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Geschichten Gruft

Kurzbeschreibung
SammlungAllgemein / P12 / Mix
18.07.2020
18.05.2022
47
77.559
15
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
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18.07.2020 1.657
 
Beitrag für: Wettbewerb Harry Potter und der zufällige Writing Prompt von Sensenmann auf animexx aus dem Jahr 2018

Meine Wahl:
Prompt 13: Als Percy Weasley sich mit dem Rest seiner Familie zerstritten hatte, wusste er nicht wohin und suchte Zuflucht bei seinem ehemaligen Mitschüler, Oliver Wood.

Zus.: Eines nachts taucht Percy bei Oliver auf und lässt diesen erschüttert feststellen, was für eine Weltanschauung er hat.

Charaktere: Percy Weasley, Oliver Wood

~*~

Erschöpft ließ der Braunhaarige seine Tasche auf den Boden in seinem Wohnzimmer fallen, welches er nur wenige Augenblicke zuvor betreten hatte. Das Training war einmal wieder sehr anstrengend gewesen, doch er bereute es nicht, denn seine Chancen standen sehr gut, dass er in der nächsten Saison einen festen Platz in der Mannschaft von Puddlemere United erhalten würde. Nicht mehr nur ein Reservespieler sein, sondern endlich ein fester Bestandteil der Mannschaft und vielleicht in einigen Jahren sogar ihr Kapitän. So hatte es jedenfalls ihr Trainer heute verlauten lassen und ihm gefiel diese Tatsache durchaus gut. Doch für heute sollte er wirklich mit den Zukunftsplänen aufhören. Es war schon sehr spät, fast Mitternacht und schon Übermorgen sollte es nach Bulgarien gehen, wo seine Mannschaft und er ein Testspiel gegen die Mannschaft von Viktor Krum absolvieren sollte.

So erhob sich der junge Mann und wollte gerade in sein Bad verschwinden, um noch eine erfrischende Dusche vor dem Schlafen gehen zu genießen, als es auch schon an seiner Tür klopfte. Merlin, wer wollte denn um diese Uhrzeit etwas von ihm? Seine Eltern konnten es nicht sein, die würden das Flohnetz benutzen, um ihn zu kontaktieren und dann auch schon gar nicht um diese Uhrzeit, wenn es nicht wirklich, wirklich wichtig war! Ein erneutes Klopfen ließ ihn schon fast genervt seufzen. Anscheinend würde die Person, wer auch immer da vor seiner Tür stand, so schnell nicht verschwinden. Als es zum dritten Mal laut an seiner Tür klopfte, wurde es ihm nun doch zu bunt und er beschloss, dieser Person ein paar Takte zu erzählen obwohl er eigentlich viel zu müde war. Wütend riss er die Tür auf und sah doch sehr erstaunt auf seinen ungebetenen Gast, welcher davor stand. „Percy? Was führt dich denn hier her?“

Diesen hätte er nun gar nicht erwartet, wo sie sich doch seit ihrem Schulabschluss nicht mehr gesehen hatten und dieser lag doch schon einige Zeit zurück. Zwar hatte er aus dem Tagespropheten erfahren, dass der andere mittlerweile als Juniorassistent des Ministers arbeitete, aber mehr wusste er nun auch nicht von diesem. „Darf ich einen alten Schulfreund nicht mal besuchen? Außerdem wäre es nett, wenn wir uns nicht hier auf dem Flur unterhalten würden“, gab der Rothaarige von sich, ohne auch nur eine Spur der Reue zu zeigen, dass er so spät bei dem anderen geklopft hatte. „Das darfst du natürlich, aber doch nicht um kurz vor Mitternacht! Aber gut, komm rein, wenn es denn unbedingt sein muss!“, murrte Oliver nun wirklich genervt. Er wusste noch sehr genau, wie penetrant der andere in ihrer Zeit in Hogwarts war und erst nachgegeben hatte, wenn er sein Ziel auch zu seiner Zufriedenheit erreicht hatte.

