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A change of face

von lost noda
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
14.07.2020
03.09.2020
31
56.725
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15.07.2020 2.026
 
Kapitel 2 – Painful memories



Zähneknirschend wälzte sich Chester in seinem Bett herum. Schon seit einigen Nächten konnte er keine ruhige Minute Schlaf mehr finden und wechselte von Alpträumen zum Zähneknirschen bis hin zur allgemeinen Schlaflosigkeit. Grummelnd drehte der Sänger sich erneut auf seine linke Seite und blickte zu seinem Wecker. Dieser zeigte 2:00 Uhr an und der kleine Schwarzhaarige musste feststellen, dass er seit drei geschlagenen Stunden kein Auge zu machen konnte. Mit müdem Körper setzte er sich auf. Zwar war sein Geist munter, doch der Rest von ihm verlangte nach Ruhe. Da ihm diese jedoch nicht gegönnt war, schleppte er sich ins Badezimmer. Eine warme Dusche würde sicherlich auch seine Gedanken in den Schlaf wiegen. Nach 15 Minuten bemerkte er aber, dass auch dies nichts gebracht hatte und so schritt er schwachen Fußes in die Küche. Zwei Kaffee später legte er sich dann auf sein Sofa und schaltete unachtsam durch die Fernsehsender. Dies ging nun schon seit knapp einer Woche so und es war noch kein Ende in Sicht. Es war nicht nur der Schlafmangel, der ihn so fertig machte, nein, es war auch die Einsamkeit, die, seit Marcus Rausschmiss, in der geräumigen 4-Raumwohnung herrschte. 'Eigentlich hätte ich es kommen sehen müssen, Menschen können sich nun einmal nicht von heute auf morgen ändern.', ging es Chester durch den Kopf und er blieb bei seiner alten Lieblingssendung Spongebob Schwammkopf hängen, obwohl er dieser nicht die gewohnte Aufmerksamkeit schenkte. Sicherlich waren es mehrere Jahre, die zwischen der letzten Beziehung von dem Sänger und dem Arzt lagen, aber gerade dies stimmte den Kleinen am Anfang so positiv. Marcus hatte ihm versichert, dass Situationen, wie es sie in der Vergangenheit gab, nicht mehr passieren würden. Auf den ersten Blick hätte man dem attraktiven Arzt Gewalt gar nicht zugetraut.  

 

Zu Anfang war es wie damals, Chester und Marcus konnten kaum eine Minute voneinander lassen, doch dann kehrte der Alltag zurück und der Arzt widmete sich mehr seiner Arbeit und lies seinen Freund allein zu Hause. Dieser konnte jedoch, Aufgrund seines Ruhms und der Flucht aus der Band nicht wirklich vor die Tür gehen oder seine Freunde einladen. Nach einer Weile war der Leadsänger frustriert und kommentierte das Verhalten des anderen von Zeit zu Zeit. Dies war für Marcus wie eine Art Einladung, um den anderen verbal und manchmal sogar physisch anzugreifen. Er hatte ihn nie so verletzt, dass er hätte ins Krankenhaus gemusst, das Herumschubsen des Sängers, wobei er sich manchmal an Wänden oder Türen verletzte, reichte jedoch aus, um blaue Flecken zu hinterlassen, deren Heilung einige Tage dauerte. ’Warum habe ich ihm geglaubt, dass er sich verändert hat? Und warum bin ich trotz dessen noch drei Monate bei ihm geblieben?’ dachte Chester und starrte dabei an die Wohnzimmerdecke. 'Vielleicht war es sein Lächeln oder sein unwiderstehlicher Charme? Das Versprechen, dass es nicht wieder vorkommen wird? Ich war so naiv.’ Er bedauerte es, dass er noch einmal einen solchen Fehler begangen hatte. Aber zu der damaligen Zeit fühlte es sich einfach richtig an. Es war, als hätte Marcus ihn vor allem retten können. Vor sich selbst. Vor den Gefühlen, die er für seinen Kollegen entwickelt hatte. 'Vielleicht war es ein Zeichen, dass Mike damals auf dem Flur gewesen war.' Er erinnerte sich an die Nacht, in der er das letzte Mal die Stimme des MC gehört hatte. Plötzlich schreckte ihn die Lautstärke der einsetzenden Werbung auf. Panisch schaute er auf die Uhr. „Verdammt, Talinda und Sebastian werden gleich hier sein.“ Eilig räumte er hier und da noch ein paar Sachen weg, schmiss sich noch saubere Klamotten über, machte sich im Badezimmer frisch und legte danach einige Spielsachen für seinen Sohn bereit.





