Vergangene Spuren

GeschichteAllgemein / P16 Slash
18.07.2020
17.10.2020
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18.07.2020 2.554
 
Hallo Zusammen,

ich hoffe euch geht es allen gut? :)
Willkommen zurück!

Ich nenne es 2:0!
Und ich hoffe es wird so gut wie Vergangene Träume. Diese Geschichte sollten ihr zum besseren Verständnis aber zuerst gelesen haben.

https://www.fanfiktion.de/s/5e3faf3200024a753b19d222/1/Vergangene-Traeume

So dann will ich euch mal nicht warten lassen, Felix und Fred warten schon. :D

Ich würde mich über Rückmeldungen sehr freuen.^^


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Über zwei Jahre war es nun schon her als endlich Felix erstes, eigenes Buch erschienen war. Auch wenn die Auflage jetzt kein Bestseller geworden war, konnte der junge Historiker stolz auf sich und seine Arbeit sein und ein paar Fans hatte er mit der Geschichte dann doch gefunden.
Die Arbeit in der bayrischen Staatsbibliothek machte ihm Spaß und er konnte sich mit dem befassen, was er gerne tat, Geschichte.

Dennoch Ludwig II. hatte ihn nie losgelassen und so beschäftigte er sich immer noch mit dem so sagen umworbenen Leben des Monarchen, was so viele Geheimnisse beinhaltete. Dabei tat ihm das Tagebuch des königlichen Stallmeisters wirklich gute Dienste und Felix fand immer wieder neue Passagen.
Denn es komplett zu übersetzen dauerte, da die Handschrift so schwer zu entziffern war und er so nur einige Auszüge für sein Buch benutzt hatte.
Zumal zu dem Zeitpunkt die Wendungen und das Ende im Leben des Königs wichtiger gewesen waren als andere Details. Heute allerdings hatte sich der Historiker entschieden ein langes Wochenende mit seinem Freund in Füssen zu verbringen.
Fred war dem allen sehr offen gegenüber und nachdem sie diese wirklich merkwürdige Begegnung gehabt hatten am Starnberger See, war der Krankenpfleger sehr, sehr neugierig auf ALLES.

An diesem Abend besuchten sie auch das berühmte Ludwig² Musical im sagenumwobenen Ludwig Festspielhaus, direkt am Forgensee gegenüber von Schloss Neuschwanstein.
Es war ein Erlebnis und dennoch war Felix nicht so begeistert wie Fred, der neben ihm enthusiastisch klatschte, als der Vorhang gefallen war. "Hey, was schaust du als hättest du in eine Zitrone gebissen?" wollte der Ältere wissen und stupste ihn in die Seite.

"Hat es dir nicht gefallen?"

"Doch.... die Musik ist grandios und auch die Solosongs haben mich gepackt... Das Lied mit Otto hat mir eine Gänsehaut beschert, aber ich mag es nicht wie romantisch die Beziehung vom König und der Kaiserin dargestellt wird. Das ist vollkommener Quatsch!" erwiderte Felix und rollte mit den Augen als Fred ihn neckte.

"Ach ge~ du ziehst das alles zu eng es ist eine Geschichte!" schmunzelte Fred und gab ihm einen Kuss auf die Wange, ehe sich auch langsam der Saal leerte und sie sich den Gehenden anschlossen.
"Allerdings liebe ich es, wenn du den perfektionistischen Historiker raushängen lässt!" grinste der Ältere und griff seine Hand als sie sich auf den Weg machten. Sie waren zu Fuß gegangen, es gab einen guten Weg zurück in die Innenstadt und diesen würden sie auch wieder nehmen.

"Es stimmt doch, das nervt mich!", brummte Felix leise und seufzte tief als er das hell erleuchtete Schloss in der Ferne erblickte.

"Es ist historisch einfach nicht korrekt!"

"Ich weiß mein Lieber~ Aber es können schlecht erotische Szenen an einem verlassenen Alpsee dargestellt werden. Du weißt das die Leute lieber an die Märchen glauben und lieber gar nichts darüber wissen wollen wie er wirklich gewesen ist."
Fred war einfach der geduldigste Mensch den Felix bis auf Richard kennengelernt hatte, er fand einfach immer die richtigen Worte und diese brachten ihn nun auch zum Lachen.

"Ja in Ordnung du hast mich überredet das wäre wirklich nicht machbar!" hauchte er und drückte seine Hand. Als sie wieder in ihrem Hotelzimmer angekommen waren, schmiss sich Fred auch gleich aufs Bett und schaltete den Fernseher ein, während Felix beschlossen hatte noch ein paar Passagen zu übersetzen.
Er hatte das Tagebuch so gut wie immer dabei, denn nur bei ihm dachte er, sei es sicher. Das Kästchen mit dem Ring und den Fotografien hatten sie eingeschlossen in einen Safe im Kleiderschrank ihrer Wohnung, diesen Safe hatte Felix einfach kaufen müssen und Fred hatte zugestimmt.

Da sie das Wochenende allein in Füssen verbrachten, hatten sie Hades zu Richard und Ludwig gegeben. Der Hund hielt die Beiden anscheinend gut auf Trab, jedenfalls nach den Nachrichten zu urteilen die Richard ihnen schrieb. "Ich glaube Lu spielt nicht mehr so bald freiwillig den Hundesitter, er beschwert sich keinen Platz im Bett zu haben!" lachte Fred auch nachdem er eine weitere Nachricht bekommen hatte.

"Ich versteh gar nicht, wo deren Problem ist, Hades schläft auch nicht bei uns im Bett, sie verwöhnen ihn echt zu sehr!" grinste der Pfleger und legte sein Handy zur Seite.
"Du meinst Richard verwöhnt Hades und Lu bekommt einfach nicht was er will!" schmunzelte Felix und sah von seinen Notizen auf.

"Chapeau~"

Sie mussten beide lachen, da sie es sich genau vorstellen konnten wie Richard ihren Hund verwöhnte und der Arme Ludwig daneben saß und schmollte, eifersüchtig auf einen Hund.
"Über was liest du gerade?" wollte Fred dann aber doch wissen und kroch näher zu Felix um einen Blick auf die Notizen zu erhaschen.
"Ach über dies und das..." nuschelte der Historiker vertieft und erschrak als sein Freund ihn im Nacken küsste.

"Also ich kann behaupten deine erogenen Zonen alle zu kennen~"

"Fred lass mich das in Ruhe lesen..."

"Wieso denn? Wir haben Urlaub~"

"Ich will diesen Absatz gerne fertigkriegen...."

Felix stupste ihm in die Seite und grinste als sich Fred augenscheinlich schmollend zurückzog und seine Aufmerksamkeit wieder auf den Fernseher lenkte. Manchmal musste der arme Kerl schon ziemlich einstecken und verlor regelmäßig gegen die Geschichte soviel stand mal fest, aber das er beleidigt war hielt meistens nie lange an. Felix beendete auch diesen recht interessanten Absatz, der einem doch die Schamröte auf die Wangen trieb und klappte sein Notizbuch zu.

"Ich geh duschen!"

"So rot wie du bist, dann wohl eher kalt~"

"Ach halt doch die Klappe..."

Die Tür zum Badezimmer schloss sich nur, um kurz darauf wieder aufzugehen. "Kommst du jetzt mit?"

Nun das ließ sich Mann ja nicht zweimal sagen und statt kaltem Wasser wurde es doch eher recht heiß im Innern. "Was hast du schon wieder gelesen?" hauchte Fred ihm leise ins Ohr während sein Freund sich mit dem Rücken an ihn lehnte. "D-Das sag i-ich dir nicht...", wisperte Felix schwer atmend, es war zu peinlich und sein Freund wusste ganz genau, dass er nicht darüber reden würde.

"Du wirst es so oder so selbst lesen... kannst du jetzt bitte aufhören zu reden?"
Freds leises, dunkles Lachen jagte ihm weitere Schauer über den Rücken...


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Am nächsten Morgen machten sie noch einen Abstecher bei den Königsschlössern, ihnen blieb noch ein ganzer Tag und den wollten sie nutzen. Der Historiker musste auch lachen als sich Fred, genau wie Ludwig vor 2 Jahren kaum waren sie losgelaufen beschwerte.
"Ich weiß schon, wieso Lu sich das nicht mehr antut..." schnaufte Fred und wischte sich über die Stirn, es war heute aber auch noch verdammt heiß dazu! Das hier war wirklich nur für verdammt hartgesottene. Felix war am Lachen, wobei er davon Seitenstechen bekam und nach seiner Hand griff.

