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Die Jugendliebe

von LoveSpock
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Alexander von Falkenstein Bibi Blocksberg Graf Falko von Falkenstein Susanne Martin Tina Martin
17.07.2020
25.10.2020
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17.07.2020 2.747
 
An einem schönen Sonntagmorgen ritten zwei Mädchen mitten durch den Falkensteiner Forst.
„Heyja, Sabrina!“, rief eine Stimme ausgelassen, die zu Bibi Blocksberg gehörte.
Daneben trabte ihre Freundin Tina Martin, die nachdenklich den Kopf gesenkt hielt.
„Was ist los, Tina?“, fragte Bibi und wurde langsamer. „So macht um die Wette reiten keinen Spaß!“
„Ach, nichts“, murmelte Tina und wandte sich von Bibi ab.
„Hey, jetzt bleib doch mal stehen!“, forderte Bibi. „Wir sind doch beste Freundinnen, oder nicht? Seit ich aus Neustadt angekommen bin, ziehst du ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Warum erzählst du mir nicht endlich, was du hast?“
Tina murrte leise, hielt Amadeus an und rutschte aus ihrem Sattel.
„Also gut. Aber nicht auf den Pferden.“
Bibi nickte und sprang von Sabrina ab.
„Na dann schieß mal los!“
Tina holte tief Luft. „Es geht um Mutti und den Grafen“, erzählte sie. „Sie streiten sich dauernd!“
Bibi zog den Mundwinkel nach unten.
„Hmm, hab ich auch schon gemerkt. Hier ist total dicke Luft.“
Eifrig nickte Tina.
„Ja, Mutti hat schlechte Laune... der Graf hat schlechte Laune... und Alex...“ Sie fing an zu schniefen.
„Oh, Bibi, ich hab so Angst, dass sie mir den Kontakt zu Alex verbieten!“
Tränen bahnten sich ihr Gesicht herab.
„Das dürfen sie nicht! Das dürfen sie einfach nicht!“
Sie ließ sich weinend in Bibis Arme sinken.
„Nein, das wäre wirklich gemein“, bestätigte Bibi sie traurig und strich ihrer besten Freundin tröstend über den Rücken.
„Aber wozu bin ich denn eine Hexe! Ein Hexhex, und alles ist wieder gerade gerückt.“
Tina strich sich mit dem Ärmel durch das nasse Gesicht.
„Meinst du?“, fragte sie. „Das haben sie doch schon einmal gemacht.“
Bibi nickte aufmunternd.
„Aber dann hast du mich kennen gelernt, und wir haben das hingekriegt, zusammen. Erinnerst du dich?“
Tina nickte zögerlich mit dem Kopf und löste sich aus Bibis Umarmung.
„Du bist einfach die beste Freundin, die man sich wünschen kann!“
Bibi errötete leicht. „Komm, lass uns Frau Martin erst einmal fragen, was überhaupt los ist. Danach wissen wir dann mehr.“
Tina zwang sich zu einem Lächeln. „Ist gut, Bibi. Wir reiten heim.“
Sie strich Amadeus über das seidenglatte Fell, flüsterte ihm etwas ins Ohr und schwang sich auf den Sattel.
„Was ist, kommst du?“
Bibi lachte und saß wenige Augenblicke später auf dem Rücken von Sabrina. „Sollen wir es nochmal mit um die Wette reiten probieren? Das wird dich auf andere Gedanken bringen!“, grinste sie.
„Ist gut“, entgegnete Tina und sah schon wieder viel glücklicher aus. „Los, Amadeus!“
Der Fuchs wieherte, ganz so, als habe er verstanden, und preschte los.
„Wo bleibt ihr denn, lahme Schnecken?“, rief Tina in Richtung von Bibi.
„Willst du das auf Dir sitzen lassen, Sabrina?“, fragte Bibi an ihren Schimmel gewandt. „Die kriegen wir!“
Entschlossen trieb sie ihr Pferd an, das schnaubend losgallopierte. Schon wenige Atemzüge später war sie gleichauf mit Tina.
„Ich dachte schon, ihr kommt nicht mehr!“, scherzte Tina.
„Komisch, das selbe dachte ich soeben auch“, erwiderte Bibi und zog an Tina vorbei. „Super, meine Süße!“, feuerte sie ihr Pferd an.
„Na wartet!“, rief Tina aus. „Ich seh schon den Martinshof! Endspurt, Amadeus, Endspurt!“
Doch Bibi war schneller und gewann schließlich mit einer halben Pferdelänge Vorsprung.