ding dong

"Bin gleich da." schrie der Frontmann und eilte mit dem Gedanken, dass er es rechtzeitig geschafft hatte alles in Ordnung zu bringen, bevor seine Ex-Frau ihm wieder eine Szene machen konnte, zur Wohnungstür. Natürlich war sie selbst nicht die Reinlichkeit in Person, jedoch vermied sie es, vor ihrer eigenen Haustür zu kehren. Zusätzlich nutze sie dies als Grund, dass Chester und sie wieder zusammenkommen sollten., Denn zusammen könnten sie sich besser um alles kümmern. "Dada!" Quietschte Sebastian vergnügt, als Chester die Tür geöffnet hatte. Der Junge sah seinem Vater bereits jetzt schon zum Verwechseln ähnlich. Es schien wahrscheinlich ein wenig seltsam, dass er seinen Sohn genauso genannt hatte wie den Jungen aus seinem Albtraum, den er vor einem Jahr hatte, aber es passt einfach. "Hallo mein Hübscher, bist du bereit für ein Wochenende voller Spaß?" Grinste der Leadsänger, nahm den Jungen der etwas traurig aussehenden Frau ab und streichelte das weiche braune Haar des kleinen Mannes. Sebastian lächelte und bewegte seinen Arm, als wollte er seiner Mutter zum Abschied winken. Seit der Sänger die Band verlassen hatte und auch die Beziehung mit Marcus zum Scheitern verurteilt gewesen war, bot ihm das Lächeln dieses kleinen Jungen den einzigen Hoffnungsschimmer, doch etwas in seinem Leben richtig gemacht zu haben. Selbstverständlich würde er ihm irgendwann sagen, dass er nicht aus reiner Lieben entstanden war, aber erst, wenn er ein ganz paar Jahre älter wäre und bis dahin würde er ihm zeigen, dass auch, obwohl der Frontmann keine Gefühle, außer vielleicht Abneigung, für Talinda hegte, er Sebastian liebt und für ihn alles geben würde. „Ist noch was?“, fragte der Zierliche sein Gegenüber mit mürrischer Miene und hatte dabei Mühe seinen fast fünf Monate alten Sohn ruhig zu halten. Sicherlich sind Kinder in diesem Alter noch nicht wirklich selbstständig, aber Sebastian war geistig und körperlich weiter als seine Altersgenossen. Vielleicht, weil man mit Talinda als Mutter schneller erwachsen werden musste. Chester hatte jedoch nichts dagegen und tat alles, um sein Kind zu unterstützen. "Oh Chaz, ich dachte nur, wir, ähm, könnte ein wenig reden. Jetzt, wo du weißt, dass er dein leiblicher Sohn ist und Marcus weg ist. Wäre es nicht großartig, wenn wir uns gemeinsam um ihn kümmern könnten? Eine Familie sein, weißt du?", antwortete sein Gegenüber und versuchte so unschuldig wie möglich auszusehen. "Erstens, wie ich es dir schon tausendmal gesagt habe, nenn mich nicht Chaz. Und zweitens, werden wir niemals eine glückliche Familie sein. Du musst nicht bei jedem Treffen wieder davon anfangen. Ja, Sebastian ist mein Sohn und ich liebe ihn mehr als alles andere, aber nach allem, was du getan hast, kann ich dir garantieren, dass wir beide niemals mehr werden als das, was wir jetzt sind. Außerdem verspreche ich, dass ich dich vor Gericht ziehen und das alleinige Sorgerecht für ihn fordern werde.“ antwortete der kleine Dunkelhaarige mit fester Stimme. Bevor seine Ex-Frau etwas erwidern konnte, knallte er die Tür mit den abschließenden Worten: „Bis Sonntag.“ zu.



„So, ein Bissen für den Papa und ein Bissen für, naja, deine Mutter beziehen wir lieber nicht mit ein.“, überlegte Chester laut, während er seinem Sohn eine Mischung aus Kartoffelpüree und anderem Gemüse zum Abendessen fütterte. "Lass uns einfach einen Bissen für Onkel Mikey nehmen. Ich weiß, dass du ihn wirklich mögen würdest. Sein Lachen ist ansteckend und überstrahlt fast deines." Der Leadsänger grinste und gab dem jungen Mann einen Kuss auf die Stirn. „Mach dir keine Sorgen, ich habe es fast gesagt.“ Sprach er erneut und lachte ein wenig. Er wusste, dass sein Sohn nicht wirklich verstand, was er sagte, aber es würde ihm viel bedeuten, wenn die anderen sehen könnten, wie Sebastian aufwächst. "Dada mam mam.", brabbelte der Junge mit einem Lächeln und gestikulierte dabei wild, fast so, als ob er seinen Vater bitten würde, weiterhin Essen in seinen Mund zu stecken. “Bitte füttere mich ist wohl noch nicht Teil deines Wortschatzes." Grinste der Frontmann und erfüllte seinem Kind den Wunsch nach mehr Nahrung.

 

'Dieses Bild werde ich auf jeden Fall rahmen.' dachte der zierliche Sänger, der, bewaffnet mit einer Kamera, über dem Kinderbett beugte. Behutsam drückte er auf den Auslöser und hoffte, dass der Blitz den jungen Mann nicht aufwecken würde.  Nachdem seine Aktion geglückt war, schaltete er das Babyphone ein und ging auf Zehenspitzen aus dem Raum, bevor er die Tür schloss. In der Küche angekommen schaffte er etwas Ordnung und machte sich einen Tee, bevor es ihn auf die Couch verschlug. Der Leadsänger liebte es Vater zu sein und für nichts auf der Welt würde er dies wieder aufgeben wollen. Er seufzte. Er konnte diese Zeit nicht mit seinen Bandkollegen und Bob teilen.  ‘Zuerst kümmere ich mich um das alleinige Sorgerecht und dann muss ich mich endlich trauen, wieder Kontakt zu den anderen herzustellen.’ , dachte Chester und spürte, wie seine Augenlider langsam schwerer wurden. Sicher, es war nicht wirklich spät, aber die Mischung aus einem energiegeladenen Kind und dem Schlafmangel der letzten Tage, reichte aus, um sich müde zu fühlen. Er machte es sich auf dem Sofa bequem und schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

 

Das Wochenende verging schnell und nachdem Talinda Sebastian um 17 Uhr wieder abgeholt hatte, hoffte der Sänger, nun endlich etwas mehr Schlaf zu finden.  Es war immer aufregend und gleichzeitig ein wenig anstrengend, seinen Sohn bei sich zu haben. Mit dem Gedanken, dass er das Sorgerechtsproblem am nächsten Tag klären würde, gelang es seinem Geist und Körper schließlich Ruhe zu finden.



"Nun, Mr. Bennington, ich werde für Sie als auch für Ihre Ex-Frau ein Schriftstück vorbereiten und mich dann in ein paar Tagen bei Ihnen melden." sagte der Anwalt und streckte dem Sänger die Hand entgegen, um sich zu verabschieden. "Danke, Mr. Wilson, und einen schönen Tag noch." Antworte Chester. Er war sich sicher, dass er mit Hilfe des Anwalts, Sebastian bald ganz für sich allein haben würde. Nachdem der kleine Mann damals geboren worden war und Talinda bereits wusste, dass Chester mit der Band nichts mehr am Hut hatte, versuchte sie bereits, den Frontmann zu einem Familienleben zu überreden. Da der Leadsänger jedoch dann mit Marcus zusammen war, welcher ihm zum Ausstieg aus der Band geraten hatte, wurde aus der glücklichen Familie nichts. Talinda wusste, dass der attraktive Arzt und ihr Ex-Mann wieder ein Paar waren, aber da sie sich sicher war, dass sich die beiden gut um Sebastian kümmern, an den Wochenenden, an denen der Kleine zu seinem Vater durfte, hatte sie keinen Grund, die bisexuelle Ader ihres Mannes anzuprangern, zudem wären die Chancen einer Versöhnung dann noch geringer und auf diese hoffte sie schließlich inständig.



 

Zu Hause holte der Sänger tief Luft. Er wusste, es war jetzt oder nie. Langsam nahm er sein Telefon, das er nach dem Betreten der Wohnung auf den Couchtisch gelegt hatte, und suchte nach der richtigen Telefonnummer. Natürlich wurden seine Gedanken dabei wieder von unendlich vielen Zweifeln durchflutet. ‘Was ist, wenn ich es diesmal wieder nicht schaffe? Wenn ich einfach auflege oder kein Wort sagen kann wie beim letzten Mal?’ Er hatte Angst, dass er in jenem Moment, in dem er die Stimme des Halbjapaners hörte, wieder den Schwanz einziehen würde. Plötzlich schlug die große Standuhr, die Chester mitgenommen hatte, 12 Uhr und lies ihn aufschrecken. Es gab keinen anderen Ausweg. Er wusste, dass er ohne die Jungs niemals wieder so glücklich sein konnte wie damals, also musste er alles dafür tun, dass es wieder so wird. Mit zitternder Hand drückte er den grünen Knopf, wodurch das Telefon die Nummer des MC wählte. Es klingelte zweimal und Chester fühlte sich ein wenig erleichtert, als sein ehemaliger Bandkollege nicht ran ging. Plötzlich hörte er ein Klickgeräusche, was bedeutete, dass Mike den Anruf angenommen hatte. "Shinoda?" Für einige Sekunden schien es, als hätte Chester aufgehört zu atmen. Es fühlte sich sogar so an, als hätte auch sein Herz aufgehört zu schlagen. "Hallo?" Erklang die Stimme des MC erneut und man konnte deutlich einen Hauch von Wut in dieser hören. "Hallo." Bevor er es überhaupt bemerkte, hatte der Sänger bereits geantwortet. "Chester?" In der Stimme des anderen lag Unsicherheit. Der Leadsänger wusste nicht, ob er sich einfach entschuldigen, auf die Knie fallen und um Gnade bitten oder ob er wieder auflegen sollte. Da er sich nicht entscheiden konnte, antwortete er einfach: "Ja."
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