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Das Herz findet immer den Weg nach Hause

von Filou
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
OC (Own Character) Paul Richter
21.07.2020
25.11.2021
30
47.891
16
Alle Kapitel
131 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
25.11.2021 1.577
 
Heyy,
Endlich finde ich während diesen ganzen Prüfungen Zeit dieses Kapitel hochzuladen. Ich habe immer nur ein bisschen schreiben können, aber wenigstens habe ich es nun fertig :) Bald sind die Prüfungen durch und dann finde ich hoffentlich mal wieder mehr Zeit um auch Reviews zu schreiben (Sorry DarthSokratis)
Jetzt aber viel Spass
LG Filou

***

Bora wartete nach zweimaligem Klopfen nicht einmal das „Herein“ ab, als er schon fast mit der Türe ins Zimmer stürzte. „Verdammt, was machst du wieder?!“, fauchte er sogleich los, während er ans Bett stürmte und den Schwarzhaarigen in eine feste Umarmung zog. Sie war vielleicht ein bisschen zu stürmisch, denn ein leiser Schmerzlaut ließ ihn zurückzucken. „Entschuldigung“, nuschelte der Ältere sogleich, während er sich auf die Bettkante hockte, jedoch die linke Hand des Jüngeren in seinen Händen hielt. Musternd wanderten seine Augen über den Patienten, suchten ihn nach irgendwelchen weiteren Verletzungen ab.
„Alles gut Onkelchen“, nuschelte sein Neffe matt. Aslan blickte ihn aus müden Augen an, während er in die Kissen versunken war. Er stemmte sich etwas auf die Seite, während er mit der freien Hand über die entlasteten Rippen strich.
„Nichts ist gut! Mensch Aslan! Als Mario mich angerufen hat, ist mir zuerst fast das Herz stehen geblieben auf der Wache. Zum Glück war Linus früher da, so dass ich schon gehen konnte, um hierhinzukommen“, knurrte Bora immer noch besorgt.
„Dann hat er es doch gemacht“, grinste der Jüngere, woraufhin er einen bösen Blick zugeworfen bekam. „Ja, Mario hat es gebeichtet! Und auch, dass du dich in die Schussbahn geworfen hast und nicht gesagt hast, dass du getroffen wurdest!“, fauchte der Kripobeamte sauer. Nun senkte Aslan doch den Blick, er konnte die Sorgen seines Onkels verstehen.
„Mir geht es so weit gut, amca. Ich habe es nicht gemerkt, da ich noch zu sehr unter Adrenalin stand und gemerkt habe, dass die Geisel doch verletzt worden ist“, murmelte der Jüngere und drückte die Hand seines Onkels. Dieser seufzte, bevor er die Hand seines Neffen fester umschloss. „Was ist überhaupt passiert? Mario hat mir da nicht wirklich viele Informationen gegeben“, wollte Bora schließlich wissen.
„Hast du das mit dem entführten Kölner Kollegen mitbekommen?“ Bora gab ein bestätigendes Brummen auf die Frage. „Er ist zurückgekehrt und jetzt hat Alexej sich einen anderen Kollegen geschnappt, um an Richter zu kommen. Die Schutzpolizei hat den Standort herausgefunden und wir wurden mit hingeschickt. Beim Durchsuchen sind wir dann auf die Zielpersonen gestoßen. Sie wollten mit dem Kollegen abhauen. Alexej hat ihn uns entgegengeschubst, ich habe ihn gepackt und zu Boden gerissen, dabei sind wir beide getroffen worden“, murmelte Aslan mit gesenktem Blick, wartete schon auf die nächste Standpauke.
Bora zog seinen Neffen wieder in eine Umarmung, dieses Mal jedoch in eine sanftere. „Ich bin froh, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist. Habt ihr wenigstens die Mistkerle geschnappt?“, brummte der Ältere in die Umarmung. „Haben wir“, hauchte Aslan müde lächelnd, während er sein Gesicht an den Pullover seines Onkels schmiegte. Der vertraute Geruch, ließ ihn nun endlich komplett runterkommen und löste die letzten Unruhen in ihm.
Bora löste sich schließlich aus der Umarmung, da er das leise Gähnen des Jüngeren hörte. „Schlaf noch ein bisschen. Ich bleibe noch ein Weilchen hier“, lächelte er und strich seinem Neffen über den Kopf, der nur kurz darauf wegdämmerte.

