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Magische Schneekugel

von ceeliinee
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Mix
Caboose Electra OC (Own Character) Papa Pearl Rusty
22.07.2020
25.07.2020
12
12.375
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25.07.2020 1.261
 
Am nächsten Morgen wurde Pearl von einem lauten Hämmern an ihrer Türe geweckt. Genervt stand sie auf, sie wollte niemanden sehen, geschweige denn mit jemandem reden. Der Erste-Klasse-Waggon öffnete die Türe. Greaseball stand dort, mit einem wütenden Gesichtsausdruck. „Wieso zum Teufel bist du noch nicht fertig und am Platz? Das Rennen beginnt in einer halben Stunde!“ schnauzte der Diesel sie an. „Ich fahr nicht mit, ich fühl mich nicht gut.“ meinte Pearl. Sie hatte da jetzt wirklich keinen Nerv für, wollte sich nur in ihrem Bett verkriechen und weinen. „Das ist mir egal, ich finde so schnell niemanden mehr. Für dich habe ich immerhin meine Freundin verlassen!“ sagte Greaseball nur. „Ich warte hier auf dich, du hast zehn Minuten.“ beschloss die Diesellok in einem Ton, der keine Widerrede dulden würde. Seufzend ging Pearl sich umziehen und stand genau neun Minuten später unten. „Okay, dann können wir ja los. Kuppel dich an.“ sagte Greaseball und fuhr gemeinsam mit ihr los.

Grade noch rechtzeitig kamen sie für das erste Rennen an. Es würden Electra, Greaseball, der TGV aus Frankreich und der Schnellzug aus Italien. Wenigstens musste sie nicht gegen Rusty fahren, sie wusste nicht, wie sie das schaffen sollte. Controls Stimme kam aus den Lautsprechern und befahl, dass sich alle Züge für den Start aufstellen sollten. Auch Greaseball und Pearl stellten sich auf ihre Schienen. Das Startsignal ertönte und die Züge bretterten los. Greaseball legte sofort eine hohe Geschwindigkeit ein, sodass er alle anderen überholte, doch Electra war ihnen dicht auf den Fersen. Pearl hoffte so sehr, dass Electra gewann, er hatte es definitiv mehr verdient, als der Diesel vor ihr. Die E-Lok überholte Greaseball tatsächlich. „Scheiße, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen!“ hörte sie Greaseball zusammengepresst sagen, worauf er noch einen Gang zulegte. Die anderen Züge hatten sie schon lange abgehängt, Greaseball war sicher im Finale, es blieb nur noch die Frage, ob als Erster oder Zweiter. Tatsächlich schaffte Greaseball es, aufzuholen, sodass die beiden Loks gleichzeitig mit ihren Wagen ins Ziel fuhren.

Greaseball war glücklich, es ins Finale geschafft zu haben, aber ganz und gar nicht glücklich, dass er gleichauf mit Electra war. „Im Finale konzentrierst du dich gefälligst!“ meinte Greaseball wütend, er war der festen Überzeugung, dass es alleine Pearls Schuld war. „Ich habe mein bestes gegeben, was kann ich dafür, wenn du zu langsam bist?“ fragte Pearl aufgebracht und fuhr weg von dem Diesel. Das zweite Rennen startete in ein paar Minuten. Der Erste-Klasse-Waggon entschied sich, zu Electra zu fahren und zu versuchen, mit ihm zu reden.

„Herzlichen Glückwunsch.“ sagte sie, als sie bei der E-Lok und dem Bremswagen ankam. Electra sah sie kurz an und bedankte sich bei ihr, ignorierte sie aber ansonsten komplett. Caboose sah sie an und bedeutete ihr, mit ihm zu kommen, damit sie reden konnten. Sie folgte ihm, bis sie ein wenig abseits standen. „Wieso fährst du eigentlich mit Greaseball? Electra ist mega angepisst, weil du mit dem Idioten fährst und ich kann es ihm nicht verübeln, aber ich würde es gerne verstehen.“ meinte Caboose zu dem Erste-Klasse-Wagen. „Es ist kompliziert. Ich muss hier auf jeden Fall wieder weg, wenn ich jemanden gefunden habe und diesem etwas gesagt habe, ich war aber einfach nicht bereit dafür, hier wieder wegzugehen, deshalb habe ich alle um mich herum verletzt. Ich weiß, es war egoistisch und dumm, ich bereue es auch mehr als alles andere.“ erklärte Delilah, die sich anstrengte, dass ihr nicht wieder eine Träne die Wange hinunter lief. „Äh, okay. Also, ich verstehe zwar nicht, wieso und was genau du meinst, aber in gewisser Weise kann ich dich verstehen. Du hast nicht richtig gehandelt, aber jeder von uns handelt mal egoistisch, ich wohl am allermeisten.“ sagte Caboose und grinste. „Und jetzt fahren wir zu Electra und du erklärst es ihm, vielleicht auch etwas genauer als mir. Du bist in der kurzen Zeit zu seiner besten Freundin geworden und er hat ein Recht darauf zu wissen, wieso du auch ihn verraten hast.“ fügte Caboose noch hinzu und zog den Erste-Klasse-Waggon hinter sich her.

„Lieblingslok? Du fährst jetzt mit Pearl in dein Depot und dann erklärt sie dir alles.“ entschied Caboose, als sie wieder bei ihm standen. „Und seit wann hast du mir was zu sagen?“ fragte Electra skeptisch. „Seitdem wir zusammen sind. Bitte, tu mir den gefallen.“ bat Caboose, worauf Electra seufzte. Pearl konnte ihn verstehen, aber trotzdem verletzte es sie sehr, dass die E-Lok scheinbar nicht mit ihr reden wollte. „Also dann.“ Electra bot Pearl seine Kupplungsringe an, ein gutes Zeichen, wie der Erste-Klasse-Waggon vermutete. Schnell kamen sie in Electras Depot an. Sie standen sich gegenüber und Electra wartete darauf, dass Pearl sprach. Konnte sie ihm wirklich die ganze Wahrheit anvertrauen? Sie entschied sich, es zu wagen.

„Ich komme nicht von hier, also nicht aus dieser Welt. Ich bin eigentlich kein Waggon, sondern ein ganz normaler Mensch, der Züge nur als leblose Transportmittel kennt. Ich habe eine Schneekugel geschenkt bekommen, die mir einen Wunsch erfüllen soll. Ich hatte einen scheiß Tag, mich von meinem Ex getrennt und mir jemanden gewünscht, der mich so liebt wie ich bin. Ich wusste aber nicht, dass die Kugel magische Kräfte hat und so bin ich hier gelandet.“ begann Delilah zu erklären. Electra hörte ihr zu, war gespannt, worauf es noch hinauslaufen würde. „Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass Rusty derjenige ist, ich liebe ihn und ich weiß, dass er auch mich liebt, aber ich war noch nicht bereit hier wegzugehen, ich muss nämlich wieder in meine Welt, wenn wir uns gestanden haben, dass wir uns lieben. Dann stand Greaseball vor meiner Tür und hat mich gebeten, mit ihm zu fahren. In dem Moment dachte ich einfach, es wäre die perfekte Ausrede um noch ein wenig hierzubleiben, ich wollte doch eigentlich nie jemanden verletzen.“ redete Pearl weiter und begann zu weinen. Es tat gut, endlich mal jemandem alles zu erklären. Electra nahm sie in den Arm. „Ist ja gut, ich verstehe dich.“ versuchte Electra den Erste-Klasse-Waggon zu trösten.

Nach ein paar Minuten hatte Pearl sich wieder beruhigt. „Welche Zugart fährt in deiner Welt denn so durch die Gegend?“ fragte Electra interessiert. Irgendwie fand er den Gedanken, dass Züge in einer anderen Welt leblos sind gruselig, gleichzeitig aber auch faszinierend. „Ich glaube hauptsächlich E-Loks.“ meinte Pearl, worauf Electra sich freute. „Tja, ich gehöre halt zur besten Art“ sagte er grinsend. „Also dann, wir sollten langsam mal wieder zum Rennen, das Finale müsste bald anfangen. Und danach versuchst du das mit Rusty zu klären.“ meinte Electra und fuhr mit dem Waggon wieder zum Rennen. Dort kam Greaseball sofort auf sie zugerasst. „Wir müssen jetzt gleich gegen Electra, Ruhrgold und Rusty fahren, dieser Schrotthaufen hat doch tatsächlich das Rennen grade gewonnen.“ erzählte Greaseball und lachte am Ende. „Rusty ist kein Schrotthaufen, du Ölschlucker!“ verteidigte Pearl die Diesellok. Electra schaute genervt zu Greaseball. „Denk dran, du musst nicht mit dem Idioten fahren, du kannst jederzeit aussteigen.“ meinte die E-Lok zu Pearl und entfernte sich von seinem Erzfeind. „Das wirst du nicht, wir haben immerhin schon so gut wie gewonnen!“ sagte Greaseball. Pearl seufzte, da musste sie jetzt durch.

Gemeinsam fuhren sie zum Start. Das Schicksal meinte es scheinbar schlecht mit ihr, denn Rusty stand auf den Gleis neben ihr. Er fuhr mit Dinah, der Ex-Freundin von Greaseball, welche sie mit Blicken am erdolchen war. „Es tut mir leid.“ flüsterte sie leise, sie wusste nicht, ob jemand sie verstehen konnte, aber das war ihr in dem Moment egal, sie wollte es nur ausgesprochen haben.
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