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Die Affäre Filch

von Bernd
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy / P18 / Gen
Albus Dumbledore Argus Filch Dolores Umbridge Lily Potter Petunia Dursley
20.07.2020
05.02.2023
336
833.491
32
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Dieses Kapitel
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25.01.2023 2.884
 
Bäh! Hühnersuppe! Argus schüttelte sich. Neben ihm stand ein Blumentopf mit Übertopf. Die Pflanze sah kümmerlich aus. Die braucht Dünger. Weg mit dem Zeug!
Wer so was isst, schubst auch kleine Schulmädchen in den Teich.
Es klopfte. Besuch? Aha, mal sehen.

„Herein!“

„Mister Filch?“

„Mrs. Potter, wie schön.“

„Ich freue mich auch, Sie zu sehen. Wie geht es Ihnen?“

„Ich werde mit Hühnersuppe traktiert, scheußlich. Sonst geht es mir gut.“

„Das habe ich mir schon gedacht. Ich habe eine Zimtschnecke für Sie. Bitte schön.“

„Eine Zimtschnecke? Dankeschön. Wo haben Sie die denn her?“

„Da wo ich wohne, gibt es eine Bakery, die sind richtig gut.“

Argus biss ein Stück ab. Lecker.

„Heute bin ich auch als Auror bei Ihnen, Mister Filch. Ich habe gehört, Scrimgeour hat sich an Ihnen vergriffen?“

Argus winkte ab. „Es ist wie immer. Nichts Besonderes, Mrs. Potter.“

„Ich mache mir Sorgen, Mister Filch. James hat mir erzählt, dass man Sie als Terrorist verhaften wollte. Es muss sich wie ein Spießrutenlaufen anfühlen.“

Argus nickte. Die Geschwindigkeit, mit der man mir auf den Fersen ist, ist erschreckend.

„Sie sorgen sich zu viel um mich. Ich bin nur frustriert, dass man mir so vehement nachstellt. Grundlos, möchte ich meinen.“

„Ich distanziere mich von dieser Vorgehensweise gegen Sie, Mister Filch.“

„Ich habe mir für die Ferien was Schönes ausgedacht.“

Argus erzählte ihr von den goldenen Nüssen und Lily lachte über die Vorstellung, wie Scrimgeour von Nuss zu Nuss hetzen würde.

„Würden Sie mir auch eine goldene Nuss überlassen, Mister Filch? Das ist so drollig.“

„Nur, wenn Sie Scrimgeours Recherche ertragen können.“

„Aber gern doch. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem er sich lächerlich machen wird.“ Lily lächelte, doch dann wurde sie schnell ernst.

„Sie haben nicht nur vor, Scrimgeour lächerlich zu machen, nicht wahr?“

„Etwas mehr Freiraum kann entspannend sein. Aber Sie haben Recht, es gibt Dinge, die sehr privat sind.“

„Kann ich etwas tun, Ihnen den Rücken frei zu halten?“

„Die Spur auf mir entfernen. Doch das würde Sie in Schwierigkeiten bringen.“

„Eine temporäre Entfernung ziehen Sie nicht in Betracht?“

„Das wäre mir zu unsicher und Sie müssten immer in meiner Nähe sein. Nein, das kommt nicht in Frage.“

„Ich überlege mir was, Mister Filch. Die Spur müsste man auf etwas übertragen, was massenhaft vorkommt.“

„Motten oder gemeine Stubenfliegen, Vögel vielleicht?“

„Das Problem ist deren begrenzter Bewegungsradius, Mister Filch. Wenn man dann erkennt, dass es nutzlos ist, eine Spur auf jemanden zu legen, wird man schnell neue Möglichkeiten erfinden, Sie aufzustöbern.“

„Wie wäre es mit einer Spur, die bei einem Scan nur kurz auftaucht und dann für längere Zeit inaktiv ist?“

„Ja, vielleicht. Dazu müsste ich die Orte genau kennen, an denen Sie sich in den letzten Jahren aufhielten. Dort könnte ich eine Rune platzieren, das könnte funktionieren.“

