Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Affäre Filch

von Bernd
GeschichteFantasy / P18 / Gen
Albus Dumbledore Argus Filch Dolores Umbridge Lily Potter Petunia Dursley
20.07.2020
19.09.2021
178
453.899
14
Alle Kapitel
192 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.09.2021 2.053
 
„Lestrat ist loyal, findest Du nicht?“ Irmas Stimme klang besorgt. „Immerhin hat er seine ehemaligen Kollegen von Dir abgelenkt.“

„Ich bin mir klar, was er gemacht hat. Er hat noch etwas gesagt, was ihn in meinen Augen sympathisch macht. Die UVF Brigade, die er ablehnt, das ist kein einfaches Statement, vor allem nicht für einen ehemaligen Staatsdiener. Die Muggel ticken in der Beziehung anders als wir, Irma.“

„Fest steht, so kannst Du Dich bei ihnen nicht mehr blicken lassen. Tut mir leid Argus. Wieder wirst Du an den Ort gefesselt, den man Dir vor vielen Jahren aufgezwungen hat.“

„So lange Du da bist, ertrage ich es.“

„Das ist alles schön und gut. Mich würde interessieren, wieso Du bei denen auf der Fahndung stehst, jemand, der seit Jahren nicht in Erscheinung trat und jetzt ganz plötzlich ein Schmuggler und Terrorist sein soll. Das mein Lieber, ist nicht das Ergebnis einer soliden Arbeit der Muggel, sondern ein ganz gezielter Hinweis eines Zauberers. Also, wer hat das größte Interesse, Dich an Hogwarts zu binden, denn genau darauf läuft es ja hinaus?“

„Wo sind wir eigentlich, Irma?“

„Das ist ein Haus der Agentur. Ich warne Dich, wenn Du das Grundstück verlässt, gibt es kein Zurück mehr, denn dann bist Du Meilen von diesem Ort entfernt. Ich kann noch nicht mal sagen, wohin die Reise geht. Das hat man gemacht, falls man hier verschwinden muss, nicht wegen Dir. Ich kann es auch nur ein einziges Mal wiederfinden.“

„Und warum sind wir hier?“

„Um ein paar Tage Zeit zu gewinnen. Wir müssen herausfinden, wer dahintersteckt.“

„Mir fällt da spontan das Ministerium ein. Die haben mich immer auf dem Schirm.“

„Es muss für irgend jemanden einen Nutzen haben. Wenn man Dich wirklich weghaben wollte, dann hätte man das mit aller Konsequenz gemacht. Nein, man hat Dir die Möglichkeit genommen Dich frei zu bewegen. In Irland, aber auch in Kirkcolm. Also, wem nutzt das?“

„Dein Stephan wusste, dass da was faul ist, nicht wahr?“

„Ich denke nicht, dass er etwas konkretes wusste. Sonst hätten sie Dich gleich mitgenommen.“

Missmutig schüttelte Argus seinen Kopf. „Ich habe keine Ahnung, wem das Nutzen bringen soll, Irma.“

„Obwohl man meinen Runenzauber auf Dir zerstört hat, bist Du an einigen Orten in der Lage, wieder Du zu sein. Irgend etwas macht die Gegenrunen des Ministeriums unwirksam. Du kannst Dich erfolgreich gegen den Legilimens und Veritaserum wehren, hast Du Deine Magie zurück? Spürst Du da irgend etwas, was anders ist?“

„Nein nichts, Irma.“

„Warum will man Dich jetzt bei den Muggel als Terrorist festnehmen lassen, ich verstehe das nicht.“

„Stell Dir vor, die hätten mich wirklich erkannt, Du hättest nicht mal was machen können.“

„Wie meinst Du das?“

„Hast Du nicht gesagt, sämtliche Magie ist unmöglich, durch die Runen? Dann frage ich mich, wieso wir trotzdem durch Apparieren verschwinden konnten, Irma.“

„Meinst Du, die Runen haben versagt?“

„Wie sehe ich jetzt aus, alt oder neu?“

Irma schmunzelte. „So wie ich Dich kennen gelernt habe.“

„Die Runen haben nicht versagt, sonst hätte ich da schon alt ausgesehen. Ist schon komisch das Ganze.“

