Hogwarts, später

von Alice83
GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
12.07.2020
12.08.2020
32
38.179
20
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 1.137
 
Wer mich kennt, der kennt auch mein gespaltenes Verhältnis zu Übergangskapiteln - aber man kommt auch nicht ohne sie aus, also heute Augen zu und durch.

Ich bin ab heute im Urlaub, werde mich aber bemühen, ja?

Bis dahin gibt es heute mal wieder eine Empfehlung:

https://www.fanfiktion.de/s/d/4da5e08500014abb067007d0/Of-Crimson-Joy

Ist eine Übersetzung, und eine der besten Dramiones, spielt im Krieg, bleibt dich an den Charakteren und hat mich tatsächlich aufgewühlt.

Wir lesen uns! ♡
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"There's a silver lining I've been looking for,' she whispered, and then she was kissing him as she never kissed him before." - HP & the deathly hollows


Hogwarts, 04.11.2018, 09:23 Uhr

Es war nicht das erste Mal in seinem Leben, dass er neben ihr aufwachte, aber er hatte schon fast vergessen, wie wundervoll es war.

Sie lag, natürlich, auf dem Bauch, benutzte seinen linken Arm als Kopfkissen, ihre Locken hatten die Farbe von flüssigem Karamell und verteilten sich einfach überall.

Er lächelte und entschied, sich nicht unnötig zu bewegen, aus Angst, sie dadurch zu vertreiben, und schaute sie einfach nur an.
Sollte dies hier ein Traum sein, konnte er nur hoffen, nicht allzu bald aufzuwachen.

„Du starrst mich an, Malfoy.“

Sie legte, immer noch mit geschlossenen Augen, den Kopf auf seine Brust und begann, undefinierte Muster auf seinen Bauch zu malen.

Er schloss die Augen und küsste sie auf den Scheitel.

„Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?“

Sie machte ein zustimmendes Geräusch.

„Du auch?“

„Und wie. Musst du heute irgendwo sein?“

Sie schüttelte den Kopf und drückte sich noch enger an ihn.

„Normalerweise habe ich Samstags Hugo, aber die Weasleys haben heute irgendeine Geburtstagsfeier von irgendeiner Cousine dritten Grades, und mein werter Ex-Mann legt gesteigerten Wert auf die Anwesenheit seines Sohnes.“

„Ich kenne ihn gar nicht.“

Hermine schaute ihn fragend an.

„Wen? Ronald?“

Er kniff sie sanft in die Seite.

„Quatsch. Hugo natürlich.“

Sie küsste seinen Halsansatz und legte dann ihren Kopf zurück auf seine Brust.

„Hm. Möchtest du ihn kennenlernen?“

„Er ist dein Sohn. Natürlich möchte ich das.“

Seine Hand fand automatisch den Weg in ihre Haare und er begann, mit ihren Locken zu spielen.

„Hm. Wir sollten es weiter langsam angehen lassen, oder?“

Er hielt in seiner Bewegung inne und schaute belustigt auf sie herunter.

„Granger, ich weiß nicht, ob du es schon wusstest, aber wir haben letzte Nacht miteinander geschlafen.“

Sie schaute ihn an und verdrehte die Augen.

„Habe ich mitbekommen, ja. Aber das meine ich gar nicht.“

Seine Hand fand automatisch den Weg zurück in ihre Haare.

„Du möchtest wieder nur eine Affäre.“

Statt einer Antwort richtete sie sich ein wenig auf und küsste ihn, und vertrieb damit augenblicklich alle negativen Gedanken und Zweifel aus seinem Kopf.

Nach einer gefühlten Ewigkeit unterbrach sie den Kuss, schaute ihn intensiv an und strich ihm eine Strähne aus seinem Gesicht.

„Malfoy, ich weiß selbst nicht, was das zwischen uns ist. Ich weiß nur, dass ich mich sehr wohl bei dir fühle und gerne noch ein wenig Zeit in dieser Seifenblase verbringen würde.“

Die Seifenblase, natürlich. Genau aus dieser war er schon einmal sehr hart auf dem Boden der Realität aufgeschlagen, aber er verdrängte die Erinnerung daran.

„Wir behalten es also erst mal für uns und sehen, wohin es führt?“

„Genau. Und bis dahin haben wir Dates…und so.“

Draco musste lachen.

„Sind wir nicht langsam zu alt für heimliche Knutschereien unter der Quidditschtribüne?“

„Oder im Bad der Vertrauensschüler?“

„Oder im Besenschrank?“

„Oder im Raum der Wünsche?“

Sie schaute zu ihm hoch und lachte jetzt ebenfalls.

„Ehrlich gesagt, weckt das alles in mir ziemlich positive Erinnerungen.“

Er zog sie an sich und küsste sie erneut.

„In mir auch, natürlich. Trotzdem sind wir keine Teenager mehr.“

Sie verteilte zarte Küsse auf seinem Hals.

„Heißt ja nicht, dass wir uns nicht trotzdem wie welche benehmen können.“

Wieder spürte er ihre Lippen auf seinen, und in diesem Moment gab er den letzten Widerstand auf.

Er war, um es mit den Worten seines besten Freundes auszudrücken, sowieso geliefert, also konnte er auch nach ihren Regeln spielen.

„Was haben Sie für heute geplant, Miss Granger?“

Sie sah ihn gespielt nachdenklich an.

„Nun, Mr. Malfoy, ich dachte zunächst an Frühstück im Bett, dann an eine ausgiebige Dusche, dann könnten wir zurück ins Bett, irgendwann Mittagessen, am Nachmittag könnten wir einen kleinen Spaziergang machen und am Abend vor dem Kamin liegen und lesen.“

Ihre Lippen fanden seine erneut, und er wusste nicht, wie sie das anstellte, aber jeder weitere Kuss fühlte sich besser an als der vorherige.

„Einverstanden, Miss Granger.“

Sie lächelte in den Kuss hinein.

„Ich habe halt immer die besten Ideen.“

„Ja, und von dir selbst eingenommen bist du auch überhaupt nicht.“

Er drehte sie auf den Rücken, beugte sich über sie und sah sie einen Moment an.

„Du bist wunderschön, weißt du das?“

Erneut suchte er mit seinen Lippen nach ihren, wollte eigentlich noch mehr sagen, entschied sich aber dagegen.

Es war wie immer, er war ihr komplett ausgeliefert, und wenn sie erst mal nichts weiter als diese Seifenblase wollte, sollte sie sie bekommen.

Solange sie nicht aufhörte, ihn zu küssen, sollte ihm alles recht sein, denn realistisch betrachtet, würde die Seifenblase sowieso auch dieses Mal genauso platzen, wie sie es beim letzten Mal getan hatte – also konnte er die Zeit bis dahin auch genauso gut genießen.



Am Abend lag sie, wie angekündigt, auf seiner Couch, die Beine auf seinem Schoß, las ein Buch und stopfte nebenbei Lakritzschnapper in sich hinein.

„Ich muss die Woche nach Hogsmeade, kommst du mit?“

Er sah sie irritiert an.

„Was soll das werden, ein Date?“

„Nein, ich muss tatsächlich was erledigen. Rose braucht neue Federn und Tinte.“

Er streichelte geistesabwesend ihren Unterschenkel.

„Rose redet mit dir?“

„Nein. Sie hat mir lediglich eine Liste geschrieben.“

Sie feuerte die leere Lakritztüte auf den Couchtisch und er machte sich eine gedankliche Notiz, Süßigkeiten zu kaufen.

„Du lässt ihr zu viel durchgehen.“

„Ja, ja, Lucius. Also, kommst du mit?“

Er schlug lächelnd sein Buch zu, nahm ihr ihres aus der Hand, zog sie auf seinen Schoß und küsste sie.

„Unter einer Bedingung.“

Langsam schob er die Hände unter den grauen Kapuzenpulli, den sie ihm immer noch nicht wiedergegeben hatte.

„Und die wäre?“

„Du redest mit Rose.“

Sie vergrößerte den Abstand zwischen ihnen und schaute ihn irritiert an.

„Worüber?“

„Über euch, natürlich. Ihr könnt euch nicht ewig anschweigen.“

Bevor sie protestierten konnte, küsste er sie erneut.

„Also gut.“

Er sah sie überrascht an.

„Das war einfach.“

Hermine hob nur die Schultern.

„Ich bin bestechlich.“

Damit senkte sie den Kopf und küsste ihn wieder, dieses Mal leidenschaftlicher, und er stand mit ihr auf, setzte sie auf seiner Hüfte ab und trug sie, ohne den Kuss zu unterbrechen, in sein Schlafzimmer.

So konnte er es in dieser Seifenblase definitiv aushalten.