Blue lips

von Tai221B
GeschichteDrama, Romanze / P16
Molly Hooper Sherlock Holmes
12.07.2020
18.10.2020
13
19.778
1
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
12.07.2020 802
 
Hallo liebe Leser. Diese Geschichte ist meine erste Veröffentlichung hier bei Fanfiktion.de und ich hoffe, sie wird euch gefallen. Sherlock BBC ist eine meiner liebsten Serien und daher habe ich diese zum Hauptthema meiner ersten Story gemacht. Da ich Jahre lang nicht mehr geschrieben habe, übt bitte Nachsicht mit mir.

Ich danke euch schon einmal vorab fürs Lesen und für eure Aufmerksamkeit - Eure Tai221B ^-^

_____________________________________________________________________________________

Blue lips ~ Schockzustand ~ Kapitel 01


Zitternd ließ sie ihr Smartphone auf den Küchentresen fallen. Nein. War das gerade wirklich passiert?! Ihr Blick wurde überschattet von der tiefen Leere, die sie zu überrollen drohte. Ich liebe dich. Sie hatte ihn genötigt, es zuerst zu sagen. Selbstschutz. Ich liebe dich. Er hatte sie genötigt, die Wahrheit auszusprechen. Experiment. Sie drohte zu stürzen, stemmte sich mit ihren Händen gegen den Tresen. Nein! Wie hatte er ihr das nur antun können?! Wieso dieser Anruf?! Warum diese Qual und diese Schmerzen?! Ihre Augen wirkten glanz-, fast leblos. In ihr war etwas zu Grunde gegangen. Er hatte etwas zerstört, dass irreparabel Schaden genommen hatte. Keine Träne, kein Schluchzen, nur Leblosigkeit und Leid. Ich liebe dich. Mollys Lider fielen ermüdet zu. Nein. Bitte. Bitte nicht. Seine Worte taten zu sehr weh. Wieso hatte sie verlangt, dass er es zuerst sagte? Stolz? Sie hatte den Kampf gespürt, wie er versucht hatte es zu sagen. Und dann? Dann sagte er es noch einmal. Es hallte in ihren Ohren wieder. Ich liebe dich. Seine Stimme. Der Klang. Noch nie hatte sie solch ehrliche Worte gehört. Aber sie waren nicht ehrlich. Sie waren falsch. Eine Lüge, die sie eingefordert hatte.

Sie erwachte aus ihrer Starre und betrachtete das Display ihres Smartphones. Es war gesplittert, ähnlich wie der Spiegel ihrer Seele. Alles in ihrem Leben, alles was sie ausmachte, alles was sie an diesen Punkt geführt hatte, stellte sie nun in Frage. Wieso hatte sie sich nur in ihn verliebt? Ein kurzes, heiseres Lachen drang über ihre rissigen Lippen. Sie hatte es sich nun einmal nicht ausgesucht. Leider. Sie liebte ihn so sehr, dass es ihr Leben kosten würde, ihm noch einmal unter die Augen zu treten. Nein. Niemals. Nie wieder. Sie wendete ihren Blick Richtung Küchenfenster. Es war draußen kalt, trist, farblos und nebelig. Es passte perfekt. Sie fühlte sich erfroren, verletzt und war nicht mehr im Stande, klar zu sehen, was vor ihr lag. Sie war ihm wichtig? Er hatte ihr stets vertraut? Er wünschte sich, sie würde glücklich werden? Er hatte ihr keine Wahl gelassen. Sie war gezwungen worden Dinge auszusprechen, die ihm nicht zugestanden hatten sie zu hören, weil sie es so nie gewollt hatte. Nun gab sie sich die Wahl. Sie wollte ihm vertrauen, wollte nicht glauben, dass er ihr absichtlich weh getan hatte. Sie zweifelte nicht daran. Aber das war egal. Der Schmerz war zu stark. Sie musste sich entscheiden. Diese Entscheidung würde sie aber ganz alleine treffen...

„Es ist, was es ist“, Sherlock setzte sich gemeinsam mit John zum Rettungswagen.
Beide waren nun in gräulich-braunen Wolldecken gewickelt worden: „Wie diese Decken?“
John lächelte seicht und zog die Decke enger um sich: „Wir haben einen Schock Sherlock.“
„Ich verstehe noch immer nicht das Konzept, wie eine gewöhnliche Decke einem Menschen im Angesicht eines Schocks Linderung verschaffen soll“, nachdenklich sah Sherlock auf zu den Sternen.
Es war schon finstere Nacht.
„Weil es eine Schockdecke ist Sherlock“, die Freunde sahen einander in die Augen.
Beide fingen schallend zu lachen an. Es war absurd. Sie waren mit Mycroft, dank Eurus, durch die Hölle marschiert und nun saßen sie hier, spekulierten über Schockdecken und lachten voller Freude auf. Von wegen Schock. Es war Lebensfreude. Sie hatten überlebt. Sie Drei, sie hatten es geschafft, gemeinsam. Niemand aus ihrem innersten Kreis war zu Schaden gekommen. Ihnen allen ging es gut.

„Ist euch Beiden der Schock zu Kopf gestiegen?“, Mycroft trat an sie heran, nachdem er für Eurus Überführung zurück nach Sherrinford gesorgt hatte.
Die beiden besten Freunde lachten hemmungslos weiter. Schock. Ja klar.
Nach einer Weile hatten sie sich schließlich wieder unter Kontrolle und John sagte leise: „Es tut mir leid Sherlock, wegen Viktor...“
„Danke John“, Sherlock wirkte völlig ruhig.
Mycroft räusperte sich und wand sich dem Helikopter zu, der auf ihn wartete: „Da ihr Kindsköpfe Wohl auf seid, werde ich mich zurück an meine Arbeit begeben.“
„Mycroft?“, der ältere der Holmes-Brüder sah noch einmal über seine Schulter.
Die Brüder blickten einander schweigend an. Keiner von beiden musste etwas sagen. Dann nickte Sherlock ihm zu. Mycroft verstand diese Geste und nahm diese schweigend an. Sein kleiner Bruder hatte überlebt und schien wie eh und je. Ob sein Innerstes tatsächlich all dies so unbeschadet überstanden hatte, daran zweifelte Mycroft. Aber Sherlock war am Leben, vorerst gab er sich damit zufrieden. So ging er seinen Weg weiter und stieg schließlich in den Helikopter ein...
Review schreiben