„Ich kann es mir nicht erklären.“

„Zum Glück für mich, Deine Runen haben mir den Hintern gerettet. Als ob Du es geahnt hättest.“

„Ja das war wirklich Glück. Wenn ich es mir genauer überlege und das hier mit den Polizisten beabsichtigt war...“

„Wegen des Informanten?“

„Mir geht da noch was anderes durch den Kopf, Argus. Die Rune, die ich auf Dir zeichnete, wurde doch zerstört und Dumbledore hat mit nahegelegt, keine neue zu machen. Ganz sicher hat man nicht mit Deiner erneuten Wandlungsfähigkeit gerechnet. Hast Du mal jemanden erwähnt, dass es in Deiner Wohnung auch so ist?“

„Das habe ich niemals, davon weißt nur Du und Miss Norris. Hmm, und Galen, er hat die Wohnung für mich gemacht.“

„Einen Elfen kannst Du ausschließen.“

„Galen auf jeden Fall. Was soll ich sagen, Miss Norris auch.“

„Na, Dein Humor ist wirklich unkaputtbar. Das ist eine Eigenschaft, die ich sehr an Dir schätze.“

„Galgenhumor, Irma. Auch wenn Du diese Eigenschaft schätzt, ich habe es einfach satt.“

„Dann sollten wir schnellstens herausfinden, wer so ein unnatürliches Interesse an Dir hat.“

„Ich muss nachdenken.“

„Dann werde ich versuchen, uns was Schönes zum Essen zu zaubern. Magst Du einen Sherry?“

„Na dann, lass das Gelage beginnen.“

__________________________________________*____________________________________

Severus war nicht in das Manor zurückgegangen, als er Smethwyck verlassen hatte. Narzissa war zwar nicht ansprechbar, aber nicht mehr in Gefahr. Und das Kind schien offensichtlich keinen Schaden genommen zu haben.
Bei einem Gift wäre es nicht so glimpflich ausgegangen, so Smethwyck.
Lucius dagegen war durch seinen Alkoholkonsum in einer schlechteren Lage. Dagegen waren die besten Tränke machtlos. Lucius Leber war bereits stark vergrößert.
Einen Giftanschlag konnte Smethwyck mit Sicherheit ausschließen.
Narzissa war möglicherweise unvorsichtig bei der Zubereitung von Lucius Medikamenten gewesen. Einen Vorsatz ihrerseits schloss Severus kategorisch aus. Allerdings würden sich beide einer Befragung durch die Auroren unterziehen müssen.
Narzissa war ganz bestimmt eins nicht. Unvorsichtig bei Lucius Medikamenten. Sie ist eine voll ausgebildete Heilerin und hat ihre Sinne beisammen.
Dann blieb nur noch eins, die Rohstoffe bei der Zubereitung waren entweder minderwertig oder sie waren verunreinigt. Etwas anderes kam für ihn nicht in Frage.
Die Frage war, was sich daraus für Konsequenzen ergeben werden. Denn das hat ganz sicher ein Nachspiel. Nur leider ließ sich genau das kaum nachweisen. Lucius Medikamente mussten immer frisch verarbeitet sein.
Außer die hinter der Bleitür und da kam Narzissa nicht ran, dafür hatte Lucius gesorgt.
Der Lord sollte besser darüber Bescheid wissen.

Langsam krempelte er sich seinen Ärmel hoch und betrachtete sich das Mal im Flackerlicht des Kamins. Es sah so lebendig aus.
War er vorbereitet auf das Kommende? Mit der Zungenspitze tastete er nach der Kapsel in seinem Mund. Dann wollen wir mal hoffen, dass es nicht gleich zu einem Exzess kommt.

