Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Rubinrote Augen - Die dunkle Sehnsucht

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Aro Caius Demetri Felix Marcus OC (Own Character)
15.07.2020
23.04.2021
17
20.388
4
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
23.04.2021 1.078
 
Oh yes. The past can hurt. But the way I see it, you can either run from it, or learn from it.
Der König der Löwen,  von  Rafiki


Italien 2010


Felix – POV

Während sich Cassandra von den Strapazen der letzten Stunden erholte und den Schlaf der gerechten nachholte, ließ ich sie keine Sekunde alleine. Ich seufzte innerlich auf. Die gemeinsame Zeit mit ihr war bisher wunderschön gewesen. Dennoch ließ mich der Gedanke nicht los, dass sie mir die ganze Zeit etwas verschwieg. Sanft hauchte ich ihr einen Kuss auf die Stirn, stand geräuschlos vom Bett auf. Cassandra regte sich kurz und drehte sich auf die Seite. Wehmütig huschte mir ein Lächeln über die Lippen. Wie sie so seelenruhig in meinem Bett lag und schlief.

Vielleicht träumte sie von einer heilen Welt in der es keine Vampire gab.

Mit eiligen Schritten ging ich zum Couchtisch, darauf stand einer silberne Karaffe. Mit zitternden Händen schenkte ich mir etwas von der dunkelroten, zäh flüssigen Flüssigkeit ein und trank das Kristallglas in einem Zug aus. Gedankenverloren ließ ich meinen Blick über Cassandra schweifen, ihr Atem ging regelmäßig und ihr Herz schlug ruhig. Ich hob die zerfetzen Kleidungsstücke vom Boden auf und beseitigte ein kleinen Teil der Verwüstung im Zimmer, den Rest würden dann die Angestellten in ein paar Stunden übernehmen.

Ich schüttelte den Kopf  und ging Richtung Bad. Von der Ablage in der Nähe der Dusche griff ich mir ein Handtuch, drehte die Dusche auf. Ich entledigte mich meiner Short und ging unter den Wasserstrahl. Das warme Wasser prasselte auf mich hinab, ich schloss meine Augen und genoss die Ruhe um mich herum. Ich stützte mich mit meinen Handflächen an den weißen Marmorfliesen ab und seufzte auf.

An den Tag meiner Verwandlung kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Meine Eltern waren früh an der Pest gestorben mich hatte es verschont. Aro fand mich, als ich gerade mal 25 Jahre alt war. Schon sehr früh erkannte er mein Talent, der extremen Stärke und verwandelte mich. Ich erwachte nur wenige Tage später, meine Kehle brannte wie Feuer und ich faste mir an den Hals.
Als junger Vampir musste ich noch so einiges lernen und mich an die Gesetze der Volturi halten. Dennoch ertrug ich die Strafen der Meister, wenn ich ihre Regeln missachtete. Bei den Volturi freundete ich mich mit Demetri an über die Jahre.

Es war im Jahre 1800 gewesen, ich trieb in den Gassen in Paris mein Unwesen. Eines Nachts begegnete ich einer hübschen jungen Frau, sie war gerade mal 17 Jahre alt. „Guten Abend, die Dame. Dürfte ich ihren Namen erfahren?“sprach ich sie an und trat aus dem Schatten. „Natürlich. Mein Name ist Anna.“ „Der Name ist wirklich bezaubernd, genauso wie die Dame die ihn trägt.“ Verlegen schaute sie zu Boden. „Und wie ist ihr Name?“ „Verzeiht, mein Name ist Felix.“
Ich sah auf die junge Frau herab, sie war bestimmt 1,75cm groß und sie war wunderschön.
Ihre Augen waren hellgrün und leuchteten wie kleine Smaragde, ich fühlte mich sofort zu ihr hingezogen.  

Ich verwickelte sie in eine Unterhaltung um mehr über sie zu erfahren. Sie erzählte mir eine traurige Geschichte. Anna war ohne ihr Einverständnis mit einem ältere Mann verheiratet worden. Ihr Vater hatte diese Zwangsehe arrangiert, sie war nicht erfreut darüber gewesen. Dennoch kam sie dem Wunsch ihres Vaters nach. Anna erzählte, dass sie ihren Mann nicht aus Liebe und auch nicht wegen Geld geheiratet hatte. In mir stieg ein Gefühl von Mitleid auf. „Ach Gott, ich bringe sie einfach zurück!“ „Werden wir uns wiedersehen Felix?“ „Vielleicht...“ „Dass wäre wunderbar.“
„Vergib mir Anna, ich muss dies tun.“ flüsterte ich kaum hörbar, packte sie und biss ihr in den Hals. Ihr warmes Blut, rann mir die Kehle hinunter. Nur wenig später ließ ich von ihr ab. Anna's lebloser Körper legte ich in eine dunkle Seitengasse ab und verschwand lautlos. Ich hatte sie aus dieser unglücklichen Beziehung befreit und dennoch war ich wütend auf mich selbst. Die junge Anna, war eins meiner vielen Opfer gewesen 1800 und ich konnte mich gut an sie erinnern.

Konnte man ein Monster wie mich lieben?
Ich hatte schon lange aufgegeben nach einer Antwort zu suchen, da es immer vergeblich war.

Ein ganzes Jahrhundert zog sich dieses düstere Fehde durch mein untotes Leben. Getrieben von meiner Gier nach Verlangen und Lust, lernte ich viele verschiedene Frauen kennen, machte ihnen Avancen. Doch das Schicksal war ein fieser Verräter und spielte mir immer wieder in die Karten.
In den Zeitungen wurde berichtet, dass eine wildes Tier unschuldige, junge Frauen tötete.

Mir lief ein Schauer über den Rücken als ich daran dachte. Ich fluchte leise auf. Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Handflächen. Ich schlug meine Augen auf. Die Handinnenflächen waren aufgeschnitten und es quoll, träge Blut hervor. Stirnrunzelnd stellte ich fest, dass ich zwei große Löcher in den weißen Fließen hinterlassen hatte. Mit einer Hand griff ich nach dem Handtuch, band es mir um die Hüften und ging aus der Dusche. Mit einer schnellen Bewegung trocknete ich mich ab, schlüpfte in meine Short und verließ das Bad.

Im Schlafzimmer angekommen, warf ich einen kurzen Blick ins Bett. Cassandra schlief immer noch. Sie regte sich unter den Laken und murmelte es unverständliches vor sich hin. In diesem großen Bett, wirkte sie so zerbrechlich und verletzbar. Ich seufzte auf, ging schweigend zur Couch und setzte mich. Ich spürte ein brennen meine Kehle empor steigen und griff zu der silbernen Karaffe auf dem Tisch. Dass viele nachdenken über meine Vergangenheit, hatte mich ein wenig durstig gemacht. Es war nicht die Sehnsucht nach Liebe die mich zu diesen Taten trieb, sondern die Gier nach Blut. Ich hatte 1800 meine Blutgier nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Somit hatte ich meine Emotionen abgestellt und hatte nichts mehr gespürt, während ich meine Opfer tötete.

Ein düsteres Lächeln huschte mir über die Lippen, wie viel Freude es mir bereitet hatte meine Opfer zu jagen und mit ihnen zu spielen. Ich setzte das Kristallglas an meine Lippen, trank einen gierigen Schluck und leckte mir mit der Zunge über die Lippen.

Ein wohliger Seufzer ertönte aus dem Bett, sofort war ich ganz auf Cassandra konzentriert. Ich würde es niemals über das Herz bringen, sie in dieser Form zu verletzen.

„Felix?“sagte eine verschlafene Stimme. Blitzschnell stellte ich mein Glas ab. Tauchte am Bett auf, sah auf die schöne Halbvampirin hinunter. „Ich bin hier.“ flüsterte ich, setzte mich auf die Bettkante und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast