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Verbundenheit

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Robin Sturm
21.07.2020
20.12.2020
34
39.927
8
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17.09.2020 1.289
 
Einige Minuten sah Robin dem Offizier und Jana hinter, dann bemerkte er das hinter ihm Unruhe ausgebrochen war und der drehte sich um.
Einer der Demonstranten war festgenommen worden, wahrscheinlich hatte er die Flasche geworfen. Die anderen Demonstranten waren zum größten Teil verschwunden.

Einer der Sicherheitsbeamten des Flughafens redete aufgeregt mit Murri und gestikulierte dabei Wild in Richtung Rollfeld.
Murri nickte ihm zu und wandte sich dann an seine Kollegen.

„Also, es kommen wohl ein paar Krankenwagen auf das Rollfeld, da in dem Flugzeug mehrere Verletzte sind. Die Sicherheitsbeamten haben nun wohl ein wenig Panik das Demonstranten auf das Rollfeld gelangen. Wir sollen daher draußen mit absichern. Ich würde sagen, Robin und Stephan ihr geht mit raus, Hannah und ich sichern die Absperrung. Der Rest passt auf diese Rowdies dort auf. Wenn was ist sind wir über Funk in Verbindung."

Alle nickten und Stephan und Robin machten sich gemeinsam auf den Weg zum Ausgang, durch den der Offizier und Jana vor einigen Minuten gegangen waren.

Als Robin aus der Tür heraustrat, stand bereits der erste Krankenwagen auf dem Rollfeld. Alexander Hetkamp, Franco Fabiano und Benjamin Hoffer standen neben dem Krankenwagen und warteten.
Robin und Stephan grüßten die Drei und stellten sich zu ihnen.

"Na was macht ihr denn hier?"

Fragte Franco sie.

„So einer Gruppe Antikriegsdemonstranten hat wohl mitbekommen das hier ein Flugzeug der Nato landet und Rabatz angekündigt."

Erklärte Stephan und nickte zum Zaun des Flughafens auf deren anderer Seite einige Personen zu erkennen waren.
Fassungslos schüttelte Franco den Kopf.

In diesem Moment fuhren ein weiterer Krankenwagen sowie ein Transportbus der Bundeswehr heran.
Aus dem Krankenwagen stiegen Oliver Dreyer, Manfred Klein und Yannik Brandner, kurz sahen sie sich um bis sie die Gruppe ihrer Kollegen und den beiden Polizisten sahen kamen sie zu ihnen herüber.

„Morgen, ihr auch wegen dem Nato-Flugzeug hier?"

fragte Oliver und schlug seinem Notarztkollegen Alex auf die Schulter.
In diesem Moment landete ein großes Flugzeug in Tarnfarben nur wenige 100 Meter entfernt und das laute Geräusch der Turbinen verschluckte jedes Gespräch.
Die Maschine wendete am Ende der Landebahn und rollte dann auf sie zu.
Etwa vierzig Meter entfernt parkte die große Maschine und wurde dann von einem extra dafür ausgelegten Fahrzeug des Flughafens Rückwärts in ihre Richtung geschoben.
Wenige Meter vor ihnen kam das Flugzeug zum Stehen und sofort fuhr ein Tankfahrzeug heran.
Die große Heckklappe der Airbus A400M wurde langsam geöffnet, während aus dem Transportbus der Bundeswehr einige Soldaten ausstiegen.
Auch Jana und der Offizier erschienen nun vor dem Flugzeug in Begleitung von weiteren Soldaten in schicker Ausgehuniform.

Robin und Stephan beobachteten die Szene, während Alex und Oliver sich dem Flugzeug näherten um sich über ihre Patienten die sie übernehmen sollten zu erkundigen.
Ein Mann der trotz Uniform durch Handschuhe und einen Kittel als Arzt gut erkennbar war, verließ das Flugzeug als erstes.
Kurz sah er sich um dann näherte er sich Oliver und Alex und begrüßte die beiden auf Englisch.
Alex und er wechselten ein paar Höflichkeiten, danach schien der Mann ihnen genau zu erklären welche Patienten er ihnen übergeben würde und welche Verletzungen vorlagen. Oliver stand ein wenig ratlos dreinblickend neben den beiden Männern die sich im schnellen Englisch unterhielten.

In der Zwischenzeit hatten einige Männer in Kampfmontur das Flugzeug verlassen. Einige davon saßen im Rollstuhl oder wurden von ihren Kameraden gestützt.
Jana schien die Männer zu kennen und ging zu einem der im Rollstuhl saß.
Sie umarmten sich, dann schob Jana den Mann in Richtung des Transportbusses.
Als sie an Robin vorbeiliefen konnte er ein paar Wortfetzen erhaschen.

„Ich kümmere mich um den Captain, das ist alles schon geregelt er fliegt morgen zu seiner Familie nach England. Du musst dir echt keine Gedanken machen, komm erstmal wieder auf die Beine."

Jana schien den Mann beruhigen zu wollen der einen ziemlich niedergeschlagenen Eindruck machte und mehrere Verbände um Brust und dem rechten Arm hatte.

Sie brachte den Mann zum Bus, wo einige Soldaten sich um ihn kümmerten.
Auch die anderen Männer die das Flugzeug verlassen hatten wurden zum Bus gebracht oder konnten selber zu ihm gehen.
Viele von ihnen begrüßten Jana herzlich, doch alle machten einen sehr traurigen und deprimierten Eindruck.

Zwei schwer Verletzte Soldaten wurden auf fahrbaren Intensivbetten aus dem Flugzeug geschoben und zu den beiden wartenden Krankenwagen gebracht.
Deren Zustand schien sehr kritisch zu sein denn bei Alex, Oliver und den vier Sanis brach ein wenig Hektik aus.

Es dauerte nicht lange bis die beiden Krankenwagen mit Blaulicht losfuhren und das Rollfeld über das große Tor an der Seite verließen.
Robin beobachtete weiter Jana, die den Krankenwagen mit besorgter Miene hinterher sah.

Ihr Kollegen in den schicken Ausgehuniformen hatten sich derweil hinter dem Flugzeug versammelt und bildeten dort eine Reihe.
Auch Jana stellte sich in diese Reihe und nahm Haltung an.
Zu Robins Entsetzten fuhr nun ein Leichenwagen hinter das Flugzeug und parkte dort.
Der Fahrer des Wagens stieg aus und öffnete die große Heckklappe dann stellte er sich neben das Fahrzeug und wartete.

Eine Gänsehaut überzog Robins Arme. Wie oft hatte er mit seinen Eltern diskutiert das der Beruf des Soldaten gar nicht so gefährlich sei, dass es äußerst selten vorkäme das ein Soldat irgendwo in einem Kriegsgebiet verwundete werden würde, schließlich gäbe es neue Schutzwesten und Fahrzeuge die die Soldaten schützen würden.
Natürlich hatte er seine Eltern mit diesen fadenscheinigen Argumenten nicht überzeugen können, sie hatten ihn weiter angefleht nicht zur Bundeswehr zu gehen.
Als er in diesem Moment hier auf dem Flugfeld stand und zusah, wie Jana und ihre Kameraden ein Spalier bildeten um ihren gefallenen Kameraden zu begrüßen, konnte er das erste Mal wirklich nachvollziehen warum seine Eltern alles daran gesetzt hatten das er nicht zur Armee ging.

Vier Soldaten brachten einen Holzsarg der in einer großen Britischen Flagge eingeschlagen war aus dem Flugzeug.
Die wartenden Soldaten salutierten, sobald der erste der Träger den Boden des Flughafens betrat.
In langsamen und bedächtigen Tempo brachten die vier Träger den Sarg an den salutierenden Soldaten vorbei zum Leichenwagen.
Sobald der Sarg im Kofferraum des Wagens verstaut war, beendeten die Soldaten im Spalier das Salutieren.

Die Szene ließ Robin erneut ein Schauer über den Rücken laufen.
Eine solche Form der Ehrerbietung für einen Toten hatte er bisher noch nicht gesehen, selbst als vor einem Jahr ein Kollege von der Wache aus Bonn im Dienst erstochen worden war, hatte die Kollegen bei der Beerdigung nicht annähernd so viel Haltung und Respekt gezeigt wie die Kameraden des Soldaten es hier taten.

Der Offizier der vor eine halbe Stunde Jana aus dem Flughafengebäude abgeholt hatte, löste sich aus der Reihe und ging zum Wagen.
Kurz sprach der mit dem Fahrer des Leichenwagens, dieser nickte den Umstehenden zu und setzte sich wieder in sein Fahrzeug, das wenige Minuten später losfuhr und das Flughafengelände verließ.

Der Arzt aus dem Flugzeug und der Offizier redet noch kurz miteinander, dann gab der Arzt den Befehl das Flugzeug wieder startbereit zu machen.
Sofort kam Bewegung in einige der Soldaten.

Der Offizier winkte der Gruppe um Jana zu, woraufhin sich auch die Soldaten in der schicken Ausgehuniform in Bewegung setzten und dem Offizier zurück ins Flughafengebäude folgten.
Als sie Robin und Stephan passierten, nickte der Offizier ihnen mit ernster Miene zu und bedankte sich kurz für ihre Unterstützung.

Robin löste sich aus seiner Starre, räusperte sich kurz und antwortete dem Mann erst dann.

„Kein Problem, ich sag meinen Kollegen kurz Bescheid das sie zurückkommen. Nicht das es Probleme mit den Demonstranten drinnen gibt."

Über Funk meldete er sich bei Murri und gab die Infos durch das eine Gruppe Soldaten nun wieder in das Flughafengebäude gehen würde. Dieser Bestätigte dies und Robin nickte dem Offizier zu.
Der Setzte sich gefolgt von Jana und den anderen Soldaten wieder in Bewegung.
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