* * *
„Severusss erweissst mir die Ehre, Nagini.“

„Mein Lord.“

„Wasss hassst Du zu sssagen?“

„Mein Lord, die Malfoys sind beide in das Mungos verbracht worden. Laut Smethwyck ist ein Giftanschlag auszuschließen. Nur Lucius Zustand ist bedenklich.“

„Smethwyck schließt aus und was sagt mein Giftmischer?“

„Ich schließe mangelnden Sachverstand oder Vorsatz bei Narzissa aus. Lucius hat zudem eine beträchtliche Menge Alkohol zu sich genommen. Seine Medikamente muss er beim Abendessen zu sich nehmen und das ist ausgefallen. Zu dem Zeitpunkt klagte Narzissa schon über eine leichte Unpässlichkeit.“

„Keine Völlerei am Weihnachtstag? Lucius muss tatsächlich krank sein. Die Zutaten?“

„Die kommen täglich aus der Silberstein Apotheke. Lucius Pupillen waren verengt, ich denke es liegt an den Zutaten oder unerwünschten Beimischungen. Das ist eher typisch für... Muggeldrogen. Allerdings raucht Lucius nicht und ich möchte Missbrauch ausschließen.“

„Smethwyck schließt Gifte aus, hast Du gesagt. Die Symptome bei Narzissa?“

„Sie ist zusammengebrochen, als sie im Vestibül war. Untersucht hat sie Smethwyck. Er sagte wir sollten beten.“

„Lucius war nicht dabei?“

„Nein, ich habe ihn in seinem Kabinett aufgefunden, doch er war noch bei klarem Verstand. Smethwyck sagte etwas von einer stark vergrößerten Leber.“

„Lucius Leber besteht aus Gusseisen, bei dem Zeug, was er in sich hineinschüttet.“

„Er hat schon komisches Zeug geredet, als ich im Manor ankam. Ich habe Anfangs nicht darauf geachtet, aber jetzt?“

„Severusss, komisches Zeug? Lasss hören.“

„Nur Gefasel, mein Lord. Es ging um meine, aus seiner Sicht bedauerlichen Unbeweibtheit und mangelnder Körperfülle meinerseits. Er hat mir unterstellt, verliebt zu sein.“

„Und Severusss, bissst Du verliebt?“

„Es ist ein wenig unpassend für Metaphysik, habe ich ihm geantwortet.“

Der Lord lachte schallend. Dann richteten sich seine roten Augen wieder auf Severus.

„Zeit für ein Exempel. Sei drastisch kreativ, damit aus der Silbersteinapotheke künftig saubere Zutaten kommen werden.“

„Mein Lord.“

„Du kannst gehen, um Lucius kümmere ich mich selbst.“

_________________________________________*____________________________________

Die Winkelgasse war ausgestorben, nur die Fenster einiger Wohnungen waren schwach erleuchtet. Bis zur Silbersteinapotheke waren es nur noch wenige Schritte.
Sei drastisch kreativ spukte es in seinem Kopf. Ein Exempel...
Zunächst wollte er sich die Apotheke in Ruhe ansehen, den Grund finden, wieso die Zutaten nicht die Qualität hatten, die man erwarten durfte.
Wenn sich herumspricht, dass eine Apotheke unsauber arbeitet, dann kann die dicht machen.
Lucius war einer der zuverlässigsten und anspruchsvollsten Kunden, den sie hier hatten und das wussten die ganz genau.
Die würden schon aus Eigennutz alles dafür tun, Lucius nicht mit minderwertigem Material auszustatten. Lucius hatte zu gute Verbindungen in das Ministerium, er musste noch nicht mal als Todesser drohen.
Er schaute sich noch einmal sorgfältig um, bevor er sich schließlich Einlass verschaffte.

Seltsam, die Apotheke war nicht verschlossen? Seine Nerven waren angespannt, er lauschte vorsichtig, bevor er einen Schritt weiter ging. Es war sehr still, dennoch traute er dem Frieden nicht. Langsam begann er seine systematische Suche nach den Zutaten, die für Lucius benötigt wurden.
In einem der hinteren Räume klirrte es leise, als ob jemand die Räume durchwühlen würde.
Es war also doch jemand hier! Sein Herz klopfte und in seinem Magen lag plötzlich ein sehr großes Gewicht. Er fühlte, wie das Adrenalin durch seinen Körper strömte.
Vorsichtig näherte er sich dem schwach erleuchteten Hinterzimmer, immer darauf gefasst, entdeckt zu werden.
Er sah, wie sich der Schatten auf der Wand bewegte, aber er konnte nicht sehen, wer das war.
Plötzlich musste er niesen, er konnte es einfach nicht mehr unterdrücken, nur weitestgehend mit dem Umhang dämpfen. Doch es genügte, dass der Unbekannte mit einem quieken verschwand.
Severus trat mit gezücktem Zauberstab in das Hinterzimmer.
Er war zu spät. Auf dem Tisch stand neben geöffneten Behältern ein glimmender schwarzer Kerzenrest, die er neu anzündete.
Ein kurzer Blick auf die Zutaten genügte ihm, es waren genau die Zutaten, die Lucius regelmäßig bezog. Sie waren alle mit Saft des Schlafmohns verunreinigt worden.
Er füllte eine Probe davon in einen der leeren Behälter und überlegte fieberhaft, wie er dem Wunsch des Lords nachkommen könnte.
Er spürte die Gefahr, in der er sich plötzlich befand. Auroren! Sie waren dabei eine Appariersperre zu errichten. Er handelte sofort und konnte gerade noch entkommen.

