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Kaltes Herz

von Black Owl
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Astoria Greengrass Blaise Zabini Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
13.07.2020
22.05.2021
39
103.386
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27.04.2021 2.447
 
Hasst mich nicht. Es war so geplannt.





„Wow.“, sprach der Dunkelhaarige, der in einem Sessel sah. „Es sieht wirklich aus wie ein Mensch.“
Draco schnaubte und sah Blaise dabei zu, während Draco über dessen Schulter sah.
„Was hast du den geglaubt, wie ein Baby aussieht?“
„Mir war schon klar, wie ein Baby aussieht. Aber das dein Baby so normal aussieht. Immerhin bist du einer der größten Trottel, die ich kenne und…“
Blaise lachte als Draco ihm auf den Hinterkopf schlug und ihm das Ultraschallbild wieder wegnahm.
„Du bist ein Idiot.“
„Ach komm schon. Das war ein Witz. Du musst schon zugeben, dass du dich wirklich wie ein Volltrottel benommen hast und jetzt tauchst du hier auf und zeigst stolz Bilder von deinem Baby.“

Er wusste auch wie verrückt das war. Die ganze Sache hatte ihm einfach eine Heidenangst gemacht. Tat es immer noch. Doch irgendetwas hatte sich geändert heute beim Ultraschall. Man hatte alles gesehen. Es war nicht nur… Irgendein Fleck oder unförmiges Ding. Man sah die Ärmchen und die Beinchen. Es hatte einfach schon die Form eines menschlichen Kindes. Winzig, aber es war da.
„Wisst ihr schon, was es wird?“, fragte Blaise und Draco sah auf das Ultraschallbild.
„Nein. Man hätte es magisch bestimmen lassen können, aber das wollte Tori nicht.“ Und am Ultraschallbild hatte man es heute nicht gesehen. Das kleine Ding lag ungünstig. Er legte den Kopf schief. „Ich denke, es ist ein Mädchen.“ Blaise zog eine Braue nach oben und Draco runzelte die Stirn. „Was?“
„Wäre… wäre das ein Problem für dich?“
„Wieso sollte das für mich ein Problem sein?“

Blaise zuckte leicht die Schultern.
„Nun ja, ihr Malfoys hattet bis jetzt immer nur Söhne.“ Er wollte widersprechen, doch Blaise redete weiter. „Als Erstgeborene. Ich dachte nur… dass das vielleicht wichtig wäre.“
Draco rollte mit den Augen.
„Also zuerst, ist das wohl eher Zufall. Ich kann mich nämlich ziemlich gut an meine Aufklärung erinnern.“ Blaise grinste schief. „Die mich eher verstört hat, aber ich kann mich gut daran erinnern, dass es eher Zufall ist, ob es ein Mädchen oder Junge wird. Und zweitens, wenn juckt das noch? Wir sind nicht im Mittelalter. Außerdem sind wir jung. Wir können noch viele Babys bekommen, wenn wir wollen.“
„Plötzlich willst du viele Babys?“, gluckste Blaise. „Was ist mit dir passiert?“

Draco steckte das Bild ein und zuckte die Schultern.
„Babys werden durch Sex gemacht und ich mag Sex mit Tori.“
„Zu viel Information, Alter.“, meinte Blaise und sie beide sahen auf als Chloé aus dem Schlafzimmer kam.
„Draco.“, sprach sie ruhig und er hob nur die Hand.
Er wusste, dass Astorias beste Freundin immer noch stinksauer auf ihn war, auch wenn sie geholfen hatte bei der Organisation der Hochzeit und gute Miene bei der Feier aufgesetzt hat.
„Draco war heute beim Ultraschall mit Astoria.“, warf Blaise ein als Chloé ihn küsste.
„Ich weiß. Ich besuche jetzt Astoria.“
„Ich dachte, du gehst Essen?“, fragte Blaise.
„Ja, mit einer Freundin, und zwar Astoria.“
Sie küsste Blaise erneut. Murrte Dracos Namen und ging.

„Deine Freundin hasst mich.“
Blaise verzog das Gesicht.
„Unsinn. Sie hasst dich nicht. Sie ist nur stinksauer.“
„Und was ist daran jetzt der Unterschied?“, hakte Draco nach und Blaise lächelte.
„Wenn sie dich hassen würde, wärst du vermutlich schon tot oder im Gefängnis, weil sie dir irgendetwas untergeschoben hätte. Glaub mir, das schafft Chloé locker.“, erwiderte Blaise und Draco sah ihn fassungslos an. „Das wird sie aber nicht tun, weil sie dich nicht hasst, sondern nur sauer ist, was du mit ihrer Freundin abgezogen hast. Und sie weiß, dass du im Grunde ein guter Mensch bist und Tori wirklich gernhast und sie weiß auch, dass Astoria dich liebt. Also wird sie dich am Leben lassen, aber dich ein wenig mit ihrer kalten Schulter ignorieren.“
Wunderbar.

„Toll und wann hört das auf?“, fragte Draco tonlos.
„Vermutlich erst in ein paar Wochen… Monaten… oder Jahren…“
„Du bist wahrlich ein guter Freund.“, meinte Draco ironisch und Blaise gluckste.
„Ach komm. Sei nicht beleidigt. Du wirst Vater. Das ist großartig. Du bist mit der Frau zusammen, die du wirklich gern hast und kriegst mit ihr ein Baby. Das sind tolle Neuigkeiten.“ Ja, waren es. Auch, wenn er das erst langsam begriff. Begriff was für ein Idiot er war, Astoria so zu verletzen. Nicht zu sehen, was für ein Geschenk sie war. „Wieso glaubst du, dass es ein Mädchen ist?“, riss Blaise ihn aus seinen Gedanken.
„Keine Ahnung.“, antwortete Draco achselzuckend. „Ich habe das so im Gefühl. Sie sieht aus wie ein kleines süßes Mädchen. Sie wird sicher so hübsch wie Astoria.“
„Na dann hoffe ich, dass sie nicht so einen Dickschädel hat wie du.“
Draco zog ihm eine Grimasse und Blaise gluckste. Merlin, er wurde Vater. Er konnte es immer noch nicht fassen.






Astoria fühlte sich schlapp. Schlapp und einfach… irgendwie erschöpft. Und sie wusste nicht einmal wieso. Sie hatte genügend Schlaf bekommen. Die Arbeit heute war ruhig. Ja fast langweilig. Sie hatte heute die Bestellungen durchgesehen und jetzt die Felder kontrolliert.
„Es sieht gut aus, oder?“, fragte eine vertraute Stimme und sie wandte sich Lucius zu.
„Ja. Ich denke schon.“
Ihr Schwiegervater legte seinen Kopf schief und musterte sie.
„Geht es dir gut? Du wirkst blass.“
Sie winkte mit der Hand ab.
„Ja, alles bestens. Ich fühle mich nur … einfach müde.“
Lucius nickte verstehend.
„Oh das war bei Narzissa während der Schwangerschaft auch so. Das ist ganz normal.“
War es das? Man sah ihr noch nicht einmal richtig an, dass sie schwanger war. Ja, sie hatte einen kleinen Bauch, aber dieser war mit Kleidung nicht einmal richtig zu sehen. Draco hatte die seltsame Angewohnheit entwickelt beide Hände während des Schlafens auf ihren Bauch zu legen, während er sie mit dem Rücken zu ihm an sich zog.

„Vielleicht sollten wir zurück zum Haus gehen, damit du dich ein wenig in den Schatten setzen kannst.“, schlug er vor und reichte ihr den Arm, in den sie sich dankend einharkte. „Draco hat die letzten beiden Tage im Büro angegeben.“
Sie runzelte die Stirn. Er war generell wie ausgewechselt. Manchmal regelrecht unheimlich.
„Angegeben? Womit?“
Der Ältere grinste.
„Mit dem Ultraschallbild.“ Sie rollte mit den Augen. „Er ist der festen Überzeugung, dass er eine Tochter bekommt.“
„Ich habe ihm gewiss seit dem Termin ein dutzend Mal erklärt, dass er das gar nicht wissen kann.“
Lucius gluckste.
„Das habe ich auch versucht zu erklären. Aber er lässt sich davon nicht abbringen.“
Verrückt. Zuerst machte er einen Aufstand wegen des Kindes und jetzt erzählte er der ganzen Welt, egal ob sie es wissen wollte oder nicht, dass er Vater wurde.
„Wenn er so weitermacht, landet das ganze bald in der Öffentlichkeit.“, murrte sie.

„Und das wäre schlimm?“, fragte Lucius, leicht amüsiert.
Sie atmete schwer aus.
„Ich möchte nicht, dass bis zu der Geburt ständig Kameras auf mich und meinen Babybauch gerichtet werden. Ich möchte meine Ruhe und das genießen, ohne ständig von mir Bilder in irgendwelchen Klatschmagazine zu sehen oder Ratschläge von sogenannten Super-Mummys zu bekommen.“
„Also Narzissa kann ich nicht bis zur Geburt wegsperren.“, meinte Lucius und sie boxte ihn leicht, was ihn zum Lachen brachte.
„Zissy ist etwas anderes.“
Sie freute sich riesig über das Baby. Astoria blieb stehen, als sich alles zu drehen schien und atmete schwer aus.
„Tori?“, fragte Lucius besorgt. „Was ist los?“
Sie schluckte hart.
„Ich weiß es nicht. Ich… ich fühle mich nicht gut.“

Lucius sah sich um und sagte laut.
„Smith.“
Smith der am Rande eines Feldes stand, kam eilig näher.
„Sir?“
„Würden sie bitte zum Haus gehen und dort einen Heiler rufen lassen? Meine Schwiegertochter fühlt sich nicht gut.“
Der Mann nickte.
„Natürlich Sir. Natürlich.“
Astoria schüttelte den Kopf, während Smith schnellen Schrittes davon ging.
„Das ist völlig unnötig.“
„Ist es nicht.“, wehrte der Blonde ab und stützte Astoria mehr. „Wir gehen jetzt in Ruhe zurück und dann lassen wir einen Heiler das Beurteilen, ja?“
Sie nickte unsicher und ging wieder einige Schritte, als urplötzlich ein heftiger Schmerz über ihre Wirbelsäule hinwegglitt, Sie keuchte laut auf und ging in die Knie, während Lucius Griff fester um sie wurde.

„Astoria.“, sprach er fast panisch und sie atmete schwer. Irgendetwas stimmte nicht, aber das wurde ihr erst jetzt richtig klar.
„Tori.“, sprach Lucius erneut und sie spürte, wie sie zitterte.
„Irgendetwas stimmt nicht.“, sagte sie schwer und verkrampfte sich erneut. „Lucius, da stimmt was nicht…“
„Lass mich… lass mich dich zurück zum Haus bringen. Der Heiler ist bestimmt gleich da…“, hörte sie Lucius sprechen und ihre Finger tasteten ihren Oberschenkel entlang als sie das Gefühl hatte, etwas Feuchtes zu spüren.
Sie keuchte panisch auf als sie Blut an ihre Fingerspitzen sah, bevor sie noch mehr einknickte und nur nicht auf den Boden landete, weil ihr Pate einfach unter ihre Beine griff und sie hochnahm als wäre sie ein Fliegengewicht.

Sie blutete. Sie blutete scheinbar stark.
„Tori.“, sprach Lucius und sie sah ihn an, während er mit ihr fast rannte. „Bleib wach, ja? Es wird alles gut.“ Sein Gesicht sprach Bände und sah nicht danach aus, dass alles gut werden würde. Eher, dass gerade irgendetwas gewaltig schiefging. „Wir brauchen Hilfe!“, brüllte Lucius laut in der Nähe des Hauses.
Warum blutete sie?
„Lucius…“, brachte sie wimmernd hervor und sie verkrampfte sich erneut.
Irgendetwas stimmte nicht. Stimmte mit ihrem Baby nicht.






Er hatte nicht damit gerechnet. Kein bisschen. Er war völlig überrumpelt gewesen, als der Patronus seines Vaters im Büro erschienen war und er war fast panisch geworden als die Nachricht ihm verkündete, dass Astoria im Mungo war. Er hatte an einen Unfall gedacht. Er wusste, dass sie heute einige Felder ansehen wollte. Er hatte auf den Weg ins Mungo mit allem gerechnet, aber nicht das sein Vater ihn in einem Krankenhausflur aufhielt und ihm erzählte, dass Astoria Blutungen gehabt hatte und operiert wurde. Es war ihm skurril vorgekommen, besonders als sein Vater ihn aufgehalten hatte, dass er zu Astoria kam.
„Du kannst jetzt nichts tun. Deine Mutter wartet im Operationsvorraum. Sie lassen dich jetzt ohnehin nicht zu ihr.“

Er war sich wie ein gehetztes Tier vorgekommen. Hatte versucht klar zu denken. Hatte versucht zu verstehen, was das bedeutete, dass Astoria operiert wurde. Und dann hatte sein Vater erzählt. Erzählt, dass sie nur nebeneinander hergegangen waren. Das Astoria darüber geklagt hatte, dass sie sich nicht wohlfühle und dass sie von einem Moment auf den anderen Schmerzen gehabt hatte und dann geblutet hatte. Das sein Vater nicht appariert war, wegen des Babys. Dass er sie zum Haus getragen hatte und da der Heiler schon da war, der dass Mungo informiert hatte, um Astoria über das Flohnetzwerk einzuliefern und dass er dann sofort Draco und natürlich Dracos Mutter Bescheid gesagt hatte.

Und nun standen oder saßen sie abwechselnd in den bescheuerten Gang rum und warteten. Die Zeit schien so langsam zu vergehen, dass Draco schon befürchtete, dass die große Uhr am Ende des Flures rückwärts lief. Er würde verrückt werden.
„Wie schlimm kann es sein, wenn sie Blut verliert?“, fragte er nach einer Weile und starrte auf den Boden. Er spürte aber ganz genau, dass sein Vater ihn musterte. „Was ist mit dem Baby?“, hakte er weiter leise nach und fuhr mit einer Hand sich an den Kopf.
Wenn sie so viel Blut verlor, dass sie sogar operierten, hörte sich das sehr, sehr ernst an.

Sein Vater seufzte und setzte sich neben ihn.
„Ich will dir keine Angst machen, Draco.“ Draco sah seinen Vater an. Er wirkte ernst. Sehr ernst. „Aber es könnte eine Fehlgeburt sein.“ Draco spürte, wie er kurz zu Atmen aufhörte und dann schwer ausatmete. „Deine Mutter hatte… hatte einige davon und…“
Sein Vater brach ab und Draco schluckte hart. Ja, das wusste er. Er wusste nicht, wie viele sie vor seiner Geburt gehabt hatte. Aber er wusste von mindestens zwei Fehlgeburten nach ihm und er wusste, dass nach der zweiten Fehlgeburt seine Mutter nicht mehr schwanger werden konnte. Er konnte sich auch daran erinnern, dass sie in der Zeit viel geweint und depressive Phasen hatte.

Was wenn Astoria nicht mehr schwanger werden konnte? Was sollten sie dann tun? Astoria wollte Kinder. Sie hatten darüber geredet. Sie… sie hatte darüber geredet, kurz nachdem Daphne ihre Kleine bekommen hatte. Das Astoria irgendwann Kinder wollte. Eine große Familie wollte. Was… was wenn sie keine Kinder mehr bekommen konnte?
„Es ist meine Schuld.“, sprach er schwer und sein Vater schüttelte den Kopf.
„Unsinn.“
„Doch. Es ist meine Schuld.“, sagte Draco. „Ich habe das Baby zu Beginn nicht gewollt. Ich habe sogar zu Astoria gesagt, sie soll das Problem lösen. Das Problem!“
Er raufte sich die Haare. Er sah seinen Vater an, als dieser seine Hand in Dracos Nacken legte.
„Hör auf das zu sagen.“
„Aber…“

„Du hast die Kurve bekommen.“, sprach sein Vater weiter. „Du hast das richtige getan und seit dem Ultraschall redest du von nichts anderem mehr, als dass du ein Baby bekommst.“ Eine Tochter. Er war sich sicher, dass es ein Mädchen war. „Und daran hat niemand Schuld, Draco. Ich weiß, wie sich das jetzt gleich anhört, aber so etwas kann passieren. Und ja, es kann Ursachen haben, aber Astoria war einfach nur zu Fuß unterwegs. Es gibt auch Fehlgeburten, die einfach so passieren, ohne dass jemand erklären kann, wieso. Und ja, sie war über die zwölfte Schwangerschaftswoche, aber auch das passiert.“ Draco atmete schwer aus und Lucius zog seine Hand zurück. „Daran hat also keiner Schuld und das muss dir bewusst sein. Denn wenn es wirklich…, wenn es wirklich eine Fehlgeburt ist, wird das keine leichte Zeit werden. Für euch beide nicht.“

Vielleicht wurde einfach auch alles gut. Denn der Gedanke gefiel ihm nicht, dass dem Baby etwas passieren könnte. Er hatte sich gerade daran gewöhnt Vater zu werden und ja, er… er hatte sich darauf gefreut, Vater zu werden. Sicher, die ganze Sache machte ihn immer noch Angst, aber er hatte sich mit den Gedanken angefreundet. Sie beide sahen auf als sie Schritte hörten und sie sprangen gleichzeitig auf als Narzissa näherkam. Sie war unheimlich blass und Draco spürte eine seltsame Unruhe in sich aufsteigen.
„Wie geht es Astoria?“, fragte Lucius besorgt und Dracos Mutter atmete schwer aus und griff nach Lucius Hand und drückte sie.
Hatte sie geweint?

„Sie wird ins Zimmer gebracht. Sie steht immer noch unter Narkose.“, sprach sie ruhig. „Aber die Heilerin, die sie behandelt hat, hat gesagt, dass die Blutung gestoppt ist und das alles gut verheilt. Es wird kein Schaden bleiben.“
„Merlin sei Dank.“, atmete Dracos Vater schwer aus.
Obwohl Draco es im Unterbewusstsein bereits wusste, fragte er kaum hörbar.
„Das Baby?“ Seine Mutter schüttelte den Kopf und Draco atmete schwer aus. Das war… doch ein Albtraum. Es konnte nicht echt sein. Seine Stimme brach beinahe, als er sprach. „Ich… ich will zu ihr. Ich will jetzt sofort zu ihr.“
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