„Nun, das ist schwierig. Niemand kann sich an mehr als einen Ort gleichzeitig aufhalten. Man wird das bei den Nüssen sehr schnell herausbekommen.“

„Lassen Sie mich mal machen. Ich habe da so eine Idee. Doch ich muss es testen. Oh keine Angst, nicht mit Ihnen, James trägt eine Spur von mir auf sich. Das wäre gut, denn hinter uns ist man auch hinterher, wie der Guhl am Billywig Honig.“

„Wer, Mrs. Potter? Wer ist hinter Ihnen her?“

„Der, den man nicht mehr mit Namen nennt, Mister Filch. Auf dem Namen liegt ein Tabu, müssen Sie wissen. Hüten Sie sich, das Ding beim Namen zu nennen. Severus wurde dafür bestraft, weil ich es in seinem Beisein gemacht habe.“

Auf Argus Gesicht wurden die Falten tiefer. „Severus wurde dafür bestraft?“

„Ja, Mister Filch. Die Todesser spüren damit ihre Gegner auf.“

„Na dann ist es doch einfach, sie alle auf einmal festzunehmen?“

„Wenn das so einfach wäre. Die haben auch Zauberstäbe und wir sind in der Unterzahl. Wir schaffen es nicht mal, wenn wir Überzahl haben. Wir waren drei zu eins überlegen, bevor ich mich duellieren musste.“

„Scrimgeour hat Sie in einem Duell verheizt, anstatt sich selbst zu stellen. Er ist feige. Das ist so typisch! Darum hat er sich an mir vergriffen, weil er dachte, mit mir leichtes Spiel zu haben.“

„Was genau ist passiert, Mister Filch?“

„Ein Fluch in den Rücken ist passiert. Schwarzmagisch und hinterhältig. Der Schulleiter sagte, es waren drei Flüche auf mir. Als ich mich wieder bewegen konnte, musste er seinen Zauberstab aus der Gosse holen. Im Hogwartsexpress lag dann ein Portschlüssel für mich bereit. Der wusste genau, dass ich den Zug noch einmal kontrolliere.“

„Es hört sich nach einer privaten Auseinandersetzung an.“

„Nein, Mrs. Potter. Genau das ist es eben nicht! Er trat mir immer als Auror entgegen. Es ist das Ministerium, was ihm die Möglichkeiten dazu einräumt.
Ob Fudge, Moody, Scrimgeour oder der Minister oder der Gamot, alle setzen sich über ihre eigenen Gesetze hinweg.“

„Moody?“

„Natürlich. Er hat die Runen auf mir zerstört, die mich… Egal, Machtmissbrauch ist immer gleich. Dumbledore inbegriffen.“

Lily biss sich auf ihre Lippen. Dumbledore und Moodys Nähe. Die Ungerechtigkeiten gegenüber Severus, Moodys Falschheit. Filchs unwürdige Behausung. Manipulierte Akteneinsicht durch Moody, Petunias Heuler…

„Sie stehen nicht allein, Mister Filch. Severus und ich stehen hinter Ihnen. Narzissa Malfoy auch.“

„Black hat mir die Muggel Ermittler vom Hals gehalten, als ich in London war. Zusammen mit Ihrem Mann. Von ihm habe ich erfahren, dass ich eine Spur auf mir habe.“  

„Ich weiß. Es war mein Wunsch, dass sie auf Sie als erste der Auroren aufpassen. Meine Sorgen waren berechtigt, wie ich jetzt weiß. Sirius hat Sie bei Ihrer Auseinandersetzung mit Scrimgeour beobachtet.“

„Warum überwachen Sie mich? Was habe ich Ihnen getan?“

„Nicht Sie stehen im Mittelpunkt, Mister Filch. Es geht um Scrimgeour. Moody ermittelt hauptsächlich gegen Scrimgeour, nicht gegen Sie. Scrimgeours Nähe bei Ihnen ist doch auffallend, zumal er andere Themen vernachlässigt. Zum Beispiel die Ereignisse im Rendlesham Forest oder die in Surrey, kurz vor Weihnachten.“

Argus horchte auf. Surrey?

