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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
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21.09.2020 1.775
 
Die nächsten Tage war Jana recht still.
Man konnte ihr Ansehen, dass der Verlust eines ihrer Kameraden sehr an ihr nagte. Robin wusste nicht ob er mit ihr darüber reden, oder sie lieber in Ruhe trauern lassen sollte.
Bei einem Spaziergang mit Vito und Skip sprach er sie auf das Geschehende an, aber sie blockte sofort ab, weshalb Robin es nicht mehr erwähnt.

Anderthalb Wochen später war es dann endlich soweit, Paula und Stephan würden heiraten. Robin zog seinen besten Anzug an, einen dunkelblauen Nadelstreifenanzug, dazu ein hellblaues Hemd und eine passende Krawatte. Schnell polierte er noch einmal seine schwarzen Lederschuhe und zog diese an.
Kurz prüfte er sein Outfit im Spiegel, dann war er bereit.
Er sah auf die Uhr, noch hatten sie zwanzig Minuten Zeit, die würde er Jana auch geben.

Er setzte sich in die Küche und trank noch eine Tasse Kaffee.
Gerade als er die Tasse leergetrunken hatte kam Jana in die Küche.
Sie hatte ihre Haare schick gestylt und sich zum ersten Mal seit er sie kannte auffällig geschminkt.
Das dunkelrote Kleid das sie trug, betonte perfekte ihr schlanke und für eine Frau recht muskelöse Figur.
Sie sah wirklich umwerfend auf und mit leicht offener Mund sah Robin sie an.

„Ähh, wollen wir?"

fragte sie ihn nachdem er sie einige Minuten mit offener Mund angestarrt hatte und grinst breit.

„Ja klar."

Schnell schloss er den Mund und stand vom Stuhl auf.
Die Tasse stellte er noch in die Spülmaschine, dann verließ er hinter Jana die Wohnung. Marion watete bereits im Flur auf sie.
Die Hunde waren bei einem Nachbarn untergebracht.

„Wow! Ihr zwei seht umwerfend aus."

Meinte Marion als sie die Treppe herunterliefen.

„Danke. Du aber auch."

Meinte Jana zu ihr und lächelte.
Marion hatte sich einen schicken Hosenanzug angezogen, der ihr wirklich ausgezeichnet stand.
Robin hielt den beiden die Tür auf und mit einer gespielten Verbeugung bat er sie hinaus. Sie mussten nur kurz warten, bis Benjamin mit seinem VW-Bully vorfuhr.
Da der große Sanitäter morgen Frühschicht hatte, wollte er fahren und natürlich hatten alle in der Nachbarschaft das Angebot dankend angenommen, das er sie mitnahm.
Auch Oli und Alex warteten schon im Wagen.

„Hallo zusammen."

Grüßte Robin und kletterte auf die hintere Bank des Busses neben Alex.

„Hallo ihre hübschen Kerls. Schick seht ihr heute alle aus."

Begrüßte Marion ihre drei Kollegen vom Rettungsdienst und stieg auf dem Beifahrersitz ein.
Jana setzte sich neben Oli auf die Rücksitzbank und los ging die Fahrt.

Die Hochzeit fand in Köln Deutz auf einem alten katholischen Kloster mit Mädcheninternat statt.
Angekommen setzten sie sich etwas weiter hinten in die Kirche und warteten.
Stephan stand nervös am Altar und winkte ihnen zu.

„Ohh man, der Ärmste scheint ja ordentlich nervös zu sein."

Meinte Marion lachend.
Es dauerte weitere 15 Minuten bis alle Gäste saßen und langsam Ruhe in der Kirche eintrat. Die Orgel begann zu spielen und der Priester, gefolgt von einigen Messdienern betrat die Kirch und ging nach vorne zum Altar.
Kurze Zeit später folgte Paula, die begleitet von ihrem Vater zum Altar geführt wurde.
Sie hatte ein wunderschönes, langes weißes Hochzeitskleid an und strahlte über das ganze Gesicht.

Es folgte die Trauzeremonie, die Robin beinahe ewig vorkam.
So langsam hatte er Hunger und das Geplapper des Priesters nervte ihn ein wenig.
Nach einer halben Stunde waren sie endlich erlöst, das frisch vermählte Brautpaar verließ die Kirche und die Gäste folgten ihnen nacheinander.

Draußen gratulierten sie den beiden.
Stephan und Paula strahlten beide um die Wette und Robin musste beim Anblick seinen glücklichen Kollegen einfach mit grinsen.

„Ihr beide seht echt toll aus. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute wünsch ich euch."

Meinte er zu beiden als er an der Reihe war und umarmte erst Paula und dann Stephan. Auch Jana gratulierten den Beiden, gefolgt von Marion, Benjamin, Alex und Oliver.

„So, ich habe Durst.
Lass uns mal schauen wo es nachher was zu essen gibt. Nen Bier bekommen wir da bestimmt schon."

Meinte Oliver und führte die Truppe über das Gelände.
Vor einer alten Scheune, die zu einem riesigen Partysaal umgewandelt worden war, waren einige Stehtische aufgestellt.
Kellner gingen mit Tabletts voller Sektgläser herum.
Oliver und Benjamin bestellten sich ein Bier, während Marion, Alex und Robin sich ein Sektglas nahmen.
Jana verzichtete und nahm sich einen O-Saft.

Nach und nach trudelten die anderen Gäste ein und man wartete gemeinsam auf das Brautpaar, das mit einem Fotografen im Park verschwunden war.
Zu Robins Erleichterung schritten die Kellner mit Tabletts voller kleiner Häppchen umher und dankbar nahm er sich ein paar.
Auf leeren Magen hatte er die Wirkung des Sektes sofort gemerkt und fühlte sich schon ein wenig duselig.
Sie standen noch eine knappe Stunde zusammen herum und lachten und redeten. Auch die anderen Kollegen von Rettungsdienst und Feuerwehr gesellten sich zu ihnen, was die Runde nur noch lustiger machte.

Als das Brautpaar wiederkam, suchten sie sich ihre Tische.
Anhand kleiner Kärtchen war bereits eine Sitzordnung festgelegt worden.
Marion, Jana, Benjamin und Robin saßen mit Phil, Marc, Hannah und Gino am Tisch.
Das würde eine lustige Runde werden stellte Robin direkt fest und bestellte sich ein Bier beim vorbeikommenden Kellner.

Es folgten einige Reden, zu allererst von Stephans Eltern.
Anschließend war Paulas Familie an der Reihe. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die lange Flut an Geschichten und rührenden Glückwünschen endlich ein Ende nahm.
Robin hatte das erste Bier bereits vernichtete und sich ein zweites bestellt.

Doch dann eröffneten Stephan und Paula endlich das Buffet und ohne lange zu zögern stürme Robin los und reihte sich in die Warteschlange ein.
Das Essen war köstlich und Robin schlug sich so richtig den Bauch voll.
Auch Jana genoss das gute Essen sichtlich und anschließend saßen sie satt und zufrieden nebeneinander.

„Das tat gut.
Ich war schon kurz vor dem Verhungern."

Witzelte Robin und Jana lachte.

„Echt tolles Essen.
Leider bin ich so voll, mehr würde nicht gehen."

Der Rest der Tischgemeinschaft war auch bald mit dem Essen fertig und sie fingen an sich zu Unterhalten.
Die Zeit verging wie im Fluge und bald folgten ein paar Spiele die das Brautpaar über sich ergehen lassen mussten.
So mussten sie unter andern einen Baumstumpf durchsägen und man sah Stephan und Paula an, dass die zum Spiel gehörende Säge recht stumpf war und sie ziemlich zu kämpfen hatten.

Anschließend folgte der Wurf des Brautstraußes.
Robin schob Jana nach vorne, die eigentlich bei diesem Brauch nicht hatte mitmachen wollen.
Paula stellte sich mit dem Rücken zu der Meute an Frauen und Mädchen auf.
Einige der Frauen schienen ganz scharf auf den Strauß zu sein und schrien hysterisch als Paula den Strauß in hohem Bogen nach hinten warf. Der Strauß flog durch die Luft und drehte sich zweimal um sich selbst, dann fiel er genau auf Jana, die ihn reflexartig auffing.
Etwas entgeistert sah sie den Strauß in ihren Händen an, während neben ihr die hysterischen Frauen enttäuscht aufschrien.