„Hooo, Sabrina! Das Siegerteam ist eingetroffen!“
Tina kam lachend neben ihr zum stehen.
„Aber nur ganz knapp! Amadeus war gnädig mit euch!“
Bibi stach ihrer Freundin vorsichtig in die Seite. „Denkst du!“, verkündete sie frech und sah ihr zufrieden entgegen. Tina dachte nicht mehr an ihre Mutter, der Ritt hatte sie abgelenkt.
Langsam rutschte Bibi aus dem Sattel und kraulte Sabrinas Hals. „Wollen wir die Pferde wegbringen?“, fragte sie.
Doch gerade, als Tina antworten wollte, nährten sich plötzlich eilige Pferdeschritte.
„Platz da!“, rief eine laute Stimme, die zu Graf Falko gehörte. Seine Stute Cleopatra schnaubte vor Anstrengung, als er sie wie wild geworden zwischen Bibi und Tina hindurch trieb. Bibi stolperte rückwärts und konnte sich nur knapp am Zügel ihres Pferdes festhalten.
„Gehts noch?“, schrie Tina ihm nach. „Sie hätten uns fast umgeritten!“
Der Graf antwortete nicht, sondern ritt achtungslos weiter bis vor den Stall.
„So eine Frechheit!“, grummelte nun auch Bibi. „Den verhext ich!“
„Bibi, stopp!“, rief eine andere Stimme. Zögerlich nährte sich ein junger Reiter.
„Alex!“ Tinas Augen begannen für einen Moment zu funkeln, dann aber verdunkelten sie sich augenblicklich wieder. „Jetzt sag bloß, du kannst das Benehmen deines Vaters gutheißen! So ein arroganter...“ Sie schluckte die letzten Worte hinab und ließ sich stattdessen vom Rücken ihres Pferdes gleiten. Alex stieg von Mararatscha ab.
„Natürlich nicht!“, entgegnete er entschieden. „Aber das hier ist ein Streit zwischen unseren Eltern, der nichts mit uns zu tun hat.“
Tina funkelte ihn wütend an. „Nichts mit uns zu tun? Stell dir nur vor, sie verbieten uns, dass wir uns sehen! Bin ich dir etwa so egal?“ In ihren Augen bildete sich Feuchtigkeit.
„na, hör mal!“, empörte sich Alex. „Natürlich bist du mir wichtig! Ich sag ja bloß, dass wir uns da nicht einmischen sollten.“
Tina verschränkte ihre Arme ineinander.
„Ist das so? Und wenn ich eben hinter meiner Mutti stehe? Dein Vater ist wirklich gemein zu ihr. Aber was soll ich sagen, wie der Sohn, so auch der Vater. Oder wer von uns hat letztens nochmal mehrere Treffen versemmelt, weil er ja ach so wichtig besseres zu tun hatte?“
Alex starrte sie fassungslos an.
„Ich dachte, das hätten wir längst geklärt! Ich musste eben auf dem Schloss helfen! Aber das scheinst du ja nicht verstehen zu können, du kannst jederzeit mit Amadeus ausreiten und bist nicht an so wichtige Pflichten gebunden, wie ich.“
Tina rümpfte die Nase. Ihre Augen glänzten vor Wut. Doch bevor sie etwas erwidern konnte, schritt Bibi dazwischen.
„Stopp!“, rief sie energisch. „Jetzt streitet euch doch nicht! Das reicht schon, wenn eure Eltern dies tun. Lasst uns lieber endlich herausfinden, was genau hier eigentlich vor sich geht. Dann können wir immer noch entscheiden, ob wir eingreifen wollen.“
Alex schien einen Moment lang zu überlegen, seufzte dann aber unüberhörbar.
„Du hast recht, Bibi“, murmelte er zerknirscht. „Ein Streit reicht vollkommen. Entschuldige bitte, Tina.“
Tina schmollte noch einige Sekunden lang, nickte dann aber zögerlich.
„In Ordnung“, gab sie von sich. „Lasst uns mal lauschen gehen.“
Die drei Kinder banden ihre Pferde an einen Zaun ganz in der Nähe, und schlichen dann an Susanne und Falko heran. Beide standen vor der Haustür, mit in den Hüften gestemmten Händen, und keiften sich gegenseitig an.
„...das gestatte ich nicht!“, hörte man Falkos Stimme klar und deutlich.
„Erst versäumst du es, Mietkosten zu zahlen, und dann stellst du auch noch zwei deiner Pferde auf meiner Weide unter!“
Empört verschränkte Susanne ihre Arme.
„Aber Falko, darüber hatten wir gesprochen!“, entgegnete sie.
„Du weißt selbst, was für ein Unwetter hier vor drei Wochen gewütet hat. Das Geld ist für das Reparieren der Schäden draufgegangen. Du warst einverstanden, dass ich die Zahlung verzögere! Auch das unterstellen der Pferde hast du bewilligt, da eine unserer Weiden einen zerbrochenen Zaun hat.“
Falko schüttelte seinen Kopf.
„Dann habe ich meine Meinung nun eben geändert. Du bist nicht fähig, deine Finanzen zu verwalten.“
„Bitte?“, erwiderte Susanne zornig.
„Na, du hättest einfach ein Pferd verkaufen können.“ Falko zuckte mit den Schultern.
„Und welches, deiner Meinung nach?“, knurrte Susanne. „Tinas Amadeus? Bibis Sabrina? Am besten Max und Moritz, unsere Kutschpferde. Ich verstehe dich nicht.“
Falkos Blick wurde abfällig.
„Und ich habe dich noch nie verstanden.“
Zwischen den beiden herrschte einen Moment lang eine eisige Stille. Dann fasste sich Susanne ein Herz.
„Du bist noch immer sauer, weil ich dich ein paar mal versetzt habe, stimmt’s? Mein alter Freund Carlo war auf dem Hof, ich musste mich um ihn kümmern. Ich hatte eben keine Zeit für unsere Treffen, aber die laufen nun mal nicht weg.“
Tief in Falkos Augen funkelte Schmerz auf. Er versuchte, ihn wegzublinzeln.
„Weißt du eigentlich, was für eine Mühe ich mir gemacht habe? Ich habe so viel geplant... aber zu ziehst es ja vor, mit diesem Schnösel zu flirten!“
Susanne verzog die Miene.
„Es tut mir leid, wenn ich dich verletzt habe!“, sagte sie ehrlich. „Aber ich darf auch mal Zeit mit anderen Freunden verbringen.“
Falko schüttelte den Kopf.
„Papperlapapp, du lenkst vom Thema ab“, knurrte er energisch.
„Ich kann mich nicht auf dich verlassen. Bitte räume die Pacht.“
Susanne starrte ihn mit offenem Mund an.
„Das... ist nicht dein Ernst?“, stammelte sie. „Das ist ein Witz! Und wo sollen wir deiner Meinung nach hin?“
Falko zuckte mit den Schultern.
„Du hast bis Monatsende Zeit.“
Drohend wedelte er mit seinem Zeigefinger, bevor er sich abwandte und auf sein Pferd Cleopatra sprang. Er trieb sie an, die Stute schnaubte laut.
„Vater, warte!“, rief Alex verzweifelt und rannte hinter ihm her. „Das kannst du nicht tun!“
„Ich kann tun, was ich für richtig halte!“, rief Falko, ohne sich umzudrehen. „Und du hälst dich von nun an vom Martinshof fern!“
Wütend galoppierte er davon.
Zurück blieben ein fassungsloser Alex, eine schockierte Tina und eine sprachlose Bibi. Susanne hatte Tränen in den Augen.
„Kinder, was soll ich sagen...“, setzte sie an und versuchte, ihre Augen mit dem Ärmel trocken zu reiben. Doch die Flüssigkeit rann einfach aus ihren Augen, ihre Wangen hinab. „Lass uns unsere Sachen packen. Ich möchte schnellstmöglich fort von hier, fort von dem Grafen.“
„Das kannst du nicht tun!“, schrie Tina, nun auch weinend. „Nein, nein, nein!“ Sie schlug orientierungslos um sich.
Alex schluckte schwer und nahm Tina in den Arm. Sanft hielt er ihre Hände fest und drückte sie an sich.
Bibi stand noch immer da, wie gelähmt.
„Ich muss etwas tun“, schniefte sie. „Nur was... mein Kopf ist leer...“
Sie fing an zu frösteln und schlang die Arme um ihren Körper.
„Es reicht... es reicht!“
Schnell hob sie ihre Hände wieder an. Ihr kam in den Sinn, wie gut sich Frau Martin und der Graf in der Jugendzeit verstanden haben mussten. Eins stand fest, sie mussten diesen Streit klären, doch das ging nur, wenn sie sich an ihre enge Freundschaft zurückerinnern würden.
