Der Nordling: Lumer alasínar [ungewisse Zeiten]

von Nyareldas
GeschichteFantasy / P16
OC (Own Character) Terrador
21.07.2020
23.09.2020
4
24.716
 
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21.07.2020 4.008
 
Vorwort



*



Verehrte Leser,
schön, dass Euch Euer Weg erneut zu mir geführt hat. Was Ihr nun zu lesen bekommt ist der zweite Teil unserer Geschichte rund um die Nordlinge; speziell die eines besonderen Nordlings, des Sohns des ehemaligen Oberhaupts des Nordens – Thandër, Dathorsson.

Bevor Ihr allerdings weiterlest, lasst mich einige Worte verlieren.
Lasst mich am besten damit beginnen, dass ich Euch sage, was Ihr bis jetzt verpasst habt. Immerhin will ich Euch den zweiten Teil meiner Geschichte erzählten.
Zuvor will Euch doch mitteilen, dass ich, von Zeit zu Zeit, erneut zu Euch sprechen will. Deshalb, kehrt nach jedem Kapitel hierher zurück, solltet Ihr denn die Zeit dafür finden können. Denn dann kann ich Euch mehr über die Charaktere und deren Welt berichten. Erwartet allerdings keine weit ausholenden Ausführungen; auch ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.



Nichts desto trotz, lasst mich nun mich dort beginnen, wo der erste Teil dieser Geschichte seinen Anfang fand:
Unsere Geschichte begann in den Landen des Nordens, weit jenseits der Reichsgrenzen und doch vom Reich beeinflusst. Dort, in den Dörfern auf der nördlichen Hochebene, trafen wir einen unserer Protagonisten zum ersten Mal an: einen jungen Drachen mit dem Namen Thandër, der gerade erst seinen elften Namenstag erlebt hatte.