Jana schenkte den Strauß einem kleinen Mädchen, welches ganz enttäuscht am Rande gestanden hatte.
Die Kleine strahlte über das ganze Gesicht und bedankte sich bei Jana, anschließend hüpfte sie aufgeregt zurück zu ihrer Mutter.
Jana setzte sich wieder neben Robin der sie schelmisch angrinste.

„Na, du weißt ja was das Fangens des Brautstraußes bedeutet.
Du bist die Nächste."

Jana rollte mit den Augen und streckte ihm die Zunge rau.

„Niemals."

Lachte sie und trank von ihrem Tonicwater.
Es folgte der Brauttanz und Paula und Stephan gingen nach vorne auf die Tanzfläche.
Eng umschlungen tanzten sie zusammen auf ein schnulziges Liebeslied.
Dann wechselte die Musik und bald schritten immer mehr Pärchen auf die Tanzfläche und tanzten mit dem Brautpaar gemeinsam. Verstohlen beobachtete Robin, Jana.
Ob sie wohl mit ihm tanzen würde?
Er stürzte den Rest seines Bieres hinunter und stand auf.
Dann hielt er Jana die Hand hin.

„Darf ich bitten?"

fragte er galant und Jana musste lachen.
Doch sie lehnte nicht ab, sondern stand auf und nahm seine Hand.
Er führte sie zur Tanzfläche und begann, mit ihr Foxtrott zu tanzen.
Seine Exfreundin hatte darauf bestanden das er mit ihr einen Tanzkurs besuchte und so war Robin zu einem recht passablen Tänzer geworden.
Jana schien nur wenig Erfahrung im Tanzen zu haben, doch sie ließ sich auf ihn ein und er führte sie.
Bald hatten sie ihren Takt gefunden und tanzten Wild über das Packet.
Dabei lachten und scherzten sie und die Lieder wechselten beinahe ohne, dass sie es merkten. Als einige ruhigere Stücke angespielt wurden, wechselte Robin zu einem Walzer und zog Jana etwas enger zu sich heran.
In seinem Bauch kribbelten es, als er Jana tief in die Augen sah.
Er vergaß alles um ich herum und sah sie beim Tanzen eine Zeit lang an.
Dann näherte er sich langsam mit seinen Lippen ihren.
Sie hinderte ihn nicht daran als er sie vorsichtig Küsste.
Wie elektrische Schläge durchfuhr es ihn als er ihre sanften Lippen an seinen spürte. Verlangend küsste er sie weiter und bat dabei mit seiner Zunge um Einlass.
Doch Jana zog sich von ihm zurück.
Traurig schaute sie ihm in die Augen.

„Wir sollten das nicht tun.
Ich werde dir nur das Herz brechen, Robin.
Es tut mir leid."

Flüsterte sie ihm zu und ging dann.
Etwas verloren stand Robin am Rande der Tanzfläche und sah ihr nach.
Ein Schmerz machte sich in seiner Brust breit. War er zu schnell gewesen?
Hatte sie womöglich zu sehr gedrängt?
Verdammt, was sollte er nun tun?

Er drehte sich um und ging durch eine große Glastür nach draußen.
In der kühlen Abendluft atmete er tief ein und aus, dann ging er ein Stück über die Klosteranlage spazieren.
Er musste seine Gedanken wieder beruhigen.
Er schallte sich ein Narr, er hätte Jana nicht so bedrängen sollen ein einfacher Kuss wäre doch erstmal genug gewesen.
Er würde gleich zu ihr gehen und sich bei ihr entschuldigen, entschloss er sich.

Als er zurück in der großen Partylocation war, ging er direkt zurück zum Tisch.
Doch hier saßen nur Gino, Phil und Marion. Jana war nicht zu finden.
Suchend sah Robin sich um, doch er konnte sie nicht entdecken.
Er setzte sich zurück an den Tisch und bestellte beim vorbeieilenden Kellner noch ein Bier.

„Sie ist los. Ich glaube sie hat ein Taxi genommen."

Meinte Marion zu Robin und sah ihm prüfend ins Gesicht.
Enttäuscht seufzte Robin auf.
Irgendwie musste er das wieder gut machen, entschied er.
Vielleicht kaufte er ihr morgen ein paar Blumen und entschuldigte sich dann.

Denn Rest des Abends versuchte er nicht mehr an Jana zu denken und trotz des Vorfalles Spaß zu haben.
Morgen würde er das alles klären.
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