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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
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15.11.2020 1.358
 
Die Stunden vergingen.
Schweigend saßen die beiden auf ihren Plätzen und warteten.
Ab und an, hetzte eine Schwester oder ein Arzt vorbei und jedes Mal, richteten die drei sich auf und hofften, dass es endlich Neuigkeiten gab.
Doch keiner der Krankenhausmitarbeiter blieb bei ihnen stehen.
Nach zwei Stunden stand Alex auf und sah sie entschuldigend an.

„Ich habe noch einen Termin und muss los. Kann ich euch alleine lassen?"

Marion nickte ihm zu und versuchte ein Lächeln.

„Klar. Danke, dass du mich hergefahren hast."

Alex bat sie, direkt zu schreiben, wenn es etwas Neues gab und verabschiedete sich dann von ihnen.
Robin beobachtete weiter den Zeiger der Uhr, die ihm gegenüber an der Wand hing.
Die Zeit schien sich immer mehr in die Länge zu ziehen, umso länger sie warten mussten.

Die Schwingtür zur Eingangshalle wurde geöffnet und ein Mann humpelte herein.
Er schien ein steifes Bein zu haben und wies eine große Narbe an der Seite seines Kopfes auf.
Er humpelte zu ihnen und setzte sich dann wortlos auf den einzigen freien Stuhl, neben Robin.
Kurz betrachtete Robin den Mann möglichst unauffällig.
Neben der großen Narbe am Kopf, wies er noch mehrere weitere Narben auf.
Er musste Opfer eines schweren Unfalls gewesen sein.
Der Mann saß auffällig gerade neben ihm und rührte sich nicht.

Bald verlor Robin das Interesse an dem Mann und wand sich wieder der Uhr zu.
Es dauerte drei weitere Stunden, bis endlich ein Arzt auf den Flur stand und zögern zu ihnen ging.

„Hallo Marion. Du bist bestimmt auch wegen Jana Frommel hier?"

Marion stand auf und nickte.

„Hallo, Georg. Ja das bin ich. Kannst du uns etwas sagen?"

Mit ernster Miene schüttelte der Arzt den Kopf.

„Also, genaueres darf ich euch natürlich nicht sagen.
Wir müssen auf einen Herrn Hoffmann warten.
Der wurde als Führsorgeverwalter durch Frau Frommel eingesetzte und kann entscheiden, ob ihr informiert werden dürft oder nicht."

Der Mann neben Robin stand auf und humpelte auf den Arzt zu.

„Guten Tag. Ich bin Dietmar Hoffmann."

Stellte er sich, mit stotternder Stimme vor. Doktor Becker schüttelte seine Hand.

„Sie müssen dann, Marion und Robin sein. Ich sollte ihnen den Brief schicken."

Meinte der Mann und ash Robin und Marion fragend an.
Robin stand ebenfalls auf und nickte stumm.

„Jana scheint sie beide sehr zu mögen."

Stellte Herr Hoffmann fest und wand sich dann wieder an Doktor Becker.

„Sie können die beiden gerne informieren. Jana würde das wollen."

Doktor Becker nickte erleichtert und bat sie dann, ihm zum Aufzug zu folgen.
Dabei berichtete er von der komplizierten Operation, die sie Jana unterziehen mussten.

„Die größten Blutungen konnten wir stillen, aber es sind immer noch Blutungen im Bauchraum, auf einem Kontroll-CT zu sehen. Allerdings mussten wir die Operation abbrechen, weil ein multiples Organversagen drohte.
Wir müssen nun erst einmal abwarten, dass sich die Werte von Frau Frommel verbessern. Wir hoffen, dass wir die meisten Blutungen stillen konnten und die Knochenstücke und Kugelfragmente zum größten Teil entfernen konnten. Aber aktuell, können wir leider nichts mehr für ihre Freundin tun. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihre Chancen zu überleben, nicht sehr gut sind. Es wäre wahrscheinlich ratsam, wenn sie sich von ihr verabschieden, da sie womöglich die Nacht nicht überleben wird."

Doktor Becker brachte sie, auf die Intensivstation und bat sie sich Schutzkittel überzuziehen.
Auch Mundschutz und Kopfschutz sollten sie überziehen und danach ihre Hände ordentlich desinfizieren.
Jana lag bereits in einem Zimmer und wurde gerade von den Pflegekräften, an die verschiedenen Überwachungsgeräte angeschlossen.
Sie wurde über einen Tubus, der an ihrem Mund befestigt war beatmet.
Überall waren Schläuche und Kabel zu sehen. Der Anblick tat Robin richtig weh.
Die sonst so starke und selbstbewusste junge Frau, sah nun so schwach auf.
Sie hatte eine ganz ungesunde und blasse Hautfarbe, die sie mehr tot als lebendig aussehen ließe.
Der Mann räusperte sich.
Es war ihm anzusehen, dass er sich gar nicht wohl fühlte.

