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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
3
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
25.07.2020 1.289
 
Delilah lag weinend auf ihrem Bett. Einige hatten bemerkt, dass sie nicht anwesend war, zwei ihrer Unifreunde um genau zu sein. Mehr Leute nicht. Man musste ihnen jedoch zu gute halten, dass sie generell eine Person war, die sich nur sehr selten meldete. Sie hasste diesen Charakterzug an sich, doch ändern konnte sie es auch nicht, zu groß war die Angst, zu stören oder zu nerven. Aber das war nicht der Grund für ihre Tränen. Der Grund war Rusty. Sie würde ihn nie wieder sehen, nie wieder seine Lippen auf ihren spüren, nie wieder von ihm in den Arm genommen werden, nie wieder seine Stimme hören. Alles was ihr blieb war die dämliche Schneekugel, die ihr dieses Dilemma erst eingebrockt hatte und das Musical. Doch beides konnte Rusty nicht ersetzen.
Sie schrieb ihren Freunden, dass sie krank ist und sich deshalb nicht gemeldet hatte, schaltete das Handy danach aber direkt wieder ab.

Auch Rusty ging es ähnlich scheiße. Electra versuchte einige Male mit ihm zu reden, doch die Dampflok blockte jedes Gespräch ab. Wieso checkten sie alle nicht, dass er in Ruhe gelassen werden wollte?

Auch Papa kam täglich zu seinen Adoptivsohn und versuchte ihn aufzuheitern, doch gelingen wollte es ihm nicht. „Ich muss doch irgendetwas für dich tun können.“ sagte Papa zu Rusty. „Du kannst mir Pearl wiederbringen.“ Rusty wusste, dass sich seine Bitte wie die eines Kindes anhörte, doch einen anderen Wunsch hatte er grade einfach nicht. Er wollte nur seine Pearl im Arm halten, sie küssen und ihr sagen, dass er sie liebte. Mehr als alles andere.

„Es gäbe da eine Möglichkeit, aber diese hat einen Haken.“ erzählte Papa. Eigentlich wollte er dies nicht, aber er konnte es nicht mit ansehen, wie traurig Rusty wegen der Trennung war. „Ich tue alles Papa, alles, damit ich Pearl wieder im Arm halten kann. „Pearl, oder Delilah, wie sie eigentlich heißt, kann nach hier kommen, wenn ich dafür wieder in die Menschenwelt gehe.“ erzählte er seinem Sohn. „Wie jetzt, wieder? Bist du etwa auch ein Mensch?“ fragte Rusty. Wie konnte er ihm das nur verschweigen?

„Ja, es ist bestimmt schon fünfzig Jahre her, als ich zwei Schneekugeln von einer Frau in einem fernen Land geschenkt bekam. 'Die eine bringt dich in ferne Länder, die andere erfüllt deinen sehnlichsten Wunsch' hatte sie mir gesagt. So bin ich nach hier gekommen und kann zwischen den Welten reisen. Dadurch bin ich überhaupt erst auf die Idee für ein Musical über Züge gekommen. Ich reise mit der Schneekugel durch die Welten und ich würde sie gerne Delilah vermachen. Du gehst an deinem Liebeskummer noch kaputt und ich vermute, Delilah geht es nicht anders und das ist es mir nicht wert. So sehr ich diese Welt auch liebe, ich möchte nicht hierbleiben, wenn ich dadurch zwei Leben zerstöre.“ erzählte er. „Das heißt, Pearl, ähm, Delilah würde die Kugel bekommen und könnte mit mir zusammen sein, aber ich und die anderen, wir sehen uns nie wieder?“ fragte Rusty nochmal, ob er es richtig verstanden hatte. „Ich würde niemals nie sagen, aber im Grunde hast du Recht. Ich lasse dir die Entscheidung und ich wäre dir nicht böse, wenn du Delilah wählen würdest, ich habe da wirklich vollstes Verständnis für.“ sagte die alte Dampflok. Rusty sah ihn traurig an, er musste nicht einmal überlegen, für wen er sich entscheiden würde. Das wusste auch Papa. „Würdest du den heutigen Abend mit mir verbringen?“ fragte Papa, da er gerne einen Abschied von seinem Adoptivsohn haben wollte. „Gerne.“

Gemeinsam fuhren sie zu Papas Depot, damit er nebenbei seine Sachen packen konnte. Dort erzählte er von seinem Leben als Mensch, seinen Musicals und seiner Familie. Nachdem er seine wenigen Habseligkeiten gepackt hatte, schauten sie gemeinsam ihren Lieblingsfilm, in dem Wissen, es vermutlich nie wieder zu tun.