„Ene mene Tugend, zurück in ihre Jugend, ene mene Schaf, Susanne und der Graf, ene mene Kunden, fühlen sich verbunden, ene mene Dung, ohne die Erinnerung, hexhex!“
Aus ihren Fingern sprühten Hexsternchen. Eine Wolke hüllte Susanne ein, eine schwebte in den Falkensteiner Forst.
Noch ehe Tina und Alex realisieren konnten, was so eben passiert war, lichtete sich die Wolke wieder.

Vor den dreien stand ein Mädchen, vielleicht so alt wie Bibi und Tina selbst. Sie hatte zwei blonde, frech geflochtene Zöpfe und trug ein grünes Halstuch. Sie hatte eine kurze, hellblaue Bluse an, eine beige Reithose und passende Stiefel.
„Was... wo bin ich? Wer seid ihr?“, stammelte sie orientierungslos.
„Mutti!“, rief Tina erstaunt und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Alex löste sich und starrte das Mädchen an.
„Deine Mutter? Wo?“, fragte jene und schaute sich suchend um.
„Du...“, entgegnete Tina und sah Bibi hilflos an. Die kleine Hexe kratzte sich am Kopf.
„So ein Mist! Ich wollte ihre Erinnerung nicht forthexen“, murmelte sie.
„Sie und der Graf sollten nur ein wenig jünger werden, um sich an ihre verlorene Freundschaft zu erinnern.“
Tina schaute zurück.
„Erinnerst du dich an gar nichts...?“, fragte Tina hoffnungslos.
„Woran soll ich mich erinnern?“, fragte das Mädchen. „Wer seid ihr? Wo sind wir?“, wiederholte sie. „Ich heiße Susanne.“
Tina stutzte einen Moment.
„Bibi... hex das zurück“, bat sie. „Das ist keine Lösung.“
„Nicht?“, fragte Bibi enttäuscht. „Sie könnten es trotzdem klären!“
Tina senkte den Kopf.
„Aber sie erinnern sich an nichts, also auch nicht an ihren Streit.“
„Hmmm...“, machte Bibi. „Wenn ich mich nur nicht verhext hätte! Na gut...“
Sie sah der jungen Susanne entgegen, die noch immer eine Antwort erwartete und dem Gespräch nicht folgen konnte.
„Enemene Glück, Hexerei zurück“, sprach Bibi und hob wieder ihre Arme an.
Aber nichts passierte, die Hexfunken blieben aus.
„Hexhex!“, sagte sie verzweifelt hinterher, aber noch immer passierte nichts.
„Hexhex!“
Ihr Gesicht verzog sich.
„Es geht nicht!“, gestand sie gefrustet.
„Was soll das werden?“, fragte Susanne ungeduldig. „Ihr behandelt mich wie Luft! Ich gehe!“
„Nicht!“, bat Tina. „Ich bin Tina... deine Tochter!“ Sie hatte die Hoffnung, dass die Erinnerung ihrer Mutter doch plötzlich zurückkommen könnte.
„Wir sind auf dem Martinshof!“
Susannes Augen wurden erst groß, dann sank sich ihr Blick.
„Ihr spinnt! Lasst mich in Ruhe“, drohte sie. „Ich will nach Hause...“
Sie schniefte, ehe sie reißaus nahm und in den Forst rannte.
„Warte!“, rief ihr Tina hinterher. „Nicht weglaufen!“ Sie wollte ihr nachlaufen, doch Bibi hielt sie zurück.
„Bleib hier!“, bat sie ihre beste Freundin. „Das macht doch keinen Sinn. Sie wird sich nicht erinnern, und nun hat sie Angst vor uns.“
Tina war sich einen Moment lang unsicher, aber blieb dann doch stehen.
„was schlägst du denn vor?“, fragte sie kleinlaut.
„Naja, wenigstens kann Vater euch jetzt nicht mehr vom Hof jagen“, merkte Alex sarkastisch an.
„Mal ehrlich Bibi... wie stellst du dir das vor? Unser Schloss ist nun ohne Hausherr. Der Martinshof hat eine Kraft weniger und unsere Eltern werden sich nicht versöhnen können. Wir wissen nicht einmal, wo Frau Martin hingelaufen ist, oder wo Vater abgeblieben ist.“
Bibi senkte den Kopf. So hatte sie sich das ganz bestimmt nicht vorgestellt. Sie wollte doch nur helfen, doch nun war alles nur noch viel schlimmer geworden.
