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Die Affäre Filch

von Bernd
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy / P18 / Gen
Albus Dumbledore Argus Filch Dolores Umbridge Lily Potter Petunia Dursley
20.07.2020
23.06.2022
268
664.528
23
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 2.610
 
Severus war erledigt. Seine Hilflosigkeit hatte ihn zutiefst erschüttert. Das war eine Magie, die ihm weit überlegen war und Miss Patterson konnte von Glück sprechen, dass der Horkrux sie nicht angegriffen hatte.
Ihre Sachen lagen nicht grundlos durcheinander geworfen im Koffer, das war Panik. Angst vor dem Geflüster und möglicherweise hatte der Horkrux sogar versucht, Besitz von ihr zu ergreifen.
Sie hatte das Ding mit den anderen Scherzartikeln hierhergebracht, sicher als Konvolut. Und der Bilderrahmen war mit dabei, es hätte jeden in Hogwarts treffen können. Jeder, der ein Bild darin befestigen würde. Miss Patterson hatte noch so viel Verstand, zu begreifen, dass etwas mit dem Ding nicht in Ordnung war und es in ihren Koffer geworfen, mit Kleidung bedeckt. Das war keine Schlampigkeit, das war Panik, Angst. Berechtigterweise!

Was für ein Schwert hatte Trimble bei sich? Wieso rennt der mit einem Schwert durch die Gegend? Auf die Frage woher, hatte Trimble ausweichend geantwortet.
Hat er etwa Excalibur aus dem Stein gezogen? Ach nein, das lag ja von Nimue gut bewacht auf dem Grund des tiefsten Sees...
Ein Dämonenfeuer zu beschwören hatte er sich nicht getraut. Das war eine Magie, die sogar ihm Angst machte. Dieses Feuer war zu unberechenbar und er wusste, dass es Grenzen gab, die man besser nicht überschreitet. Er war nicht der Lord. Vielleicht wäre Bellatrix in der Lage, mit Feuer umzugehen. Hexen und Feuer, das war eine besondere Beziehung und nicht so trivial, wie es in den Büchern steht. Nicht dieser Zauber. In geschlossenen Räumen würde man eine Katastrophe heraufbeschwören.
Wieder verfluchte er Dumbledore, der nichts unternahm, um seine Studenten vor dieser gefährlichen Magie vernünftig vorzubereiten und zu schützen. Es hilft doch nichts, wenn man alles, was schwarzmagisch ist, aus den Schulbüchern verbannt. Das wird doch damit nicht einfach verschwinden! Es war wieder so, wie bei Miss Bullstrode. Unkenntnis hatte verheerende Folgen gehabt und nicht zu vergessen, die Konsequenzen dafür hatten nicht immer die Urheber zu tragen.

Verteidigung gegen einen Horkrux, wo nimmt man auf die Schnelle ein Schwert her?
Wo zum Teufel, nimmt man auf die Schnelle ein Schwert her, was dann noch einen Horkrux zerstören kann? Also Trimble, das wirst Du mir erklären müssen!
Man konnte davon ausgehen, dass man solche Schwerter genau für solche Fälle geschaffen hatte. Wer weiß schon, wie viele Horkrux und wie viele Schwerter existierten. Und im Falle eines Falles zur Hand waren. Für ihn war es neu, dass Schwerter gegen einen Horkrux überhaupt wirkungsvoll sein können. Feuer und Schwert, Kriegswaffen. Dagegen war sein Zauberstabgefuchtel kläglich gescheitert. Im Gegenteil, er hatte den Eindruck, jeder gesprochene Zauber verstärkte die Kraft des Horkrux und schwächte ihn selbst. Es hatte ihn regelrecht seiner Kraft beraubt. Was für eine Wahnsinns Magie!
Widerwillig musste er sich sein Versagen eingestehen.
Eins erfüllte ihn mit tiefer Befriedigung, sein letzter Gedanke war Lily. Und das wird immer so bleiben. Eine Lily mit Lockenwicklern und Schleife im Haar? Nie im Leben würde sie das tun!
Was für eine absurde Vorstellung. Fünf Kinder mit Potter? Lächerlich, Blödsinn. Lily war für ihr Leben bedient und bestraft. Auf keinen Fall. Der Horkrux hatte mit seinen Ängsten gespielt, weiter nichts.
Pettigrew, diese Ratte! Dem hatte er auch noch zur Flucht verholfen, als ihm die Auroren auf den Fersen waren. Seine ehemaligen besten Freunde jagten ihn jetzt... Was für ein Witz!
Pettigrew ist doch jetzt ein Teil der Gesellschaft, die sich an den Besten orientiert, die sich mit reaktionären Kräften in einem Kampf auseinandersetzt...
Er konnte diesen Scheiß niemanden vermitteln. Am wenigsten sich selbst.
Mit Pettigrew an seiner Seite? Absurder geht es nicht.
Wenn es geht, noch mit Lily Hand in Hand.
Es klopfte, sofort war Severus wieder angespannt.