Am nächsten Morgen umarmten Vater und Sohn sich ein letztes Mal feste. „Ich hab dich lieb, Rusty. Vergiss das bitte niemals. Ich hoffe, wir sehen uns nochmal wieder.“ verabschiedete Papa sich, bevor er seine Tasche nahm und die Schneekugel feste in der Hand hielt. Er dachte ganz fest an Delilah, um in ihrer Wohnung zu landen. Dort sah er sie weinend mit einem großem Kübel Eis auf dem Sofa sitzen. „Delilah?“ machte der berühmte Musicalkomponist auf sich aufmerksam. Mit einem spitzen Schrei blickte sie auf zu Andrew. „Papa, ähm, Andrew?“ fragte sie verwirrt. Was machte er hier? „Hallo Delilah, ich muss dringend mit dir reden.“ sagte Andrew Lloyd-Webber. Er sah, wie sie zweifelte, ob das so eine gute Idee war. Das würde sie an Rusty erinnern und nur dafür sorgen, dass sie ihn nochmal mehr vermisste als sowieso schon. „Es dauert auch nicht lange. Ich möchte dir nur etwas geben.“ meinte Andrew und übergab ihr die Schneekugel. „Ist das...?“ begann Delilah, worauf die ehemalige Dampflok nickte. „Ja, das ist die Schneekugel, die dich zum Bahnhof bringen kann. Ich kann doch zwischen den Welten hin und her reisen, wenn ich damit zwei Leben zerstöre. Rusty vermisst dich ganz schrecklich, er geht noch kaputt vor Liebeskummer und, es tut mir leid, aber so wie du aussiehst, geht es dir ähnlich.“ erklärte Andrew. „Aber, danke!“ Delilah wusste nicht was sie sagen sollte. „Nicht dafür. Ich liebe Rusty wie meinen eigenen Sohn und würde alles für ihn tun. Vielleicht wirst du es irgendwann verstehen, wenn du irgendwann einmal ein Kind mit Rusty hast.“ meinte Andrew und erklärte ihr dann, wie die Kugel funktionierte. Sie umarmte Andrew einmal ganz feste. Delilah wusste nicht, wie oft sie sich bedanken musste. „Ich muss jetzt wieder nach London zu meiner Wohnung. Aber tu mir einen gefallen. Ruf mich ab und an mal an und erzähl mir, was die anderen so treiben!“ bat Andrew und gab ihr seine private Handynummer. Dann musste Andrew auch gehen. Delilah begleitete ihn noch zur Wohnungstür und bedankte sich noch einige tausend Male bei ihm. „Tu mir einen gefallen und mach ihn glücklich. Er wartet übrigens auf dich.“ Mit diesen Worten verschwand Andrew.

So schnell wie möglich nahm sie die magische Schneekugel in die Hand. Sie dachte ganz feste an Rusty und spürte, wie der Boden unter ihren Füßen verschwand. Wieder wurde sie in ein Licht gezogen und landete kurze Zeit später in Rustys Depot. „Rusty?“ rief sie aufgeregt. Sie wollte ihn sehen, ihn umarmen, ihn küssen und das so schnell wie möglich. „Delilah!“ hörte sie seine Stimme rufen. Nur eine Sekunde später stand er vor ihr, schaute ihr tief in die Augen. Dann zog er sie an sich und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. Delilah zog ihn langsam zu seinem Bett, wo sie kurze Zeit später drauf fielen, Rusty auf dem Erste-Klasse-Waggon. Lachend lösten sie sich voneinander. „Ich habe dich so vermisst...“ hauchte Rusty und streichelte ihr zärtlich über die Wange. „Hat Electra dir erklärt, weshalb ich mit Greaseball gefahren bin?“ wollte Delilah wissen. Sie wollte es ihm erklären, wenn er diese hören wollte. „Nein, nicht wirklich, aber das zählt jetzt auch nicht mehr. Die Hauptsache ist, dass du bei mir bist und bei mir bleibst.“ bat Rusty seine Freundin. „Für immer.“ hauchte der Erste-Klasse-Waggon und küsste ihren Freund erneut zärtlich.
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Und damit ist diese kleine FF auch schon vorbei. Ich habe gefühlt pausenlos an ihr geschrieben, sie hat mich nicht mehr losgelassen, deshalb ging es auch so extrem schnell. Das Ende ist mir trotzdem nicht so leicht gefallen - ich habe sogar kurzzeitig überlegt, Delilah und Rusty kein Happy End zu schenken, dass habe ich dann aber doch nicht über mich gebracht.
Ich hoffe aber auf jeden Fall, dass euch die FF gefallen hat!

Vielleicht lesen wir uns ja mal bei einer weiteren FF, ich habe auf jeden Fall noch einige Sachen mit Starlight Darstellern geplant! Ansonsten habe ich auch zu vielen anderen Fandoms kurze Geschichten auf meinem Profil:)
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