"Du machst ihm jedenfalls gewaltig Konkurrenz im Meckern. Jetzt komm schon, du darfst dich oben auch übergeben!" neckte er seinen Freund und zog ihn den Berg hoch.
"Wieso zur Hölle sind wir eigentlich so früh dran? Es ist fast noch dunkel und es ist unheimlich, falls es dir noch nicht aufgefallen ist?" wollte der Pfleger auch wissen, es war noch niemand unterwegs und lediglich die Laternen an den Straßenseiten spendeten Licht.
"Ganz einfach, ich will dir diesen besonderen Ort ohne Menschenmassen zeigen und einfach nur die Ruhe genießen!" erklärte Felix und lief rot an als er das anzügliche Grinsen bemerkte.

"Oder willst du mit mir allein auf dem Berg sein?"

"Du bist wirklich unglaublich! Lass deine schmutzigen Gedanken doch mal zu Hause, du hast gestern Nacht genug bekommen!" japste Felix und marschierte verlegen voran. Hätte er nur sein Notizbuch eingepackt damit Fred es nicht hatte lesen können, was er am Abend noch übersetzt hatte. Manchmal war er wirklich unmöglich und brachte ihn auch nach knapp 2 Jahren noch in Verlegenheit.

"Schatz lass mich nicht hier allein auf dem Weg zurück! Bitteee~" rief Fred auch bettelnd und versuchte ihn einzuholen, aber zum Glück hatte der andere Erbarmen mit ihm und nahm wieder seine Hand. Oben angekommen musste Fred sich auch erstmal auf eine der vielen Bänke setzen, es gab eine kleine Aussichtsplattform, von der man das Schloss wunderbar sehen konnte.
Der Pöllat rauschte im Dunkeln in die Tiefe und an sich war es schon ein wenig unheimlich.

Allerdings begann es bereits leicht zu dämmern und das Schloss lag komplett im Dunkeln da, es wurde nur Abends bis zu einer bestimmten Uhrzeit beleuchtet ehe es sich zum Schlafen legte.
"Ich glaube die Schlossführer wohnen hier auch schon nicht mehr wie ich noch vor ein paar Jahren!", bemerkte Felix, der an dem Geländer stand und das Schloss im Auge hatte. Es war wie Heimkommen und es lag einfach etwas Magisches über diesem Ort.
"Ich kann IHN so sehr verstehen, dass es geliebt hat hier zu sein, weg von all dem Trubel und den Menschen!", wisperte der Historiker und lehnte sich in Freds Umarmung, der hinter ihn getreten war.
"Jetzt so aus der Nähe ist es ein gigantischer Bau...", bemerkte auch Fred beeindruckt, von weitem dachte man das gar nicht aber auch er war gefesselt.

Gemeinsam machten sie sich nun auch auf den Weg zur Marienbrücke und Felix hoffte das, dass Tor zu dem Weg offen war und sie hatten Glück.
Hier allerdings war es recht dunkel aber ein Handy besaß ja auch eine Taschenlampe weshalb sie an den unbeleuchteten Stellen noch etwas sahen. "Ich glaube wir werden einen tollen Blick haben!" strahlte der Historiker auch und betete das auch die Tore zur Brücke offen waren. In der Regel waren sie geschlossen da es schon unglückliche Seelen gegeben hatte, die sich die Brücke versucht haben runter zustürzen.
Aber leider war ihnen der Weg versperrt, es gab anscheinend seit Neusten fest Öffnungszeiten was Felix sehr schade fand. Allerdings waren sie wohl einfach zu früh dran, weshalb sie den Rückweg antraten.
"Wenn ich mich nur erinnern könnte wo man noch einen tollen Blick auf das Schloss hat!" überlegte Felix und seufzte traurig, er hätte Fred das gerne gezeigt.

"Hey, schau nicht so~ Ich wäre wahrscheinlich eh nur 5 Schritte auf die Brücke gegangen... das ist ja auch verdammt hoch!", murmelte der Pfleger und gab ihm einen Kuss. Sie gingen den Berg runter zurück und kurz bevor sie die Stelle erreichten von wo man einen fantastischen Blick über die Alpen, den Alpsee und Hohenschwangau hatte blieb Felix stehen.

"Ge Felix was is?"

"Da steht jemand!", wisperte Felix leise und drückte Freds Hand fest.

"Ja und? Werden bestimmt die ersten Wanderer schon unterwegs sein wie wir, na komm ich beschütze dich!" raunte Fred und versuchte ihn mit zuziehen. Klar war es auch ihm unheimlich, generell war es hier im Dunkeln mit den wenigen Leuchten gruselig aber sie mussten diesen Weg nehmen, denn der Andere war gar nicht beleuchtet.

