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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
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13.10.2020 1.757
 
Früh wachte Robin am nächsten Morgen auf. Er fühlte sich wie gerädert und seufzend drehte er sich auf die Seite.
Skip lag neben ihm auf dem Boden und sah ihn aus treuen Augen an.
"Hey mein Großer"
Flüsterte Robin und kraulte dem Hund hinter den Ohren.
Wieder schweiften seine Gedanken zu Jana ab.
Was sollte er nur tun, wenn sie wirklich tot war.
Sollte er Skip zu Marion geben oder sich weiter um den Hund kümmern.
Eigentlich hätte er niemals erwartet das ihm ein Hund so ans Herz wachsen würde, aber Skip war wirklich wie ein guter, treuer Freund für ihn geworden.
Skip brummte als Robin anfing ihn am Bauch zu kraulen, er rollte sich auf den Rück und streckte die Beine in die Luft.
Robin musste lächeln, als er sah wie der Hund die Streicheleinheiten genoss.
"Hey, ihr auch schon wach?"
Meinte Marion von der Tür aus. Schwanzwedelnd kam Vito ins Wohnzimmer gerannt und begrüßt Skip.
"Morgen. Ja ich hätte doch eigentlich Frühschicht."
Meinte Robin und erhob sich von der Couch. Marion sah auf die Uhr.
"Das schaffst du wohl nicht mehr pünktlich."
Robin streckte sich und faltete dann die Decke zusammen.
"Klaus hat mir heute frei gegeben. Ich soll mich erstmal wieder fangen meint er."
Marion nickte.
"Da hat er bestimmt Recht.
Wenn du so abgelenkt zur Arbeit gehst, dann geht nachher nur was schief.
Das können wir uns beide in unserem Job nicht leisten."
"Ja da hast du vermutlich recht. Ich werde mich kurz umziehen und dann eine Runde mit den beiden drehen."
Marion begrüßte Skip der schwanzwedelnd vor ihr saß.
"Ok, dann kümmere ich mich um Frühstück. Auch wenn ich eigentlich keinen Appetit habe."
Auch Robin ging es so, aber er wollte Marion nicht noch weiter runterziehen, daher stimmte er ihren Plan zu.
Schnell ging er in seine Wohnung und zog sich Jogginghose und ein frisches T-Shirt an.
Vito und Skip warteten bereits an der Wohnungstür auf ihn.
Robin holte Vitos Leine und ging dann mit den Hunden eine kurze Runde um den Park.
Auf dem Rückweg besorgte er Brötchen.
Marion hatte bereits den Frühstückstisch gedeckt und stand in der Küche.
Ziellos starte sie Löcher in die Luft und schien in Gedanken versunken zu sein.
"Hey."
Meinte Robin und fasste sie vorsichtig an der Schulter.
Marion schreckte auf und sah Robin traurig an. Schnell drehte sie sich um und griff nach dem fertigen Kaffee.
Robin folgte ihr zum Frühstückstisch und schweigend aßen sie.
Gerade als Robin das letzte Stück seines Brötchens in den Mund schob, begann sein Handy zu klingeln.
Schnell versuchte er den Bissen mit Kaffee herunterzuschlucken und ging dann ans Handy.
"Sturm?"
"Robin hier ist Klaus. Ich weiß ich habe dir frei gegeben, aber ich habe Neuigkeiten.
Mein Kumpel vom Verteidigungsministerium hat angerufen, die Nato kommt heute mit einem Sonderflug aus Kabul an.
Sie haben gebeten das sie am Flughafen Begleitschutz bekommen für einen dringenden Transport in ein Krankenhaus.
Wir übernehmen das, ich dachte mir du willst bestimmt dabei sein?"
Schweigend saß Robin eine Zeitlang da und starrte aus dem Fenster.
Hieß das Jana lebte noch? Sollte sie etwa in diesem Flugzeug hergebracht werden?
Seine Gedanken rasten, doch er brachte kein Wort heraus.
Ängstlich sah Marion ihn an.
"Robin? Bist du noch dran?"
Fragte Klaus am anderen Ende der Leitung.
"Ähh ja. Ich mach mich direkt auf den Weg!"
Antwortete Robin und legte auf.
Kurz erklärte er Marion die Situation und rannte dann nach oben.
Er duschte schnell und zog sich dann an. Gerade mal eine Dreiviertelstunde brauchte er, bis er die Wache betrat.
Er zog seine Uniform an, nahm seine Waffe und den Einsatzgürtel aus dem Spind, dann ging er sofort zu Klaus Büro.
Sein Chef schien ihn schon zu erwarten.
"Morgen. Da bist du ja schon. Das Flugzeug soll in zwei Stunden ankommen, Muri ist schon mit Tom vor Ort am Flughafen. Ich würde dich mit Ilka und Stephan hinterherschicken."
Robin nickte, er zitterte leicht vor Aufregung.
"Schaffst du das auch wirklich Robin? Ich will nicht das du deine Kollegen in Gefahr bringst!"
Tief atmete Robin bei diesen mahnenden Worten seines Chefs durch.
Dann nickte er.
"Ich bekomm das hin, versprochen."
Klaus nickte und zeigte ihm mit einer Kopfbewegung das er gehen konnte.
Ilka und Stephan warteten bereits in ihrem Büro auf ihn.
Kurz begrüßte er Hannah, die am Funk saß und ging dann zu den Beiden ins Büro.
"Morgen. Wollen wir gleich los?"
Meinte Stephan und schlug Robin kumpelhaft auf die Schulter.
Sie fuhren zum Flughafen, Stephan lenkte den Streifenwagen durch das Tor zum Rollfeld. Dort stand schon ein NEF und ein RTW.
Auch der Streifenwagen der beiden Kollegen stand neben dem Tor.
Tom und Muri redeten gerade mit einigen Mitarbeitern des Flughafens.
Stephan parkte den Streifenwagen neben dem NEF und sie stiegen aus. Robin ging zum RTW an dem Ralf, Franco, Oliver und Yannik standen.
"Hey, ihr auch wieder hier?"
Begrüßte Oli sie. Robin nickte und kaute nervös auf seiner Lippe herum.
"Hoffentlich ist diesmal ein deutsch sprechender Arzt dabei.
Diese englische Übergabe letztens, das war ja gar nichts für mich.
Aber einer von euch kann zur Not bestimmt übersetzten."
Yannik lachte und schlug Oli auf die Schulter.
"Klar alter Mann wir übersetzten für dich."
Während der andere Smalltalk hielten und lachend beieinanderstanden, ging Robin etwas abseits und beobachtete nervös die Landebahn.
Stephan beobachtete ihn schweigend und hielt sich ebenfalls aus den Gesprächen heraus.
Es dauerte noch eine halbe Stunde, bis sich endlich etwas auf dem Rollfeld tat.
Zu Robins Verwunderung fuhren mehrere Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr auf das Rollfeld vor ihnen und stellten sich dort bereit.
Ein Wagen der Flughafensicherheit hielt neben ihnen und ein junger Mann stieg aus.
Er kam zu der Gruppe um Robin und deutete auf das Rollfeld.
"Wir haben die Mitteilung bekommen da ein beschädigtes Flugzeug der Britischen Army landen möchte, der Funk scheint ausgefallen zu sein aber sie senden ein Notsignal."
Ein großer Bus mit Kennzeichnen der Bundeswehr hielt neben ihnen und zwei Soldaten in Uniform stiegen aus.
Verängstigt beobachtete Robin das Tor zum Rollfeld und betete förmlich das nicht auch noch ein Leichenwagen vorfuhr, so wie es das letzte Mal der Fall gewesen war.
Eine große Maschine in Armeefarben landete auf dem Rollfeld, deutlich waren schwere Schäden an dem Flugzeug zu erkennen.
Sofort fuhren die Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr zu der Maschine und hielten sich bereit diese im Notfall zu löschen.
Einige Minuten tat sich nichts, dann erschien ein großes Fahrzeug das zum Ziehen von Flugzeugen geeignet war.
Die Maschine wurde an das Fahrzeug angedockt und zog diese auf die Parkposition nur wenige Meter von ihnen entfernt.
Das Heck der großen Maschine öffnete sich langsam.
Oli und die Sanitäter näherten sich zusammen mit den Soldaten dem Flugzeug.
Auch Robin kam mit ihnen und stand nun zitternd vor der Ladeklappe.
"Meinst du sie ist da drin?"
Fragte Ralf ihn.
Neugierig und mit fragendem Blick beobachtete Oli sie.
