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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
3
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14 Reviews
Dieses Kapitel
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25.07.2020 1.288
 
Der Startschuss ertönte und die Loks fuhren los, zunächst war es ein Kopf an Kopf Rennen, doch Ruhrgold, der ICE war ziemlich schnell abgeschieden. Als Rusty dabei war, Greaseball und sie zu überholen, holte Greaseball mit seinem Arm aus, damit er aus dem Rhythmus kam. „Das war unfair!“ brüllte Pearl den Diesel an, dieser zuckte nur mit den Schultern. Nun war auch Rusty abgeschlagen und nur noch Electra war beinahe gleich auf mit ihnen. Das gefiel Greaseball aber gar nicht, er merkte, dass er ohne Pearl besser dran wäre und kuppelte sie ab. Damit hatte der Erste-Klasse-Waggon nicht gerechnet, durch die Hohe Geschwindigkeit war sie nicht in der Lage zu bremsen und drohte, die Brücke, über die sie gefahren waren, herunterzustürzen, doch zwei Arme schlangen sich um sie und hielten sie fest. Rusty hatte sie gerettet, schon wieder, obwohl er, zu Recht, sauer war. „Es tut mir leid.“ hauchte Pearl mit Tränen in den Augen. Rusty schloss die Augen, drückte ihr kurz einen Kuss auf die Stirn und machte sich wieder auf, das Rennen zu fahren.

Dafür würde der dreckige Ölschlucker bezahlen, und wie konnte man es ihm besser heimzahlen, als mit einer Niederlage? Rusty sammelte all seine Kraftreserven und fuhr schneller, als er bisher jemals gefahren war. Dinah half ihm dabei so gut sie konnte, legte sich mit in die Kurven und machte sich so leicht wie möglich. So schaffte Rusty es, in einer beeindruckenden Aufholjagd an den Diesel und die E-Lok anzuschließen. Mit der Schnelligkeit, die er bereits drauf hatte, war es ihm ein leichtes, die E-Lok und den Diesel zu überholen und als erster ins Ziel zu fahren. Auch Electra sammelte seine letzten Reserven ein, um, eine Sekunde vor Greaseball, die Ziellinie zu überfahren. „Rusty ist Sieger!“ brüllte die Stimme von Control. Doch das bekam die Dampflok gar nicht mit. Er konnte nur noch an sie denken. Ging es ihr gut? Wo war sie? Electra kam zu ihm gerollt. „Los, geh sie suchen, sie wird dir alles erklären.“ meinte die E-Lok. Rusty hatte verdient gewonnen, er hatte noch nie einen Zug gesehen, der so schnell gefahren war.

Während Rusty sich also auf die Suche nach seiner Angebeteten machte, wurde Greaseball von allen Seiten verbal angegriffen. Dass er einen Waggon mitten im Rennen abgekuppelt hatte ging gar nicht und sorgte letztendlich dafür, dass er disqualifiziert wurde.

Delilah hatte sich ein wenig abseits der Schienen gesetzt. Den Schock hatte sie schon verdaut, doch sie meinte, immer noch Rustys Lippen auf ihrer Stirn zu spüren. Doch auch ihre Schuldgefühle konnte sie nicht ignorieren. Rusty hatte sie gerettet, obwohl sie es nicht verdient hatte. Sie hatte ihn verletzt und im Stich gelassen, trotzdem war er ihr zur Hilfe gekommen und hatte nun ihretwegen das Rennen verloren. Delilah ließ ihren Tränen freien Lauf. Wie konnte ihr Leben innerhalb von ein paar Wochen so aus den Fugen geraten?

Von weitem her hörte Pearl, wie Rusty ihren Namen rief. Suchte er sie? Aber wieso? „Da bist du ja.“ sagte die Dampflok liebevoll und setzte sich neben sie. „Hast du dich verletzt?“ fragte er besorgt und sah sie an. Pearl schüttelte den Kopf, sie war einfach nicht in der Lage zu reden. Rusty legte seine Arme um Pearl und hielt sie fest, während sie sich an ihm ausweinte. Klar, er war noch sauer auf sie, aber er liebte sie sie trotz allem noch mehr als alles andere. Als Greaseball sie abgekuppelt hatte, hat Rusty sie vor seinem inneren Auge schon die Brücke herunterzustürzen sehen und das hätte er nicht ausgehalten. Ja, sie hatte ihn verletzt und er war auch zurecht sauer, aber er konnte es nicht sehen, wenn es ihr nicht gut ging. „Es tut mir so unendlich leid, Rusty. Ich wollte das alles nicht. Bitte, bitte gib mir die Chance es dir zu erklären, ich liebe dich.“ brachte Pearl, mit mehreren Schluchzern als Unterbrechung heraus. Rusty fühlte sich auf einmal wie auf Wolken, empfand der Erste-Klasse-Waggon wirklich das selbe wie er? „Ich liebe dich mehr als alles andere, aber...“ begann Pearl, doch er ließ sie nicht ausreden, er vereinigte seine Lippen mit den ihren und küsste sie zärtlich.

„Ich liebe dich auch, Pearl.“ flüsterte Rusty und begann damit einen großen Fehler. Delilahs Zeit in dieser Welt war zu Ende. Ein helles Licht breitete sich vor den beiden aus und zog den Erste-Klasse-Waggon mit sich.

„Pearl!“ rief Rusty, als er den Erste-Klasse-Waggon im Licht verschwinden sah. „Pearl!“ brüllte er so laut er konnte, doch das Licht verschwand und zog den rosa Personenwaggon mit sich. „Pearl!“ schrie er nun zum wiederholten Male verzweifelt. Sie war nicht mehr da, verschwunden, als wäre sie bloß ein Geist gewesen. War er jetzt verrückt geworden? Verzweifelt stand er auf, vielleicht hatte er einfach nicht mitbekommen, wie sie gefahren wäre? Und hatte sich das Licht einfach eingebildet? Vielleicht war das Rennen aber auch einfach zu viel gewesen und er litt an Halluzinationen. Rusty fuhr zurück zum Ort des Rennens und traf dort auf Electra. „Hast du schon mit Pearl geredet?“ fragte Electra direkt. „Ja, nein, ich weiß es nicht. Ich habe mit ihr geredet, aber auf einmal war sie weg. Ich glaub, ich habe mich beim Rennen überanstrengt und halluziniert.“ erklärte Rusty der E-Lok. Diese sah ihn mitleidig an. „Ihr habt euch gesagt, dass ihr euch liebt, oder?“ fragte Electra traurig. Rusty nickte verwirrt. „Sie ist weg Rusty, für immer. Sie kommt eigentlich nicht aus dieser Welt, sondern aus einer Welt, in der sie ein Mensch ist und wir Züge leblose Transportmittel. Sie ist durch eine magische Schneekugel hierher gelangt, weil sie sich gewünscht hat, ihre große Liebe zu treffen und das ist nun passiert, deshalb musste sie wieder zurück und es gibt scheinbar keinen Weg zurück.“ versuchte Electra der Dampflok zu erklären. „Electra, hör auf mich zu verarschen, sie fährt hier sicher irgendwo rum.“ sagte Rusty. Er wollte diese Geschichte nicht glauben und überhaupt, das klang doch vollkommen unrealistisch! Züge sind leblos? „Leider hat er Recht, Rusty.“ sagte Papa, welcher zu den beiden Loks kam. „Du wusstest davon?“ fragte Electra überrascht. Papa nickte. „Aber es gibt keine Chance, dass sie wieder hierher kommen kann. Die Kugel hat gewissermaßen nicht richtig funktioniert.“ erklärte die alte Dampflok.  

Rusty sackte in sich zusammen. Wieso musste das ihm passieren? Wieso mussten ihn immer alle Züge und Waggons, die er liebte, verlassen? Erst seine leibliche Familie, jetzt seine große Liebe...
„Aber es muss doch eine Chance geben. Denk nur dran, was Rusty durchgemacht hat, als Pearl mit Greaseball gefahren ist? Meinst du, die Traurigkeit wird jetzt weniger schlimm?“ redete Electra. „Mit der Zeit wird es besser...“ meinte Papa, worauf Rusty sauer wurde. „Mit der Zeit wird es besser? Besser? Ich habe grade die wohl einzige Person verloren, die mich wirklich und aufrichtig liebt. Ich habe meine große Liebe verloren, bevor es mit uns überhaupt anfangen konnte. Bisher hat mich jeder verlassen, glaub mir, ich weiß wie sich das anfühlt und glaub mir, es wird nie besser, NIE!“ brüllte Rusty und fuhr wutentbrannt weg. Normalerweise hätte er nun seine Ehrenrunde drehen müssen, doch er war ganz und gar nicht in der Stimmung. Er fuhr nach Hause, wollte in sein Depot, doch er beschloss, Pearls Depot einen Besuch abzustatten.

Sofort fuhr er zu dem Bett des Wagens und legte sich rein. Es roch noch nach ihr, es war fast so, als wäre sie bei ihm. Ziemlich schnell schlief er ein, um von seiner Angebeteten zu Träumen.
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Eigentlich hatte ich nicht vor noch ein Kapitel zu posten, aber es passt grade so schön zu meiner Stimmung, nachdem ich erfahren habe, dass Netflix eine meiner Lieblingsserien, Greenhouse Academy, absetzt-.-
Falls noch jemand traurig darüber sein sollte, hier ist eine Petition gegen diese Absetzung.
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