„Von Rendlesham Forrest habe ich gelesen, Surrey sagt mir nichts.“

„Surrey ist ein Ort, an dem Muggel wohnen und eine Squib. Priorität Null. Rendlesham wurde dagegen rund um die Uhr überwacht. Scrimgeours Anweisung.“

„Eine Militärbasis der Muggel, soweit ich weiß. Geheime Waffenproduktion, so tödlich, die Welt mehrfach zu vernichten.“

„Das wissen Sie also auch. In Surrey wohnt meine Schwester.“

„Ich weiß. Ich habe die Dursleys kennen gelernt. Dann gehe ich davon aus, dass man die Dursleys angreifen wollte?“

„Man wollte, um an mich heranzukommen.“

„Was ist passiert?“

„Nichts. Offiziell Fehlalarm. Ende der Durchsage. Miss Umbridge war der Meinung, ein Muggelort hat keine Priorität.“ Lily verbarg durchaus nicht ihren Frust.

„Miss Figg zählt nicht?“

„Solange den Katzen nichts getan wird? Nein, ich denke nicht.“

„Sie haben nicht darauf bestanden, die Sache weiter zu verfolgen?“

„Sirius und James haben das inoffiziell gemacht. Meine Schwester und ihre Familie waren kurzfristig im Urlaub. Haben Sie schon mal was von Tinworth gehört?“

Tinworth? Da war doch mal was? Tinworth…

„Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß ich nicht, ich muss nachdenken.“

„Tinworth ist schön, Mister Filch. Direkt am Meer, ganz im Westen von Cornwall. Meine Schwester hat dort ein Haus gekauft. Haus Lilith. Sie liebt das Meer.“

„Kirkcolm ist auch am Meer. Da war mein Pub, Mrs. Potter. Das war vor Hogwarts.“

„Der Blue Peter, ich kenne den Pub. Er ist gut in Schuss.“

„Es fällt mir wieder ein, Mrs. Potter. Shell Cottage. Mister Weasley Junior erwähnte es, dass er als Kind dort war. Das Cottage seiner Tante, das ist in Tinworth. Etwas abseits vom Ort, direkt am Meer, wenn ich mich richtig entsinne.“

„Wow, das wusste ich gar nicht. Das muss ich mir mal genauer anschauen.“

„Sie waren noch nie da?“

„Nein, Mister Filch. Ich habe seit einiger Zeit keinen direkten Kontakt mehr zu meiner Schwester. Zu gefährlich.“

„Mrs. Potter, könnte der Übergriff möglicherweise einen anderen Grund haben, als an Sie heranzukommen?“

„Das wäre für mich die einzig plausible Erklärung, Mister Filch. Haben Sie eine andere Erklärung anzubieten?“

„Möglicherweise?“

Lily schaute gespannt auf Filch.

„Gab es denn noch einen Überfall in Surrey?“

„Nicht, dass ich wüsste.“

„Jemand hat Ihre Sicherheitsvorkehrungen getestet und offensichtlich für ausreichend empfunden. Was glauben Sie, wer sich einen Nutzen davon verspricht? Denken Sie nach.“

„Ich verstehe nicht?“

„Wenn man alle Wahrscheinlichkeiten ausschließen kann, dann wird das Unwahrscheinliche wahr, stimmen Sie mir zu?“

„Ich fürchte, ich verstehe immer noch nicht?“

„Mrs. Potter, ich habe mich einige Zeit mit der Familie Dursley beschäftigt. Ihre Schwester ist nicht magisch, heißt es. Aber wer die Zeichen zu deuten weiß…
Das Dursley Haus hat einen außergewöhnlichen Schutz. Ich war dort, ich habe die Blutrunen genau gesehen. Schwarze Magie, Schutzmagie, blutige Runenmagie, das alles dient einem Zweck, dem Schutz der Familie.“

