erklärt. „Dann lass uns etwas Schmieröl trinken gehen!“ lenkte Delilah Electra daher ab, damit er nicht noch mehr Fragen stellte. Gemeinsam fuhren die beiden in ein kleines Café, welches von Buffy geführt wurde. Gemeinsam setzten sie sich an einen der Tische. Sofort kam Buffy auf sie zu. „Hallo Electra, wen hast du denn da mitgebracht?“ fragte der Buffetwagen. „Das ist Pearl, der Erste-Klasse-Waggon, sie ist neu hier.“ stellte Electra sie vor. „Hey, ich bin Buffy. Ich bringe euch beiden direkt ein Schmieröl, ein Willkommensgeschenk an dich, Pearl.“ Schnell war Buffy auch wieder hinter der Theke verschwunden. Die Türe zum eigentlich leeren Café öffnete sich und ein roter Waggon betrat den Laden. Electra lief auf der Stelle rot an, was Delilah selbstverständlich sofort auffiel. Noch schlimmer wurde es allerdings, als der Bremswaggon sich zu ihren Tisch gesellte. „Hey, ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, wenn ich mich zu euch setze!“ begrüßte Caboose die Runde. Ein schlichtes Hey kam von Electra, worauf Delilah sofort verstand, die hochmoderne E-Lok stand auf den Bremswaggon! „Hey, ich bin Delil- äh, Pearl!“ stellte die junge Studentin sich vor und hoffte, dass niemand ihren Fehler bemerkt hatte. „Ich bin Caboose, der beste Bremswaggon im Lande! Und ganz nebenbei bemerkt, auch ein wahnsinnig guter Freund! Falls du also mal einsam sein solltest...“ den Rest des Angebots ließ er in der Luft hängen.

Electra sah nach diesem Satz wahnsinnig geknickt aus. Die E-Lok hatte Gefühle für den Bremswaggon entwickelt. Meistens war Caboose zwar ein Arschloch der Güteklasse A, doch er hatte auch seine guten Seiten, die er jedoch niemandem zeigte – außer ihm. „Nein danke, aber es ist trotzdem nett dich kennenzulernen.“ erwiderte Pearl und sah besorgt zu Electra, der man direkt ansah, wie verletzt ihn dieser Satz des Bremswaggons hatte. Delilah kannte die E-Lok zwar erst seit kurzer Zeit, hatte ihn aber schon ins Herz geschlossen und würde ihn tatsächlich als Freund zählen. Die Stimmung am Tisch war angespannt, das merkte jeder, Buffy tauchte daher genau im richtigen Moment auf. „Hier, eure Schmieröle. Für dich habe ich direkt dein übliches Pflanzenbenzin dabei, Caboose.“ sagte Buffy und stellte die Gläser auf den Tisch. Der Bremswaggon bedankte sich und erklärte Pearl dann, dass er Ölotarier war. Delilah wusste zwar nicht, was ein Ölotarier war, konnte sich aber denken, dass diese Züge und Waggons nur pflanzliches Öl zu sich nahmen. Gemeinsam stoßen die drei an, bevor Electra gemeinsam mit Pearl wieder das Café verließ und sich auf den Weg zu Papa machten.

„Du stehst auf Caboose, oder?“ fragte Delilah die E-Lok, als niemand in der Nähe war, der ihr Gespräch mithören könnte. „Was, Quatsch! Ich kann den Idioten nicht ausstehen!“ log Electra, nicht sehr überzeugend. Selbst ein Blinder hätte die Lüge erkannt. „Ist klar, deshalb sahst du auch so geknickt aus, als Caboose mit mir geflirtet hat.“ erwiderte Pearl. „Na schön, eventuell bin ich ein wenig in Caboose verknallt.“ gestand Electra, auch wenn er wusste, dass er gewaltig untertrieb. Auch Pearl war das klar, sie ließ es aber vorerst auf sich beruhen, immerhin hatte er es sich eingestanden. „Caboose wäre die letzte Option, mit der ich am Rennen teilnehmen würde. Nach einem etwas traumatischem Ereignis bei der letzten Weltmeisterschaft will ich nur noch mit Wagen fahren, die ich mag. Meine Components fahren alle mit anderen, weil sie 'Abwechslung wollen', sie fahren ja doch meistens mit mir, deshalb bleiben mir nicht viele Optionen, aber ich habe Angst, Caboose zu fragen. Ich mein, was, wenn er mich ausbremst und ich so entgleise oder noch schlimmer, wenn er nein sagt?“ erzählte Electra seiner neuen Freundin weiter. „Das kannst du erst wissen, wenn du es versucht hast, und das solltest du. Du hast dich sicher nicht in Caboose verliebt, weil er ein Arsch ist.“ erteilte Pearl der E-Lok einen Rat. „Zu mir ist er irgendwie anders, er zeigt auch mal seine freundliche Seite.“ erzählte Electra, fast schon schwärmerisch. „Siehst du, du solltest ihn fragen! So bald wie möglich!“ meinte Pearl, wodurch Electra tatsächlich den Mut bekam, um den Entschluss zu fassen, seinen Crush zu fragen. „Und wenn er nein sagt fahre ich sehr gerne mit dir, aber ich denke nicht, dass er nein sagt.“ fügte der Erste-Klasse-Waggon noch hinzu.

Nur ein paar Minuten später kamen sie vor dem Depot von Papa. „Ich lasse dich jetzt alleine, ich muss nämlich Caboose dringend was fragen!“ erzählte Electra Pearl und umarmte sie zum Abschied. Dann fuhr die E-Lok weg und Pearl betrat alleine das Depot der alten Dampflok.
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Langsam ist die (zugegeben langweilige) Anfangsphase vorbei und ein wenig Romantik kommt rein.
Ich habe mich übrigens dazu entschieden, Electra hier ganz anders dazustellen als im Musical, ich wollte irgendwie, dass Electra freundlich ist:) die Geschichte mit Caboose wird nur nebensächlich thematisiert, irgendwie shippe ich die beiden seit kurzem:)

Es ist übrigens schon sieben Jahre her, dass ich das Musical zum letzten Mal gesehen habe (habe es aber für nächstes Jahr definitiv angepeilt, wenn man denn dann wieder darf), deshalb kann es sein, dass manches vielleicht nicht ganz richtig ist, wenn ich über das richtige Musical in dieser FF schreibe:)
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