„Ich ... ich kann hier leider nicht bleiben.
Hier, haben sie meine Kontaktdaten.
Ich werde die Tage nochmal nach Jana schauen."

Er reichte Robin eine Visitenkarte und drehte sich um.
So schnell, wie sein kaputtes Bein es zuließ, humpelte der Mann zurück zum Aufzug und flüchtete.
Die Pflegekräfte verließen das Zimmer und Doktor Becker bat sie hinein.

„Wenn ihr noch fragen habt, meldet euch."

Meinte er und ließ sie alleine.
Marion ging zu Jana und stellte sich neben ihr Bett.
Vorsichtig nahm sie Janas Hand in ihre und streichelte diese.
Robin nahm die zwei Stühle, die in einer Ecke stand und stellte Marion einen davon hin.
Den anderen, stellte er auf die andere Bettseite und setzte sich darauf.
Er rückte zu Jana ans Bett und betrachtete sie mit traurigem Blick.
Vorsichtig strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und streichelte dann ihre Wange.

„Wir sind hier."

Flüsterte er ihr zu. Eigentlich hatte er gedacht, er habe alle Tränen schon ausgeweint.
Doch als er hier bei Jana saß und sie so sah betrachtete, kamen neue Tränen und rannen sein Gesicht hinab.
Schweigend saßen sie einige Zeit bei Jana und beide hielten jeweils eine Hand, der jungen Frau.
Als es draußen dunkel wurde, klopfte es an der Tür. Doktor Becker stand in der Tür.

„Hallo ihr beiden. Es ist jetzt 18 Uhr, eigentlich ist die Besuchszeit zu Ende.
Wenn ihr möchtet könnt ihr noch bleiben, aber vielleicht wäre es besser ihr schlaft ein paar Stunden."

Robin sah ihn an und schwieg.
Eigentlich hatte er Angst, Jana alleine zu lassen.
Aber er wusste, dass die Hunde zuhause waren und auf sie warteten.

„Wenn es etwas Neues gibt, werden wir euch sofort informieren."

Versprach Doktor Becker. Robin seufzte und nickte ihm zu.
Sie verabschiedeten sich von Jana und gingen dann zusammen nach draußen.
Da Robins Auto bei der Wache stand, nahmen sie ein Taxi nach Hause.
Ralf war bereits mit den Hunden spazieren gegangen und hatte Marion geschrieben. Aufgeregt begrüßte Vito sie und auch Skip kam sie begrüßen, als sie Marions Wohnung aufschlossen.
Robin streichelte Skip. Der schnüffelte an seinen Fingern und fing an zu winseln und zu fiepen.
Der große Hund, drängelte sich an Robin vorbei und suchte aufgeregt den Hausflur ab. Robins Herz verkrampfte sich, bei dem Anblick des Hundes.

„Hey Großer. Komm mal her. Sie ist nicht hier."

Meinte er in ruhigem Ton zu dem aufgeregten Hund.
Der winselte nun lauter, weil er Jana riechen aber nicht finden konnte.
Er kratzte an der Haustür, lief dann zurück zu Robin und sah ihn mit großen Augen an.
Der wand sich zu dem Hund herunter und kraulte ihm hinter den Ohren.

„Sie ist nicht hier. Es tut mir leid."

Flüsterte er dem Hund zu und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
Skip winselte und drückte seinen Kopf an Robins Brust.

„Vielleicht können wir ihn ja morgen mitnehmen? Ich rufe morgen früh mal an."

Meinte Marion und beobachtete die beiden. Robin sah sie zweifelnd an.

„Meinst du nicht das ist viel zu gefährlich? Wir können ihn ja schlecht desinfizieren, damit er auf die Intensivstation darf."

„Das stimmt zwar, aber ich denke es würde Jana sehr gut tun, ihn bei sich zu wissen. Das muss der Arzt natürlich entscheiden. Aber versuchen sollte wir es."

Robin nickte und lächelte bei der Vorstellung, wie sehr Skip sich freuen würde, Jana wiederzusehen.
Er streichelte Skip noch einmal und verabschiedete sich dann von Marion und Vito. Sie mussten versuchen ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, morgen früh wollten sie direkt wieder ins Krankenhaus fahren.

„Wenn du nicht mehr schlafen kannst, weck mich ruhig.
Dann fahren wir wieder zu Jana."

Meinte Marion und nachdem Robin ihr zugenickt hatte, schloss sie die Wohnungstür. Skip suchte noch einmal den Flur ab, als Robin ihn rief, kam er aber brav nach oben und ging mit Robin in dessen Wohnung.
Robin ging schnell duschen und legte sich dann ins Bett.
Skip legte sich neben das Bett auf den Boden und winselte leise.
Hoffentlich durften sie ihn, morgen wirklich mit ins Krankenhaus nehmen.
Erst konnte Robin nicht einschlafen, doch nach einiger Zeit gewann die Erschöpfung und er glitt in einen leichten Schlaf.
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