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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
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16.10.2020 1.633
 
Schweigend fuhren sie zur Wache.
Stephan sah immer wieder besorgt in den Rückspiegel und beobachtete Robin.
Nach der bisher stressigen Schicht ohne Pausen, war er echt genervt gewesen als Ilka unbedingt anhalten wollte, um den auf dem Boden kauernden Mann anzusprechen. Niemals wäre er darauf gekommen, dass es Robin war der da weinend hockte.
Sonst wäre er doch der erste gewesen, der angehalten hätte und sich um seinen Kollegen und Kumpel zu kümmern.
Eigentlich war er auch eher der Hilfsbereite und wenn die Schicht bisher nicht so scheiße gelaufen wäre, wäre er doch genauso angehalten um sich bei dem Mann zu erkunden was los war.

An der Wache angekommen meldete Stephan sie bei der Leitstelle ab, eine Pause hatten sie sich sowieso verdient und so konnten sie sich in Ruhe um Robin kümmern.
Stephan öffnete die hintere Tür des Bullys und Ilka stieg gefolgt von Robin aus.
Auch Skip blieb auf Robins Fersen und folgte ihm auf Schritt und Tritt.
Wie ein Häufchen Elend sah er aus, und Stephan nahm ihn an der Schulter und führte ihn in die Wache.
Wieder liefen dem jüngeren Kollegen die Tränen übers Gesicht.
Besorgt ging Stephan mit ihm durch die Tür der Wache.
Arne stand an der Empfangstheke und begrüßte sie grinsend.

„Na, habt ihr es doch noch mal wieder zur Wache zurückgeschafft?"

Dann erkannte er Robin und sah das dieser weinte und einen total verzweifelten Eindruck machte.
Sofort verstummte Arne und sah Robin fragend an.
Stephan schüttelte den Kopf um Arne daran zu hindern noch etwas zu sagen und schob Robin in eins der Büros.
Er schob ihn zu einem Stuhl und Robin ließ sich darauf nieder.
Stephan zog sich einen weiteren Stuhl heran und setzte sich neben Robin, während Ilka gegenüber am Schreibtisch Platz nahm.

„So, was ist denn los?"

Meinte Ilka und reichte Robin eine Packung Taschentücher.
Der nahm sich eines der Taschentücher und putze sich erst einmal geräuschvoll die Nase.
Dann kramte er den zusammengefalteten Brief aus der Jackentasche und reichte ihm Ilka.
Während Robin weiter schweigend am Tisch saß, hatte Skip sich neben ihm auf den Boden gelegt.
Er hechelte und beobachtete die drei Personen im Raum genau.

Ilka faltete den Zettel auseinander und las den Brief.
Dann reichte sie den Zettel an Stephan weiter.

„Jana, das war doch die junge Frau die du zu Ginos Gartenparty mitgebracht hast?"

Fragte sie ihn mit mitleidigem Blick.
Robin nickte brachte aber nach wie vor kein Wort heraus.

„Scheiße."

Meinte Stephan nur und sah Robin entsetzt an.

„Wann kam der?"

Robin räusperte sich, da seine Stimme direkt versagte als er antworten wollte.
In dem Moment betrat Arne den Raum, er brachte vier Tassen Kaffee und gab jedem der Kollegen eine.
Robin nahm einen Schluck und antwortete dann auf Stephans frage.

„Marion hat den Brief heute Morgen bekommen."

Stephan nickte.

„Ok. Hast du denn schon Informationen eingeholt? Irgendwo müssen wir doch erfahren können ob sie tot ist oder verletzt. Das macht der Brief doch nicht wirklich klar."

Robin schüttelte den Kopf.

„Ich habe noch gar nichts gemacht, bin erstmal nur zuhause weg um meinen Kopf frei zu bekommen."

Murmelte er und starrte auf seine Schuhe. Stephan hatte recht.
Er war Polizist, auch wenn ihn diese Information das Jana etwas passiert war natürlich eiskalt erwischt hatte, er hätte erstmal einen kühlen Kopf bewahren sollen und sich informieren was mit Jana ist.

„Ok, dann müssen wir jetzt mal rausfinden, wenn wir da am besten fragen können.
Ich frag als erstes Mal Klaus, er kennt vielleicht jemanden."

Stephan verließ das Büro und Ilka und Arne blieben mit Robin zurück.
In dem Moment klingelte jemand an der Tür der Wache und auch Arne musste das Büro verlassen.
Er schloss die Bürotür hinter sich.

„Hatte sie denn Recht in ihrem Brief? Also das du mehr für sie empfindest?"

Robin sah Ilka traurig an.

„Ich habe mich total in sie verknallt. Ich hatte gehofft ihr das sagen zu können, wenn sie nach sechs Monaten wiederkommt.
Ich wollte so lange auf Skip aufpassen und sie dann überzeugen das wir beide doch eine Chance verdient haben."

Ilka nickte und reichte Robin noch ein Taschentuch.

„Aber noch solltest du die Hoffnung nicht aufgeben. Womöglich kann Klaus ja alles aufklären und du siehst deine Jana früher wieder als erhofft."

Robin nickte und atmete einmal tief durch.

„Ich wasch mir mal kurz das Gesicht."

Meinte er, stellte die noch volle Kaffeetasse auf den Tisch und ging dann auf Toilette um sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht zu werfen. Kurz betrachtete er sich im Spiegel, er sah echt aus wie ausgekotzt.
Mit Papiertüchern trocknete er sich das Gesicht wieder ab und ging dann zurück ins Büro.

Dort saß Stephan an seinem Schreibtisch und trank von seinem Kaffee.
Robin setzte sich wieder auf den gleichen Stuhl und sah Stephan verzweifelt an.

„Klaus versucht etwas rumzutelefonieren."

Meinte er und Robin nickte dankbar.
Langsam trank er seinen Kaffee und wartete auf Neuigkeiten von Klaus.
Ilka und Stephan tippten derweil ihre Berichte und sahen ab und an prüfend zu Robin herüber.
Es dauerte fast eine halbe Stunde bis Klaus endlich in der Tür stand.
Er begrüßte Robin und legte ihm väterlich eine Hand auf die Schulter.

„Ich habe echt alles versucht. Aber selbst mein Kumpel der im Verteidigungsministerium arbeitet konnte keine Informationen herausbekommen.
Deine Freundin arbeitet wohl bei der Nato, alles Top-Secret da gibt es keine Chance das wir Informationen bekommen."

Robin seufzte und bedankte sich bei Klaus, dass der versucht hatte etwas herauszubekommen.
Stephan verließ kurz das Büro um zu telefonieren, dann kam er zurück.

„Paula holt dich gleich ab."

Meinte er und setzte sich dann wieder an seinen Schreibtisch.

„Was ist denn eigentlich mit Marion? Geht es der gut?"

Fragte Ilka Robin.
Der sah sie entsetzt an und schüttelte den Kopf.

„Ich weiß nicht, ich habe sie nur angeschrien und bin weggerannt. Aber es ging ihr echt nicht gut, ich hätte bei ihr bleiben müssen."

Stephan nahm wieder sein Handy.

„Ich guck mal ob nicht Franco oder Ralf frei haben, oder Debbie. Die verstehen sich am besten mit Marion und können sich um sie kümmern."

Robin hatte nun ein schlechtes Gewissen Marion gegenüber.
Es dauerte nur ein paar Minuten bis Paula auf der Wache auftauchte.
Sie umarmte Robin und strich ihm tröstend über den Rücken.
Robin bedankte sich bei seinen Kollegen und zusammen mit Paula verließ er die Wache.

Sie fuhren zu Stephan und Paulas Haus.
Dort warteten bereits Ralf und Marion vor der Tür.
Marion schien noch immer zu weinen und was Robins schlechtes Gewissen sofort wieder weckte.
Er stieg aus dem Wagen aus, ging zu seiner Nachbarin und nahm diese in den Arm.
Paula schloss die Haustür auf und zusammen gingen die vier in die Wohnung.
Paula bat sie auf die Terrasse zu gehen, während sie etwas zu trinken holte.

Robin und Marion setzten sich nebeneinander und auch Ralf nahm sich einen der Terrassenstühle und setzte sich neben seine Kollegin.

„Klaus hat versucht über einen Freund der beim Verteidigungsministerium arbeitet herauszufinden was mit Jana ist.
Aber da haben wir keine Chance etwas zu erfahren."

Hoffnungslos schaute Marion ihn an und neue Tränen rannen über ihr Gesicht.
Robin nahm sie in den Arm und tröstete sie. Skip legte seinen Kopf auf Marions Schoß und fiepte leise.
Die schenkte dem Hund ein kleines Lächeln und kraulte ihm hinter den Ohren.
Paula brachte ihnen jeweils ein Bier und setzte sich dann neben Robin.
Sie verbrachten den ganzen restlichen Tag miteinander, bis Stephan am Abend von der Schicht nach Haus kam.

Marion und Robin entschieden das sie gerne nach Hause wollten, auch wenn Paula sie bat bei ihnen im Gästezimmer beziehungsweise auf der Couch zu schlafen.
Aber da Vito noch zuhause war, wollte Marion aufjedenfall nach Hause.
Ralf fuhr die beiden nach Haus und verabschiedete sich dann von ihnen.
Falls noch etwas sein sollte, sollten sie ihm aber sofort anrufen.

„Kann ich bei dir schlafen, auf der Couch?"

Fragte Robin kleinlaut als Marion ihre Wohnungstür aufschloss.

„Klar, es wäre toll nicht alleine zu sein heut Nacht."

Meinte auch Marion und Robin und Skip folgten ihr in die Wohnung.
Aufgeregt begrüßte Vito sie und wicht Marion dann nicht mehr von der Seite.
Die beiden Hunde schienen genau zu merken das etwas nicht in Ordnung war und waren entsprechend sehr anhänglich.

„Kannst du schon schlafen? Oder wollen wir noch irgendwas im Fernsehen schauen?"

Fragte Marion. Robin nickte.

„Schlafen werde ich bestimmt nicht können."

Während Robin es sich schonmal auf der Couch bequem machte, holte Marion für ihn ein Kissen und eine Bettdecke.

„Du, tut mir leid wir ich reagiert habe heute Nachmittag."

Meinte Robin und sah sie beschämt an, als Marion sich zu ihm auf die Couch setzte.

„Ach alles gut Robin. Ich weiß doch das du dich total in Jana verliebt hast. Für mich war das schon ein Schock, da sie mir echt ans Herz gewachsen ist, aber für dich muss es ja noch viel schlimmer sein."

Robin nickte und musste schon wieder die Tränen wegblinzeln die sich in seinen Augen gesammelt hatten.
Die beiden schauten noch einige Stunden schweigend zusammen fernsehen, während die Hunde es sich zu ihren Füßen bequem gemacht hatten und beide schliefen.

Gegen Mitternacht fing Marion an zu gähnen und auch Robin wurde langsam müde.
Er ging kurz in seine Wohnung und machte sich dort zum Schlafen fertig.
Im Schlafanzug ging er zurück in Marions Wohnung.

„Wenn was ist weck mich."

Bat er Marion und wünschte ihr eine gute Nacht.
Skip legte sich neben ihm auf den Boden und brummte beruhigend als Robin sich auf die Couch legte und versuchte einzuschlafen.
Lange lag er noch wach und dachte an Jana, doch dann übermannte ihn die Erschöpfung und er schlief ein.
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