Robin zuckte nur mit der Schulter und wartete nervös das sich das Heck der Maschine endlich vollständig geöffnet hatte.
Einige zum Teil verletzte Soldaten verließen das Flugzeug.
Die meisten konnten selber laufen, nur ein paar saßen im Rollstuhl und wurden zum wartenden Bus geschoben.
Ein Mann in Bundeswehruniform eilte aus dem Flugzeug zu ihnen.
"Moin, Doktor Karl Hubert mein Name. Sie sind bestimmt da um meine Patientin zu übernehmen?"
Fragend sah er sie an.
Erleichtert darüber einen deutschen Kollegen vor sich zu haben nickte Oliver lächelnd.
"Ja genau, viele Infos haben wir leider noch nicht. Eigentlich wissen wir gar nichts."
Der Bundeswehrarzt nickte und hatte nach wie vor einen sehr ernsten Gesichtsausdruck.
"Das Krankenhaus in Kabul wurde durch einen Bombenanschlag schwer beschädigt und bei unserem Abflug wurden wir auch noch mit Raketen beschossen.
Durch die Schäden hatten wir leider keinen Funk mehr und da die Flugzeuge der Briten mit Störsendern versehen sind, hatte ich keine Chance hier jemanden zu erreichen.
Daher wird es auch keine vorbereitet Platz im Bundeswehrkrankenhaus geben, ich muss es leider ihnen überlassen ein passendes Trauma Bett zu bekommen."
Oli nickte und hatte nun auch eine ernste Miene aufgesetzt, was zu dem sonst so gut gelaunten Notarzt eigentlich gar nicht passte.
"Ok, was haben wir denn?"
Der Arzt nahm ein Klemmbrett hoch und schaute kurz darauf.
"Ich bin echt froh, sie überhaupt lebend herbekommen zu haben.
Ihr Zustand ist äußerst kritisch. Patientin, weiblich, 29 Jahre alt, Zustand nach zweifacher Schussverletzung.
Ein Schuss ging in den Thorax rechtsseitig, Blutung konnte durch ein neuartiges Verfahren gestoppt werden, Kugel steckt noch drin, es konnte nicht operiert werden.
Zweite Kugel ging durch den rechten Oberschenkel, glatter Durchschuss und dadurch starker Blutverlust, Wunde wurde ebenfalls verklebt zur Blutungsstillung, Patientin ist intubiert und beatmet, Koma Stufe 3, musste während des Fluges zwei Mal reanimiert werden, Verletzungszeitpunkt war vor."
Er sah auf seine Uhr und rechnete kurz.
"76 Stunden."
Oli sah ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und völligen Unverständnis an.
"Sie wurde nicht sofort operiert?"
Fragte er noch einmal nach.
Der Bundeswehrarzt gab ihm die Dokumente auf dem Klemmbrett und schüttelte den Kopf.
"Nein, Notversorgung war vor Ort. Ein richtiger OP ist nur in Kabul verfügbar.
Wegen dem Anschlag gibt es dort aber aktuell keinen Strom.
Eine Operation war daher nicht möglich."
Oliver wendete sich an Ralf.
"Telefonier mit dem Bundeswehrkrankenhaus ob die ein Bett für uns haben.
Ansonsten Alternative finden wir müssen schnell einen OP haben."
Oli, Yannik und Franco folgten dem Bundeswehrarzt in das Flugzeug.
Robin stand noch immer starr da und versuchte die Information zu verarbeiten.
Es konnte sich nur um Jana handeln.
Dass sie so schwer verletzt war ließ Panik in ihm ausbreche.
Er fing an immer schneller zu atmen, während er versuchte die Tränen zurückzuhalten die sich ihren Weg bahnen wollten.
Stephan nahm ihn bei den Schultern und sah ihn ernst.
"Robin! Ruhig Atmen!
Du musst dich jetzt zusammenreißen, ok?"
Der Befehlston seinen Kollegen und Freundes ließ ihn aus der Schockstarre aufwachen.
Tief atmete er durch und schloss kurz einige Sekunden die Augen.
Dann nickte er Stephan zu und strafte die Schultern.
Er hatte Recht, er musste jetzt stark sein und seinen Job weitermachen.
Er würde anschließend direkt in das Krankenhaus fahren in das Jana gebracht werden würde.
Sie lebte.
Auch wenn sie schwer verletzt war, sie lebte.
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