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Kaltes Herz

von Black Owl
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Astoria Greengrass Blaise Zabini Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
13.07.2020
06.11.2021
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116.038
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13.07.2020 1.540
 
Willkommen alte und neue Leser,

kein großes Vorwort. Es geht, wie üblich, um Drastoria Viel Spaß beim Lesen.


Liebe Grüße eure Mona












Die Stimmung war gut. Nun so gut wie eine Stimmung mit lauter aufgesetzten Leuten eben sein konnte. Aber so war das nun mal in ihren Kreisen. Zumindest konnte Draco sich an nichts anderes als das hier erinnern. Dieselben langweiligen Partys, die aber eben zum guten Ton dazugehörten. Wie immer. Seine Augen huschten zu seinen Eltern, die sich mit einem älteren Mann unterhielten. Er fragte sich gerade, ob er diese Besuche reduzieren würde, wenn er irgendwann das Oberhaupt seiner Familie war. Noch musste er es tun. Noch wurde es von ihm erwartet. Nein, eher verlangt. Als zukünftiger Erbe sollte er sich auch als so einer verhalten. Zumindest laut seines Vaters. Noch hatte Lucius die Zügel in der Hand, aber mit jedem Tag sank seine Macht.

Draco nippte an seinem Champagner. Die Frage war nur, würde er erst an der Reihe sein, wenn sein Vater das zeitliche segnete oder würde sein alter Herr vorher die Geschäfte in Dracos Hände geben. Momentan sah es eher nach Option Eins aus und Draco mochte den Gedanken nicht, noch Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte unter der Fuchtel seines Vaters zustehen. Er fragte sich auch, ob sein Vater ihn eine Ehe aufzwingen würde. In letzter Zeit dachte Draco häufiger darüber, weil Lucius ständig darüber sprach. Über den Erhalt und den Fortbestand der Familie. Also den Erhalt der Blutlinie, nahm Draco an, auch wenn sein Vater das nie so aussprach. Einer reinen Blutlinie.

Vermutlich sprach er in letzter Zeit so mehrfach darüber, weil viele Kinder von Lucius Freunden sich verlobten oder heirateten. Draco hatte nicht vor sich jetzt zubinden. Scheiße nein, dafür genoss er sein Leben viel zu sehr. Er hatte später immer noch Zeit sich irgendeine Hexe zu suchen und ihr einen Ring an den Finger zustecken. Natürlich Reinblütig, ansonsten würde wohl Lucius einen Infarkt erleiden. Er sah darin weniger das Problem. Sicher, die Todessersache hatte seinen Ruf geschadet, aber scheiße er war adeliger Abstammung, sah gut aus und hatte so ein großes Vermögen, dass er es mit vollen Händen rauswerfen konnte und Generationen nach ihm immer noch gut damit leben konnten.

Er verschluckte sich fast als ihm jemand auf die Schulter klopfte und erkannte Blaise der mehr als gutgelaunt wirkte.
„Wieso so griesgrämig. Welcher Drache ist dir über den Weg gelaufen, Draco?“
Wieso zur Hölle war Blaise zurzeit ständig so gutgelaunt?
„Keine Ahnung. Habe deine Mutter noch nicht gesehen.“, erwiderte Draco eiskalt und Blaise grinste weiterhin.
„Wow, fast schon unter der Gürtellinie. Aber du kennst meine Mutter, also…“
Er ließ den Satz so stehen. Jeder wusste, dass Blaise Mutter in eiskaltes Biest war, das nicht viel übrig hatte für ihren Sohn oder für Menschen im Allgemeinen.

„Du solltest das alles hier nicht so ernst nehmen und dich mehr darauf einlassen, dann würdest du auch Spaß haben.“, meinte Blaise und nippte an einem Glas, dass eindeutig keinen Champagner beinhaltete. Wo zur Hölle hatte der Kerl Whisky her? Blaise nickte in Richtung einer dunkelhaarigen Schönheit. „Dann wüsstest du, dass dieses reizende Wesen Angélique heißt und mit ihrer Familie noch drei Wochen in England ist.“
„Ist sie deiner Mutter recht?“
Blaise rollte mit den Augen.
„Himmel Draco, das ist mir doch scheißegal. Erstens habe ich nicht vor diese Frau zu heiraten und zweitens interessiert es mich einen Dreck, ob meine Mutter eines Tages mit meiner Wahl einverstanden ist. Ich heirate, wen ich möchte.“

Draco fragte sich gerade, ob sein Vater ihn verfluchen würde, wenn er genau das zu Lucius sagen würde, während er seinen Blick durch den Festsaal gleiten ließ. Er blieb an einem schmalen Frauenrücken hängen. Wohl eines der gewagtesten Kleider heute. Zumindest hatte er heute noch keine Damen mit nackten Rücken gesehen. Einige blonden Locken berührten die makellose Haut und als würde die Frau seinen Blick spüren wandte sie ihren Kopf. Er hustete im nächsten Moment. Spürte das unangenehme Gefühl von Champagner in seiner Nase. Blaise gluckste und schlug ihm auf den Rücken.
„Was ist den los mit dir? Trinken verlernt?“

Trinken? Er erlitt gerade den Schock seines Lebens als diese auffallenden blauen Augen ihn im Blick hatten. Sie sahen vielleicht von weiten wie blaue Augen aus, aber er wusste es besser. Er wusste, dass sie außen ein intensives Blau hatten und bis zur Pupille ins Türkise gingen. Beinahe grün. Er wusste das so genau, weil es eine Zeit gab, wo er diese Augen ständig gesehen hatte. Täglich. Das letzte Mal als sie geweint und ihn angeschrien hatte und es hatte ihn kein bisschen gejuckt. Selbst als sie ihn versichert hatte, dass sie ihn hasste und ihn den Tod wünschte. Merlin, sie war damals ein dämliches kleines Kind gewesen, dass ihm einfach nur im Wege gestanden war.

Er kam langsam zum Luft holen. Sie lächelte teuflisch, bevor sie sich wieder umwandte, während sie am Arm irgendeines Kerls hing. Scheiße, er wusste, dass sie erwachsen sein musste, es war immerhin Jahre her, aber zur Hölle, er hatte nicht damit gerechnet sie hier zusehen. Und dann so. Wo war das kleine dürre Mädchen hin? Und seit wann zum Teufel war sie blond?! Seit wann?!
„Das kann nicht sein…“, keuchte er und er wusste nicht wieso, aber verspürte so etwas wie Panik.
Warum verspürte er Panik?
„Was ist los?“, fragte Blaise und sein Blick wurde besorgt. „Du siehst aus als hättest du einen verdammten Geist gesehen?“

„Greengrass.“, wisperte Draco und Blaise runzelte die Stirn.
„Was?“ Vermutlich dachte er an ihre gemeinsame Klassenkameradin Daphne Greengrass. Blaise sah sich um. „Von was redest du denn da?“
„Was hat er schon wieder angestellt?“, hörte er seine Mutter fragen, die ihn ansah und ihr Blick wurde nachdenklich. „Ist dir nicht gut, Draco? Du bist blass.“
„Was hat er?“, fragte sein Vater und Draco starrte immer noch auf den nackten Rücken in dem dunkelblauen Kleid.
Der Kerl an ihrer Seite verabschiedete sich von einem anderen für Draco unbekannten Zauberer und als sie sich umwandten, lag wieder ihr Blick auf ihn. Sie sagte irgendetwas zu ihrem Partner und Draco hatte das Bedürfnis wegzulaufen als sie auf sie zukamen.

Es war seine Mutter die sie als erstes bemerkte.
„Astoria.“, entfuhr es ihr überrascht und Astoria Greengrass strahlte seine Mutter an. Bevor Draco etwas sagen, geschweige tun konnte, umarmte seine Mutter sie beinahe euphorisch, bevor sie sich von der jungen Frau löste und sie aufmerksam musterte, während sie ihre Hände hielt. „Himmel, Kind. Ich habe dich fast nicht erkannt. Deine Haare…“
„Eine kleine Typ-Veränderung. Mir war danach.“
Sie war nicht wiederzuerkennen. Idiot, schellte er sich selbst. Sie war auch kein verdammtes Kind mehr.

„Liam, das sind Lucius und Narzissa Malfoy, Blaise Zabini und Draco Malfoy.“ Ihre Augen huschten nur kurz zu ihm, während der Mann, der so groß wie er selbst war, sie alle freundlich anlächelte mit seinen braunen Haaren und den grün-grauen Augen. „Das ist Liam Redvers.“
Lucius gab ihm die Hand und auch Blaise. Draco rührte sich immer noch nicht. Sie war wieder da. Wie ein wahr gewordener Albtraum. Zur Hölle es hatte ihn all die Jahre nicht geschert, wo sie gewesen war und nun war, sie wieder hier.
„Seit wann bist du wieder im Lande?“, fragte sein Vater.
Ja seit wann?!
„Erst seit gestern. Ich dachte, es würde langsam Zeit werden.“

Sein Vater wirkte so überrumpelt wie Draco selbst. Doch im Gegensatz zu Draco hatte er noch nicht die Stimme verloren oder stand wie ein Trottel da.
„Wenn du etwas gesagt hättest, hätte ich alles in die Wege geleitet.“
„Mach dir keine Gedanken Lucius.“, erwiderte sie als hätten sie sich erst vor zwei Wochen das letzte Mal gesehen und nicht vor Jahren. „Mein Anwalt hat alles geregelt. Ich werde morgen früh zu meinem Anwesen reisen.“
Erbin, er hatte es ganz vergessen. Sie war eine Alleinerbin.
„Wo wohnst du momentan? Hättest du etwas gesagt, hätte ich ein Gästezimmer vorbereiten lassen.“, meinte seine Mutter und wirkte dabei fast verletzt.

Astoria berührte Liam vertraut an der Schulter.
„Liams Eltern waren so freundlich mich kurzfristig in ihrem Stadthaus in London aufzunehmen. Unsere Reise nach England war…“
Sie sah zu Liam auf und sie lachten beide auf.
„Kurzfristig, würde ich sagen. Sehr kurzfristig.“, sagte der Kerl.
„Wir waren zuerst in Mailand und sind gestern erst von den arabischen Staaten hierher gereist. Portschlüssel.“, fügte sie hinzu.
„Was machst du in den arabischen Staaten?“, fragte Blaise unverblümt und sie wandte sich ihm nur kurz zu.
„Geschäftliches. Nichts Großartiges.“ Sie beide wandten die Köpfe als jemand Liams Namen aussprach und Astoria berührte Dracos Mutter an der Hand. „Ich würde mich freuen, wenn du mich zum Tee im Anwesen besuchst. Ja?“
Seine Mutter lächelte dankbar und nickte. Sie verabschiedeten sich und gingen, nicht ohne Draco noch einmal einen Blick zuzuwerfen. Er musste hier raus. Er brauchte sofort etwas Hochprozentiges. Auf der Stelle.







Anmerkung: Die Beziehungen meiner Hauptcharaktere ist von Missbrauch geprägt (Draco und Astoria). Dieser ergibt sich aus den besonderen Umständen des Historischen und sozialen Kontextes der Zauberwelt, sowie meinen Entscheidungen als Autor. Dies ist nicht übertragbar auf die reale Welt. Sollte sich jemals ein Mann (oder Frau) euch gegenüber verhalten wie Draco es tut. Bitte sucht Hilfe. Dies ist keine Form von Rommantik oder akzeptablem Verhalten. Hilfetelefon (Frau) https://www.hilfetelefon.de/, Hilfetelefon (Mann) https://www.maennerhilfetelefon.de/.
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