* * *
Wieder stand er vor dem Lord.

„Schlafmohn? Also Vorsatz. Wer war das?“

„Ich kam zu spät, mein Lord. Ich weiß es nicht. Er verschwand, als ich mich näherte. Für eine kreative Warnung blieb mir keine Zeit mehr, die Auroren waren schnell.“

Der Lord war in seinem Kopf, suchte sich die Erinnerung. Severus zeigte sie ihm, während er gleichzeitig versuchte, seine Okklumentik aufzubauen.
Dann sah er die roten Augen des Lords ganz nah vor sich.

„Du Tölpel! Crucio!“

Severus war schneller, er hatte die kleine Kapsel bereits zerbissen. Trotzdem sank er zu Boden, der Crucio des Lords hatte eine spezielle Note. Er spürte einen kräftigen Druck auf sich, allerdings keine Schmerzen! Trotzdem keuchte er vor Anstrengung, bis der Druck plötzlich nachließ.

„Lass Dir das eine Lehre sein, ich dulde kein Versagen, auch nicht von Dir. Es sei denn, Du stehst auf Schmerz.“

„Ja mein Lord“, antwortete Severus zerknirscht. Er hatte sich trotz der schmerzarmen Variante auf seine Zunge gebissen.
„Mein Lord, den Betreiber der Apotheke trifft keine Schuld. Er hat einen Ruf zu verlieren, wenn das publik wird. Seine Apotheke zu zerstören hat mir widerstrebt, es gibt keine weitere Bezugsquelle für unsere Zutaten, die das Angebot kompensieren könnte.“

Der Lord sah überlegend auf Severus herab.

„Steh auf! Ich akzeptiere Deine Überlegungen. Du wirst in Zukunft viel zu tun bekommen. Wir müssen unabhängig von den Apotheken werden.“

„Das schaffe ich nicht allein.“

„Du wirst lediglich mit Greengrass Lager für die Zutaten anlegen. Zaubertränke bekomme ausschließlich ich, verstanden?“

„Ja mein Lord. Ich werde darüber mit Lucius sprechen, wenn es ihm besser geht.“

„Lucius bleibt von den Lagern fern. Er soll beim Einkauf nicht übertreiben, wir wollen doch keine Teuerungsrate, nicht wahr? Du stellst eine Liste für den Grundbedarf zusammen und legst sie mir bis zum Jahresende vor.“

„In welcher Größenordnung?“

Der Lord überlegte. „Der innere Kreis genügt fürs erste. Ich verschwende nichts an Kretins. Noch was, Greengrass erreichst Du nur durch Eulenpost, bis ich ihn zeichne.“

„Ja mein Lord.“

„Du wirst Dich bis zum Jahreswechsel in Deinem Haus aufhalten, nicht bei Lucius. Silvester will ich Dich dann im Manor sehen. Du kannst gehen.“

„Mein Lord.“

Severus war erleichtert, sich endlich entfernen zu können. Immerhin, der Cruciatus war erträglich gewesen. Nur seine Zunge schmerzte, denn der Schmerz war echt, doch nicht weiter der Rede wert.
Das wichtigste war, er hatte den Lord damit täuschen können. Unangenehm war es, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Dank des vorherigen Adrenalin Schubs hatte er heute dafür das richtige Timing. Und die entsprechende Portion Glück.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast