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2020 07 22: Von Ideen und Fehlern [by Driakuna]

OneshotFreundschaft / P12 / Gen
22.07.2020
22.07.2020
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Tag der Veröffentlichung: 22 Juli
Zitat: “Ich liebe diese Momente, ich winke ihnen immer zu, wenn sie vorbeiziehen.” (Fluch der Karibik)
Titel der Geschichte: Von Ideen und Fehlern
Autor: Driakuna
Hauptcharaktere: ------------------
Nebencharaktere: -------------
Pairings: ------
Kommentar des Autors: Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen ^^





Ich liebe diese Momente. Ich winke ihnen gerne zu, wenn sie vorbeiziehen



Unsterblichkeit ist super, sie ist genial und fantastisch.
Zumindest für die ersten paar Jahre.
Bis man bemerkte wie jeder einen mied und einem seltsame Blicke zugeworfen wurden.
Man hilflos zusehen musste wie seine Familie und Freunde älter wurden und verwelkten wie Blumen in der Vase, während man selbst nichts von der vergangenen Zeit verspürte.

Anfangs hatte sie noch versucht sich zu überzeugen, dass alles ein Segen war und kein Fluch.
Doch irgendwann stumpfte man ab und flüchtete sich in die Einsamkeit, weil man die Blicke der anderen Menschen nicht mehr ertrug.


Seufzend ließ sich die Brünette im Schatten einer alten Eiche nieder und pulte desinteressiert das Gras aus dem Boden.
Sie erinnerte sich nur noch wage an die Zeit als der Baum noch ein Sprössling war und sie sich mit ihren Freunden hier getroffen hatte.
Kurz fragte sie sich welches Jahr inzwischen war, verwarf die Frage aber ebenso schnell wieder.
Es war nicht mehr von Bedeutung. Sie kam nur hin und wieder zurück, um ihrer eigenen Sentimentalität hinterher zu hängen.
Denn Zeit war für sie irrelevant und es war nicht so als würde sie bei jemandem Nähe suchen, es war nicht so als würde noch jemand ihrer Freunde oder Familie leben.
Kurz huschte, bei dem Gedanken, ein schiefes Lächeln über das Gesicht der Unsterblichen. Es war inzwischen recht selten, dass sie an damals dachte, vielleicht holte sie endlich die ganze Zeit ein und sie wurde wahnsinnig.

Aber es konnte auch sein, dass sie senil wurde und die Einsamkeit dazu führte, dass sie sich in ihre Erinnerungen zurückzog.
Sie war so mit ihren Gedanken beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte wie sich jemand zu ihr gesellte.
„Und? Schon wahnsinnig geworden?“,  unzufrieden zog die Unsterbliche die Stirn kraus und starrte den Neuankömmling böse an. „Geh mir aus der Sonne“, obwohl sie wusste, dass er nichts dafür konnte, richtete sie augenblicklich ihren Unmut auf das Wesen.
Dieses ließ sich davon nicht stören und lachte nur schallend auf. „Ich habe dich auch gern“, das Wesen tat es ihr gleich, indem es sich auf den Rücken fallen ließ. Doch anstatt den Boden zu berühren, blieb es in der Luft hängen und schwebte entgegen allem natürlichen seelenruhig in der Luft.
„Weißt du, du müsstest nur Fragen, ich würde jederzeit den Wunsch rückgängig machen“, die Unsterbliche beobachtete wie sich das Wesen lässig in der Luft herum drehte um sie ansehen zu können, dabei stützte es seinen Kopf mit seiner Hand ab. „Ich mein, das bin ich dir fast schon schuldig nach dem du deinen letzten Wunsch einfach so für mich genutzt hast“
Sie konnte schwören, dass sie kurz Schalk in seinen Augen aufflackern sah.
„Was sagt mir, dass du meine Bitte nicht wieder verdrehst und ich als noch etwas komischeres als jetzt mein Leben fristen muss?“, misstrauisch setzte sie sich auf, um auf Augenhöhe mit dem Wesen zu sein und ihn böse anfunkeln zu können. „Naja, es war die einzige Möglichkeit dich unsterblich zu machen. Alles wird von Zeit beeinflusst, sogar Götter, also musstest du Außerhalb der Zeit existieren“, es klang entschuldigend, aber sie wusste es besser, hörte sie diese Erklärung nicht zum ersten Mal.
Kurz atmete sie durch, um sich wieder zu beruhigen, währenddessen stand die Zeitlose auf und klopfte sich den Dreck aus der Hose. „Wegen was bist du aber wirklich hier? Du kommst nie ohne Grund zu mir“, ohne darauf zu achten, ob das Wesen ihr folgte oder nicht, schlenderte sie davon. „Ach das ist einfach. Wenn es stimmt, soll heute ein Meteorit auf diesem Planeten einschlagen und ich wollte fragen, ob du dir das mit ansehen wollen würdest“

