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Entführung für Fortgeschrittene

von Maja Lito
GeschichteAngst, Suspense / P18 / Div
Castiel Dean Winchester Sam Winchester
20.07.2020
27.04.2021
20
54.446
21
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Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
20.07.2020 2.207
 
Ihr Lieben,


diesmal fällt es mir glatt ein wenig schwer, ein vernünftiges Vorwort zu schreiben. Aber ich versuche es trotzdem mal.


Wir erinnern uns sicher alle noch an den „schönen“ Lockdown, ist ja noch nicht so lange her, war aber für viele von uns ziemlich langweilig. So ging mir das auch, bis ein Abend voller Alkohol und einem Online-Treffen mit zwei lieben Mädels irgendwie eskalierte und eine Idee geboren wurde, die echt unter „Schnapsidee“ fällt.


Ich hab da ein paar Tage drüber nachgedacht und weil ja viel Zeit war, habe ich mich getraut. Diejenigen von euch, die schon ein paar meiner Storys gelesen haben, wissen ja, dass ich gern mal meinen Horizont erweitere und Grenzen teste. Das Teil hier ist auf jeden Fall genau das. Bis vor ein paar Monaten hätte ich jedem einen Vogel gezeigt, der mir gesagt hätte, dass sowas mal aus meiner Feder stammt. Aber nun ist es soweit.


Deshalb muss ich jetzt ein paar Warnungen loslassen ;)

Im SPN-Bereich ist das definitiv das Härteste, was ich bisher geschrieben habe, und was ich zukünftig schreiben werde. Also nicht für zarte Gemüter geeignet, wirklich. Wenn ihr nicht abkönnt, wie Dean gequält wird, und das auch in sexueller Hinsicht, dann solltet ihr hiervon die Finger lassen. Insbesondere dann, wenn ihr da nicht auch mit einem gewissen Humor draufschauen könnt. Die Einstufung mit P18 ist diesmal keine reine Vorsicht, sondern absolut ernst gemeint.


Ich möchte an dieser Stelle der lieben SquirrelFeathers danken, die das hier betagelesen hat und auch Calydea, die immer dann, wenn ich gezweifelt habe, ein bisschen Cheerleader gespielt hat. Ihr seid fantastisch, vielen Dank für eure Unterstützung!


Und als letzter Hinweis: Die Story ist fertig geschrieben, es muss sich also niemand um einen Abbruch Gedanken machen. Es werden 24, teilweise für mich eher ungewöhnlich lange Kapitel. Veröffentlichen werde ich voraussichtlich etwa alle zwei Wochen, je nachdem, wie es bei mir in den Zeitplan passt.


Liebe Grüße

Maja




++++++++++




Als Dean zu Bewusstsein kam, öffnete er nicht mal die Augen. Heftige Kopfschmerzen hielten ihn davon ab. Instinktiv wusste er, dass die nicht besser werden würden, wenn er jetzt ins Licht sah.
Sein Mund fühlte sich an, als hätte er seit Jahren nichts getrunken. Es schmeckte abgestanden und pappig, war vollkommen ausgetrocknet. Nachher, wenn er aufstand, würde er wohl erstmal Zähne putzen müssen, ging ihm durch den vernebelten Verstand. Aber um richtig wach zu werden, war er eindeutig noch nicht fit genug. Seine Liegeposition empfand er als unangenehm, aber er war zu benommen und wahrscheinlich auch zu faul, um daran etwas zu ändern. Außerdem war ihm kühl. Woran das lag, konnte er nicht so genau ausmachen und am Ende war es ihm auch egal. Jedenfalls jetzt noch.
Die Luft roch anders, als in dem Motelzimmer, das er sich mit seinem Bruder teilte. Zwar auch leicht nach Desinfektionsmittel, aber die weiteren typischen Geruchsnoten von mittelmäßigen bis unterklassigen Unterkünften fehlten. Kein Fett, kein Rauch, kein gar nichts. Stattdessen roch es etwas unangenehm, eventuell war da ein leichter Unterton von Fäkalien. Deans Verstand weigerte sich, darüber weiter nachzudenken. Da auch die normalen Geräusche fehlten, die Sam nach dem Aufstehen produzierte, und der stand immer vor Dean auf, ging der Winchester davon aus, dass er wohl woanders genächtigt hatte. Möglicherweise bei einer heißen Lady… es war noch zu früh, um sich Gedanken darüber zu machen. Dean merkte, wie der Kopfschmerz etwas nachließ, ihn dafür aber wieder eine bleierne Müdigkeit überkam. Darüber, wo er war, konnte er auch später noch nachdenken. Und vielleicht, mit ganz viel Glück, würde er ja wirklich neben einer sexy Lady aufwachen und noch eine kleine Nummer schieben können, bevor er sich auf den Weg zurück zu Sam machte. Jetzt ergab er sich erstmal dem wohligen Schlummer und döste wieder weg.

