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m.a.z.E. - Elias Erben

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
21.07.2020
22.01.2021
11
6.779
 
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21.07.2020 586
 
Hirato war ein junger Japaner, Anfang zwanzig, der gerade erst sein Studium an der Universität Tokio in der Fakultät Geschichte begonnen hatte. Eigentlich faszinierte ihn nur die Geschichte Japans. Für das Heimatland seines Großvaters interessierte er sich nicht besonders. Sein Großvater stammte aus Tibet und als er geflohen war, war Tibet auch noch ein Land. Wenn auch nur noch kurz.  
Trotzdem war Hirato jetzt in Tibet, in einer alten, staubigen Kammer unter einem alten Tempel tibetanischer Mönche, wobei vieles darauf hindeutet, dass das Fundament des Tempels noch aus der Zeit der Bonreligion, der ursprünglichen Religion Tibets, stammte. Vielleicht war es aber sogar noch älter.  
Der Grund, warum Hirato mit nach Tibet gekommen, war nicht sein Großvater, sondern weil er dem Angebot der Bergmanns aus England zu forschen, doch nicht widerstehen konnte. Er wusste nicht viel über sie. Nur, dass sie die wohl angesehensten Archäologen des Jahrhunderts waren. Außerdem wusste Hirato, dass die Bergmanns einen Sohn hatten, der etwa im selben Alter sein musste. Er war ihm ein- zweimal begegnet. Der Sohn interessierte sich allerdings mehr fürs Fliegen, Hirato wusste nicht mal den Namen des Sohnes.
Momentan hatte Hirato sowieso andere Probleme: Sie hatten von der chinesischen Regierung keine Genehmigung für Forschungen in Tibet erhalten. Mit anderen Worten: Sie mussten minütlich damit rechnen von Soldaten verhaftet zu werden. Vor allem nachdem sie aus Versehen einer Patrouille über den Weg gelaufen waren. Deshalb konnte sich Hirato auch nicht auf die faszinierende Wandmalerei konzentrieren.  

Im Gegensatz zu seinen beiden Begleitern:
„Die Malerei scheint die Geschichte einer Stadt zu erzählen, die von den Göttern erbaut wurde...“, überlegte Mr. Bergmann.
„Später wurde die Stadt versengt. Komisch. Was wohl passiert ist?“, fragte Mrs. Bergmann.
„Weiß nicht. Schatz, ich glaube diese Wandmalerei ist der Ursprung der Legende von Mu.“

„Mu? Wieso nicht gleich Atlantis, wenn wir schon dabei sind?!“, sagte Hirato nervös.
„Alle Legenden haben irgendwo ihren Ursprung.“, konterte der angesehen Archäologe.
„Klar, Mr. Bergmann.“

„Statt herumzunörgeln, könntest du die Wand dahinten mal unter die Lupe nehmen. Die mit dem komischen Symbol.“, schlug Mrs. Bergmann vor.
„Wenn Sie meinen, dass wir die Zeit noch haben.“
„Das meine ich, Hirato. Schieß ein paar Fotos.“

Hirato ging zu der Wand, auf der ein großes Symbol thronte, dessen Durchmesser wohl zwei oder drei Meter war. Das Symbol war eine auf der Seite liegende Acht, die von einem Kreis umgeben war, der etwa einen Dicke von 30 cm hatte. Das Symbol war über und über von Zeichen bedeckt, die Hirato noch nie gesehen hatte.

Das Zeichen für Unendlichkeit? Hier? Das wurde doch in Indien erfunden, dachte Hirato und machte ein Foto.  

Dann ging er zum Symbol und begann ein wenig den Staub davon abzuwischen. Dabei fuhr er über den Mittelpunkt des Symbols, wo sich eine Vertiefung befand. Als seine Hand in die Vertiefung glitt, begann das Symbol zu leuchten und ein Blitz durchzuckte Hirato. Auch die Zeichen begannen zu leuchten. Er wollte sich bewegen, wollte etwas zu den Bergmanns sagen, aber auch diese steckten in Schwierigkeiten.

Ein chinesischer Soldat rutschte genau in diesem Augenblick durch den Eingang, der provisorisch freigelegt worden war.
„Hände hoch!“, rief er.  
Die Bergmanns parierten.  
„Auch du!“, rief der Soldat.

Hirato hätte die Anweisung gerne befolgt, aber er bekam die Hand nicht mehr aus der runden Vertiefung. Das ganze Symbol an der Wand leuchtete inzwischen. Plötzlich schoss ein Lichtkegel aus dem Zentrum des Symbols und verschlang Hirato, der daraufhin verschwunden war.

„Was war das?!?“, fragte der Soldat und hielt den Bergmanns die Waffe unter die Nase.
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