Also ließ er den Weasley in seine Wohnung, räumte schnell seine Tasche in eine Ecke des Wohnzimmers und bot ihm einen Platz auf dem Sofa an. „So und nun noch mal. Was führt dich, gerade um diese Uhrzeit, zu mir? Hätte das nicht auch noch bis morgen warten können?“, verlangte er nach einigen Minuten zu wissen, in denen sie nur schweigend auf dem Sofa saßen. Wie gerne wäre er nun in seinem Bett, aber nein. Der andere hatte ihm ja einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Es hätte nicht warten können. Schließlich ist die Winkelgasse nicht gerade bequem zum Schlafen!“ Nun doch verwirrt sah der junge Wood auf. Was sollte das denn nun schon wieder heißen? „Percy, ich bin wirklich, wirklich müde! Also hör auf in Rätseln zu sprechen! Bei Merlin! Hat dich deine Mutter rausgeworfen oder was soll das mit der Winkelgasse?“ Wenn dem wirklich so war, was er jedoch nicht glaubte, da er Molly Weasley als sehr gluckenhafte Mutter kennen gelernt hatte, warum war der andere dann nicht in den Tropfenden Kessel gegangen?

Abschätzig sah Percy seinen ehemaligen Schulkameraden an. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, doch im ersten Moment war ihm niemand anderes eingefallen. „Dir sollte bewusst sein, dass sie niemals eines ihrer Kinder raus werfen würde, egal was für einen Unsinn sie auch treiben. Das sieht man ja jeden Tag an den Zwillingen. Einfach die Schule abbrechen und dann auch noch ihre unsäglichen Erfindungen verkaufen, die gegen jede Schulregel verstoßen! Nein danke. Ich möchte mit dieser Familie nichts mehr zu tun haben, die den alten Linien nicht mehr folgt“, gab der Rothaarige ruhig von sich. Diese Aussage brachte den anderen wieder dazu aufzusehen. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sein Kopf sich gefährlich nach vorne begeben hatte. „Was soll dieser Unsinn denn? Deine Familie ist eine sehr nette Familie und hat immer zusammen gehalten. Warum tust du deinen Eltern, gerade deiner Mutter so weh, in dem du so etwas sagst?“ Verständnislos schüttelte der ehemalige Gryffindor den Kopf.

Der andere hörte sich gerade so an, als wenn er ein Slytherin, gar ein Malfoy wäre, welche ja bekanntlich sehr auf die alten Gesetze und Tugenden pochten. Aber so etwas aus dem Mund von Percy zu hören, war schon sehr erschreckend. „Du verstehst das nicht, das ist mir vollkommen klar. Deine Familie hält ja auch keinen Kontakt zu hochgradig gefährlichen Personen“, entgegnete der Weasley mit deutlichem Nachdruck. Irgendwo in seinem Hinterkopf meldete sich eine kleine Stimme, dass er vielleicht Unrecht hatte, doch schließlich hatte ihn der Minister persönlich gewarnt und an dessen Menschenkenntnis konnte man einfach nicht zweifeln. „Ich habe noch nie gehört, dass sich deine Familie mit den Malfoys auf einen Kaffee trifft oder gar dem Unnennbaren folgt. Also hör auf, so etwas zu behaupten und vor allem geh mir damit nicht auf die Nerven!“ Von dem Rothaarigen kam ein kurzes Schnauben. Der andere verstand wirklich gar nichts und war immer noch so blauäugig wie damals in ihrer Schulzeit! „Diese Behauptungen hast du aufgestellt! Ich rede von Dumbledore und Potter, zwei gefährliche und unberechenbare Personen der magischen Welt und weitaus gefährlicher als der Unnennbare!“