„Es tut mir leid“, sagte sie mit hängendem Kopf. „Ich wollte das nicht.“
Tina beruhigte sich schlagartig ein wenig, als sie merkte, wie niedergeschlagen ihre Freundin war.
„Ist schon okay. Zusammen finden wir bestimmt eine Lösung. Wenigstens kann der Streit nun nicht noch schlimmer werden.“
Mut machend nahm sie Bibis Hand und hielt sie fest.
„Du bist doch dabei, oder, Alex?“, fragte sie mit einem Seitenblick an ihren Freund gewandt. „Bibi wollte doch nur helfen... wir müssen jetzt ganz einfach alle zusammen halten.“
Alex grummelte einen Moment lang, nickte dann aber.
„Also gut“, entgegnete er und legte seine Hand auf die Hände der beiden Mädchen.
„Aber wir brauchen einen Plan!“
Bibi nickte grübelnd.
„Jemand muss die beiden finden“, überlegte sie.
„Mutti wollte doch nach Hause...“, meinte Tina leise.
„Und wie bringt uns das weiter?“, fragte Alex.
„Na überleg doch mal“, forderte Tina. „Wo hat sie früher mit meinen Großeltern gelebt?“
„In der Mühle!“, entgegnete Bibi. „Aber die steht doch gar nicht mehr?“
Tina ließ ihren Kopf hängen.
„Mutti wird ankommen, ihr zerstörtes zuhause sehen und reißaus nehmen.“
Alex nickte schweigend.
„Also müssen wir hinterher und schauen, dass alles okay ist!“, warf Bibi ein. „Wir müssen ihr Vertrauen gewinnen. Ihr die Wahrheit sagen.“
„Meinst du denn, sie würde uns glauben?“, fragte Tina.
„Dann muss Bibi eben beweisen, dass sie eine Hexe ist“, sagte Alex.
„Ist gut“, entgegnete Tina. „Ich kümmere mich darum, sie für uns zu gewinnen.“
„Und Vater?“, fragte Alex.
„Na, den werde ich danach suchen“, erklärte Tina. „Wenn ich Mutti dabei habe, wird er sich uns schnell anschließen. Er hat doch Mutti vergöttert wie...“
Sie schaute zu ihrem Freund.
„...Wie ich dich vergöttere“, beendete Alex ihren Satz und legte seinen Arm um Tina. Die errötete leicht.
„Duuu, Alex?“, fragte sie leise. „Wir lassen uns doch nicht voneinander trennen, oder?“
Alex schüttelte den Kopf.
„Nein, natürlich nicht. Wir werden unsere Eltern schon wieder zur Vernunft bringen können.“
Bibi senkte wieder ihren Kopf.
„Aber erst müssen wir das hier in Ordnung bringen“, gab sie an.
„Du hast recht.“
Alex überlegte kurz.
„Ich werde wohl besser auf dem Schloss nach dem Rechten sehen. Es muss noch Organisation erledigt werden. Dann muss ich eben Vaters Arbeit übernehmen.“
Sein Blick wanderte zu Bibi.
„...wenn das in Ordnung ist?“
„Natürlich“, nickte Bibi.
„Aber das wichtigste habt ihr vergessen. Mir fehlt der Rückhexspruch.“
Sie seufzte hörbar.
„Ich werde wohl besser mit Mami telefonieren. Das gibt bestimmt einen Riesenärger.“
Tina sah ihre Freundin mitleidig an.
„Deine Mutter ist sehr nett, sie wird dir helfen“, lächelte sie.
„Reitest du mir dann nach?“
Bibi nickte. „Natürlich. Ich hoffe, Mami kann mir helfen. Dann können wir Frau Martin und den Grafen zusammenführen und ich mache das wieder rückgängig! Danach werden wir sie dann endlich zum aussprechen und vertragen bewegen.“
„Hoffentlich“, sagte Tina traurig und drückte sich an Alex.
„Reiten wir ein Stück zusammen?“
„Na klar“, entgegnete Alex. „Die Mühle und das Schloss liegen ja fast auf dem selben Weg.“
Er strich seiner Freundin am Arm entlang und löste sich dann von ihr, um seinen Hengst Maharadscha zu holen. Tina folgte und schwang sich auf den Rücken von Amadeus. Dieser wieherte wohlwollend.
„Bis später, Bibi!“, rief Tina ihrer Freundin zu. „Und viel Glück!“
„Danke“, seufzte Bibi und sah die beiden im Wald verschwinden.
„Na dann wollen wir mal. Wenigstens ist Holger nicht da.“
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