„Herein!“

Miss Patterson.

„Schließen Sie die Tür und zeigen Sie, was Sie können. Das Buch, Miss Patterson.“

„Danke für das Buch, Professor. Hier, die Aufgabe, die Sie mir gestellt haben.“

Severus überflog kurz das eng beschriebene Pergament.

„Alle vier Kapitel in dieser Zeit? Respekt. Dieses Pergament werden Sie gut aufbewahren, bis Sie die Befragung durch einen Ministeriumsmitarbeiter hinter sich haben. Verwandeln Sie sich.“

„Und zurück!“

Es dauerte einen Moment, doch das sah viel besser aus als gestern.

„Setzen Sie sich, Miss Patterson.“

„Professor, darf ich Sie etwas fragen?“

Severus atmete tief durch. Wie erklärt man einen Horkrux?

„Leider ist Ihr Bilderrahmen durch meine Ungeschicklichkeit beschädigt worden. Würden Sie diesen hier als Widergutmachung ansehen?“

Severus reichte ihr ein kleines, in Seidenpapier eingewickeltes Päckchen.

„Danke, Professor. Der Rahmen war hässlich, ich wollte mir einen neuen kaufen.“

„Der Rahmen, Miss Patterson, war ein mit schwarzer Magie besudeltes Artefakt. Dass Sie keine Schäden davongetragen haben, war reines Glück für Sie und alle anderen hier.“

„Sie haben meinen Koffer aufgeräumt, ich wollte Sie fragen, wie Sie das gemacht haben?“

„Haushaltzauber sind Dinge, die man sich selbst beibringen muss. Fragen Sie Ihre Mutter.“

„Sie ist gestorben, Professor. Sie war Heiler im Mungos und sie hat sich mit Drachenpocken angesteckt. Es ist lange her, vier Jahre.“

„Das tut mir leid. Sie leben also bei Ihrem Vater?“

„Jetzt ja, Professor. Meine Eltern hatten sich getrennt, da war ich noch klein. Es ist kompliziert.“

„Ich verstehe. Für das Aufräumen und reinigen ist redige et mundare hilfreich. Die Stabbewegung ist ein wenig kompliziert, üben Sie das fleißig. Erst eine Stabdrehung, dann eine verschlungene Acht und zum Abschluss diese verzögerte Bewegung. Übung macht den Meister.
Was Ihre Verwandlung betrifft, sind Sie auf einen guten Weg. Sollten Sie Ihr Können zum Wochenende optimiert haben, müssen Sie das vor einem Ministeriumsmitarbeiter vorführen. Mister Weasley hat mir diesbezüglich seine Zustimmung gegeben und wird sie registrieren. Professor Raue-Pritsche wird Sie dabei unterstützen und je nach dem, wie erfolgreich Sie sind...“

„Mir Einhörner zeigen? Danke, Professor, Sir!“

Miss Patterson war aufgesprungen und bekam vor Aufregung rote Wangen.

„Sie können jetzt gehen. Eins noch, bewahren Sie strengstes Schweigen über den beschädigten Inhalt Ihres Koffers, Ihr Leben lang!“

„Das werde ich, Professor. Ich schäme mich so.“

„Schweigen ist Ihre Lebensversicherung, überlegen Sie sich zukünftig genauestens, wem Sie Ihr Vertrauen schenken.“

„Ja Professor. Danke, Sir.“

„Gern geschehen. Und nehmen Sie auf dem Weg hinaus fünf wohlverdiente Punkte mit sich.“

Auf Miss Patterson Gesicht erschien ein Lächeln und noch etwas mehr Farbe, was Severus belustigt zur Kenntnis nahm.

