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Tierisches Chaos

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Ichigo Momomiya / Mew Ichigo Minto Aizawa / Mew Minto Purin "Pudding" Huang / Mew Pudding Retasu Midorikawa / Mew Lettuce Zakuro Fujiwara / Mew Zakuro
21.07.2020
27.07.2020
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21.07.2020 1.792
 
Es war ein sonniger Samstagmorgen und in einer halben Stunde würde das Café Mew Mew seine Türen für die Kunden öffnen. Die Mädchen waren noch nicht da, aber Ryo hatte sich bereits im Café eingefunden. Er kochte sich einen Kaffee und ging in die geheime Zentrale unter dem Café.
»Guten Morgen, Keiichiro«, sagte Ryo, als er den braunhaarigen Mann entdeckte, welcher bereits dort an einem Tisch saß.
»Guten Morgen, Ryo«, sagte Keiichiro abwesend.
Seinen dunklen Augenringen nach zu urteilen, hatte er sich die halbe Nacht um die Ohren gehauen. Keiichiro hielt ein Marmeladenglas gefüllt mit einer goldgelben Flüssigkeit in der Hand, welche er eingehend betrachtete.
»Woran arbeitest du gerade?«, wollte Ryo wissen.
»Die Chimären dieser Aliens werden in letzter Zeit immer mächtiger. Ich habe überlegt, ob es möglich ist, die Kräfte der Mädchen ebenfalls zu verstärken«, sagte Keiichiro nachdenklich.
»Und du denkst, damit könnte es funktionieren?«, fragte Ryo und deutete auf das Behältnis mit der goldgelben Flüssigkeit.
»Vielleicht, aber ohne Praxistest kann ich leider nichts Genaues sagen. Außerdem muss ich prüfen, ob es Nebenwirkungen gibt«, gestand Keiichiro.
Ein entschlossener Ausdruck trat in Ryos Augen und er sagte: »Ich teste es.«
Unsicher sah Keiichiro ihn an.
»Bist du sicher? Vielleicht sollte ich doch lieber vorher noch etwas im Labor experimentieren«, meinte der braunhaarige Mann.
»Dann brauchst du aber trotzdem noch ein Versuchskaninchen«, meinte Ryo ernst.
Keiichiro seufzte und goss eine kleine Dosis der Flüssigkeit in ein Reagenzglas, welches er anschließend Ryo reichte. Dieser setzte das Reagenzglas ohne zu zögern an die Lippen und trank es in einem Zug aus. Anschließend warteten beide gespannt ab.
Mit einem Mal trat ein überraschter Ausdruck in Ryos Augen. Ein Leuchten erschien und ehe die beiden sich versahen, hatte Ryo sich in einen schwarzen Kater verwandelt. Keiichiro beobachtete wie der Kater konzentriert auf seine Vorderpfoten schaute. Irgendwann weiteten sich die Augen des Katers und er sah hilfesuchend zu Keiichiro.
»Oh je. Ich fürchte, der Trank führt dazu, dass du dich in einen Kater verwandelst und nicht wieder in deine Menschenform zurückkehren kannst«, seufzte Keiichiro, »den sollten wir die Mädchen dann wohl besser nicht trinken lassen. Wie gut, dass ich vorsichtshalber auch gleich ein Mittel erstellt habe, welches den ersten Trank neutralisiert.«
Eilig stellte Keiichiro den goldgelben Trank auf einen holte rasch das Gegenmittel. Er hielt einige Augenblicke den Atem an, als er es Ryo eingeflößt hatte, doch glücklicherweise verwandelte der Kater sich nach einigen Sekunden zurück in den jungen, blonden Mann.

Nichts von all dem ahnend kamen Ichigo, Minto, Lettuce, Purin und Zakuro kurz darauf ins Café, um ihre Schicht zu beginnen. Schon bald trudelten die ersten Gäste ein und das gewohnte Treiben begann.
Ichigo eilte hektisch von einem Tisch zum nächsten, während Minto dies Tee schlürfend beobachtete. Lettuce setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. In ihren Händen balancierte sie ein voll beladenes Tablett und sie gab sich alle Mühe Purin auszuweichen, welche bei ihrer Akrobatikvorstellung durchs ganze Café tobte. Zakuro hingegen schaute die Gäste wie immer so kühl an, dass die meisten verschüchtert zu Boden sahen und lieber warteten, bis Ichigo sie bediente.
»Ich gehe dann mal in die Stadt und kaufe ein«, sagte Ryo währenddessen zu Keiichiro.
»Könntest du vielleicht auch neuen Honig kaufen? Ich habe gerade gesehen, dass keiner mehr da ist«, bat Keiichiro.
»In Ordnung«, meinte Ryo und machte sich auf den Weg.