„Das stimmt, Mister Filch. Sowohl meine Schwester, als auch ich haben dafür gesorgt.“

„Dieser Schutz könnte auch für andere interessant geworden sein. Sehen Sie, seit Ihrem Duell mit Mrs. Lestrange hat man Ihre Fähigkeiten neu bewertet, erneut getestet und offensichtlich für gut befunden. Fällt Ihnen jemand ein, der eine Möglichkeit sucht, in diesen Schutz zu kommen, falls die Eventualität eintrifft, nicht selbst dafür sorgen zu können?“

Lily schüttelte ihren Kopf.

„Nun, betrachten Sie sich doch mal das Umfeld der Familie Dursley. Mister Dursleys berufliche Förderung scheint mir außergewöhnlich zu sein?
Schauen Sie sich die Firma an, wo er arbeitet. Malfoy Industries Ltd. Als ob sich jemand einkaufen will, habe ich den Eindruck.“

„Narzissa?“ Lily war blass geworden.

„Lucius Malfoy, Mrs. Potter. Das Unwahrscheinliche ist, dass er eine Möglichkeit sucht, sein Kind vor ihm zu verbergen.
Sehen Sie, seit vielen Generationen bekommen die Malfoys immer nur ein Kind. Malfoys Nähe zu einem gewissen Personenkreis ist keine Garantie für ein ungestörtes Familienleben.
Ich denke, Malfoy wird alle Eventualitäten, was seine Person betrifft, genau analysiert haben. Die Dursleys haben offensichtlich in seinen Überlegungen einiges Gewicht. Darum wird Mister Dursley so außergewöhnlich protegiert.“

„Boah, Mister Filch. Denken Sie wirklich, meine Schwester würde das tun? Ohne weiteres ein fremdes Kind in ihr Haus aufzunehmen?“

„Nun ja, wenn Magie und Geld im Spiel sind, warum denn nicht? Sie vergessen, dass die Dursleys ein Abhängigkeitsverhältnis zu Malfoy Industries haben. Die damit verbundenen Privilegien einfach aufgeben, das dürfte schwerfallen. Ihre Schwester mit der Aussicht auf das Ende ihrer Magiefessel zu motivieren, wäre ebenfalls ein starker Antrieb, nicht wahr?“

„Narzissa ist auch noch da. Sie wird ihr Kind nicht aufgeben, glauben Sie mir.“

„Genau das wird Malfoy in seine Überlegungen einbezogen haben. Ich würde es tun. Wenn er ausfällt, dann sicher seine Frau auch.“

„Draco hat einen Paten, der dann einspringen würde.“

„Mrs. Potter, Severus wird seiner Aufgabe als Pate sicher nachkommen. Falls er es kann.“

„Ich verstehe. Ich habe Petunia für Harry vorgesehen, falls uns etwas zustößt.“

„Das habe ich mir schon gedacht. Ich würde ein Testament diesbezüglich in Erwägung ziehen.“

„Das haben wir bereits getan, Mister Filch. Für Harry ist gesorgt, falls es erforderlich ist.“

„Ich wünsche Ihnen, dass es niemals erforderlich ist, Mrs. Potter.“

„Vielen Dank. Das hoffen wir auch immer.“

„Übrigens, in der nächsten Zeit dürfte ein direkter Angriff auf Sie unwahrscheinlich sein. Die Professoren in Hogwarts haben sich darüber unterhalten, dass Sie guter Hoffnung sind. Ich würde mich den Gratulanten anschließen, wenn es begründet wäre.“

„Wie meinen? Ich und schwanger? Nein danke! Wie kommen die denn auf so eine verrückte Idee?“

„Mrs. Potter, ich würde empfehlen, das Gerücht einige Zeit aufrecht zu erhalten. Jedermann fürchtet bei einem Übergriff auf Sie ein Scheitern an Ihnen, so wie Mrs. Lestrange.“

„In welchem Monat befinde ich mich?“

„Im zweiten, meint Severus. Bis Ende März, höchstens Ende April, haben Sie Zeit zu überlegen, was danach geschieht.“

„Dann werde ich mich mal mit Narzissa unterhalten, wie das Problem gelöst wird.“

„Narzissa Malfoy habe ich als integer und loyal kennen gelernt. Sie können Ihr vertrauen.“

„Eigentlich vertraue ich Ihrer Menschenkenntnis, Mister Filch. Es stimmt, Narzissa und ich haben jetzt tatsächlich einen viel besseren Umgang als in Hogwarts. Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde, ihr bedingungslos zu vertrauen, wie Sie es tun.“

„Severus tut es, Mrs. Potter, falls es Ihnen etwas bedeutet.“

„Die beiden hatten schon immer ein gutes Verhältnis, Mister Filch. Vor allen während der letzten Schuljahre von Severus. Ich meine seine Zeit als Schüler.“

„Haben Sie noch Kontakt mit Severus?“

„Wenig, es ist lange her, als ich Severus das letzte Mal begegnet bin.“

„Tatsächlich? Und der Zaubertrank für Ihren Mann, das hat er wohl aus der Zeitung erfahren? Severus hat jedenfalls sofort Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Ihren Wunsch zu erfüllen.“

„Nennen Sie es Telepathie, Mister Filch.“ Lily schmunzelte. „Mein kleines Geheimnis. Ein Vergnügen, was ich mir nur selten gönne.“

Argus staunte. „Telepathie? Ich habe so etwas immer für ein Ammenmärchen gehalten?“

„Mister Filch, es ist sogar möglich, mit dieser Technik durch Mauern eines Hauses zu sehen. Allerdings ist das sehr Kräfte zehrend.“

„Mrs. Potter, ich habe so etwas schon erlebt. Augen, die mich aus dem Dunkel beobachten. Besonders in der ersten Zeit, als ich in Hogwarts war. Oh ja, das ist Furcht erregend.“

„Das war ich nicht, Mister Filch. Bitte glauben Sie mir.“

„Natürlich glaube ich Ihnen. Die Augen habe ich schon in Irland gesehen. Das erste Mal kurz bevor meine Frau in das Feuer gelaufen ist.“

Lily war schockiert und rang nach Worten. „Das ist schrecklich.“

„Ich habe lange darüber nachgedacht. Weit verbreitet ist diese Fähigkeit nämlich nicht. Eine Zeit lang dachte ich, das ist der oberste Todesser. Aber hier in Hogwarts?“ Argus schüttelte den Kopf.
„Als ich Miss Pince kennen lernte, hat das schnell nachgelassen. Aber sie ist es nicht, denn sie war oft bei mir, als ich diese Augen sehen konnte.“

„Es muss jemand von den Professoren sein.“

„Natürlich. Sie sagten ja, dass diese Magie extrem anstrengend ist. Am Anfang hatte ich Dippet in Verdacht. Doch der war nie im Ministerium, als ich da war. Das habe ich herausgefunden.“

Lily hatte verstanden. Es gab nur einen Professor, der sich regelmäßig im Ministerium aufhielt.

„Mrs. Potter, wie hat Sie Dumbledore informiert, dass ich Sie als Auror bevorzuge?“

„Man weiß von Ihrer Unverträglichkeit, wenn ein Auror mit Ihnen sprechen möchte. Ich habe es schließlich vorgeschlagen, um Ihnen Moody zu ersparen.“

