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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
8
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09.10.2020 760
 
Unbarmherzig brannte die heiße Sonne auf den trockenen Steinboden.
Schweiß rann Jana unter ihrem Helm ins Gesicht.
Die Haare hatte sie zusammengebunden und unter ihrem Helm versteckt, es war besser, wenn nicht gleich erkennbar war, dass hier eine Frau in der Einsatzkleidung steckte.

Mit dem Handrücken strich Jana sich den Schweiß von der Stirn.
Dann lehnte sie sich vorsichtig nach vorne und schaute um die Häuserecke.
Vor ihr war ein staubiger Platz zu erkenne, auf dessen anderen Seite einige verfallende Gebäude standen.

Bis zu dieser Deckung waren mehr als 30 Meter zu überbrücken.
Ungeschützte 30 Meter.
Jana lauschte, außer das Atmen ihrer Kameraden, die einige Meter entfernt von ihr hockten, konnte sie nichts hören.
Nach einigen Minuten gab sie ihrem Lieutenant ein Zeichen und begab sich dann vorsichtig aus der Deckung.

Sie rannte los, ihr Gewehr die SOPMOD M4 schussbereit in beiden Händen vor ihrem Körper haltend.
Sie hatte gerade die erste Hälfte der Strecke zurückgelegt, da ertönte ein Schuss.
Im gleichen Moment, spürte sie den Einschlag der Kugel an ihrem rechten Bein.
Wie in Zeitlupe sah sie die Kugel, zusammen mit Knochenstücken und Blut aus der Innenseite ihres Beines austreten.
Die Wucht riss sie von den Füßen, im Fallen traf sie eine Zweite Kugel von rechts oben in die Schulter und drang in den Brustkorb ein.

„Scharfschütze"

zuckte es durch ihren Kopf.
Sie versuchte den Gedanken auszusprechen, um ihre Kameraden zu warnen aber kein Wort drang durch ihre Lippen.
Benommen lag sie im Staub und versuchte verzweifelt Luft in ihre Lungen zu bekommen.

Sie spürte keine Schmerzen, nur Panik die sich langsam in ihr breit machte.
Sie bekam kaum Luft und ächzte bei dem Versuch einzuatmen.
Ein Hustenanfall erfasst sie.
Gedämpft vernahm sie Schüsse hinter sich und das Rufen einer ihrer Kameraden, das sie durchhalten solle.
Sie würgte und schmeckte Blut.

Ein weiterer Schuss drang neben ihrem Kopf in den Boden ein und Steine und Sand spritzten in ihr Gesicht.
Langsam tanzten dunkle Punkte vor ihren Augen.
Es war ihr Kaum möglich Luft in ihre Lungen zu bekommen, fast als würde jemand unerbittlich auf ihre Brust drücken.

Mit letzter Kraft drehte sie den Kopf in die Richtung aus der sie gekommen war.
An der Hausecke an der sie eben noch gesessen hatte, saß Petty Officer Third Class Niklas Warent und brüllte sie an.
Sie konnte seine Worte nicht wahrnehmen, ein Rauschen übertönte alle Geräusche.
Nur dumpf konnte sie die Schüsse hören die von der restlichen Einheit abgefeuert wurde.

Bemüht nicht das Bewusstsein zu verlieren starrte sie Niklas weiter an.
Der dunkelhäutige Hüne hatte schon so viele Einsätze mit ihr zusammen durchgestanden. Von allen wurde er nur Boomer genannt, da er Sprengstoffexperte war, der es liebte irgendwas in die Luft zu jagen.
Sie hatte ihn immer müde belächelt, wenn er sich gefreut hatte wie ein kleines Kind, bei dem Befehl etwas mit C4 zu versehen und zu sprengen.

Als ob das etwas Besonderes wäre, in diesem staubigen, kahlen Land, das Jana in den letzten drei Jahren so sehr zu hassen gelernt hatte.
Zu oft hatte sie neben einen Kameraden gekniet der um seine letzten Atemzüge gekämpft hatte, während sein Blut in dem staubigen Boden sickerte.
Nun war es Jana, die verzweifelt versuchte wieder Luft in ihre Lungen zu bekommen, während ihr Sichtfeld immer kleiner wurde und die Schwärze versuchte sie hinabzuziehen.

Sie wollte noch nicht sterben, nicht so, nicht jetzt.
Sie wollte wieder nach Hause, zu Skip.
Zu Robin.
Zu dessen Kollegen und Freunden, die sie aufgenommen hatten als würde sie schon seit jeher dazugehören.
Die ihr gezeigt hatte das es Freundschaft und Kameradschaft auch außerhalb des Krieges gab.
Die ihr wieder das Gefühl gegeben hatten zu Hause zu sein.

Die ihr wieder gezeigt hatten, dass es für sie noch möglich war zu lieben.
Plötzlich ging ein Ruck durch Janas Körper.
Zwei ihrer Kameraden standen hinter ihr und zogen sie durch den Staub, zur Hausecke zurück.
Kugel schlugen neben ihnen in den Boden.
Kaum in Deckung ließen die Kameraden sie los und der Hospital Corpsman Downey Jackman beugte sich über sie.
Boomer ging ihm zur Hand und band Janas Bein mit einem Tourniquet ab um die Blutung zu stillen, während Jackman sie nach weiteren Schusswunden absuchte.

Jana röchelte nach Luft und ein erneuter Hustenanfall schüttelte sie.
Wieder schmeckte sie Blut und musste ausspucken.
Sie sah die beiden Männer über sich mit ihr reden, aber immer noch erreichte nur das Rauschen und dumpfe Schussgeräusche ihr Ohr.
Mit angsterfüllten Augen sah sie den Mediziner über sich an.
Luft, sie brauchte Luft.
Mit einem letzten verzweifelten Japsen, verlor sie das Bewusstsein.
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