Gegen Mittag flaute der Ansturm an Gästen immer mehr ab, da sich draußen ein Unwetter zusammenbraute und die meisten Leute scheinbar lieber Zuhause sein wollten, wenn es anfing. Schließlich waren nur noch Keiichiro und die Mädchen da.
Schon durchschnitt ein gezackter Blitz den dunkel gewordenen Himmel und lauter Donner grollte. Kurz darauf peitschte böiger Wind laut prasselnde Regentropfen an die Fenster des Cafés.
»Ich denke, wir können das Café für heute schließen. Bei dem Wetter kommt sowieso niemand mehr in den Park«, meinte Keiichiro.
Zu den Mädchen sagte er:  »Ihr könnt gerne hierbleiben bis das Schlimmste vorbei ist. Macht euch ruhig einen Tee. Ich werde in der Zwischenzeit ein bisschen Schlaf nachholen.«
Mit diesen Worten drehte Keiichiro sich um und ging davon.
Mit einem Blick nach draußen meinte Lettuce: »Tee hört sich doch gar nicht so schlecht an. Ich setzte schon mal heißes Wasser auf.«
Kaum hatte sie das gesagt, war sie auch schon in der Küche verschwunden.
»Setz dich neben mich, Onee-sama«, bat Minto und klopfte auf den Stuhl links neben sich, damit Zakuro darauf Platz nahm.
»Juhu, eine Tee Party!«, jubelte Purin und setzte sich zu den beiden.
»Während Lettuce den Tee kocht, kann Ichigo ja schon mal etwas Honig besorgen«, meinte Minto.
Ichigo, welche gerade noch einen der Tische putzte, fragte empört: »Warum ich? Du kannst ihn doch auch holen!«
»Ja, aber du stehst ja schon«, meinte Minto ungerührt.
Ichigo unterdrückte ein paar böse Flüche, aber sie ergab sich ihrem Schicksal. Sie ging zum Vorratsschrank, doch darin stand kein Honig mehr.
»Na toll«, seufzte Ichigo.
Sie schloss den Schrank und ging in den Keller des Cafés. Ichigo hoffte, dort Ryo anzutreffen, um ihn fragen zu können, ob sie woanders noch Honig hatten.
Unten angekommen stellte Ichigo fest, dass die Tür zu ihrer geheimen Zentrale nur angelehnt war. Sie spähte hinein.
Als sie feststellte, dass der Raum leer war, wollte sie schon wieder gehen, doch dann fiel ihr Blick auf das Marmeladenglas mit der goldgelben Flüssigkeit, welches Keiichiro in der Hektik vorhin dort hatte stehen lassen.
»Da ist ja noch Honig. Ich denke Akasaka und Shirogane haben nichts dagegen, wenn wir etwas davon nehmen«, dachte Ichigo unbekümmert und schnappte sich den vermeintlichen Honig.

Kurz darauf saßen alle fünf Mädchen zusammen und tranken ihren Tee, welchen sie mit dem, von Ichigo mitgebrachten, 'Honig' gesüßt hatten. Währenddessen plauderten sie ein wenig. Schneller als gedacht zog das Gewitter vorüber und der Regen hörte auf.
»Ich habe meinem Chauffeur Bescheid gesagt, dass er mich gleich abholen soll. Sollen wir jemanden von euch mitnehmen?«, fragte Minto und sah dabei kurz hoffnungsvoll zu Zakuro.
Doch zu Mintos Enttäuschung schüttelte Zakuro nur den Kopf und meinte: »Danke, aber ich komme zurecht.«
»Ich laufe auch lieber. Nach so einem Regen gibt es bestimmt viele große Pfützen, in die man hüpfen kann!«, meinte Purin begeistert.
»Vielen Dank für das Angebot, Minto. Aber das ist wirklich nicht nötig«, meinte Lettuce schüchtern.
Da Ichigo keine Lust hatte, allein mit Minto zu fahren, lehnte sie ebenfalls ab.

Kurz darauf verabschiedeten die fünf Mädchen sich voneinander und gingen in unterschiedliche Richtungen davon.
Auf halbem Weg zu ihrem Haus bemerkte Ichigo erst, wie müde sie eigentlich war und fast bereute sie es, Mintos Angebot ausgeschlagen zu haben.
»Zumindest haben wir heute früher frei bekommen«, dachte Ichigo, »Zuhause werde ich mich erstmal ins Bett kuscheln, ein paar Mangas lesen und...«
Weiter kam Ichigo nicht, da sie plötzlich ein merkwürdiges Kribbeln am ganzen Körper spürte. Ehe sie begriff, was mit ihr geschah, hatte sie sich in eine schwarze Wildkatze verwandelt.
»Was ist los? Warum habe ich mich wieder in eine Katze verwandelt? Dieses Mal war ich doch ganz ruhig«, schoss es Ichigo durch den Kopf, »wird diese Verwandlung etwa immer unkontrollierbarer?«

Währenddessen war Minto bei sich zuhause angekommen. Das schwarzhaarige Mädchen betrat den Balkon, welcher an ihr Zimmer grenzte. Die schwarze Wolkendecke war einem blauen Himmel gewichen, doch die Luft schmeckte nach dem Regen immer noch frisch und rein. Minto schloss kurz die Augen nahm einen tiefen Atemzug.
Aus der Ferne hörte sie die Schreie einiger Vögel, welche über sie hinwegflogen. Verträumt sah Minto ihnen nach und stellte sich vor, wie es wäre, mit den Vögeln davonzufliegen. Sie lehnte sich an das Geländer und stellte sich auf die Zehenspitzen, als wäre sie den Vögeln dadurch etwas näher.
Plötzlich ging ein Kribbeln durch Mintos Körper und sie fühlte, wie sie den Boden unter den Füßen verlor. Minto schrumpfte und im nächsten Augenblick schwebte sie in der Gestalt eines Saphirloris etwa einen Meter über dem Boden. Als sie zu fallen begann, schlug Minto hektisch mit ihren neuen Flügeln. Da sie jedoch noch keinerlei Kontrolle darüber hatte, flog Minto versehentlich von ihrem Balkon weg. Panisch suchte sie nach einem Landeplatz. Ihr Blick fiel auf den großen Baum in ihrem Garten. Mit ungelenken Flügelschlägen flog Minto darauf zu und es gelang ihr, einen der Zweige mit ihren Krallen zu fassen zu bekommen. Mit wild klopfendem Herzen ließ Minto sich dort nieder.

Lettuce kam auf ihrem Heimweg an einem Fluss nahe der Stadt vorbei. Durch den starken Platzregen stand der Wasserspiegel so hoch, dass man darin fast schon hätte schwimmen können. Lettuce lächelte sanft. Früher hatte Wasser ihr immer ein wenig Angst gemacht. Zwar konnte sie in ihrer zivilen Gestalt noch immer nicht sonderlich gut schwimmen, doch seit sie eine Mew war, hatte sie eine positivere Verbindung zu Wasser.
Lettuce betrachtete den stetig fließenden Strom. Plötzlich machte sich ein Kribbeln in ihrem Körper breit und ihre Kehle fühlte sich mit einem Mal wie ausgetrocknet an.
»Mist, ich habe gar nichts zu trinken dabei«, dachte Lettuce.
Ihr Hals brannte jede Sekunde schlimmer und auch ihre Haut fühlte sich plötzlich furchtbar trocken an. Verzweifelt sah Lettuce zum Fluss hinunter.
»Ob ich wohl etwas daraus trinken kann?«, fragte sie sich.
Schnell kletterte sie den Rasen hinunter zum Fluss. Doch ehe sie Wasser aus dem Fluss schöpfen konnte, verformte sich ihr Körper und sie platschte in der Gestalt eines indischen Schweinswals in die Fluten.

Purin sprang auf ihrem Heimweg enthusiastisch in jede Pfütze, die sie finden konnte. Dass ihre Kleidung schon ganz durchnässt war, störte sie nicht.
»Das macht Spaß«, freute sich Purin, als sie mit Anlauf in die nächste Pfütze sprang.
Bei all ihrer überschwänglichen Freude bemerkte Purin das Kribbeln gar nicht, bis ihr plötzlich auffiel, dass die Bäume am Wegrand auf einmal viel größer erschienen. Verwundert sah Purin an sich herunter und sie musste feststellen, dass sie nun die Gestalt eines goldgelben Löwenäffchens hatte.

Zakuro schlenderte gemächlich einen abgelegenen Weg im Park entlang, welcher durch ein kleines Wäldchen führte. Sie genoss es, mal ganz für sich allein zu sein und für einige Zeit keine Menschen um sich zu haben. Ihr Modeljob war oftmals stressig, weswegen sie diese ruhigen Momente sehr zu schätzen wusste. Doch als sie an die vergangenen Stunden dachte, musste sie sich eingestehen, dass sie die Zeit mit Ichigo, Minto, Lettuce und Purin doch sehr genossen hatte.
»Wenn ich so darüber nachdenke, ist es schon interessant, dass ich bei Akasakas und Shiroganes Experiment gerade die Gene eines Wolfes abbekommen habe. Man verbindet ihn häufig mit dem Sinnbild des 'einsamen Wolfes', doch in Wirklichkeit ist er eigentlich ein Rudeltier. Vielleicht trifft das ja auch ein wenig auf mich zu«, überlegte Zakuro.
Als plötzlich ein Kribbeln durch ihren Körper ging, sah Zakuro alarmiert an sich herunter, doch sie konnte nicht verhindern, dass ihr Körper sich plötzlich verformte und sie sich in einen Wolf verwandelte.
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