Als sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, sank Severus erleichtert in seinen Stuhl zurück. Eine Miss Patterson reicht für einen ganzen Tag!
Narzissa müsste die tote Mrs. Patterson gekannt haben. Drachenpocken, soso. Da gab es doch mehrere Fälle? Narzissa musste es ganz genau wissen!

* * *

„Professor Snape, was kann ich für Sie tun?“

„Professor Trimble, zeigen Sie mir doch einmal Ihr Schwert. Es ist ja nicht üblich, so etwas mit sich zu tragen.“

„Ich gebe Ihnen Recht. Tut mir leid, das Schwert kann ich Ihnen nicht zeigen.“

„Und der Grund, Professor Trimble?“

„Dieses Schwert hat ein gewisses Eigenleben. Man darf es nur in höchster Gefahr benutzen. Es ist jetzt im Büro des Schulleiters deponiert. Etwas anderes wäre mir zu unsicher.“

„Dann muss ich mich an den Schulleiter wenden?“

„Ich denke schon.“

„Eine Waffe gegen Horkrux, vermitteln Sie dieses Wissen an Ihre Schüler?“

„Nein. Der Grund ist einfach, es gibt nur dieses eine Schwert. Eine Koboldarbeit.
Auch was die Kampfkunst betrifft, muss ich feststellen, dass leider niemand mehr Interesse an solch altertümlichen Kriegswaffen hat.
Zu meiner Schulzeit war das noch ganz anders. Wissen Sie, Handfeuerwaffen waren zu der Zeit weniger verbreitet als Säbel und Schwert. Man darf auch nicht vergessen, das Ministerium stellte Duellkämpfe mit Säbel und Schwert schon vor einiger Zeit unter Strafe. Darum würden Sie heutzutage kaum einen respektablen Gegner finden, der sich Ihnen mit dieser Waffe stellen würde.“

„Gibt es weitere Möglichkeiten, einen Horkrux zu vernichten? Spontan würde mir Hexenfeuer einfallen?“

„Warum haben Sie es nicht benutzt?“

„In geschlossenen Räumen? Wohl kaum! Es sei denn, man hätte die Absicht, Slytherins Unterkunft in Schutt und Asche zu legen.“

„Sie sind ein vorsichtiger Mann. Sie haben Ihre einzige Möglichkeit einen Horkrux zu vernichten, nicht benutzt, warum?“

„Der Horkrux versuchte Anfangs mit mir zu kommunizieren, bevor die Provokationen meiner Person begannen. Ich habe mich hinreißen lassen, Zauber eingesetzt, die mich geschwächt haben. Ich wäre nicht in der Lage gewesen, den Zauber gezielt einzusetzen.“

„Da sehen Sie es. Der Horkrux weiß genau, wodurch er zerstört werden kann, also ist seine Priorität zunächst, Ihre Magie zu zerstören, um sein Ziel zu erreichen. Die Besitznahme Ihres Körpers, Ihrer Gedanken und vor allem ihrer Seele sind für den Horkrux erstrebenswert. Dabei ist die Verbindung seines Seelensplitters mit Ihrer Seele für Sie tödlich, er verhält sich wie ein Parasit. Das schafft schließlich seine Körperlichkeit. Das endet erst dann, wenn der Gegenstand, der diesem Horkrux als Gehäuse dient, zerstört wird. Aber das wissen Sie ja.“

„Nein, durchaus nicht. Ich habe mich nie mit solchen Abartigkeiten beschäftigt. Seelenspaltung...“ Severus Stimme klang verächtlich.

„Nun, Professor Snape, dieser Zauber wurde ursprünglich für einen anderen Zweck erfunden. Sie werden in vielen Kulturen die Begriffe Reinkarnation und Unsterblichkeit finden. Die Spuren reichen weit in der Zeit zurück, bis über die Antike hinaus.“

„Und die Gegenzauber? Die sollten sich in dieser Zeit ebenso entwickelt haben?“

„Das sollte man denken, doch Sie haben es hier mit Seelenmagie zu tun und das macht es schwierig. Das Hexenfeuer wurde zuerst erfunden.
Der Gedanke Feuer zur Reinigung zu benutzen, hat sich bis in heutiger Zeit gehalten. Denken Sie an die Schmiedemeister, die mit Feuer umzugehen wissen. Leider auch, um Hexen zu verbrennen.“

