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Kaltes Herz

von Black Owl
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Astoria Greengrass Blaise Zabini Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
13.07.2020
14.10.2021
43
112.829
41
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14.10.2021 2.223
 
Entschuldigt, dass es momentan solange dauert. Bin ein wenig im Stress. Heute hier ein neues Kapitel. Werde am WE vermutlich zwei neue Storys beginnen und hochladen. Man liest sich. LG Mona




Seine Hand fuhr mit Ehrfurcht über die angespannte Haut und blieb dort liegen, als er die Bewegung deutlich spürte. Er nahm dies voller Faszination wahr und legte seinen Kopf in die weichen Laken und strich weiter über die kleine Kugel. Das da war sein Kind. Er konnte es immer noch nicht begreifen. Aber mit jedem Tag wurde es realer und vor allem die gemeinsame Angst sank. Astoria und seine Angst, dass etwas mit dem Baby wieder passieren könnte. Etwas nicht stimmte. Doch dem Baby schien es gutzugehen. Die ersten Wochen waren… anstrengend gewesen. Astoria hatte sich wie ein rohes Ei benommen und Draco war nicht gerade besser gewesen. Es war Dracos Mutter gewesen, die die beiden darauf angesprochen hatte und gefordert hatte, dass sie damit aufhörten.

Was sie nur langsam getan hatten. Aber mit jeder voranschreitenden Woche und damit dem Wachsen des Kindes, war Astoria selbstsicherer geworden und hatte sich wieder ihrer Arbeit gewidmet, ohne es natürlich zu übertreiben. Er schloss die Augen und spürte die Bewegungen unter der angespannten Haut. Er lächelte in sich hinein. Er hob den Kopf als Astorias Hand sich auf seine legte und sie schenkte ihm dieses umwerfende Lächeln, dass ihn ruhig werden ließ.
„Denkst du, wir werden endlich rausfinden, was es wird?“
Sie rollte mit den Augen und seufzte.
„Hoffen wir es. Deine Mutter dreht durch, wenn der Heiler wieder das Geschlecht nicht erkennen kann.“
Ihr Baby war schüchtern, hatte der Heiler das letzte Mal bei der Untersuchung glucksend gesagt. Sie hätten es magisch bestimmen lassen können, aber das wollten sie nicht. Kein Risiko eingehen, weder für Astoria noch das Kind.

Seine Fingerspitzen fuhren wieder über Astorias Bauch und er gluckste, wie Astoria selbst, als kurz darauf man die Bewegung des kleinen Babys sah. Manchmal kam es ihm surreal vor, wenn er daran dachte, dass da drinnen ein Mensch heranwuchs. Ein Kind. Ihr gemeinsames Kind.
„Ich denke, es wird ein Junge.“, sprach sie leise und sie sahen sich wieder an.
Das dachte er auch, hatte es aber noch nicht ausgesprochen.
„Wie würdest du das Baby nennen?“, fragte er gegen und setzte sich etwas auf.
Sie schien darüber nachzudenken.
„Was hältst du von Mira?“
Er zog eine Braue nach oben.
„Nicht schlecht. Weil es meiner Mutter gefallen würde mit der Traditionen Kinder nach Sternen und Himmelserscheinungen zu benennen.“ Sie rollte mit den Augen und er grinste. „Name Nummer zwei, wenn es ein Mädchen wird?“, fuhr er fort und sie schien etwas rot zu werden.
„Der wird dir nicht gefallen, aber mir.“

Er runzelte die Stirn. Was sollte ihm nicht gefallen?
„Lucia.“, sprach sie und er sah sie skeptisch an.
„Du willst unser Kind nach meinem Vater benennen?“
Sie setzte sich auf.
„Das hat gar nichts mit Lucius zu tun.“
Er gluckste halbherzig.
„Oh doch.“
„Lucia bedeute die Glänzende.“
„Ich würde sagen, da finden wir definitiv etwas Besseres.“
Wobei es vermutlich seinem Vater mehr als gefallen würde.
„Aber es hört sich so schön an. Lucia Malfoy.“
Er wollte nicht streiten.
„Was hältst du von Aurora?“, schlug er vor und sie wirkte irritiert.
„Aurora?“ Er nickte. „Aurora.“, wiederholte sie unsicher. „Klingt… nett.“
„Nett?“, fragte er und sie grinste. „Der Name ist perfekt. Wie kannst du sagen, dass er nur nett ist.“
„Er klingt schön.“
„Schön oder nett?“
Sie schlug ihm gespielt auf die Schulter.
„Da es ohnehin ein Junge wird, sollten wir deswegen nicht streiten.“ Das sah er auch so. „Welchen Vorschlag also bei einem Jungen?“
„Ich… ich hätte da eine Idee.“
Etwas was er schon länger im Kopf hatte.

„Und die wäre?“, fragte sie nach, als er nichts sagte.
„Weißt du in meiner Familie, gibt es ein Buch mit Namensvorschlägen und Namen, die schon verwendet wurden.“ Sie nickte stumm. „Und wenn ich einen Bruder gehabt hätte, dann hätte meine Mutter ihn Scorpius genannt.“ Sie lächelte. „Was ist?“
„Das hat mir deine Mutter erzählt.“, sprach sie sanft. „Ich wollte dir auch den Namen vorschlagen.“
Er wirkte aufgeregt.
„Wirklich?“ Sie nickte stumm und er beugte sich vor und küsste sie auf den Mund, bevor er ihren Bauch küsste und seine Hand darauflegte. „Hallo Scorpius.“, wisperte er und er spürte, wie Astoria ihm durchs Haar strich.
„Scorpius Hyperion Malfoy.“, flüsterte sie und er sah sie erneut an, bevor er sanft nickte und sie dann zärtlich küsste.
Scorpius Hyperion Malfoy also.





Sie streckte ihren Kopf dem Himmel entgegen. Es sah nach einem Unwetter aus, was nicht wirklich zu der Vorhersage gepasst hatte. Aber selbst ein schlechtes Wetter konnte ihre Laune nicht verderben. Ihr Sohn würde in knapp zehn Wochen zur Welt kommen. Ein kleiner, perfekter Junge. Nun, zumindest gesund und alles andere war Astoria egal. Sie war in der Hinsicht ein leichter Hypochonder geworden. Sie sorgte sich immer, dass etwas nicht stimmte. Suchte mehrmals im Monat den Heiler auf, nur um die Gewissheit zuhaben, dass wirklich alles in Ordnung war. Und das war es und Astoria war glücklich darüber. Nicht nur sie, auch Draco, seine Eltern und ihre Freunde.

Besonders Chloé schien sich von Ideen und Pläne für ihre beiden Kinder fast zu überschlagen. Sie malte sich bereits aus, wie ihre beiden Söhne beste Freunde wurden, zusammen aufwuchsen, den Kindergarten besuchten und Hogwarts. Scheinbar gab es für Draco und Blaise keine andere Option außer Hogwarts und sie hatten Chloé damit bereits infiziert.
„Sie werden beste Freunde werden, wie ihre Väter. N'est-ce pas mignon.“, schwärmte ihre beste Freundin immer und Astoria gab es gerne zu.
Es war eine schöne Vorstellung, dass ihr Sohn einen kleinen Spielkameraden in seinem Alter hatte. Hoffentlich verstanden sie sich nicht nur so gut wie seine Väter, sondern auch so gut wie Astoria mit Chloé. Sahen sich wie Geschwister, so wie die beiden Freundinnen.

Astoria betrat gelassen das Gewächshaus und lächelte, als sie den Duft der bekannten Blume wahrnahm, die sie am Anfang des Jahres angebaut hatten. Sie hätte nicht daran geglaubt, aber Draco hatte recht behalten. Man konnte sie züchten in England und das sogar recht gut. Die Wirksamkeit war nur prozentual minimaler als die originalen Pflanzen auf der Insel. Der Verkauf hatte richtige Wellen geschlagen und selbst diese Exemplare waren praktisch schon alle verkauft und warteten nur noch auf die Ernte. Sie berührte mit Bedacht eines der Blütenköpfe. Begutachtete die Blätter und Gewächse selbst, bevor sie überprüfte, ob die Temperatur und Feuchtigkeit in dem Gewächshaus noch stimmten, aber es schien alles in Ordnung zu sein.

Sie überlegte gerade, ob sie noch in die Stallungen gehen sollte als sie einen heftigen Schmerz spürte und dabei fest ihren Bauch umfasste und leicht in die Hocke ging. Sie keuchte auf, spürte die Unruhe ihres Babys und versuchte sich zu beruhigen, bevor sie wieder dieses Stechen wahrnahm und sich panisch umsah, nur um sich auf eine alte Holzkiste zu sitzen. Sie spürte Panik in sich hochsteigen und nahm aber gleichzeitig die Bewegung ihres Sohnes war. Sie hob ihren Stab und zögerte nicht, als sie den Patronus losschickte, nur um den Stab neben sich zulegen und ihren Bauch fester zu umfassen. Es durfte nichts passieren. Durfte es einfach nicht. Nicht nach so vielen Wochen.
„Alles gut“, beruhigte sie ihr Baby und vor allem sich selbst. „Es ist sicher alles gut“, wisperte sie und versuchte die Verzweiflung nicht in sich hochsteigen zu lassen.
Sie keuchte auf und atmete gegen den Schmerz an. Nochmal ein Kind zu verlieren, würde sie nicht ertragen. Nicht in diesem Stadium.

Keine fünf Minuten dauerte es, als eine vertraute Stimme nach Astoria rief.
„Ich bin hier!“, rief sie zurück und war noch nie so erleichtert gewesen, Lucius zu sehen. Lucius der heute hier war, um ihr mit den Feldern zu helfen und die ersten Ernten zu überwachen.
„Merlin“, meinte der Ältere und stürzte auf sie zu. „Was ist los?“
Sie versuchte keine Tränen aufkommen zu lassen.
„Ich… ich habe Schmerzen. Auf einmal.“
Er ging vor in die Hocke.
„Blutungen?“
Sie schüttelte den Kopf und Lucius legte seine Hände auf ihre Schultern und fuhr darüber.
„Smith holt einen Heiler. Wir warten hier, ja?“ Sie nickte stumm und ihre Hände legten sich fester um ihren Bauch. „Keine Sorge“, meinte Lucius und wirkte aber besorgt. „Es ist sicher nichts. Okay?“ Sie nickte wieder und spürte, wie Lucius Hand sich auf ihren Leib legte. „Der Kleine bewegt sich. Das ist ein gutes Zeichen.“
Nun, das bedeutete zumindest, dass er noch lebte und das war wohl Zeichen genug.





Dracos Anspannung ließ nur langsam ab. Er hatte immer noch das Gefühl unter Strom zustehen, während der Heiler versuchte zu erklären was los war. Er war regelrecht in Panik verfallen als sein Vater ihm in der Firma Bescheid gegeben hatte, dass Tori Schmerzen hatte und der Heiler da war.
„Was heißt das jetzt?“, unterbrach Draco den Mann vor sich schneidend. „Geht es meiner Frau und dem Baby gut oder nicht?“
Er verstand ohnehin nicht, warum Astoria nicht im Mungo war.
„Ja“, antwortete der Heiler. „Wie gesagt, es waren Wehen. Aber diese konnten wir stoppen und wir haben den Gebärmutterhals verstärkt.“
Er verstand das nicht. Wozu?

„Draco“, sprach seine Mutter und berührte ihn sanft an der Schulter. „Was er versucht dir zu erklären ist, dass Astoria Wehen hatte, aufgrund des Nachlasses des Gebärmutterhalses. Dieser wurde verstärkt und die Wehen mit einem Trank gestoppt.“
Draco kniff die Lippen zusammen.
„Und ist das gut?“
„Alles was verhindert, dass das Kind zu früh zur Welt kommt, ist gut.“, meinte der Heiler gelassen.
„Ja, aber ist es auch gut für Tori?“
„Ihrer Frau geht es bestens. Sie steht ein wenig unter Schock. Und sie muss sich stillhalten die nächsten Wochen. Aber ansonsten geht es ihr gut. Ihre Werte sind ideal und auch die des Kindes.“
Draco war nicht davon überzeugt.
„Wie kann es ihr gut gehen, wenn sie scheinbar Wehen hatte?“
Der Heiler sah Hilfe suchend Dracos Mutter an.
„Draco, das kann passieren. Das hat nichts mit ihrem eigentlichen Gesundheitszustand zu tun. Aber es ist jetzt gesichert. Es wird zu keiner Frühgeburt kommen, wenn Astoria sich an die Anweisungen hält.“