Kurz blieb sie stehen und sah zu dem Wesen, das inzwischen schon aufgeholt hatte und sie neugierig ansah, „Na, was sagst du, wird bestimmt spannend“, kurz hob sie eine Augenbraue, bevor sie zum Himmel hinauf sah, der wie immer blau war.
„Warum eigentlich nicht, ich hab nichts Besseres vor“
„Super! Komm mit“, einladend hielt er ihr eine Hand hin und seufzend nahm sie seine Hand und spürte auch schon im nächsten Moment wie sie in einen wirren Strudel hinein gezogen wurde. Keinen Moment später stand sie auf der verschneiten Spitze eines Berges zu dessen Füßen eine Stadt lag.
Kurz fragte sie sich welche es wohl sei, doch bevor sie weitere Gedanken daran verschwenden konnte, schrillten Sirenen im Tal los und es dauerte nicht allzu lang bis eine Panik ausbrach. Die Unsterbliche konnte sich genau vorstellen wie die Menschen verängstigt versuchten vor dem unausweichlichen davonzulaufen.
Als sie ihren Blick zum Himmel richtete, sah sie wie der gigantische Feuerball aus dem All immer näher kam und das schöne Blau in einen unheimlichen Rotton tauchte.
Nicht mehr lang und sie wurde erneut Zeuge einer Auslöschung sein.
Neben ihr hatte das Wesen sich im Schnee nieder gelassen und summte fröhlich vor sich hin, bis es ihren Blick spürte und sich ihr zuwandte, bevor auch er den Meteoriten betrachtete. „Weißt du, eigentlich liebe ich diese Momente, ich begrüße sie fast schon. Man spürt dann die Zeit wieder richtig und ihre Vergänglichkeit“, nachdenklich sah sie zurück zu der Stadt und fühlte nichts als Gleichgültigkeit. „Mein Angebot steht noch, du kannst mit ihnen gehen, wenn du willst“, mit einem leichten Lächeln sah sie zurück zu dem Wesen. „Weißt du, ich winke diesen Momenten gerne mit dir zusammen zu, wenn sie vorbeiziehen“, ihr Lächeln spiegelte sich im Gesicht des Wesens wieder als er verstand. „Hast du danach noch etwas vor?“, kurz musste sie ein Lachen unterdrücken, die Frage klang so nonchalant. „Nicht wirklich. Und du?“, das Wesen im Gegensatz lachte schallend los „Nein nichts, außer die Unendlichkeit zu genießen“

Nach einem kurzen Moment stimmte sie in sein Lachen ein.
Zusammen beobachteten sie wie der Meteor die Welt verwüstete und alles in Schutt und Asche legte, während die Flammen ihnen selber nichts antaten.

Sie war gespannt, was sich alles Neues aus der Asche der letzten Zivilisation erhob und neu formte.
Immerhin war es vielleicht doch nicht so schlimm die Unendlichkeit zu erleben, wenn man Gesellschaft hatte.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Driakuna hat das Zitat wirklich interessant umgesetzt. Es gefällt mir sehr. Eine tolle Geschichte.

Eure lula-chan
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