Fallen

OneshotAllgemein / P16
Evan Hansen
12.07.2020
12.07.2020
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Der Oneshot soll keinen Sinn geben, es ist das Ergebnis von stundenlangem hören von Dear Evan Hansen.

Der Baum war ein paar Meter hoch und Evans Beine zitterten. Ob vor Angst oder Erschöpfung konnte er nicht sagen.

Ein leichter Wind ließ ihn innehalten und kurz die Aussicht zu betrachten. Die Sonne ist grade dabei unterzugehen und Evan ist an seinem Stammplatz.

Unter ihm liegt sein Rucksack, darin Wasserflasche, Kopfhörer und sonstigen Mist den jeder Teenager dabei hatte.

Eigentlich konnte man sagen Evan Hansen wäre ein normaler Teenager. Nur etwas hinderte ihn daran ein normales Leben zu führen, welches fast jeder Teenager führte.

Evan litt unter einer Sozialphobie und diese machte ihm das Leben zur Hölle. Selbst die wöchentlichen Gespräche mit seinem Therapeuten halfen ihm nicht weiter.

Seine Beine zitterten immer noch und ganz vorsichtig ließ er sich auf dem dicken Ast nieder.

Er würde fallen, wenn er weiterhin stehen würde. „Was mache ich hier?", fragte er sich selbst und lehnte sich leicht an den Stamm.

Evan liebte Bäume über alles, vielleicht weil er sich geborgen vorkam. Es war nichts Neues das er Schutz bei ihnen suchte, wenn es ihm schlecht ging.

Heute kam er mit seinen schweißnassen Händen kaum hoch, er brauchte viel länger als an anderen Tagen. Dazu kam sein gebrochener Arm, aber tatsächlich hatte er bis zu seinem Ziel geschafft.

Er schloss die Augen und versuchte mal für wenige Sekunden alles zu vergessen. Die Schule, seine besorgte Mutter, Jared und vor allem Connor.

Der Mitschüler der sich sein Leben genommen hatte vor einigen Wochen.

Immer noch zierte der Name Connor seinen Gips am Arm. Den Arm welcher er sich gebrochen hatte vor einigen Wochen genau an diesem Ort.

Wieso musste Evan auch seinen Gips unterschreiben lassen? Seine Mutter hätte ihm diese Idee nicht geben sollen!

Wäre er niemals mit Connor in Kontakt gekommen würde man ihn weiterhin in Ruhe lassen. Doch nun gilt Evan Hansen als der beste Freund von Connor Murphy, dem toten Connor Murphy.

Sie hatten kaum Worte ausgetauscht, Evan weiß nichts über ihn und trotzdem musste er nun das Connor Projekt führen.

Diese ganze Aufmerksamkeit war ihm nicht wohl und er hasste die mitleidigen Blicke in der Schule.

Plötzlich wollten alle Freundschaft mit Evan schließen und dieser würde sich am liebsten von jeder gesamten Außenwelt abschotten.

Natürlich ein paar Freundschaften zu schließen wäre schön, aber nicht auf diesem Weg.

Evan machte es fertig, fertig zu wissen, dass er nur Jared einen Freund nennen konnte. Alle andern die nun seine Aufmerksamkeit wollten kamen nur aufgrund dieses Projektes an.

Wie sehr er es doch hasste im Mittelpunkt zu stehen, er wollte niemals eine Popularität entwickeln!

Wäre es nicht leichter gewesen die Wahrheit zu sagen? Doch er erinnerte sich an den verzweifelten Blick von Connors Mutter.

Sie vermissten ihren Sohn, kein Elternteil möchte sein eigenes Kind beerdigen und vor allem nicht, wenn der Tod zu verhindern gewesen wäre.

Doch Evan konnte damals nicht anders als zu lügen, zu sagen der Brief in Connors Tasche wäre tatsächlich eine Nachricht für ihn und er wäre in engem Kontakt zu ihm gewesen.

Jared war die einzige Person die wusste das Evan die ganze Zeit log und die E-Mails alle gefälscht waren.

Nur die letzte Nachricht war nicht gefälscht. Doch was nur Evan und Connor wussten das Evan sich diesen Brief selber schrieb, denn dies war seine Hausaufgabe von seinem Therapeuten.

Wie hätte Evan ahnen können das dies so eskalieren könnte? Niemand, wirklich niemand, würde mit so etwas rechnen.

Langsam öffnete er seine Augen wieder und seufzte tief, ließ die Ruhe der Natur auf sich wirken.

„Evan?", fragte plötzlich eine sehr vertraue Stimme und er schaute nach unten.

Dort stand Jared Kleinmann und aus seinem Gesicht war pure Besorgnis zu lesen. Evan holte tief Luft und widmete sich der Leiter.

„Nimm dir Zeit", rief Jared von unten und Evan nahm sich diese auch. Ein falscher Schritt und diesmal wäre sein Schutzengel nicht über ihn, diesmal gäbe es mehr Verletzungen als einen Knochenbruch.

Seine Beine zitterten mehr als beim Hinaufgehen und der Schweiß stand ihm im Nacken.

„Du wahnsinniger Idiot!", rief Jared als Evan endlich seine Füße auf festen Boden hatte und leicht schwankend vor ihm stand.

Jared war noch nie ein Junge der Gesten der Nettigkeiten zeigte, aber heute zog er Evan einfach in seine Arme.

Fest drückte der Junge zu, vergaß dabei das Evan einen gebrochenen Arm hatte und vor allem Luft brauchte zum Atmen.

Evan ignorierte die Schmerzen in seinem Arm, dieses hoch- und herunterklettern hätte er einfach sein lassen sollen.

Er verfiel der Umarmung und seine schwachen Beine gaben unter ihm nach. Jared bemerkte dies und ließ sich mit seinem besten Freund auf den Boden sinken.

„Es ist alles gut, ich bin jetzt da", flüsterte er und strich ihm beruhigend über den Rücken.

Evan wurde komisch zumute, denn ihm wurde grade klar das Jared ihm vor einem erneuten Selbstmordversuch abgehalten hatte.

„Mach so eine scheiße nie wieder!", sagte Jared leise und Evan nickte stumm. Er fing an sich aus der Umarmung zu lösen und sah seinem besten Freund in die Augen.

„Du bist letztes Mal nicht gefallen, oder?", fragte Jared und legte seine Hände auf die Schultern von Evan.

„Stimmt", antwortete Evan darauf und schloss seine Augen.

Nie war er gefallen, denn er hatte sich damals fallen lassen.

„Du hättest dich grade wieder fallen lassen, oder?“, fragte Jared leise und trotzdem ernst nach.

„Das Schicksal hat andere Pläne mit mir, sonst wärst du nicht aufgekreuzt“, meint Evan dazu und sieht auf.

Anscheinend erwartet ihn noch irgendetwas in der nächsten Zeit, Jared wäre sonst später aufgetaucht.
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