Nun wurde es dem jungen Wood aber wirklich zu bunt! Der andere musste seinen Verstand an Feuerwhiskey oder an einen Trank verloren haben, sonst würde er doch nicht so einen Mist erzählen! „Percy! Hast du zu tief ins Glas geschaut oder irgendeinen kuriosen Trank zu dir genommen?! Das kann doch nicht dein Ernst sein! Professor Dumbledore ist weder gefährlich noch unberechenbar! Und Harry schon mal gar nicht! Ist es der Minister, der dir diese Dummheiten einredet?!“ Oh, er war wirklich aufgebracht. Vor allem, da der andere Harry praktisch auf eine Stufe mit dem Unnennbaren stellte bzw. ihn sogar noch als gefährlicher bezeichnete! Er hatte den Jungen in Hogwarts kennen gelernt und der war alles andere als gefährlich. Wahrscheinlich würde er nicht einmal seinen Zauberstab gegen irgendjemanden erheben, der es nicht wirklich, wirklich verdient hatte! Ihn würde es auch nicht wundern, wenn der Jüngere einen Beruf wählen würde, der rein gar nichts mit Gewalt zu tun hatte. „Du lässt dich eben immer noch blenden, Oliver. Die Zeiten haben sich geändert und Personen, die wir früher vielleicht bewundert haben, sind gar nicht so bewundernswert. Aber das kann ich dir alles noch genauer erklären. Wo kann ich heute Nacht schlafen?“

Am liebsten hätte Oliver den anderen rausgeworfen, für seine dubiose Weltanschauung und den Bruch mit seiner Familie. Aber vielleicht konnte er ja den anderen davon überzeugen, dass der Minister - und er ging fest davon aus, dass diese Aussagen von eben diesem kamen - ihm großen Schwachsinn eingeredet hatte und ihr wahrer Feind immer noch der Unnennbare war. „Ich habe ein kleines Gästezimmer. Wie lange willst du denn bleiben?“, wollte er deshalb bemüht ruhig wissen. Im Notfall würde er mit seinem Trainer sprechen und das Testspiel mit Bulgarien ausfallen lassen. Das hier schien ihm doch wichtiger, als auf seinem Besen die Klatscher hin und her zu jagen. „Eine Weile. Vielleicht ein zwei Wochen, je nachdem wie schnell ich eine Wohnung finde.“ Nickend nahm der Braunhaarige die Aussage zur Kenntnis. Nicht allzu viel Zeit, aber vielleicht genügte sie ja aus, um den anderen wenigstens zum Nachdenken zu bringen. „In Ordnung. Komm, ich bring dich ins Gästezimmer. Es ist immerhin … zwei Uhr morgens“, gab Oliver seufzend von sich. Dabei wollte er schon vor über eineinhalb Stunden im Bett sein!

Doch noch würde er nicht ins Bett kommen. Er musste seinem Trainer noch eine Eule schicken, denn er würde den anderen erstens nicht alleine in seiner Wohnung lassen und zum zweiten wollte er diesen bearbeiten, wieder eine normale Ansicht auf die Dinge, die um ihn herum passierten, zu bekommen. So erhob sich der junge Mann und deutete dem anderen an, ihm zu folgen, während er in ein angrenzendes Zimmer ging. In diesem Moment war er wirklich froh, die etwas größere Wohnung gemietet zu haben. „Hier kannst du bleiben. Frische Bettwäsche ist in der Kommode und das Bad ist zwei Türen weiter nach links. Wann musst du morgen früh auf? Wegen Frühstück meine ich.“ Im Türrahmen lehnend beobachtete er, wie Percy das Zimmer inspizierte und mit einem einfachen Zauber das Bett neu bezog. So etwas war ihm schon bewusst gewesen, weshalb er auch die neue Bettwäsche erwähnt hatte. „Ich stehe um fünf auf und um halb sechs würde ich frühstücken. Ich muss um sieben im Ministerium sein“, gab der Weasley ohne mit der Wimper zu zucken zurück. Innerlich stöhnte der Braunhaarige auf. Also wurde seine Nacht noch kürzer, als sie ohnehin schon gewesen wäre.

Dennoch nickte er und ließ den anderen allein, während dieser sich auszog. Jetzt musste er nur noch einen Brief schreiben und diesen wegschicken, dann konnte er vielleicht auch noch zwei Stunden schlafen. Keine schöne Aussicht, doch um dem anderen zu helfen, würde er das gerne tun. Auch wenn er deshalb einen Aufputschtrank morgen früh herunter würgen musste.
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