Als er zum zweiten Mal aufwachte, konnte er nicht richtig benennen, woran das lag. Ausgeschlafen hatte er sicher weiterhin nicht, so fühlte er sich jedenfalls ganz und gar nicht. Immer noch hatte er Kopfschmerzen, aber nicht mehr so stark, wie bei seinem ersten Aufwachen. Inzwischen aber war ihm ziemlich kalt. Er hätte wohl mal nach einer Bettdecke angeln sollen. Die gab es bestimmt irgendwo in seiner Nähe.
Mühsam und immer noch, ohne die Augen zu öffnen, wollte er den Arm ausstrecken. Das Rasseln, das er sofort vernahm, ging ihm durch Mark und Bein. Seinen Arm konnte er zwar bewegen, aber von Ausstrecken konnte nicht die Rede sein. Er testete kurz mit der anderen Hand, jedoch mit dem gleichen Ergebnis. Das war ein Wachmacher. Adrenalin pumpte sofort durch seinen Körper und sein Herz schlug so schnell, als wäre er gerade einen Marathon gelaufen. Nicht, dass er das wirklich jemals vorhatte, aber so musste sich das anfühlen. Er riss die Augen auf und ein heftiger Schmerz ließ ihn blinzelnd stöhnen. Dabei war es nicht mal richtig hell. Ganz im Gegenteil, der Raum, in dem er sich befand, lag nahezu im Dunkeln, der einzige Lichtschein kam von einer kleinen, nackten Glühbirne, ein ganzes Stück entfernt.

Erst jetzt fiel ihm auf, dass er nicht, wie zuerst angenommen, lag. Nein, er saß. Er verfluchte sich selbst dafür, dass ihm das nicht vorher aufgefallen war. Langsam, während er weiter blinzelte und versuchte, sich an das Licht zu gewöhnen, verstand er, dass hier etwas ganz falsch lief. Er hatte sicher nicht einfach nur geschlafen. Wahrscheinlich war er betäubt worden. Er kam zwar morgens immer schwer in die Gänge, aber so schwer nun auch wieder nicht. Dean bemerkte, dass er unwillkürlich leicht zu zittern anfing. Noch immer waren seine Sinne nicht ganz bei der Sache und es war nicht einfach für ihn, die Konzentration zu halten. Er begann, immer hektischer zu atmen.
Endlich verlor sein Blick die ekelhafte Unschärfe. Er drehte den Kopf mit einer ruckartigen Bewegung nach rechts und starrte in Augenhöhe auf seine Hand. Um sein Handgelenk lag eine schwere Eisenschelle, die mit einer Kette weit über seinem Kopf fixiert war. Sein Kopf fuhr herum. Auch die linke Hand war festgekettet. Deshalb konnte er die Hände zwar bewegen, aber nicht richtig ausstrecken. Sie hingen nutzlos rechts und links von ihm herum. Er bekam immer weniger Luft. Verdammt, es hätte ihm schon bei seinem ersten Aufwachen auffallen müssen, dass er saß und nicht lag. Er musste zu diesem Zeitpunkt wirklich noch vollkommen benebelt gewesen sein. Da war keine beschissene Bettdecke in der Nähe. Stattdessen saß er an eine kalte Steinwand gelehnt und kam hier so, wie es aussah, auch nicht weg.
Er fröstelte zudem nicht nur aufgrund der kühlen Wand in seinem Rücken, sondern, weil sein Oberkörper nackt war. Was zum Teufel ging hier vor? Er zerrte noch einmal halbherzig an den Eisenschellen, aber die saßen bombenfest. Er kam gerade so mit den Fingerspitzen bis an sein Gesicht, mehr Bewegungsfreiheit hatte er nicht.
Dean ließ seinen Blick langsam schweifen. Der Raum, in dem er saß, war nicht besonders groß und er hatte kein Fenster. Jetzt fiel ihm wieder ein, dass er schon bei seinem ersten Aufwachen die abgestandene Luft gerochen hatte. Trocken, muffig, ein wenig Desinfektionsmittel und Fäkalien. Es machte den Eindruck, als wäre er in einem Kellerraum, der mit einer dicken Stahltür verschlossen war.
An den Wänden entdeckte er weitere Haken und rechts von ihm hing ein Paar leerer Handeisen. Diverse Ringe auf unterschiedlichen Höhen an den Wänden angebracht, ließen ihn vermuten, dass hier nicht zum ersten Mal jemand gefangengehalten wurde. In was für eine Scheiße war er nun wieder reingeraten? Er überlegte kurz, ob er nach seinem Bruder rufen sollte, aber das schien sinnlos. Zu sehen war Sam nicht und die Wände waren garantiert zu dick, als dass sein Bruder ihn hören würde, selbst wenn er möglicherweise nebenan in einem anderen Raum saß. Dean blieb im Moment nur, zu hoffen, dass dem nicht so war. Wenn nur er hier festsaß, würde Sam ihn vielleicht suchen und befreien.
Bis dahin blieb ihm wohl nur, herauszufinden, was hier überhaupt passiert war.

Dean schloss die Augen wieder und versuchte, ruhig durchzuatmen. Mehr war ihm ohnehin gerade nicht möglich. Also konnte er auch versuchen, zu rekonstruieren, wie er hier gelandet war. Wach genug, um es zu probieren, war er auf jeden Fall inzwischen. Die Panik und auch die Wut, die sich langsam an die Oberfläche bahnte, hatten ihn auch ohne Kaffee aus der Benommenheit geholt.
Wo fing er am besten an? Chicago. Ja, das war ein guter Punkt. Er und sein Bruder waren nach Chicago gefahren, weil da eine ungewöhnliche Todesserie für Aufsehen gesorgt hatte. Meistens ließen sie die größeren Städte aus, weil es dort immer etwas schwierig war, zu recherchieren, ohne aufzufallen. Die Polizeireviere waren größer, die Medienpräsenz stärker, man konnte sich kaum einfach als FBI ausgeben, weil immer ein entsprechendes Büro in der Nähe war. Aber der Fall hatte Sam so sehr fasziniert, dass sie sich eben doch auf den Weg in die Großstadt gemacht hatten.
Sie waren nachmittags angekommen und hatten sich unter dem Vorwand, Medizinstudenten zu sein, Zutritt zur Leichenhalle verschafft, um wenigstens eins der Opfer in Augenschein nehmen zu können. Dean verdrehte unwillkürlich wieder die Augen. Er hatte es vom ersten Moment an lächerlich gefunden, sich als Student ausgeben zu müssen. Das hatte noch funktioniert, als sie Mitte Zwanzig gewesen waren, aber die Tage waren lange vorbei. Sam allerdings hatte offensichtlich sehr glaubhaft gewirkt, als er etwas von Militärdienst und verspätetem Studium gefaselt hatte. Für den Mann am Empfang der Leichenhalle hatte es jedenfalls gereicht.
Die männliche Leiche, ein Mann Mitte Dreißig, hatte fast unversehrt ausgesehen. Mal abgesehen von einem Brandzeichen auf seiner rechten Gesäßhälfte und merkwürdigen Abdruckspuren rund um seine Geschlechtsteile und seine Hüfte. Eine Todesursache hatte der Gerichtsmediziner nicht feststellen können, lediglich ein paar kleine Einstichstellen, ebenfalls auf den Arschbacken.
Die beiden Brüder hatten beschlossen, sich am nächsten Morgen als Pressevertreter auszugeben und bei der Polizei nachzuforschen, was es mit den weiteren Toten auf sich hatte. Vor allem, wie viele es wirklich waren und in welchem Abstand sie aufgefunden wurden. Danach hatten sie gemeinsam Pizza gegessen, daran erinnerte Dean sich genau. Weil es ihn immens überrascht hatte, dass Sam von seinem üblichen Salat abgewichen war. Und dann?
Dean merkte, dass die Erinnerung immer schemenhafter wurde. Sam war ins Motel gefahren, um… ja was eigentlich? Ach ja, er hatte einen Videochat mit irgendeinem verstaubten Professor wegen der merkwürdigen Brandmale verabredet. Sein Bruder war der Meinung gewesen, dass es sich dabei um irgendwelche altertümlichen Zeichen handelte. Dean hatte gewusst, dass er sich langweilen würde und Sam davon überzeugt, dass es nicht schaden würde, sich das Nachtleben der Großstadt anzusehen. Wie zu erwarten war, hatte Sammy gemault, aber schließlich doch eingelenkt. Und so war Dean allein losgezogen.

Er erinnerte sich weder an die Bar, in der er den Ausflug in das Chicagoer Nachtleben gestartet hatte, noch an… oh doch! Ihm kam ein tiefer Ausschnitt in den Sinn, der fantastische Möpse erahnen ließ. Und die Brünette, die an diesen prallen Dingern hing, die war auch nicht zu verachten gewesen. Und hatte zu seinem Glück ziemliches Interesse an ihm bekundet.
Dean stöhnte, als er erschreckt und vielleicht auch ein wenig beschämt bemerkte, dass sich trotz seiner derzeitigen Situation bei ihm untenrum aufgrund der Erinnerung an die heiße Barbekanntschaft etwas regte. Das Stöhnen brach allerdings erstickt ab, als er feststellen musste, dass das, was sich da unten tat, verdammt unangenehm war. Es fühlte sich an, als wäre sein bestes Stück in einen Schraubstock gezwängt worden, der eine Aufrichtung verhinderte. Er sah an sich herunter und erstarrte. Er schluckte und hustete dann keuchend. Er schien doch noch nicht so richtig klar zu sein, denn sonst wäre ihm aufgefallen, dass… er war nackt. Da ging es nicht nur darum, dass er kein T-Shirt trug. Er starrte auf seine unbekleideten Beine. Da war nichts, nicht mal ein Hauch von Stoff zu entdecken. Stattdessen… sein Verstand weigerte sich einen Moment lang, zu begreifen, was er sah. Und jetzt, wo er es sah, auch deutlich spürte. Er trug so etwas wie ein Kleidungsstück. Fassungslos starrte er darauf.
Sein Ding steckte wirklich in einem Schraubstock. Oder wenigstens so ähnlich. Da war ein Metallkäfig vor seinen Geschlechtsteilen. Gehalten von einem Konstrukt, das… jetzt spürte er es auch hinten zwischen seinen Pobacken zwicken. Er trug einen verdammten Keuschheitsgürtel. Er sah das Schloss und ihm wurde speiübel. Es war nur schemenhaft zu erkennen, aber er bemerkte ganz genau, dass der Käfig nicht alles war. Sein Penis steckte zusätzlich in etwas, das sich wie ein Rohr anfühlte. Nach unten gerichtet und garantiert nicht dazu geeignet, dass sich dort irgendetwas aufrichten konnte. Sein Atem ging wieder hektischer und er war sich fast sicher, dass er zu hyperventilieren anfangen würde. Was auch immer geschehen war, in ihm stieg ein wenig Panik auf. Er versuchte noch einmal, sich zu befreien, aber bemerkte sofort, dass er keine Chance hatte. Und je mehr er sich bewegte, desto stärker machte sich das Keuschheitsgefängnis bemerkbar. Das Gitter drückte auf seine Eier, die damit ebenfalls sicher weggesperrt waren. In was für einem Albtraum war er gelandet?

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als regungslos an die Wand gelehnt sitzen zu bleiben und abzuwarten. Die Panik, die sich breitgemacht hatte, milderte dieser Umstand allerdings überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Er war schon öfter von irgendwem überwältigt und gefangen genommen worden, aber niemals hatte es so düster ausgesehen, wie in diesem Moment. So zumindest fühlte es sich für ihn an.
 
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