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Unter dem Blutmond

von josi1301
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Della Tsang Kylie Galen Lucas Parker Miranda OC (Own Character) Will
13.07.2020
14.09.2020
17
32.195
2
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14.07.2020 995
 
Ich folgte der Waisenleiterin den langen Flur und die Treppe nach unten. An der Eingangstür standen zwei Männer, große muskulöse Männer. Sie hatten beide einen Anzug an und eine Sonnenbrille auf. Beide lächelten nicht, verzogen keine Miene, sahen mich aber sehr gründlich an. Auch die beiden Männer zuckten mit ihren Augenbrauen, als ich vor ihnen stand. Wieso macht das denn immer jeder? Der eine Mann wand den Blick von mir und zog sauer die Augenbrauen zusammen.

„Louna, ich bin Mr. James Burnett. Wir kommen von einer Organisation, die sich mit solchen wie dir sehr gut auskennen.“, fing an der Linke zu erklären. Ich zog verwirrt die Augenbrauen hoch. „Mit solchen wie mir? Mit wütenden Teenagern?“, lachte ich leise in mich rein. Mrs. Langford sah mich böse an. „Das ist nicht lustig, Louna.“, zischte sie leise, als wollte sie nicht, dass die Männer sie hörten.

„Geh bitte nach oben und pack dein Zeug, es wird Zeit, dass du aus diesem… Loch endgültig rauskommst.“, sagte der Rechte während er sich mit angewidertem Blick umsah. Die Waisenleiterin zog wütend die Luft ein und verschränkte die Arme vor der Brust. Sagen tat sie jedoch nichts. Sie musste anscheint wirklich Respekt vor den Typen haben. Ich kannte die Männer zwar nicht, aber irgendwie mochte ich sie. Ich lächelte. „Ja, das mach ich. Es kann nur besser werden.“, bemerkte ich und funkelte Mrs. Langford böse an. Ich machte kehrt und lief nach oben. Doch ich blieb noch kurz oben stehen, sodass sie mich nicht mehr sehen konnten.

„Das wird noch ein Nachspiel haben, Paige. Einen Nicht Vampir hier einzusperren ist gegen die Regeln.“, sagte einer der beiden Männern mit böser Stimme. „Sie hat Blut getrunken, ich bin mir sicher, dass sie ein Vampir ist. Werwölfe trinken kein Blut. Sie ist nur eine kleine aggressive Göre, die ihr Muster nicht zeigt. Sie ist absolut nichts Besonderes.“, antwortete Mrs. Langford, die offensichtlich mit Vornamen Paige hieß. Ich bin ein bitte was? Vampir? Und ich dachte schon ich bin verrückt! „Wir werden herausfinden was sie ist.“, meinte der Andere. „Und danach werden Sie es bereuen, dass sie Louna so schlecht behandelt haben.“ Okay das reicht. Ich rannte in mein Zimmer und schloss schnell die Tür. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Sie wollen herausfinden was ich bin? Ich sah mich im Spiegel an. Ich sah nur das Mädchen, das ich nun mal war. Ich habe ADHS und werde oft und schnell sehr, sehr sauer. Ansonsten gibt es nichts über mich herauszufinden. Oder doch?

So schnell wie ich meine Sachen ausgepackt hatte, packte ich sie auch wieder ein. Mein Blick fiel auf eine kleine Schachtel in einer Seitentasche. Vorsichtig nahm ich sie raus. In ihr befand sich meine Halskette, mein wahrscheinlich wertvollster Besitz. Mrs. Langford hatte mir mal befohlen sie ab zu machen. Ich hatte Angst, dass sie die kaputt macht, also habe ich sie in der Schatulle gelassen sobald ich immer wieder hier her kam. Doch jetzt war ich weg hier, ich vertraute den beiden Männern irgendwie, ich weiß nur noch nicht wieso eigentlich. Schnell machte ich die Kette ran und rückte sie mit Hilfe meines Spiegelbildes zurecht. Mir wurde erzählt, dass meine Mutter mir diese Kette geschenkt hatte, als ich noch sehr klein war. Noch bevor sie gestorben ist… Es war ein Mond mit einem rotem Kristall in der Mitte.

Ich verließ das Zimmer mit meiner Tasche in der Hand, doch ich kam nicht wirklich raus, weil mir zwei Typen den Weg versperrten. Ich erkannte Finn, der hier vorhin mit seiner Freundin rumgemacht hat und einen Typ daneben, den ich noch von früher kannte. Man hatte hier in diesem Waisenhaus keinen Kontakt zu den anderen Mitbewohnern, außer man brach die Regeln und traf sich im Zimmer des anderen, so wie Camile und ich es taten.
„Was wollt ihr?“, fragte ich genervt. Finn kam ein paar Schritte auf mich zu und schob mich somit zurück in mein Zimmer. „Du gehst schon wieder? Ich dachte, wir können noch ein bisschen Spaß haben.“, lachte der andere schwarzhaarige Junge und legte mir seine Hand auf die Schulter. Ich erschrak, als ich bemerkte wie kalt sie war. Er hatte eiskalte Hände. Der Junge war genau so bleich wie Finn und auch das Mädchen. Oh man die sollten vielleicht alle mal in die Sonne gehen?

Schnell schüttelte ich seine Hand von meiner Schulter mit einer leichten Körperbewegung. „Ich würde das echt lassen.“, meine Stimme klang plötzlich wieder eine Oktave tiefer. „Oder was? Vermöbelst du uns dann?“, lachte Finn und wollte tiefer als der Andere greifen. Das glaube ich hier ja nicht. Ich werde gerade wo zwei Milchbubis betatscht? Sie waren weder besonders groß noch muskulös, sie sahen aus wie gerade in die Pubertät gekommen. Ich schlug Finns Hand weg bevor er mich berühren konnte.

„Das reicht.“, ich erkannte Burnetts Stimme an der Eingangstür. Er hatte die Sonnenbrille abgenommen. Seine Augen leuchteten rot. Die zwei Jungen wichen erschrocken zurück, als sie den großen Mann an der Tür entdeckten. Ich warf den Beiden einen missbilligenden Blick zu, während ich an ihnen vorbei lief. Ha, sie hatten Angst. Ich folgte Burnett bis nach unten. Mrs. Langford hatte sich keinen Meter bewegt, sie stand wie angewurzelt da. Als sie mich ansah, sah ich nur Hass in ihren Augen. Es war ein Hass, den ich mir nicht erklären konnte. Ja klar, ich konnte ziemlich nervig sein, ich bin stur und launisch. Aber so wirklich etwas getan habe ich ihr noch nie. Sie konnte mich noch nie leiden.  
„Ich hoffe wir sehen uns nie wieder.“, fauchte sie mich an. „Gleichfalls.“, murmelte ich und folgte den zwei Männern nach draußen in das Sonnenlicht.

Vorne an der Straße stand ein großes schwarzes Auto. Als ich bei dem Auto war, wurde mir von dem Einen die Tür aufgehalten. Ich drehte mich ein letztes Mal zur Gruselvilla um. Ein großes schwarzes Haus mit wenigen kleinen Fenstern. Ich sah wie die Waisenleiterin an der Tür stand und wütend die Tür zuknallte. Es konnte wirklich nur besser werden!
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