Felix Schritte wurden den Berg hinab schneller, er wollte an der Person so schnell es ging vorbeigehen es erinnerte ihn alles einfach zu sehr daran wie ihn die Guglmänner auf der Theresienwiese überfallen hatten. Die Person schien sich nicht an ihnen zu stören, genoss anscheinend den Ausblick der langsam immer heller wurde.
Sie hatten sie gerade passiert und gingen festen Schrittes weiter als sie sich umdrehte.

"Er schon wieder!"

Felix entfuhr ein Schrei als er sich umdrehte und die eisblauen Augen von Richard Hornig blickte, die ihn so erbarmungslos musterten. Sie wirkten im kalten Licht der Straßenlaterne noch kälter und der Historiker war wie sein Freund erstarrt.

Da stand er, wie Felix ihn von Fotografien kannte: breites, stämmiges Kreuz, buschiger Vollbart und akkurat, frisiertes, dunkelblondes Haar. Der Gehrock an ihm wirkte alt und verschlissen aber seine Augen funkelten so lebendig das Felix schlucken musste. Fred neben ihm rieb sich augenscheinlich die Augen, denn auch wenn er nicht genau wusste was hier passierte so ahnte er das es sich hier um keine normale Begegnung handelte.

"Er hat etwas was mir gehört richtig?" lauerte der Stallmeister und ließ die Beiden nicht aus den Augen. Felix bekam es mit der Angst zu tun, dieser Mann war so gefestigt in seinem Auftreten, das man nur Angst vor ihm haben konnte, wenn er sauer auf einen war.

"I-ich.... ich hab es gefunden... ich hab nichts Böses getan! Ich versuche nur zu verstehen..." fiebte Felix hilflos und klammerte sich an Freds Hand fest.
"Verstehen? So, so... verstanden hat uns noch nie jemand... Er sollte gewiss lieber aufpassen bevor man ihn so sieht... Dann wird man ihn mitnehmen und verhaften..." raunte der Dunkelblonde leise und deutete auf ihre verschränkten Hände.

"Es hat sich geändert! Es ist nicht mehr verboten, wir sind ein Paar!"

Ein leises Lachen war zu hören, ein ungläubiges Lachen ehe sich der Stallmeister umdrehte in Richtung wo es den Berg hinauf ging.
"Wenn er verstehen will, sollte er weiter suchen... Suche es! Und verstecke es!" raunte Hornig und marschierte schnellen Schrittes den Weg hinter ihnen hinauf.
Felix war wie festgewachsen und als er das Stück zur Kurve lief um noch einen Blick zu erhaschen, war es als würde er nur noch ein paar Pferde im Dunkeln hören und das Rattern einer Kutsche welche sich immer weiter entfernte.


*~*~*~*

(1) Schatten auf des Königs Palästen. Wie Raben. Die Boten der Nacht.
Schatten auf des Königs Palästen. Die Lüge schläft. Niemand schöpft Verdacht.
Ich verkaufe Unschuld. Ihr habt sie bestellt.
Ich bin, ich bin der Stein der euch vom Herzen fällt.

Und niemand ist Schuld.
Keiner will’s sein.
Ich tu’s für euch.
Ich tu’s allein.

Der König irrt durch’s Schloss.
Schwarz ist der See.
Nebel auf den Bäumen.
Und er ruft in’s Dunkel:

Mein Thron!
Mein Thron!
Mein geliebter Thron!

Schatten auf des Königs Palästen. Wie Raben. Die Boten der Nacht.
Schatten auf des Königs Palästen. Die Lüge schläft. Niemand schöpft Verdacht.

Und niemand kann’s beweisen.
Das Schloss steht bleich und stumm.
Und schwarze Vögel kreisen.
Der Tod geht um.


*~*~*~*

"Was denn suchen?", wisperte Felix verwirrt und verzweifelt ehe sein Blick zu Fred glitt, der mit offenem Mund da stand.

"Das ist gerade wirklich passiert, oder? Oder sind wir beide verrückt?"

Felix schüttelte den Kopf und ging wieder zu ihm, ehe er seine Hand nahm.
"Wir sind nicht verrückt... wir sind wohl nur die Einzigen die wirklich helfen und verstehen wollen... aber was soll ich finden?", erwiderte er und sah wieder zu der Stelle wo der königliche Stallmeister gestanden hatte.
Was hatte er nur gemeint?

Es gab wohl eine neue Aufgabe für Felix...


Fortsetzung folgt....


(1) https://www.lyrix.at/t/musical-ludwig-schwarze-schatten-aba
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