In einer Zeit trafen wir auf Thandër, als die Dörfer des Nordens überfallen worden waren, von Affen. Auf der Suche nach im Norden lebenden Drachen hatten sie sich durch die nördlichen Dörfer geschlachtet. Und Thandër hatte sich auf der Flucht vor eben diesen Affen befunden. Zu seinem Vater hatte er stoßen wollen, damit dieser seinem Sohn helfen konnte. Bevor er jedoch auf seinen Vater hatte treffen können hatten die Affen zum jungen Drachen aufgeschlossen. Unsere Geschichte schien ein vorzeitiges Ende gefunden zu haben, aber eilte Dathor seinem Sohn zur Rettung. Und traf das Oberhaupt der nördlichen Dörfer die Entscheidung, seine Heimat den Affen zu überlassen.
Auf den Weg hatten sich der Vater und der Sohn begeben, an der Seite ihrer alten Freundin Aicana, einer schwarz geschuppten Drachendame. Ehe sie allerdings aufbrechen konnten hatte Dathor sich an einen weiteren Freund gewandt, damit dieser sich der übrigen Nordlinge annehmen, diese in Richtung Süden begleiten konnte; Endruyn, ein junger Drache des Feuers und vielen Nordlingen relativ fremd, hatte gehorcht.
Seine nunmehr in Flammen stehende Heimat zurücklassend und sich selbst das Versprechen gebend, eines Tages in den Norden zurückzukehren und die Affen für ihre Taten zu bestrafen, trafen Thandër, Dathor und Aicana auf einen weiteren Reisenden: Ishtara, eine weiß geschuppte Drachendame. Einst in Begleitung ihrer eigenen Schar befand sich auch Ishtara auf der Flucht, länger sogar als die nun vor ihnen stehenden Drachen. Nach einiger Diskussion entschloss sich Dathor dazu, Ishtara in seine eigene Schar aufzunehmen. Gemeinsam setzten sie also den Weg gen Osten fort.
Auf ihrem Weg über die Ebenen des Nordens trafen die Drachen auf ein riesiges Hindernis: die Berge des Gramr. Diese auf dem offensichtlichen Weg hinter sich zu lassen, den unter ihnen verlaufenden Tunnelgang zu betreten, davon sahen die Drachen ab; den dunklen Kreaturen in diesen Hallen wollten sie möglichst fern bleiben. Auf der Suche nach einer anderen Möglichkeit, die Berge zu überqueren, rasteten die Drachen, fürs erste, in den Eishöhlen des Gramr, verborgen vor den Blicken der sicherlich sie verfolgenden und nach ihnen suchenden Affen. Und während ihrer Rast in einem verlassenen Lager nahe einer längst aufgegebenen Handelsstraße legte die hoch trächtige Ishtara ein Ei – tatsächlich ihr zweites.
In den frühen Stunden des  nächsten Tages setzten die Drachen ihre Suche nach einem zweiten Weg durch die Berge fort. Doch trafen sie, vor den Hängen des Gramr auf eben die Affen, die sie tatsächlich verfolgt hatten. Zum Kampf wurden die Drachen gezwungen. Beinahe wären die Drachen der Heimtücke und der dunklen Magie einiger dieser Affen erlegen gewesen. Doch sollte es Thandër sein, der zuerst seinen Vater und schließlich auch den Rest seiner Freunde rettete, indem er Gebrauch von seinen Fähigkeiten als Drache machte, zum ersten Mal. Und wurde dem durch ein vergiftetes Messer getroffenen und deswegen angeschlagenen Vater klar, dass sein Sohn mehr in sich geweckt zu haben schien, als bloß seine elementaren Fähigkeiten; die Bestie in sich hatte der Kleine geweckt, ehe er das Bewusstsein verloren hatte, aus sichtlicher Erschöpfung.
Sich auf dem Weg durch die Berge befindend und sich seiner Umgebung nur schwer bewusst werdend erwachte Thandër auf dem Rücken seines Vaters. Er wusste nicht, was geschehen war oder wieso er so erschöpft war. Seine Freunde, allen voran sein Vater und Aicana, weihten den Kleinen ein; Thandër hatte sein Element – das Element der Elektrizität – geweckt. Und nun waren die Drachen im Begriff, das Gramr-Tal hinter sich zu lassen.
Auf der anderen Seite der Berge angekommen und mit dem Gramr-Tal im Rücken breiteten sich vor ihnen die weiten Ebenen des Nordens aus. Diese zu überqueren, stets nahe der Berge südlich dieser eisigen Ödnis bleibend, würde all ihre Kräfte in Anspruch nahmen. Nichts desto trotz, die Drachen machten sich auf den Weg. Bloß eine Rast legten sie ein, nahe der Thermalquellen der südlichen Berge. Und erkrankte Thandër im Verlauf dieser Reise.
Die Einöde des Nordens hinter sich lassen betraten die Drachen die Steppen im Osten des Reiches. Der Norden lag schließlich hinter ihnen, und vor ihnen stieg der Rauch eines im Zentrum eines Dorfes gelegenen Lagerfeuers in den Himmel. Eben dieses Dorf suchten die Drachen auf, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie eine letzte Rast einlegen konnten, ehe sie sich vor den Toren der Drachenstadt wiederfinden würden. Von Geparden wurde dieses Dorf bewohnt. Und wurden die Drachen vom Häuptling der Geparde, Prowlus genannt, aus dem Dorf verbannt; Drachen würden bloß Ärger mit sich bringen, hätten bereits für genügend Chaos gesorgt, und Prowlus wollte nichts mit den Drachen zu tun haben.
Sich in ihrem Stolz verletzt fühlend, allerdings an keinem Kampf interessiert verließen die Drachen das Dorf der Geparde, bloß um auf einen weiteren Gepard zu treffen. Jäger, welcher sich als ein Freund unter Feinden herausstellte, bot den Drachen an, sie in einem alten Lager zu beherbergen, aus Solidarität zum draconischen Volk. In eben diesem Lager fanden die Drachen einen neuen Freund in Jäger. Und schenkten die Ahnen den Drachen unerwarteten Nachwuchs; aus Ishtaras Ei schlüpfte ein flammend rotes Küken, viel früher als erwartet und, wahrscheinlich, deshalb erblindet. Vielleicht war es eben der Umstand gewesen, dass Narcolo, Sohn der Ishtara, unter Jägers Augen das Licht der Welt erblickt hatte, der dafür gesorgt hatte, dass Jäger sich Prowlus in den Weg stellte, als dieser die Drachen außerhalb des Lagers erwartete und bestrafen wollte. Die Drachen zur Flucht ratend versuchte Jäger Prowlus davon zu überzeugen, die Drachen wären keine Feinde, sondern Verbündete; Jäger wollte nicht gegen Prowlus oder seine Brüder kämpfen, aber hatte es sich nicht verhindern lassen.
In Sorge um Jäger hatten die Drachen den Rückzug angetreten, auch wenn sie wussten, dass sie Jäger auf diese Weise helfen würden. Schließlich erreichten die Drachen ihr Ziel: die Drachenstadt. Auf ihren Straßen suchten die Drachen nach einer Unterkunft, baten die Bewohner Warfangs um Hilfe. Aber, keiner der Bewohner der Drachenstadt zeigte sich bereit, einem Nordling zu helfen; in ihren Augen waren sie Verräter. Die Straßen des untersten Rings der Drachenstadt hinter sich lassend setzten die Drachen ihre Suche nach Hilfe in der Oberstadt fort. Und trafen sie dort auf einen alten Freund von Aicana, der bereit war ihnen zu helfen – den Wächter Terrador. Bei sich nahm der Wächter die Drachen auf. Und so kam die Reise der Drachen zu einem Ende.


Noch während die Dörfer des Nordens in Flammen standen hatte Dathor, Oberhaupt der nördlichen Dörfer, Endruyn aufgetragen, dass er die restlichen Nordlinge auf ihrem Weg gen Süden begleiten sollte; sie sammelten sich auf den Hochebenen nahe der Berge im Süden der nördlichen Dörfer, nahe des hell leuchtenden Signalfeuers. Endruyn gehorchte und machte sich auf den Weg.
Bei den anderen Nordlingen angekommen weihte Endruyn sie ein und hielt sie dazu an, schnellstmöglich aufzubrechen; die die Nordlinge beschützenden draconischen Zwillinge, Bruthos und Eglandor, sollten ihm dabei helfen, auf Geheiß von Dathor. Einer der Nordlinge, ein junger weiblicher Maulwurf namens Frâya, trat vor Endruyn und ließ ihn wissen, dass die Nordlinge erst aufbrechen könnten, wenn sie vollzählig wären. Solange Freedwig und Ruor – eben die Maulwürfe und Freunde von Frâya, die das Signalfeuer entzündet hatten – nicht wieder zurückgekehrt waren wollte Frâya nirgendwo hingehen. Also bat sie Endruyn ihr dabei zu helfen, ihren Freunden zu helfen. Endruyn tat eben das, in Erinnerung an seine Lebensschuld gegenüber von Frâyas Mutter, welcher er niemals angemessen danken oder die Schuld ihr gegeüber tilgen konnte. Die restlichen Nordlinge sollten sich den draconischen Zwilligen anschließen, während Endruyn, mitsamt von Frâyas Freunden und dem jungen Maulwurf selbst nachkommen wollte.
Endruyn hielt sein Wort gegenüber Frâya, und rettete ihre Freunde. Sich anschließend auf den Weg zu den restlichen Nordlingen machend fanden sie nicht etwa die Nordlinge selbst, sondern einen durch Schutt und Schnee versperrten Pass vor, umgeben von einen Weg in diesen Pass suchenden Affen. Sich dazu entscheidend einen anderen Weg auf die andere Seite der Berge zu finden schlossen sich die Maulwürfe dem jungen Drachen an, während dieser sich zum Theus-Pass aufmachte; der einzig wirklich ausgebaute Weg von den Ebenen des Nordens zu denen der Ödnis im Westen, und wohl möglich ihr einziger Ausweg.
Angekommen über den Hängen des Theus-Passes kamen die nunmehr Flüchtigen zur Erkenntnis, dass dieser Pass nun eine Garnison eben der Affen beherbergte, die über den Norden gekommen waren. In Ermangelung eines anderen Weges durch die Berge schmiedeten die Nordlinge einen Plan. Endruyn würde sich als Gefangener der Maulwürfe ausgeben, während diese ihn in den Theus-Pass und vor den Anführer der Affen führen würden, um deren Passage zu verhandeln; natürlich hatten die Maulwürfe nicht vor, Edruyn den Affen zu überlassen. Um dem Schein einen Hauch von Wahrheit zu verleihen brauchten die Nordlinge Fesseln, welche sie Endruyn anlegen und die dieser, mit Leichtigkeit, brechen konnte. Also infiltrierten sie eines der oberhalb des Passes gelegenen Lager, auf der Suche nach eben solchen Fesseln. Aber fanden sie bloß Fesseln, welche die Kräfte des jungen Drachen schmälerten. Auch nach drei weiteren durchsuchten und gesäuberten Lagern wurden sie nicht fündig. Also, um nicht noch ein weiteres Mal Zeit zu verlieren, nahmen sie die Fesseln, welche sie finden konnten und legten sie Endruyn an. Dann machten sie sich bereit, das Schauspiel zu beginnen.
Zuvor jedoch, um der sichtlich besorgten Frâya Mut zu spenden, forderte Endruyn einen Gefallen ein: er gab ihr eine der bloß auf den nördlichen Ebenen wachsenden Winterrosen, damit Frâya sich an den Norden erinnern konnte, und damit sie diese Endruyn zurückgeben konnte, auf der anderen Seite der Berge. Frâya versprach es Endruyn, nahm die Winterrose entgegen, sie in ihrem Haar mit sich tragend.
Schließlich vor den Affen stehend, die den Theus-Pass hielten, begannen die Nordlinge die Verhandlungen mit dem Anführer der Affen, vor welchen sie geführt wurden. Der Anführer ging auf den Handel ein, hatte allerdings nicht vor, zu seinem Wort zu stehen. Zwar ließ er die Maulwürfe passieren, auch ohne dass sie ihren draconischen Freund in seine Obhut übergaben. Aber, Enduryns Leben gehörte nun den Affen. Erschwerend für die Maulwürfe kam hinzu, dass der Anführer sie dafür verantwortlich machte, die Lager oberhalb des Passes infiltriert und durchsucht zu haben; die Maulwürfe würden dafür bezahlen. Als die Maulwürfe ihren Plan in die Tat umsetzten, Ruor die den jungen Drachen gefangen haltenden Fesseln löste, brach Chaos im Theus-Pass aus. Während Endruyn versuchte, nicht nur den Anführer der Affen zu töten, sondern auch seinen Freunden Zeit zu verschaffen, traten die Maulwürfe die Flucht an; die Affen hatten sie fast bis zum anderen Ende des Theus-Passes geführt. Und, die Maulwürfe entkamen, anders als Endruyn, welcher zurück blieb und schließlich von den Affen überwältigt wurde.
Ihre Flucht aus dem Norden und nun auch vor den Affen fortsetzend kamen die Maulwürfe auf die Ebenen der Kargen Lande, der westlichen Ödnis. Dort zuerst den einen oder anderen Moment auf die Rückkehr von Endruyn wartend stießen die Maulwürfe schließlich auf die Spur der anderen Nordlinge, angeführt von den draconischen Zwillingen. Sich schlussendlich dazu entscheidend sowohl die Affen als auch Endruyn – dass er wirklich tot war, das wollte Frâya nicht glauben – zurückzulassen, hefteten sich die Maulwürfe an die Versen der anderen Nordlinge.  Ihrer Spur folgten sie, bis sie schließlich auf die draconischen Zwillinge stießen, welche selbst auf der Suche nach Endruyn und den Maulwürfen waren. In die richtige Richtung leiteten sie die Maulwürfe, und den Weg zum Schüttertal, der letzten großen Barriere zwischen den Ebenen der Ödnis im Westen und denen des Reiches, wiesen die Drachen ihnen. Und forderte Frâya ein Versprechen auf Seiten der Zwillinge ein: sie sollten nach Endruyn suchen, ihn aus den Klauen der Affen befreien und mit ihm zurückkehren. Die Drachen versprachen es und ließen die Maulwürfe wissen, dass, sollten sie vor Beginn des nächsten Tages noch nicht zu den restlichen Nordlingen zurückgekehrt sein, die restlichen Nordlinge ihr nahe gelegenes Lager abbrechen und ohne sie zum Schüttertal aufbrechen, dort auf sie warten sollten. Anschließend machten sich nicht nur die Drachen, sondern auch die Maulwürfe auf den Weg.
Schließlich wieder mit den anderen Nordlingen vereint verging die Zeit im Lager der Nordlinge; aber, die Drachen kehrten nicht zurück. Die Nordlinge an die Worte der Drachen erinnernd boten sich die Maulwürfe als Führer der Nordlinge über die Ebenen der Kargen Lande an. Und die Nordlinge, in Ermangelung einer besseren Lösung, folgten den Maulwürfen. Entlang der Berge im äußersten Osten dieser Ebenen reisend ließen die Maulwürfe und die Nordlinge die Kargen Lande hinter sich. Und fanden sie sich vor den geschlossenen Toren des Schüttertals wieder.
Die Wachen auf den natürlichen Mauern des Schüttertals um ein Gespräch mit einem alten Bekannten bittend und eben diesen Wachen ins Innere des Tals geführt trafen die Maulwürfe auf einen alten Freund: Naegor, einstiges Mitglied der Anführer der nördlichen Dörfer und nun einer der Magistrate des Schüttertals. Ihm schilderten sie ihre Lage. Und dankten sie ihm, viele Male, als er dafür Sorge trug, dass sich den Nordlingen die Tore öffneten. Ob die Nordlinge allerdings auch im Tal bleiben dürften, darüber müsste noch verhandelt werden. Fürs erste aber sollte die Reise der Nordlinge, ihre Flucht aus ihrer alten Heimat, zu einem Ende kommen, innerhalb der sicheren Mauern des Schüttertals.


Während des Angriffs der Affen auf die nördlichen Dörfer, von diesen allerdings unbehelligt, wollte ein weiterer Affe zu seiner Herrin stoßen, sich einen Weg über die Wachanlagen eben der Festung bahnend, die er mit der Hilfe seiner Brüder erobert hatte, zu hunderten. Breshtac hatte auf diesen Tag gewartet. Und nun würde es, endlich, geschehen: Breshtag würde auf Cynder treffen.
Tatsächlich kannte Breshtac Cynder besser als diese es vielleicht glauben wollte. Denn, ihr Leben war in seine Hände gelegt worden. Breshtac war dabei gewesen, beim Angriff der Affen unter der Führung ihres Häuptlings Graul auf den südlichen Tempel und beim Zerschlagen der dort deponierten Eier ihrer verhassten draconischen Feinde. Eines dieser Eier jedoch wurde verschont, war in die Obhut von Breshtac gegeben worden, von Graul. Und aus eben diesem Ei war Cynder geschlüpft. Die ersten Tage ihres Lebens hatte sie an Breshtacs Seite verbracht, als seine Ziehtochter. Als aber Graul zurückgekehrt war hatte er sich Cynders angenommen, sie Breshtacs Händen entrissen und mit der Macht des Meisters der Affen verdorben; sie war zu einer Bestie geworden, ohne dass sie sich wehren oder dass Breshtac etwas dagegen unternehmen konnte. Einige Jahre lang hatten sich Breshtac und Cynder nicht gesehen. Und dann war Cynder, von ihren Meistern, in eben die Festung versetzt worden, die nun nicht nur ihr Gefängnis sein, sondern in der sie auch auf Breshtac treffen sollte, nach all den dunklen Tagen.
Tatsächlich erkannte sie Breshtac wieder,. Und stimmte sie Breshtac zu, als dieser sagte, dass Cynder zu mehr bestimmt wäre als bloß zu dienen. Schließlich wäre Cynder ein Drache; ein so mächtiges wie königliches Geschöpf. Größer sollte Cynder denken, zu einer Königin der Affen werden, um ihre Getreuen zum Sieg in diesem Krieg zu führen, ihnen ein besseres Leben zu geben.
Breshtac unter ihren Reihen aufnehmend und ihn zu ihrem ersten Berater ernennend hatte Cynder dafür gesorgt, dass Breshtac schneller im Rang gestiegen war als jeder anderer Affe in dieser Festung. Seinen Wert bewies Breshtac seiner Herrin, indem er seine mächtigste Waffe zum Einsatz brachte: seinen Verstand; er konnte den anderen Affen im Zweikampf kaum das Wasser reichen, aber war er gerissen und hatte mächtige Verbündete, und keine ersichtlich schlechten Intentionen was seine Brüder anbelangte. Nicht des Herrschens wegen wollte Breshtac an der Spitze der unter den Affen herrschenden Hierarchie stehen, sondern um die Affen zu etwas größerem zu verhelfen als bloße Macht. Aus den Klauen der Sklaverei ihrer Herren wollte Breshtac die Affen befreien. Und dafür brachte er die Hilfe seiner Herrin und einstigen Ziehtochter.
Zu Cynder hatte Breshtac eine innige Bindung des Vertrauens. In einer Welt aus Dunkelheit und Tristheit hatte er Cynder einen Grund gegeben, mit Hoffnung in die Zukunft zu sehen; denn auch Cynder wollte er befreien, aus den Klauen ihrer Meister. Unter all dem Zorn und unter all der Dunkelheit glaubte Breshtac zu erkennen, dass man Cynder nicht gänzlich verdorben hätte. Um ihr also zu helfen, und sie darauf vorzubereiten, die Macht zu ergreifen, hatte sich Breshtac dazu entschlossen, Cynder über ihre draconischen Vorfahren zu belehren. Schon so mancher hätte sein Seelenheil im Glauben an etwas Größeres gefunden. Vielleicht würde es auch Cynder helfen. Und Breshtac sollte Recht behalten. Denn, im Glauben an die Ahnen fand Cynder die Kraft, sich ihrer Aufgabe als Herrin der Affen anzunehmen und sich zu nehmen, was ihr gebührte.
Solange hatte Breshtac an Cynders Seite gestanden, bis sich ihre Meister zu Wort meldeten. Als Antwort auf die Vorgänge im Norden, mit denen Cynder und all ihre Affen nicht das geringste zu tun gehabt hatten, hatten sie Cynder wissen lassen, dass die Zeit gekommen wäre. In den Krieg gegen das Reich sollte Cynder eingreifen. Und, durch ihren Einfluss gerieten drei der Wächter, diese draconischen Ältesten, in ihre Gefangenschaft. Solange entzog Cynder den Wächtern ihre Kräfte, bis ein junger lila Drache die Pläne ihrer Meister zu vereiteln wusste, die Wächter befreite, sich Cynder entgegenstellte und diese, schließlich, besiegte.


In den drei Jahren, die zwischen seiner Ankunft in der Drachenstadt und Cynders Niederlage ins Reich gezogen waren, hatte Thandër, mitsamt seiner Familie, unter dem Dach eines Wächters und in der, scheinbaren, Sicherheit Warfangs gelebt. Aber, es zog den jungen Drachen zurück auf die Ebenen des Nordens. Und als der Krieg gegen die Affen sein Ende fand wollte Dathor seinem Sohn eben diesen Wunsch erfüllen; er begleitete Thandër.
In seinem Wunsch, in seine alte Heimat zurückzukehren, ließ Thandër nicht nur sein neues Leben in der Drachenstadt zurück, sondern auch seine neuen Freunde: Yelda, ein junger weiblicher Drache und Thandërs Mitschülerin unter Terradors Lehren, und Casthan, Neffe des amtierenden Heermeisters und, während dieser der Drachenstadt fern war, Vertreter eines Wächters Marâq. Die Entscheidung war Thandër alles andere als leicht gefallen. Und doch, obwohl er schon vermutete, dass er einen Fehler machte, wollte Thandër in den Norden zurückkehren.
Im Verlauf ihrer Reise kamen Thandër und Dathor auf die Ebenen der Kargen Lande, nachdem sie das Schüttertal überflogen hatten. Dort in einen unnatürlich schnell aufziehenden Sandsturm gerieten sie und in den rostroten Schwaden die Form eines Drachen zu erkennen glaubend verirrten sich die beiden Drachen.
Während sie durch den Sandsturm stapften trafen der Vater und der Sohn auf Affen. Schnell fiel den beiden Drachen auf, dass die Affen eben die Banner bei sich trugen, welche im Nordwind geweht hatten, als der Norden zu Fall gebracht worden war. Gegen die Affen kämpften die Drachen, und schlugen sie die Affen in die Flucht. Weit kamen diese allerdings nicht. Denn, ihr Herr zeigte sich. Und es sollte eben der Drache sein, den der Vater und der Sohn vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen hatten; ein rostrot geschupptes Weibchen, welches sich selbst „die Herrin der Wüste“ nannte.
Dathor schien die Drachendame ein Begriff zu sein. Den Vater darüber aufklärend, dass es ein Fehler gewesen, wäre hierher zurückzukehren griff die Drachendame den Vater und den Sohn an. Zuvor jedoch nutzte sie ihre Kräfte, um die beiden zu paralysieren; sie nutzte das Element der Furcht. Im Kampf gegen die Herrin der Wüste erlag Dathor ihrer schrecklichen Macht. Thandër, von der Paralyse befreit und von seinem Vater dazu angehalten zu fliehen, gehorchte seinem Vater. Und sah der junge Drache mit an, wie die Herrin der Wüste seinen Vater zuerst mit Hilfe ihrer der Halskette um ihren Hals zu entstammen zu scheinenden Magie zu Fall brachte und ihn danach enthauptete. Den Vater anschließend vom Sand der Kargen Lande verschlingen lassend schien sie dafür zu sorgen, dass sich an der Stelle, an der noch gerade Dathor gelegen hatte, einige schemenhafte Kreaturen erhoben, gehüllt in den Sand der Kargen Lande. Die Herrin der Wüste ließ Thandër verfolgen, durch eben diese Kreaturen. Und Thandër lief, um sein Leben fürchtend.


*



So, jetzt aber genug des Recaps... Man, ich kann mich echt nicht kurz fassen...

Hey, Leute, Nyareldas hier.
Willkommen zum zweiten Teil von Son of the North. Von einem Prolog bzw. einem Epilog werde ich jetzt mal absehen; zukünftig wahrscheinlich auch.
In diesem Kapitel – dieses Kapitel ist kein tatsächliches Kapitel – findet ihr Informationen zu Charakteren, Orten und sonstigen Dingen, auf die ihr in dieser Geschichte treffen werdet. Die entsprechenden Begrifflichkeiten werden kursiv geschrieben sein. Und, ohne weitere Worte – so wie diese hier – zu verlieren, findet ihr im Folgenden die angesprochenen Infos.






Charaktere:


Thandër (Dathorsson) – [ʈan'deɾ]

Dathor – ['dʌθɔɾ]

Aicana – [aɪ̯'ka:nʌ]

Ishtara – [ɪʃ'ta:rʌ]

Endruyn – [ɛn'druɪn]

Frâya – ['fʀa:jʌ]

Freedwig – ['fʀe:dvɪç]

Ruor – ['ʀuɐ]

Naegor – ['nægoʀ]

Breshtac – ['brɛʃtak]




Orte:


„die Ebenen des Nordens“
einstige Provinz d. (Drachen)Reiches (nördl. d. Reiches gelegen), einige Zeit lang autonom, Opfer eines Angriffs v. Affen, nun gefallen

„die Drachenstadt“ (Warfang)
größte Siedlung innerhalb d. Reichsgrenzen, de facto Hauptstadt d. Reichs, Zentrum d. (politischen) Macht im Reich, v. d. Maulwürfen aus Freundschaft zu d. Drachen erbaut, Heimat eines Großteils d. Drachen im Reich, angeführt v. Wächter Terrador (nun: abwesend (vermisst) )

„das Schüttertal“
gegründet als Außenposten d. Maulwürfe Warfangs, gelegen an einer Kreuzung mehrerer (Handels-)Straßen, Zentrum d. Handels im Reich, „kontrolliert“ d. (Reichs)Provinz Avalar, genutzt als (letzte) Barriere zw. d. Kargen Landen und d. Reich, angeführt v. Rat d. Magistrate d. Schüttertals

„Avalar“ (d. Kornkammer d. Reiches)
(Reichs)Provinz, gelegen westlich d. Drachenstadt und südöstlich d. Schüttertals, fruchtbares (Acker)Land, Heimat vieler weiterer Bewohner d. Reiches (in kl. Dörfern / Höfen)

„die Karge Lande“
trostlose Ebenen nördlich d. Schüttertals und südlich d. Nordens, bedeckt mit rostrotem Sand, Schauplatz d. Schlachten im Krieg zw. d. Affen und d. Soldaten d. Reiches, Domäne d. Herrin d. Wüste

„die Inseln d. Südens“
Sammlung sämtlicher Inseln südlich d. Festlands (Drachenreich), im Zuge d. Krieges v. Cynder erobert, beherbergen viele (indigene) Stämme

„der Tempel d. Südens“
Heiligtum d. drac. Glaubens im Süden (Inseln d. Südens), gelegen nahe d. Silberflusses, umgeben v. d. Pilzsümpfen, im Verlauf d. Kriegs mehrmals als Ziel d. Affen aufgefasst, im Zuge d. Angriffe (fast) zerstört, beherbergte d. Eier d. nächsten Generation d. drac. Volkes




Sonstiges:

Anmerkung:
Auch wenn die vorrangig im Reich gesprochene Sprache die der Maulwürfe Warfang – im Volksmund als „die gemeine Zunge“ bekannt – ist, so gibt es weitere im Reich genutzte Sprachen. Im Folgenden werden, unter anderem, Begrifflichkeiten erläutert, welche eben diesen Sprachen entstammen.
Des Dracyryn, der Sprache des draconischen Volkes, sind nur noch wenige mächtig. Mit dem Fall der Drachen ins Dunkel des Vergessens ging auch ein Großteil ihrer Kultur verloren; so auch das Wissen um das Dracaryn – der „Worte der Drachen“. Deshalb wurde das Dracaryn zu einer Zeremoniesprache, gebraucht von der Elite des Reiches; und den hiesigen Drachen.
Als Folge des Wunsches nach Unabhängigkeit vom Reich hat sich im einstigen Norden ein Dialekt des Dracaryn als dort gesprochene Sprache durchgesetzt. Bloß die Nordlinge verständigen sich also mit den Worten des Nordron, der draconischen Sprache in vielerlei Hinsicht ähnlich. Und innerhalb der Reichsgrenzen gilt das Nordron als verpöhnt; ebenso wie die Nordlinge selbst, als Verräter und Feiglinge geächtet.



„dracinyo“ - [drʌ'kɪɲo]
Sprache: Dracaryn
(wörtl.) Übersetzung: junger Drache
Bedeutung: (formale) Bezeichnung für einen jungen männlichen Drachen.
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