„Und das Schwert?“

„Wie ich bereits erwähnte, eine Koboldarbeit. Es gab eine Zeit vor den Koboldkriegen, in der Zauberer und Kobolde in Eintracht lebten. Ich nehme an, aus dieser Zeit stammt dieses Schwert. Ich bin nie hinter die Geheimnisse seiner Magie gekommen und Sie werden heutzutage keinen Kobold finden, der Ihnen dieses Wissen preisgeben würde.
Nun ja, die Koboldkriege anzuzetteln, waren keine gute Idee der Zauberer. Trotzdem, die Arbeiten der Kobolde werden noch heute hochgeschätzt, vor allem bei der Damenwelt.“

„Würden Sie mich in die Kunst des Schwertkampfes einweisen, Professor Trimble?“

„Nein. Ich bin zu alt und muss meine Kräfte einteilen. Das Alter macht sich leider zunehmend bemerkbar. Sie könnten versuchen, bei den Muggeln in einer Sportgemeinschaft die erforderlichen Kenntnisse zu erwerben.
Die haben diese Waffen nicht so leichtfertig aufgegeben, wie unser Ministerium.
Allerdings, einige Grundbegriffe und Techniken könnte ich Ihnen vermitteln. Also, wenn Sie sich mit meinen Gebrechen arrangieren können?“

„Sehr gern, Professor. Sagen Sie, gibt es weitere Gegenzauber?“

„Basilikengift, falls Sie so etwas zur Hand haben?“

„Basilikengift? Das dürfte schwerlich zu bekommen sein. Es sei denn, Sie haben einen Basilisken im Büro?“

Severus scherzhaft gemeinte Frage ließ Trimble die Stirn runzeln.

„Es ist wahr, eher erhalten Sie Phönixtränen als Basiliskengift. Es sei denn...“ Trimble zögerte, wägte ab. „Es sei denn, Sie haben gute Beziehungen zu Schmugglern?“

„Ganz sicher nicht. Keine Chance, falls Sie jetzt an den Eberkopf denken.“

„Hmmm. Waren Sie schon mal da?“

„Ja.“

Severus Einsilbigkeit war für Trimble nicht überraschend.

„Sie müssen sich nicht bemühen, Professor. Zufälligerweise konnte ich mich schon vor vielen Jahren in den Besitz dieses Giftes setzen.“

„Zufälligerweise? Wofür, wenn ich fragen darf, Professor Trimble?“ Severus Stimme klang misstrauisch.

„Nun, ich gestehe, nicht ganz zufälligerweise. Ich habe damit das Schwert präpariert.“

Trimble hatte eine winzige Phiole mit einer rosa Flüssigkeit hervorgezogen und legte sie vor Severus auf den Tisch.

„Es ist zu wenig für ein weiteres Schwert. Doch für ein Messer oder Stilett dürfte es genügen. Allerdings rate ich Ihnen zu einer guten Koboldklinge, Professor.“

Severus hatte inzwischen die Phiole gegen das Licht gehalten und schüttelte den Kopf.

„Man hat Sie betrogen, Professor. Das hier ist kein Basiliskengift.“

„Sie haben Recht, ich wollte Sie nur auf die Probe stellen. Was sagen Sie zu dieser Phiole?“

„Hören wir auf mit diesen Spielchen. Was genau wollen Sie von mir?“

„Pettigrew. Es war sein Horkrux. Ich denke, Sie werden auf die eine oder andere Art wieder mit ihm zu tun bekommen.
Ich bin der Meinung, es wäre ratsam, ihn im Unklaren zu lassen, was den Bilderrahmen betrifft. Gespräche über diverse Waffen würde ich ebenso vermeiden, wie den Umgang mit dem Inhalt dieser Phiole. Vorsicht, es ist ein Kontaktgift, innerhalb einer Minute würden Sie diese Welt verlassen.“

„Basiliskengift.“

„Ganz recht. Sie kennen es also genau. Woher, wenn ich fragen darf?“

„Ich habe es bei einer Präsentation kennen gelernt. Es gibt eine Möglichkeit, immun dagegen zu werden. Leider wurde nicht erwähnt, wie und womit. Nur so viel, es scheint eine Breitband Immunisierung zu sein.“

„Interessant. Wissen Sie welche Gifte?“

„Ich weiß von Belladonna, Lebender Tod, Amortentia, Rizin, alles extrem hoch dosiert.“

„Amortentia?“

„Ja. Das wurde sogar demonstriert.“

„Unglaublich. Mir ist so ein Ereignis gar nicht in Erinnerung?“

„Eine Privatveranstaltung, Professor. Mein Mentor ermöglichte mir die Teilnahme.“

„Ich verstehe. Blieb es bei Amortentia?“

Severus Mund wurde kurz zu einem schmalen Strich. Contenance!!! Trimble hatte anscheinend wie der Lord das Gespür für Abnormitäten!

„Es wurden alle Gifte demonstriert, zum Leidwesen einiger Anwesenden.“

„Eine Demonstration, sagen Sie. Vor jemandem, der so exzellente Kenntnisse von Zaubertränken und Giften hat?“

„Ich war zu der Zeit noch in der Ausbildung. Ich bin nicht so anmaßend, die Demonstration allein auf mich zu beziehen.“

„Aber Sie haben es dennoch so aufgefasst?“

„Eher mein Mentor. Ich dagegen habe mir die Frage gestellt, wie man ohne Bezoare und ohne Gegengifte solche Gifte überlebt. Was ist der Grund der Immunität?“

„Haben Sie einen Lösungsansatz?“

„Der Bezoar war nur bei dem Amortentia erfolgreich. Mir ist nicht bekannt, wie das möglich ist.“

„Was glauben Sie, wie groß ist der Personenkreis, der jetzt immun ist?“

„Begrenzt. Nicht mehr als eine Handvoll, wenn überhaupt. Ich vermute, das wird auch so bleiben.“

„Ein Hauch von Exklusivität oder eine Botschaft der Unverwundbarkeit. Ich verstehe. Nun, solche Bemühungen hat es auch schon zu meiner Zeit gegeben.“

„Grindelwald?“

„Oh ja. Man sagt, er hat sich eine Zeit lang sehr um die Magie der Saanp Aurat bemüht. Wie ich sehe, sagt Ihnen das nichts?“

„Das ist mir nicht geläufig.“

„Das ist nichts, womit man in dieser Gesellschaft hausieren geht. Die alleinige Sicht auf das reine Blut trübt den Blick auf andere magische Lebensformen erheblich. Eine Verbindung mit einer Maledictus wird nicht akzeptiert, so ist das.“

„Woran ist Grindelwald gescheitert?“

„An seiner Überheblichkeit, seiner Gefühlskälte und an seinem Egoismus. Macht hat ihn interessiert, nicht Liebe. Er hat gewogen und alles zu leicht empfunden. Doch genau daran ist er gescheitert.“

Severus wusste nicht, was er entgegnen sollte. Gewogen und zu leicht empfunden.

„Bitte, Professor Snape, würden Sie mich jetzt allein lassen? Die Erinnerung an diese Zeiten haben für mich einen bitteren Beigeschmack.“

„Kann ich etwas für Sie tun?“

Trimble schüttelte nur den Kopf.

„Danke, nein. Aber, wenn Sie einen Rat von einem alten Mann annehmen wollen?“

„Bitte, gern doch?“

„Wenn Sie einmal in Ihrem Leben Bilanz ziehen, was denken Sie, sind die Stunden, die wirklich wichtig sind?“

Severus hob seine Augenbrauen und dachte über Trimbles Frage nach. „Meine Bilanz? Ich habe noch nie darüber nachgedacht.“

„Dann sage ich ihnen, was meine Bilanz ist. Das, was für mich zählt, was wirklich Gewicht hat, ist die Zeit, in der ich geliebt wurde. Leider war meine Zeit eine kurze, dennoch bin ich froh, über jede einzelne Minute. Das ist mir wichtiger als alles, was ich sonst vollbracht habe.“

„Dann haben Sie mehr als ich.“

„Tatsächlich? Das wäre wirklich bedauerlich.“

„Als ich wehrlos vor dem Horkrux lag, habe ich an jemanden gedacht. Nicht an den Horkrux. Ich finde das erstaunlich.“

„Es war hoffentlich ein guter Gedanke? Man sagt, ein Horkrux lässt einen die schlimmsten Ängste durchleben, ähnlich wie ein Dementor. Beide sind erpicht auf Seelen...“

„Es war ein guter Gedanke, Professor Trimble.“

Trimble nickte. „Da sehen Sie es, was für eine Macht die Liebe über unsere Herzen, unsere Gedanken, unsere Seele hat. Das hat einiges Gewicht.“

„Ich danke Ihnen für das Gespräch, Professor.“

„Ich danke für Ihr Vertrauen. Ach, nehmen Sie das Basiliskengift mit.“
 
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