Sein Kiefer spannte sich an.
„Und wenn nicht?“
Der Heiler schob seine Brille die Nase hinauf.
„Dann ist der Kleine auch lebensfähig mit den richtigen Mitteln. Ihre Frau ist weit genug mit der Schwangerschaft.“
Weit genug. Es wären immerhin fast zehn Wochen zu früh. Jede Woche zu früh, erhöhte das Risiko, dass das Kind nicht gesund zur Welt kam oder nicht überlebte. Draco hatte sich eingelesen.
„Dann muss ich wohl oder übel ihrem Urteil trauen.“, knurrte er beinahe und betrat das Schlafzimmer, während seine Mutter seinen Namen seufzte.
Er hatte jetzt keine Geduld dafür. Sein Vater blickte auf, er saß nahe am Bett in dem Sessel. Draco sah, dass Astoria die Augen geschlossen hatte.
„Sie schläft.“, erklärte Lucius unnötigerweise und stand auf.
„Ich danke dir, dass du da warst.“
„Eher Zufall. Aber das weißt du ja.“
Ja und wie er das wusste und trotzdem war Draco unheimlich dankbar.

„Dem Baby geht es gut“, flüsterte sein Vater eindringlich. „Und auch Tori. Ihr geht es gut. Sie muss nur jetzt aufpassen.“
Draco nickte stumm, bevor er es wagte seinen Vater anzusehen.
„Sie darf es nicht verlieren. Sie übersteht das nicht noch einmal.“
Und er auch nicht. Lucius legte mit Nachdruck seine Hand in Dracos Nacken.
„Sie wird es nicht verlieren. Ihr geht es gut. Beiden. Hörst du?“ Er nickte erneut und sein Vater ließ ihn los. „Ich lasse etwas zum Abendessen vorberieten, damit ihr beiden später essen könnt“, erklärte der Ältere und Draco sah ihm nach, bevor er sich am Rand ihres gemeinsamen Bettes setzte und nach Astorias Hand griff und seine Lippen gegen ihre Knöchel drückte.

Draco wusste nicht, wie lange er dort saß und ihre Hand hielt, nur dass er müde aufsah, als sich Astoria rührte.
„Tori“, wisperte er und sah wie ihre freie Hand über ihren Bauch tastete, bevor sie die Augen aufmachte.
„Unser Baby…“, krächzte sie und er beugte sich vor, um ihr Gesicht zu umfassen.
„Es geht ihm gut. Euch beiden. Alles ist in Ordnung.“
Er küsste sie federleicht auf den Mund.
„Ich habe es nicht verloren?“, fragte sie ängstlich nach und atmete erleichtert aus, als Draco den Kopf schüttelte.
„Nein. Nein es ist alles gut. Du musst nur… du sollst so wenig wie möglich aufstehen.“
Sie fuhr sich über die Augen und Draco beugte sich erneut vor und küsste ihr zwei Tränen weg, bevor er seine Stirn an ihre legte.
„Ich hatte solche Angst“, gestand sie ihm. „Es kam so plötzlich. Ohne Vorwarnung.“
„Aber es ist alles gut. Es geht ihm gut, Tori.“
Ihr Sohn lebte.

Sie nickte, bevor sie wimmerte, und er zog sie etwas hoch, um sie in seine Arme zu schließen. Sie schluchzte bitterlich gegen ihn und er strich ihr behutsam über den Rücken.
„Du musst dich beruhigen, Astoria. Stress ist für euch beide sicherlich nicht dienlich.“
Sie nickte tapfer und er ließ sie los, als sie ihren Bauch umfasste, nur um selbst eine Hand auf ihren Leib zulegen und die kräftigen Tritte seines Sohnes zu spüren. Ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht ab. Es ging ihm gut. Er war stark und gesund und sie würden das hinkriegen, dass Astoria bis zum eigentlichen Geburtstermin durchhielt, dazu war Draco fest entschlossen. Er würde nicht zulassen, dass sie noch ein Kind verloren und daran beinahe zugrunde gehen. Nie wieder.
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