„Sie haben die Initiative ergriffen?“

„Schon vor einigen Tagen, Mister Filch. Ihre angeordnete Überwachung während Ihres Urlaubs war Ausschlag gebend. Nicht Dumbledore, wenn Sie das jetzt denken sollten. Nein, ich habe mir Rückendeckung bei Miss Umbridge geholt. Miss Umbridge macht sich um Sie Sorgen, anders als Scrimgeour oder Fudge.
Sie müssen wissen, Scrimgeour, Crouch und Fudge haben eine Connection gebildet, um sich mehr und mehr außerhalb der gesetzlichen Rahmen bewegen zu können, ohne dass sie sich verantworten müssen.
Tatsächlich lässt man Scrimgeour jetzt schon vieles durchgehen. Er ist ein schlechter Auror, weder vorausschauend, noch objektiv. Er hat sich nicht nur an Ihnen vergriffen, wir wissen auch von einem Muggel. Lestrat, Sie kennen ihn, den hat er ohne Befragung sofort obliviiert. Einen weiteren Übergriff versuchte er in Kirkcolm, doch da kam er an den Falschen!  
Fudge ist dafür, Askaban bis zur Verhandlung vor dem Gamot als Aufenthaltsort zu benutzen, was einer Vorverurteilung gleichkommt. Als Chef der Strafverfolgung steht ihm das nicht zu, das ist allein das Winzengamot, was diese Entscheidungen zu treffen hat.
Und Crouch? Crouch ist ein Despot, ein Hardliner, der unfähig ist, bei Straftaten zu Differenzieren. Miss Macnaire liegt heute noch, nebenan im Zimmer. Das nach einer Folter, die er an ihr, an Mrs. Fletcher und auch an Ihnen ausübte, nicht wahr? Diese drei sind mit ihrer Vorgehensweise nicht besser als die Todesser, mit dem Unterschied, dass sie sich einbilden, so das Recht und Gesetz zu präsentieren. Fühlen Sie sich damit vertreten oder Ihre Interessen gewahrt? Wohl kaum, ebenso wenig, wie ich.“

Lily hatte sich in Rage geredet.

„Was ist mit Moody? Er hat sich auch an mir vergriffen?“

„Dumbledors rechte Hand. Ich habe einmal große Stücke von ihm gehalten. Sie haben ihn schneller durchschaut als ich, tut mir leid.“

„Sie werden gebraucht im Ministerium, das Ministerium braucht Sie. Sie, Ihren Mann, Black. Menschen mit Idealismus, Mrs. Potter. Was man dort nicht braucht, sind Menschen, die den Kopf zum Denken benutzen. Achten Sie auf sich.“ Argus Runzeln im Gesicht wurden tiefer.
„Ich denke, das Ministerium ist nicht das Richtige für Sie, meinen Sie nicht auch? Sie sollten als Professor arbeiten und den Kindern das Denken beibringen.“

„Mit Dumbledore im Nacken und in der Nähe von Severus? Was glauben Sie, wie lange das gut gehen würde?“

„Sie hätten aber auch einen guten Hausmeister, Mrs. Potter.“

Lily lachte. „Ja, das ist wirklich eine schöne Vorstellung. Ich werde darüber nachdenken. Mit einem Kleinkind wäre das aber ganz schön kompliziert.“

„Dafür gibt es sicher eine Lösung. Ich würde mich freuen.“

„Ernsthaft? Ich kann mir das gar nicht richtig vorstellen.“

„Einfach machen, Mrs. Potter. Der Rest findet sich schon.“

„Es wird Zeit für mich. Wann werden Sie die Station verlassen?“

„Wahrscheinlich morgen. Dolores bringt mich zum Zug.“

„Hat sie Angst, Sie könnten sich verirren?“

Argus zuckte mit seinen Schultern. „Keine Ahnung. Die Fahrkarte habe ich von Dumbledore erhalten.“

„Miss Umbridge will nicht mit Ihnen apparieren? Das wäre doch am einfachsten?“

„Sie hat das schon immer vermieden.“

„Wissen Sie was? Ich mache Ihnen einen Portschlüssel, dann können Sie selbst entscheiden. Ein Heiler könnte ihn aktivieren.“

Argus wollte ablehnen, doch er überlegte es sich anders. „Ja, Mrs. Potter, so machen wir es. Im Schrank, der Schal. Machen Sie einen Port daraus.“

„In Ordnung. Dann werde ich Sie verlassen.“

„Danke. Es war schön, wieder einmal mit Ihnen zu reden.“

„Ich habe mich auch gefreut, Sie wiederzusehen.“
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