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Divergenz

von Alwaid
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
12.07.2020
26.02.2021
21
57.426
7
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Dieses Kapitel
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29.08.2020 2.550
 
Als Colonel Lennox abends vor Irina´s Zelle auftauchte, ging sie wortlos auf ihn zu und streckte ihm ihre Hände durch die Aussparung im Gitter entgegen.

Lennox musterte sie ein paar Sekunden mit einem nachdenklichen, abschätzenden Blick. Dann wurde sein Gesichtsausdruck abweisend und Irina bekam das ungute Gefühl, dass wie immer auch diese Besprechung abgelaufen war, ihr das Ergebnis nicht gefallen würde.

Der Colonel schüttelte den Kopf und öffnete ihre Zellentür. „Das ist dieses Mal nicht notwendig, folgen Sie mir.“

Lennox brachte Irina in sein Büro und deutete auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. „Setzen Sie sich.“  
Blue tapste erst Irina hinterher, schlich dann durch das Büro, begutachtete klickend die Einrichtung und lugte immer wieder mit schief gelegtem Kopf unter die Möbel. Lennox ließ sich in seinen Bürosessel sinken und rieb sich die Augen.
„Nun, Ms. Miller, wir haben heute unser Problem diskutiert.“
„Sie werden mich gehen lassen.“,  sagte Irina bestimmt.
Lennox seufzte und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Nein. Das können wir nicht und das werden wir nicht.“

Irina presste ihre Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. Obwohl sie geahnt hatte, dass es so weit kommen würde, versetzte ihr das endgültige Verschwinden dieses kleinen Funken Hoffnung auf Rückkehr zu Mr. Johnas einen heftigen Stich.

„Was passiert statt dessen?“, fragte sie.
„Die Wahrheit ist, wir wissen nicht genau was wir mit Ihnen anfangen sollen. Wir können Sie nicht gehen lassen, weil das eine Gefährdung dieser Einheit bedeuten würde. Sie wissen ja bereits, dass Blue ein Alien ist und Sie haben die Autobots gesehen.“

Irinas Stimme begann zu zittern. „Ich werde nichts verraten. Lassen Sie mich einfach eine Vereinbarung unterschreiben oder nehmen Sie mir einen Eid ab, wenn Ihnen das besser gefällt.“

„Selbst wenn wir Sie für so vertrauenswürdig halten würden, bleibt das Problem mit Ihrem kleinen Freund hier. Solange nicht klar ist, was genau Blue ist und warum er Ihnen folgt,  bleiben Sie hier. Sie werden Ihr Bewährungsprogramm hier auf dem Stützpunkt weiterführen.“

„Geht das so einfach?“ fragte Irina und vergrub ihr Gesicht in ihre Hände.
Colonel Lennox grinste schief. „Merken Sie sich eines, Ms. Miller, bei N.E.S.T geht so einiges.“

Klopfen an der Tür ließ Irina wieder aufblicken. „Komm rein!“ rief Lennox. Ein drahtiger, schwarzhaariger Mann betrat den Raum und musterte Irina mit abfälligem Blick.

„Das ist Jack White, Werkstattleiter, Hangar 26.“ erklärte Lennox.

„Dein Neuzugang, Jack.“, sagte Lennox und zeigte auf Irina. White schnaubte herablassend.

Blue schlich sich derweil vorsichtig von hinten an den  Werkstattleiter heran, schnupperte an einem Hosenbein und betastete dann mit seiner Zunge den Saum. Irina sah kurz zu Blue und hoffte inständig, ihr zukünftiger Chef würde nichts bemerken.

White verschränkte die Arme vor der Brust und schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Sie haben bei einem gewissen Mr. Johnas in der Werkstatt Ihre Ausbildung begonnen. Wie lange waren Sie dort beschäftigt?“ fragte er.
„Etwa 6 Monate, Sir.“
„Was waren Ihre Aufgaben?“
„Fehlerdiagnostik, Wartung, Reparatur. Lackierarbeiten.“
„Welche Systeme sind Ihnen bekannt?“
„Brems-und Lenksystem, etwas Motor und Getriebe, Abgasanlage“,
„Was ist mit Fahrzeugelektronik?“, fragte er weiter.  
„Nur angerissen.“  
„Etwas sehr wenig, um für mich zu arbeiten.“, stellte Jack White fest und warf Colonel Lennox einen vorwurfsvollen Blick zu. Der hob beschwichtigend die Hände. „Befehl von Oben.“

„Sie melden sich morgen früh um acht Uhr in meinem Büro in Hangar 26, mal sehen ob Sie zu was nutze sind“, sagte Jack White, drehte sich um, verscheuchte damit gerade noch rechtzeitig Blue, der bereits sein Maul geöffnet hatte und knapp davor war in den Hosenstoff zu beißen. Kopfschüttelnd verließ der Werkstattleiter das Büro.

„Na Klasse.“, seufzte Irina.
„Ja, und einfacher wird es nicht.“, sagte Colonel Lennox, öffnete eine Schreibtischschublade, nahm ein kleines weißes Metallkästchen heraus und stellte es vor Irina auf den Schreibtisch.
„Was soll das sein?“, fragte sie.
„Diese elektronische Fußfessel werden Sie tragen.“, sagte  Lennox und beugte sich zu Irina vor.
„Anlegen. Linkes Bein.“
Irina sah den Colonel böse an und atmete tief ein, doch Lennox unterbrach ihren Protest, bevor sie ihn aussprechen konnte.
„Darüber gibt es keine Diskussion. Entweder Sie tragen das Gerät oder Sie bleiben in Ihrer Zelle.“  

Irina atmete aus und nahm das Kästchen von der Größe einer Zigarettenschachtel in die Hand. „Wie soll ich das bitte machen? Da ist Nichts dran um es zu befestigen.“

„Einfach an den Knöchel halten.“
Irina hob ihr linkes Hosenbein und hielt sich das Gerät außen an ihren Fußknöchel. Zwei silbergraue Metallbänder schossen aus dem Kästchen, legten sich um ihren Knöchel und verwuchsen zu einem Band. Sie riss erschrocken ihre Hand weg und verspürte einen schmerzhaften Druck am Knöchel.
„Au! Was zum Teufel ist das?“, rief Irina, sprang auf und starrte Lennox entsetzt an.  
„Das sind die Extras“. bemerkte er kühl. „Alles was Sie wissen müssen ist: Lampe grün. Sie dürfen da sein wo sie gerade sind. Lampe blinkt rot. Sie haben ein Problem. Das Teil kann von uns weltweit auf den Meter genau geortet werden. Nun zum schwierigen Teil.“

„Was heißt hier schwieriger Teil!“ , brüllte Irina los und Blue schoss fauchend unter einem Aktenregal hervor.
Der Colonel stand auf, schlug seine Fäuste auf den Schreibtisch. „Hinsetzten. Sofort.“
Auch ohne zu schreien war seine Stimme so respekteinflößend dass Irina erschrocken einatmete und sich wieder auf den Stuhl fallen ließ.

Nach ein paar Sekunden Pause sprach Lennox sie nochmal ruhig an. „Ich weiß die Situation ist schwierig, Ms. Miller, Sie haben nur zwei Möglichkeiten und keine davon beinhaltet, dass Sie diesen Stützpunkt verlassen. Eigentlich ist es ganz einfach. Sie halten sich an die Spielregeln oder Sie landen wieder in einer Zelle. Die Arbeit für Jack ist Ihre Chance auf ein einigermaßen normales Leben, bis wir eine Lösung für dieses Problem haben.“

Er seufzte und fuhr dann fort. „Sie wohnen ab sofort hier auf dem Stützpunkt. Ein Zimmer ist in einem der Wohnhangar vorbereitet. Sie dürfen sich von der Werkstatt zu Ihrem Wohnbereich und zu Ratchet in die Medic im Laborhangar bewegen. Jeder andere Bereich des Stützpunktes ist Ihnen verboten.“

„Nun zum zweiten Problem.“, sagte Lennox und zeigte auf Blue, der gerade dabei war sich an den Papierkorb heranzuschleichen. „Während Ihrer Arbeitszeit muss er bei Ratchet bleiben. Können Sie dafür sorgen?“
„Ich denke schon.“ antwortete Irina leise.
„Was heißt Sie denken?“
„Ich habe ihm noch nie Befehle gegeben. Ich weiß nicht ob er auf mich hört.“
„Wir werden sehen.“, seufzte Lennox. „Mitkommen.“


Ein paar Minuten später fuhren sie in einem Jeep an Reihen großer Gebäude und Hangars vorbei. Der Colonel fuhr langsamer und deutete auf einen Gebäudekomplex. „Das  alles ist der Technikbereich. Hier ist alles versammelt was mit Hardware in irgendeiner Weise zu tun hat. Mechanik, Elektrik, Elektronik, Flugzeugtechnik, Ersatzteillager usw. Hier wird alles repariert was auf dem Stützpunkt kaputt geht und nicht Waffen sind oder Alientechnologie ist.“
Lennox stoppte den Jeep. „Das da ist Ihr Wohngebäude. Für Sie ist alles per Fußmarsch zu erreichen.“ Lennox reichte ihr einen Umschlag. „Das werden Sie brauchen.“ Er sah sie ein paar Momente ernst an, griff dann an ihr vorbei und öffnete die Tür. „Aussteigen.“

Die Autotür schlug zu, Lennox wendete den Jeep und ließ Irina vor dem Wohngebäude stehen. Sie öffnete den Umschlag und ließ den Inhalt in ihre Hand rutschen.  Zwei Schlüssel, ein Ausweis, eine Chipkarte und eine Broschüre über den Stützpunkt auf deren Umschlag in großen Buchstaben „Herzlich Willkommen auf der Hoover  Air Base“ stand. Dieser Satz ließ Irina erst lachen und dann hätte sie fast hemmungslos losgeheult. Reiß dich zusammen, schalt sie sich und wischte sich die Tränen aus den Augen.

Dank des Plans in der Broschüre fand Irina ihr Zimmer im ersten Stock schnell. Von den Leuten denen sie auf den Fluren begegnete wurde sie nur kurz gemustert und dann nicht weiter beachtet. Blue, der ihr hinterher tapste, manchmal innehielt um seinen eigenen Schwanz zu fangen und lustige Laute von sich gab zog die Blicke auf sich, löste aber sonst keine weitere Reaktionen aus. Entweder waren alle hier auf dem Stützpunkt an seltsame Kreaturen gewöhnt, oder ihr Auftauchen war angekündigt worden, vermutete Irina. Wahrscheinlich beides.

Die Einrichtung ihres Zimmers bestand aus Bett, Schrank, einer Kochnische und einem kleinen Bad. Ihre schwarze Tasche mit den persönlichen Gegenständen hatte jemand auf den Tisch gestellt. Daneben lag ein Stapel Bettwäsche und neue Arbeitskleidung.  Ein weiterer Umzugskarton war mitten im Raum abgestellt und enthielt ihre restlichen Habseligkeiten. In der Broschüre erklärte ein Lageplan die wichtigsten Gebäude auf dem Stützpunkt. Die genaue Position dieser Basis auf der Landkarte erklärte er nicht.

Irina öffnete den Karton, nahm ihren blauen Rucksack heraus und setzte sich aufs Bett. Blue hüpfte neben sie und sah sie an. „Meinst du meine Schätze sind noch da?“, flüsterte sie Blue zu.  Ein paar Minuten lang öffnete Irina vorsichtig Nähte, nahm den Einlegeboden heraus und betrachtete am Ende ihre Ausbeute. Führerschein, Bargeld und ihre Tabletten waren noch da. Sie war sich sicher, dass ihre Sachen durchsucht worden waren. Allerdings bestanden die Bedrohungen in der Welt dieser Soldaten vor allem aus großen Dingen und sie hatten wohl eher auf Waffen, Sprengstoff oder Spionagetechnik geachtet. Die kleinen Dinge hatten sie übersehen.





Nach einer unruhigen Nacht voller Alpträume zog sich Irina am anderen Morgen ihren blauen Arbeitsoverall an und suchte mittels Plan den Weg in die Kantine ihres Wohngebäudes.

Die Kantinenfrau begrüßte Irina freundlich. „Guten Morgen, Kindchen, Frühstück?“
„Nur einen Kaffee Ma'am, danke.“
„Nenn mich nicht Ma'am. Ich gebe dir einen Hinweis“, schmunzelte sie. „Ich bin die allwissende Müllhalde.“
„Die Fraggles. Also ist Ihr Name Marjorie?“
„Du bist zu jung um diese Serie zu kennen, Kindchen.“
„Mein Dad war Fan, daher kenne ich sie. Oh, entschuldigen Sie bitte, die allwissende Müllhalde darf niemand mit ihrem Namen ansprechen.“
Die Dame begann zu grinsen. „Ich weiß wer du bist.“, sagte sie, Irina´s Lächeln erstarb und sie blickte zu Boden. „Alle hier wissen wer du bist und was dich begleitet.“ Irina griff nach ihrem Tablett ohne die Kantinenfrau nochmal direkt anzusehen und wollte gehen, doch die Dame hielt sie am Handgelenk fest.

„Eine Rundmail wurde verschickt, oder?“, seufzte Irina. Die ältere Dame lächelte. „Nein. Allerdings bleibt innerhalb des Stützpunktes fast nichts geheim.“, antwortete sie und sah dann über den Tresen zu Blue hinunter, der immer wieder versuchte hüpfend die Essensausgabe zu erreichen.
„Ich bin grundsätzlich tierfreundlich eingestellt, Kindchen, aber meine Kantine ist nicht der richtige Ort für ihn. Früh morgens kann er dich meinetwegen noch begleiten aber dann lässt du ihn bitte in deinem Zimmer warten, wenn du hier herkommst.“ Irina nickte.

„Du musst etwas essen, Kindchen, heute wird ein harter Tag für dich.“
„Ich habe keinen Hunger.“
„Warte hier, ich packe dir ein paar belegte Brötchen ein.“  
„Danke, Ma'am aber..“  „Ich packe dir ein paar belegte Brötchen ein“, unterbrach die Dame Irina mit einem Ton in der Stimme, der keinen Widerspruch duldete. „Und nenn mich Mama M., Kindchen, das tun hier fast alle.“

Die Kantinenfrau erinnerte Irina an Ms. Brown. Nicht nur die Statur und die lockigen kurzen Haare, sondern auch ihre Art. Sie war eine ältere Dame mit einer einnehmenden Ausstrahlung und wachem Blick. Ihr konnte man so schnell nichts vormachen und sie duldete keinen Widerspruch. In ihrem Gesicht bemerkte Irina alte, fast verblasste Narben. Eine durchschnitt ihre rechte Augenbraue, eine weitere verlief quer über ihr Kinn.
Als ihr Mama M. eine braune Papiertüte auf das Tablett stellte fielen Irina weitere alte Narben an Mama M´s Handgelenken auf.
Mama M. sah Irina ernst an. „Beeil dich, für Jacob bedeutet pünktlich sein, zehn Minuten zu früh zu erscheinen und dein kleiner Freund muss noch zu Ratchet.
„Danke, Mama M.“



Irina brachte Blue in seinen Käfig in die Medic ohne einem Mensch oder einem Roboter zu begegnen, wurde aber das Gefühl nicht los beobachtete zu werden und die Gänsehaut die ihr plötzlich über den  ganzen Körper lief, ließ sie schaudern. Pünktlich zehn Minuten zu früh erschien sie in der Werkstatt und erntete dafür von ihrem Chef eine hochgezogene Augenbraue.

Hangar 26 war nicht mit  Mr. Johnas´ Werkstatt zu vergleichen. Die Einrichtung war hochmodern, der Hangar besaß auf jeder Seite acht Reparaturabteile und jedes davon  war im Grunde eine komplett ausgestattete Werkstatt. Im hinteren Bereich des Hangar befand sich das Materiallager.

Die Mechaniker rückten zum Dienst an, manche gingen direkt an die Arbeit, andere wurden von Jack White aufgehalten und an der Seite aufgestellt. Während einer kurzen Besprechung erhielten sie dann Auftragsmappen ausgehändigt und machten sich auf den Weg die Fahrzeuge in ihre Abteile zu fahren. Als die Arbeit verteilt war drehte er sich zu Irina um und drückte ihr einen Besen in die Hand. „Das hier ist ihre Aufgabe. Sie müssten ja wissen wie das funktioniert.“

Den ganzen Vormittag ließ ihr Chef wirklich keinen Zweifel daran, für wie nutzlos er Irina hielt und von den restlichen Mechanikern wurde sie ignoriert. Sie vermisste die Jungs, sie vermisste Mr. Johnas und die Arbeit in seiner Werkstatt. Zur Mittagspause wurde Irina für diesen Tag entlassen und ging in die Kantine ihres Wohnhangars.

Mama M begrüßte sie mit einem milden Lächeln. „Den ersten Tag überlebt? Es wird jeden Tag leichter, Kindchen, merk dir das.“  
Irina lächelte gequält zurück. „Das wäre schön, Mama M.“ Nach dem Essen ging Irina zum Laborhangar, um nach Blue zu sehen.


Von Ratchet wurde sie nicht beachtet, als sie Blue abholte und die wenigen anwesenden Soldaten ignorierten sie ebenfalls. Als Irina kurz davor war den Hangar zu verlassen, stellten sich ihr allerdings zwei der Roboter in den Weg.
„Sieh an, sieh an, wen haben wir den da, Skids?“
„Der Neuzugang, Mudflap.“
„Frischfleisch.“ stellten beide unisono fest.
Die beiden Roboter umkreisten Irina langsam und musterten sie. Ein grüner und ein oranger Roboter, beide nicht so dermaßen furchteinflößend groß wie die anderen und eigentlich recht lustig anzuschauen. Mit ihren seltsam geformten Köpfen und den unterschiedlich großen Armen erinnerte ihre Gestalt sehr an Comicfiguren.  

Allerdings strahlten beide gerade einen Humor aus als wären Donald Duck Reißzähne gewachsen und Goofy hätte sich in einen Werwolf verwandelt.  Irina kamen sie vor wie Hyänen, die knurrend und zähnefletschend ihr Opfer umkreisten.

Blue begann leise zu fauchen und tänzelte vor Irina nervös hin und her. Sie sah zu Beiden auf, die sich mittlerweile direkt vor ihr aufgebaut hatten und schob Blue mit einer Sichelbewegung ihres Beines hinter sich. „Bleib da.“, flüsterte sie. Wenigstens befand sich der Ausgang jetzt hinter Irina und sie plante in Gedanken schon ihre hektische Flucht.

Irina hob herausfordern ihr Kinn und brachte dann tatsächlich einen selbstbewussten Ton in ihrer Stimme zustande und das obwohl sich ihre Eingeweide anfühlten, als würden sie sich wie Würmer winden. „Ich hatte mich schon gefragt, wen von seinen Schergen Galloway schicken würde. Ihr zwei also. Ich dachte, ich hätte mehr Zeit.“

Die beiden Roboter sahen sich fragend an. Blue kletterte derweil hinten an Irinas Bein hoch, sie fing ihn mit beiden Händen hinter ihrer Hüfte und hielt ihn dort fest.
„Wer soll uns schicken?“ fragte der Orange.
Der grüne Roboter fixierte etwas hinter Irina und stieß den anderen mit seinem Ellenbogen an.

Beide Roboter waren nun still und wichen von Irina zurück.
„Hey, das war nur Spaß!“, rief der eine und hob die Hände. „Ja, nur Spaß.“, fügte der Andere hinzu.

Irina drehte sich um, nahm dabei Blue vor ihren Körper und stand vor zwei blau schwarzen Roboterbeinen. Ohne nach oben zu sehen huschte sie schnell daran vorbei und rannte ins Freie.
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