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A change of face

von lost noda
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
14.07.2020
03.09.2020
31
56.725
 
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14.07.2020 1.683
 
So, nach 10 Jahren hier das teils neue, teil überarbeitete Band 2 Ich wünsche viel Spaß ♥





Kapitel 1 – Recall the past



I dreamed I was missing

you were so scared

but no one would listen

cause no one else cared



After my dreaming

I woke with this fear

what am I leaving

when I’m done here

so if you asking me I want you to know



„Shinoda?“, meldete sich Mike, nachdem er sein Handy aus der rechten Hosentasche gezogen hatte. Da keine Antwort folgte, legte er knurrend wieder auf. „Schon wieder?“, kam es von Brad, der neben ihm auf dem Boden saß und langsam einen Pappkarton mit Büchern befüllte. „Das geht jetzt schon seit knapp einer Woche so.“, entgegnete der MC und stapelte genervt eine Reihe von Büchern, um sie seinem Kollegen zu reichen, welcher sie dann weiter sorgfältig im Karton verstaute. „Vielleicht ist es ja ein Stalker?“, sprach der Gitarrist grinsend. Plötzlich hielt der MC inne und starrte Brad besorgt an. „Warte, meinst du das könnte sein?“ „Ach, war doch nur Spaß. Ich denke ein echter Stalker würde mehr tun, als nur anzurufen und zu schweigen oder gleich wieder aufzulegen.“, entgegnete der Gitarrist mit ruhiger Stimme, wollte er seinem Freund doch nicht noch mehr Sorgen bereiten.



Nachdem Chester die Band vor einem Jahr ohne Vorwarnung verlassen hatte und der Rest der Tour abgesagt werden musste, haben sich die Dinge geändert. Zusätzlich zu dem Schock, der langsam verblasste, wollten die Jungs, entgegen Bobs Rat, keinen neuen Frontmann finden. Es gab keinen Ersatz für den zierlichen Mann und daher existierte Linkin Park nun nicht mehr. Als ob all dies nicht schon tragisch genug wäre, lag die Beziehung zwischen Mike und Anna immer noch in Trümmern. Keiner von ihnen sprach von einer Scheidung, aber sie brauchten einfach eine Pause. Sie versuchten es auch mit einer Paartherapie, aber nach einem halben Jahr stellten sie fest, dass sie sich auf unterschiedlichen Wegen befanden. Trotz alledem hielten die Jungs zusammen. Sie standen beinah täglich in Kontakt und trafen sich so oft wie möglich. Im Moment half Brad dem Halbjapaner, aus seinem und Annas Haus auszuziehen.



"Hast du alles?" Der Gitarrist unterbrach die Gedanken seines Freundes. "Jap. Für jetzt war das erstmal alles. Mein mobiles Studio kommt als letztes und wird von einer Firma abgeholt und verpackt. ", Antwortete er und schloss die Kiste vor sich. Nachdem er und seine Frau beschlossen hatten, sich für eine Weile zu trennen, mietete er sofort eine Wohnung in der Nähe. "Na dann los.", antwortete Brad und stand auf.



Dunkelheit. Das war alles, was Mike sah, als er vorsichtig seine Augen öffnete. Mit Mühe drehte er seinen Körper nach rechts und versuchte mit zusammengekniffenen Augen, die Zahlen auf dem Wecker zu lesen. '3:40 Uhr.' dachte er und stöhnte genervt. Er hatte sich die erste Nacht in seinem neuen Zuhause wesentlich angenehmer und vor allem länger vorgestellt, schließlich ging er todmüde ins Bett. Er wusste, dass er nicht wieder einschlafen konnte und überlegte, was er jetzt mit dem angebrochenen Tag anfangen sollte. Nach ein paar Minuten beschloss er alle Papiere zu sortieren, die er und Brad während des Umzugs achtlos in ein paar Kisten geworfen hatten. Bevor er den Lichtschalter erreichte, schlug er mit dem linken Knie an die Kante der Kommode. "Verdammt!" Fluchte er laut. Nachdem der Raum beleuchtet war, seufzte der MC. ‘Was für ein schöner Start in den Tag.’ dachte er kopfschüttelnd. Alles fühlte sich so anders an, so falsch. Er machte sich eine gedankliche Notiz, sich die einzelnen Standorte der Möbel so schnell wie möglich einzuprägen. Vorsichtigen Schrittes schaltete er das Licht in der ganzen Wohnung ein, ging in die Küche und kochte Kaffee. Mit einer dampfend heißen Tasse voller Koffein bewaffnet machte er sich auf den Weg zum Gästezimmer, welches gleichzeitig sein Arbeitszimmer war. Dort bemerkte er, dass eine Fünfzimmerwohnung mehr Platz bot, als er am Anfang gedacht hatte. Leider bedeutete das auch mehr Platz für die unendliche Anzahl von Kartons, die er noch nicht ausgepackt hatte.



Zu Beginn nahm er sich sein altes Schulzeug vor und ordnete alles in den großen Schrank, der zwischen Schreibtisch und Gästebett platziert worden war. Drei Kartons waren damit reif für den Papiermüll und Mike beschloss, die Umzugskartons, in denen ebenfalls Schreibstücke verstaut waren, jedoch in unterschiedlichen Zimmern gelagert wurden, zu seinem jetzigen Aufenthaltsort zu tragen, schließlich wollte er, als der Ordnungsfanatiker, der er nun einmal ab und zu war, dass alle Schriftstücke an einem Platz waren. Nachdem er seine Idee umgesetzt hatte und erstaunt war, dass er trotzdem genug Raum hatte, um sich in dem Zimmer zu bewegen, beschäftigte er sich mit den Ordnern, in denen seine gesamten Finanzen festgehalten wurden. Als der letzte Ordner seinen Platz im Regal über dem Schreibtisch gefunden hatte, schaute er auf die Uhr. ‘7:15 Uhr. Ich sollte mich wahrscheinlich anziehen und noch mehr Kaffee kochen.’, Dachte er und war ein wenig stolz darauf, was er bis jetzt geschafft hatte. Kaum gedacht, zog er sich eine Hose und einen Hoodie an, holte sich eine neue Tasse Kaffee und machte sich wieder an die Arbeit. Um sich nicht so allein zu fühlen, schaltete er das Radio ein und setzte sich vor die nächste Box. Diese war nicht beschriftet und enthüllte daher nicht, was sie enthielt. Er öffnete langsam den Deckel und holte tief Luft, als er realisierte, was sich vor ihm befand. Vorsichtig nahm er eine Schallplatte mit goldenem Rahmen heraus und sah sie sich genau an. Die Berührung allein war genug, um tausende von Erinnerungen in ihm zu wecken. Mit der mentalen Notiz, dass er alle Schallplatten im Studio aufbewahren möchte, welches direkt gegenüber dem Korridor war, griff er erneut in die Kiste. Diesmal erstarrte der Halbjapaner für einige Sekunden. Es war ein Bild, das in den frühen Tagen der Band aufgenommen wurde.



Plötzlich riss das Geräusch des Radios den MC aus seinen Gedanken. „Okay, jetzt haben wir ein ganz besonderes Lied für euch. Es ist ein bisschen melancholisch. Hier kommt Yellowcard mit ihrem neuen Song 'Five become four'.“ Mike hörte auf den Text, während er noch immer das Foto in den Händen hielt. Eine Träne streifte Wange. Auf dem Bild konnte man die Jungs vor der Skyline von New York posieren sehen. Alle sechs waren leger gekleidet, trugen aber ein breites Lächeln im Gesicht. Am Anfang wusste niemand, was die Jungs erwarten würde. Würden sie mit ihrer Musik erfolgreich sein? Immer wieder vermischten sich die Texte des Liedes mit den Gedanken des Halbjapaners.



I'm riding it out

This storm that you brought in

Bring it down

Only around

For you I go again

It's got to be, easy to see

What everyone takes out of me

Knocking me down, dragging me out

How did you end up in that crowd?



Mikes Blick fiel sofort auf Chester. Der Sänger sah glücklich aus und während sich die Sonne in seiner Brille spiegelte, bemerkte der MC, dass sein Kollege leicht in seine Richtung schielte. Plötzlich führte die Musik im Hintergrund zu einem Strom von Tränen. Aber er weinte nicht nur, weil er seinen früheren besten Freund vermisste. Er weinte, weil er ihn irgendwie hasste, weil er die Band einfach so verlassen hatte. Weil er ihn einfach so verlassen hatte.

Mit zitternder Hand legte er das Bild weg und sah sich stattdessen alle anderen Musikpreise und Gruppenfotos der Jungs an, immer noch weinend. Nachdem beide Ärmel seines Hoodies fast komplett durchgeweicht waren, nahm er das Foto vom Beginn erneut in seine Hände und sang leise mit:



"Just tell me why

Did you run away?

Did you fall apart?

Do you see yourself for what you are?

Will you be looking for it anymore?

When five becomes four



When you are all alone with the melody

Do you close your eyes and think of me?

Will you still hear me singing anymore?

When five becomes four”



Erschöpft von den vielen Erinnerungen und Emotionen schaltete er das Radio aus, legte sich mit dem Bild in der Hand auf das Bett im Gästezimmer und schloss die Augen. Wenn er nur seinen Verstand abschalten könnte. Vielleicht würde er dann etwas Schlaf finden.

“Noda? Aufwachen!" Der MC hörte eine helle Männerstimme und spürte, wie sich sein Körper hin und her bewegte. Es war Rob, der seinen Freund schüttelte. Er kam vorbei, um sicherzustellen, dass sein Kollege in Ordnung war. "Komm schon, es ist Zeit zu essen." Mike öffnete langsam seine Augen. "Hm?" "Ich habe uns etwas zum Mittag gebracht." antwortete der Schlagzeuger und schwenkte eine weiße Plastiktüte vor den Augen des anderen herum. Plötzlich erinnerte sich der Halbjapaner daran, dass er geweint hatte und man ihm dies vermutlich noch ansehen konnte. Er wischte sich wortlos das Gesicht, stand auf, legte alle Sachen zurück in die Schachtel und sah seinen Freund entschuldigend an. Da Rob bemerkt hatte, dass es seinem Freund peinlich zu sein schien, dass er geweint hatte, versuchte er die Stimmung aufzuhellen. „Verdammt Mikey, ich habe mich fast verlaufen, bevor ich dich endlich hier schlafend gefunden habe. Ich dachte, du hättest viel zu tun, aber du liegst hier im Bett und machst ein Nickerchen." Er grinste und schüttelte den Kopf, um seine Enttäuschung zu zeigen. "Ja, ich weiß, diese Wohnung ist eindeutig zu groß. Die meiste Zeit verlaufe ich mich selbst." Antwortete der MC und musste ebenfalls lächeln. Mit besserer Stimmung machten sie sich auf den Weg in die Küche und genossen ihr Mittagessen, das zu gleichen Teilen aus Fleisch, Pommes und Ketchup bestand. Der Schlagzeuger, der seinen Freund ab und an besuchte, war in den letzten Monaten mehrmals vorbeigekommen. Meistens brachte er etwas zu essen mit. Auch er hatte Probleme in seiner Beziehung, woraufhin beide beschlossen, sich zu trennen. Sie versuchten Freunde zu bleiben, waren aber natürlich nicht mehr in regem Kontakt. Aber sie konnten sich immer noch am gleichen Ort aufhalten, ohne dass es unangenehm wurde. Rob und Mike aßen schweigend. Jeder dachte für sich darüber nach, wie viel näher der Verlust des Leadsängers sie gebracht hatte.







Lyrics Yellowcard – Five become four
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