„Gehört hier jemand zu den Verwandten von Moritz Breuer?“, erklang eine müde Stimme. Freddy Seehauser stand vor ihnen, während er noch auf ein Klemmbrett blickte. Alle sahen in einer flüssigen Bewegung gespannt auf, während Merle sich zu Wort meldete. „Ich bin seine Schwester“, hauchte sie angespannt. Der Arzt bedachte sie kurz mit einem Blick. „Dürfen es die anderen Anwesenden auch erfahren?“, vergewisserte er sich, woraufhin sie hastig nickte, wollte endlich wissen, wie es ihrem jüngeren Bruder ging.
„Er kommt durch“, lächelte Freddy sofort, woraufhin sich die meisten seufzend wieder in die Stuhllehnen fallen ließen. Martin zog Merle in eine feste Umarmung, als diese erleichtert aufschluchzte.
„Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht“, flüsterte Seehauser. Sofort hingen alle gebannt an seinen Lippen. „Wir wissen nicht, ob die Schulterverletzung heilt. Der Schuss hat das Schlüsselbein zersplittert und auch ein Teil des Schultergelenks zerstört. Wir haben alles fixieren können, aber das alles muss die Zeit zeigen“, seufzte der Arzt niedergeschlagen. Alle schauten bedrückt drein, aber nickten. „Danke Doc“, murmelte Martin, bevor er eine kurze Nachricht an Klaus schrieb.
„K-Kann ich... zu ihm?“, wollte Merle leise wissen. Seehauser nickte sanft lächelnd. „Aber nur jemand und bitte nicht zu lang. Moritz muss sich ausruhen. Er steht noch ziemlich unter Medikamenten, also nicht wundern, wenn er nicht aufwacht“, erklärte Freddy. Der Arzt führte die junge Frau schließlich von der Gruppe weg, die wieder wartend in Schweigen verfielen.
Eric, Hannah, Marc und Martin schauten auf, als Klaus zusammen mit Paul und Jelena in den Warteraum geeilt kam. „Gibt es schon etwas Neues von Tom?“, wollte ihr Chef natürlich sofort wissen, doch ein synchrones Kopfschütteln war die Antwort. „Merle ist bei Moritz, den Rest habe ich dir geschrieben“, murmelte Fuchs monoton.
„Anne und Muri sind auf dem Weg hierher“, seufzte Wiebel, während er sich neben Hannah auf einen Stuhl fallen ließ. „Verdammt, daran haben wir ja gar nicht gedacht!“, rief die junge Frau mit aufgerissenen Augen. Der Ältere lächelte nur und legte ihr eine Hand auf die Schulter.
„Hättest du einen durchdrehenden Muri beim Einsatz dabeihaben wollen?“, wollte er mit hochgezogener Augenbraue wissen, woraufhin sie matt grinsen musste und den Kopf schüttelte. Man hätte den Türken wohl in den Streifenwagen einsperren müssen, damit er nicht kopflos mit ins Gebäude gerannt wäre. Zum einen wäre dies gefährlich für ihn geworden und zum anderen wohl für alle, die Tom auch nur ein Haar gekrümmt hatten.
„Und Anne habe ich erst vorhin erreichen können, da sie einen Einsatz gehabt hat und wir dann unseren Einsatz bekommen haben“, erklärte er noch weiter, als eine neue Person ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Markus Bauer lief zielstrebig auf die Gruppe zu. „Kritisch aber stabil“, lächelte er, bevor auch nur jemand etwas sagen konnte. Dem Arzt war klar, was die ganze Menschentraube hier trieb und auf welche Informationen sie so sehnlichst gewartet hatten.
„Die OP ist gut verlaufen, auch wenn Tom einmal gemeint hat, Probleme machen zu wollen, aber das konnten wir ihm zum Glück schnell wieder ausreden. Wenn es in der Nacht keine Probleme mehr geben sollte, dann sehe ich sehr positiv, aber mehr sag ich euch jetzt nicht“, dabei sah er sie streng an, doch da kamen auch schon Anne und Muri angerannt.
„Wie geht es meinem Freund, wie geht es Tom?“, wolle Friesendorf sofort wissen und der Arzt erklärte den Neuankömmlingen nochmal alles, was er zuvor gesagt hatte. „Wie sieht es mit Besuch aus?“, wollte die Autobahnpolizistin wissen.
„Sicherlich nicht die ganze Truppe! Bitte für heute nur jemand und auch nicht zu lange. Tom braucht Ruhe, genau wie Moritz!“, meinte er. Schnell war klar, dass Anne zu ihrem Freund gehen sollte, auch wenn Muri und Paul sowie alle anderen am liebsten mitgegangen wären, wie auch bei Moritz, doch die engsten Angehörigen hatten Vorrang.

„Sie haben Tom befreit!“, rief Michal aufgeregt, als sein Handy piepste. Erleichtert ließ Jan sich zurück in die Kissen fallen. Sie hatten mitbekommen, dass Tom entführt worden war und nun war endlich die erlösende Meldung gekommen. Auch wenn sie kilometerweit entfernt waren, so waren sie trotzdem Kollegen und für Jan war Tom ein Bekannter von früher.
„Welch ein Glück! Wie geht es ihm?“, murmelte der Jüngere, bevor er sich durch die wirren Haare strich. Immer wieder war er mit seinen Fingern durch die Strähnen gefahren, um seine Nervosität mindern zu können, doch es hatte kaum gewirkt.
„Ich weiß nicht, aber das wichtigste ist, dass Tom noch lebt“, lächelte Michal sanft, während er ihm einen beruhigenden Blick zuwarf. Sie mussten jetzt positiv denken und vielleicht bekam er schon bald die nächste Nachricht, welche mit etwas Glück eine Gute war.
Morgen würde Jan das Krankenhaus verlassen dürfen und dann erst einmal mit Michal zurück nach Tschechien fahren, wo dieser ihn zu sich nehmen würde. Er würde noch einige Zeit brauchen, bis er wieder auf dem Damm war, aber körperlich hatte das Personal keine Bedenken mehr den Tschechen zu entlassen, vor allem wenn sich jemand um ihn kümmerte, was der Fall war. Michal würde wohl in der nächsten Zeit sein persönlicher Rottweiler sein.
Es klopfte und ein munterer Stefan kam eingetreten. Er ging zuerst zu Felix‘ Bett, umarmte seinen jüngeren Kollegen, bevor er ihm eine Tafel Schokolade hinhielt. Grinsend nahm Wolf die Leckerei an, entfernte das Papier und begann sogleich zu essen.
„Verfressen wie immer unser Wölfchen“, lachte Stefan, was ihm ein unschuldiger Augenaufschlag zukommen ließ. Kopfschüttelnd trat er an Jans Bett, welcher ihn etwas unsicher anblickte und sich gleichzeitig noch mehr an Michal kuschelte, welcher auf der Bettkante saß. Lächelnd hielt der Österreicher auch dem anderen Patienten eine Tafel Schokolade hin. Schüchtern ergriff der Jüngere sie und murmelte einen leisen Dank.
Während Felix die Tafel blitzschnell verputzt hatte, knabberte Jan lieber etwas dran rum, nachdem er Jeschek eine Reihe abgebrochen hatte. „Michal? Meinst du, dass wir vielleicht irgendwann noch nach Köln und Duisburg können? Ich will Tom und Can sehen“, nuschelte Svoboda.
„Klar, aber morgen geht es erst einmal nach Hause und dann können wir schauen, wann wir die beiden besuchen gehen, ja?“, meinte der Ältere. Zustimmend nickte Jan, das klang nach einem Plan. Ein bisschen Erholung würde ihm nicht schaden und vielleicht konnte er ja noch einmal mit Can telefonieren und vielleicht auch mit Tom, wenn es ihm den Umständen entsprechend ging.
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